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Periodical volume Nr. 305, 30.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Heer begehen. General Metzler ist Vorsitzender deS hiesigen 
Flottenvereins. Geboren am 17. Juli 1839 in Darmstadt, 
trat er am 1. Januar 1856 als Musketier in die Pionier- 
Kompagnie des 1. Jnfanterie-RegimentS und wurde 1859 
Leutnant. Am 16. Juni 1866 wurde er zum Ober 
leutnant befördert und kam im Februar 1869 zum 3., im 
Mai zum 4. Infanterie-Regiment. Am Feldzuge gegen 
Frankreich nahm er als Hauptmann teil und erwarb sich 
das Eisercke Kreuz 2. Klasse. Nach dem Kriege trat er 
als Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie- 
Regiment Nr. 118 in den Verband der preußischen Armee, 
wurde 1874 zum Infanterie-Regiment Nr. 72 kommandiert 
als Adjutant bei der 7. Division, 1875 als Adjutant 
beim General-Kommando des 4. Armeekorps und kam 
1678 zum Grenadier-Regiment Nr. 9. Im selben Jahre 
fand seine Beförderung zum überzähligen Major statt, der 
1879 die Anstellung als etatsmäßiger Stabsoffizier folgte. 
1881 wurde er zum Kommandeur des Füsilier-BataillonS 
ernannt und 1885 zum Oberstleutnant und etatsmäßigen 
Stabsoffizier im Infanterie-Regiment Nr. 16 befördert. 
Im Jahre 1888 erhielt er nach Beförderung zum Obersten 
daS Kommando des Regiments, wurde 1891 General 
major und Kommandeur der 71. Infanterie-Brigade, 
worauf er am 14. Mai 1894 unter Verleihung des 
Charakters als Generalleutnant auf fein Abschiedsgesuch 
zur Disposition gestellt wurde. 
f In den l tztcn Zügen liegt das alte Jahr und 
wir jubeln fröhlich dem neuen zu. Bleiern liegt es über 
dem Beginn desselben und bleigießend begrüßen wir die 
erste Stunde des jüngsten Zeitabschnittes. Bereits an der 
Schwelle des neuen Jahres tritt uns der Aberglaube ent 
gegen, denn welche Hoffnungen knüpfen sich nicht an diese 
kleinen bleiernen plastischen Kunstwerke der Silvesternacht. 
Bleiern aber auch liegt es Vielen in den Gliedern, wenn 
sie den Heimweg von der Silvesterbowle antreten, der sie 
zu ausgibig zugesprochen haben und deren Geister jetzt ihr 
H:.n umnebelt halten. Es ist ein eigentümliches Gefühl, 
wenn das alte Jahr scheidet, war es uns doch ein lieber 
treuer Genoß, der uns nie verließ in Freude und in 
Schmerz und dem wir so manche gute Lehren zu verdanken 
haben. Die Zeit hat Flügel und dazu noch sehr schnelle. 
Wir Menschen wissen manchmal nicht, wo sie bleibt, und 
ehe wir es uns versehen, ist ein Jahr wieder entschwunden, 
ein kurzer Zeitabschnitt der menschlichen Lebensdauer. Was 
ist ein Jahr im Meer der Ewigkeit. Eine Sekunde oder 
ein Stäubchen, genau wie der Mensch, der sich so mächtig 
dünkt, weiter nichts als ein winziges Teilchen der all 
gewaltigen Schöpfung, deren Zusammenhang menschlicher 
Geist wohl nie wird erforschen können. Wir armen 
Menschen auf unserem unvollkommenen Planeten schauen 
oft bang in die Zukunft und auch am Beginne eines neuen 
Jahres beschleicht uns ein banges Gefühl, da wir nicht 
wissen, was die Zukunft uns bringen wird. Doch was 
auch kommen möge, es sei uns fröhlich gegrüßt, das neue 
Jahr. Leise dämmert es herauf am Horizont und bald 
durchbricht der glühende Sonnenball die grauen Nebel, 
welche die Erde umschlossen halten. Möge der neue Zeit 
abschnitt allen ihre Hoffnungen erfüllen, das ist unser auf 
richtiger Wunsch für unsere treuen Leser. 
f Schluß der kleinen Jagd. Der Bezirksaus 
schuß erinnert in einer Bekanntmachung daran, daß im 
Regierungsbezirk Potsdam, mit Ausnahme der Stadtkreise 
Charlottenburg, Schöneberg und Rixdorf, die Jagd auf 
Birk-, Hasel- und Fasanen-Hennen mit dem Ablauf des 
17. Januar k. I. endigt. 
f Die Zeitkarten der Großen Berliner Straßen 
bahn erhalten am 1. Januar eine erweiterte Geltung. 
Von diesem Tage an haben die Inhaber der Zeitkarten, 
gültig für alle Strecken der Großen Berliner, die Berech 
tigung, auf Grund Ihrer Karte auch die in das Netz der 
Vorortbahnen hineingehenden Anschlußbetriebslinien zu be 
nutzen. Zu diesem Zwecke werden die Karten mit einem 
Zusatz-Deckblatt versehen. Das Deckblatt erhält folgenden 
Wortlaut: „Auch gültig auf den Strecken der Anschluß- 
Betriebslinien im Verkehr der Großen Berliner Straßen 
bahn einerseits und der Berlin-Charlottenburger Straßen 
bahn, der Westlichen und Südlichen Berliner Vorortbahn 
andererseits." In Betracht kommen für die neue Ver 
günstigung insgesamt 14 Linien, u. a. 52 Danziger 
Straße — Wilmersdorf, 60 Weißensee — Friedenau, 66 
Lichtenberg — Wilmersdorf, 88 Schlesische Brücke — Frie 
denau, 91 Görlitzer Bahnhof — Halensee mit der Ein- 
fatzlinie 91 E Spittelmarkt — Halensee, sowie 92 Gör- 
litzer Bahnhof — Wilmersdorf. 
zu lassen. Es schien undenkbar, daß sie in ein leeres Haus 
gesendet worden wären. 
„Ja. cs ist kein Mieter im Mühlhaus während dieser 
ganzen Zeit gewesen," fuhr die Frau fort, als ob dies ein 
persönlicher Kummer für sie- wäre. „Der letzte war Sir 
Charles Tarlington, der es zugleich mit der Abbey-Farm-Jagd 
eine Saison hindurch gemietet hatte." 
„Es ist also nicht möbliert?" fragte Janet. 
„Nein, es war nichts im Hause", sagte die Frau, „und 
cs war nichts darin gewesen, seil die wenigen Sachen, die 
Sir Charles in Brentevood geliehen hatte, zu Ende seines 
Mietvertrages entfernt worden waren, und sie glaubte nicht 
einmal, daß es verschlossen sei. Wenn die junge Dame es 
sich ansehen wollte, so würde sie wahrscheinlich geradewegs 
hineingehen können." 
Sich bei der Frau bedankend, verfolgte Janet ihren Weg 
längs der Straße und war fest entschlösse!-., ihre 'Nach 
forschungen fortzusetzen, nachdem sie nun einmal so weit ge 
kommen war. Sie konnte uidjt annehmen, daß Frau Wedle::, 
die daran gcivöhnt war, Briefe zu befördern, sich geirrt haben 
sollte; aber weshalb sollte sie sie vorsätzlich irregeführt haben? 
Das war wieder eine der vielen Fragen, die ihr das Schicksal 
vorlegte. Und dann mußte sie sich fragen, wie Frau Webtet, 
dazu-rZckommen war, den Namen eines so lange unbewohnten 
Hasses zu kennen, das ihren Zwecken vollkommen entsprach, 
wenn sie Janet zum Narren haben wollte. 
Es kam ihr nicht der geringste Gedanke an eine persönliche 
Gefahr, als sie die einsame Straße entlang ging. Ihre ganze 
Empörung galt für den Fall, daß sie wirklich irregeführt 
war, nur der Verzögerung, die dieser Zwischenfall für Riving- 
ton's Sache bildete. 
Als sie die Zäune erreichte, welche die Gehöfte von der 
Straße trennten, sah sie, daß die ersteren ans zwei Driün 
-j- Da« ehemalige Fricdcnauer Sportpark. 
gelände, wird schon eifrig mit Mietshäusern bebaut. Im 
Frühjahr sollen schon 6 Häuser beziehbar werden, auch 
wird ein eleganter Restaurant „Kronprinzenkasino" dort 
seinen Platz finden, das im September eröffnet wird. 
-j- Mäuuer-Taruverei«. Die Männer» und Da- 
men-Abteilung begingen gestern Abend im „Hohenzollern" 
ihre Weihnachtsfeier. Der Besuch war ein außerordentlich 
reger, der Verlauf des Festes der Beste. Ausführliches 
über diese Feier folgt in nächster Nummer. 
-f- Hohenzollern-Theater. Das Edmund May- 
Gastspiel am Dienstag den 2. Januar dürfte unseren 
Theaterfreunden einen ganz besonderen Kunstgenuß bieten, 
denn der Künstler wird in allen Zeitungen der Städte, 
in denen er bisher auftrat, als der beste Charakterkomiker 
der Gegenwart bezeichnet, dessen ebenso eigenartige wie 
originelle Leistungen als Musikdirektor Block in dem neuen 
Lustspiel „Der Herr im Hause" überall nicht nur Auf 
sehen, sondern auch den stürmischsten Beifall gefunden haben. 
Herr May ist eine wirklich bedeutende Kraft auf dem 
Gebiete des Humors, schon sein Erscheinen allein genügt, 
um Heiterkeitsausbrüche zu entfesseln. Neben Herrn May 
werden in dem neuen originellen Lustspiel „Der Herr im 
Hause" die Herren Hermann und Cordes, sowie die 
Damen Römer und Suhr in Hauptrollen beschäftigt sein. 
Allen Freunden der heiteren Muse bietet sich also wieder 
einmal Gelegenheit sich recht von Herzen auszulachen. 
Der zum Schluß zur Aufführung gelangende neue Ein 
akter „Zum Einsiedler" von Jakobsen, welcher uns in 
entzückend humorvoller Weise die Erlebnisse eines jungen 
Paares, welches sich auf der Hochzeitsreise befindet, 
schildert, wird dann noch besonders dazu beitragen, daß 
dieser erste Theaterabend im neuen Jahre besonders 
sehenswert wird. Wie wir erfahren, herrscht eine unge 
mein große Billetnachfrage zu diesem inteffanten Premiören- 
abend. 
t Deutsch-nationaler Handlungsgehilfen-Ver- 
band (Ortsgruppe Friedenau). Morgen Sonntag Syl 
vesterfeier im Vereinshause (Piater & Co., Rheinstraße 39). 
Gäste willkommen! 
t Die Kunst für Alle, dieser Gedanke war das 
Motiv, das Herrn Fritz Brand veranlaßt hat, in unserem 
Orte einen volkstümlichen Lieder- und Balladen-Abend zu 
veranstalten. Trotz der günstigen Verbindungen Friede 
naus mit Berlin ist der Besuch von dort stattfindenden 
Konzertabenden immerhin bei den hohen Eintrittspreisen 
mit großen Kosten verbunden. Für wenig Geld (1 M., 
bezw. 50 Pf.) soll nun durch diesen volkstümlichen Lieder 
und Balladen-Abend Gelegenheit gegeben werden, im Orte 
ein gutes Konzert zu hören. 
f Hohenzollern-Theater. Das vor kurzem in 
Dresden und Leipzig bei ausoerkauftem Haus und mit 
sensationellem Erfolg aufgenommene Ensemble der I. Berliner 
Cabaret-Gesellschaft gibt am Donnerstag, den 4. Januar, 
Abends 8 Uhr, im Hohenzollern-Theater eine einmalige 
Vorstellung unter persönlicher Direktion des Gründers des 
Berliner Cabarets L. Strobl, sowie Mitwirkung von 
Armande Laecour vom Chat noir Paris usw. 
-j- Pfannkuchen mit Geld. Im „Kaiser-Wilhelm- 
Garten" findet Großer Sylvester-Ball mit Punsch-Polonäse 
statt. Bei der Polonäse werden Punsch u. Pfannkuchen 
gratis verabreicht. In den Pfannkuchen sind wieder wie 
im Vorjahre Geldstücke im Betrage von 5 Pfg. bis 2 Mark 
eingebacken. Da außerdem noch andere Überraschungen 
geboten werden, läßt sich wohl erhoffen, daß recht Viele 
den Sylvester-Abend im Kaiser Wilhelmgarten verleben. 
Sylvester Rummel. Großer Ball mit' beson 
deren Überraschungen veranstaltet am Sylvester Abend 
der Herr Wirt des „Rbeinschlosses." Am Neujahrstage ist 
alsdann von 4 Uhr ab ebenfalls Großer Ball. Wir können nur 
empfehlen zu beiden Tagen dem „Rheinschloß" ein Besuch 
abzustatten, ein Jeder wird bestes Vergnügen finden. 
8 Allen Weinkenueeu empfehlen sich für's Syl 
vester - Fest die Jacob Knoop Söhne's Weinstuben (Inh. 
Rob. Targon), Bahnhofstr. 3. Wir machen dabei auf die 
diesbezügliche Anzeige in heutiger Nummer besonders 
aufmerksam. 
Schöneöerg. 
— Zum Direktor der Ober-Realabteilung der 
Hohenzollernschule hat der Magistrat den Oberlehrer 
Professor Richard Müller vom Kaiser Wilhelm-Real 
gymnasium in Berlin gewählt. 
bestanden: einer alten Mühle, an die sich Kornböden und 
Speicher anschlössen, und einem Wohnhause, das früher der 
Aufcnlhalt des Müllers gewesen war. Dieses befand sich 
äußerlich in einen: ziemlich guten Zustande, aber die Mühle 
war in das letzte Stadium des Verfalles geraten. Von -em 
bewegungslosen, von Unkraut überwucherten Rad waren nur 
noch ein paar vermoderte Schaufeln übrig, die anderen waren 
während eines Stillstandes von mehr als einem halben Jahr 
hundert allmählich in den ungestümen Mühll'ach hinabgesallen, 
dessen Fluten mitten in dem schlammigen Maueriverke 
plätscherten und gurgelten. 
Janet ging über einen vernachlässigten Pfad, durch einen 
ganz verwilderten Garten, versuchte, die Haustür zu öffnen, 
und fand dieselbe, wie man es ihr prophezeit hatte, unver 
schlossen. Ter plötzliche Uebergang vom Julisonnenschein in 
die Finsternis des dunsten Ganges blendete sie für einen 
Augenblick, aber da sie ungestört sein wollte und wußte, daß 
sie sich bald an das dämmerige Licht gewöhnen würde, schloß 
sie die Tür hinter sich und betrat aufs Geratewohl ein Zimmer 
zur Linken. Außer der schimmeligen Jalousie, welche das 
Fenster darin verhüllte, waren nur die nackten Wände zu sehen. 
In den Korridor zurückkehrend, ging Janet in ein 
anderes Zimmer aus derselben Seite, und kaum batte sie die 
Türe geöffnet und es betreten, als sich ihr in schneller Auf 
einanderfolge zwei Ueberraschungcn boten. Das Fenster in diesen: 
Zimmer war von keiner Jalousie bedeckt, sondern weit geöffnet, 
und über den staubigen Fußboden führten die Fußspuren 
eines Mannes zu dc:::selben. Kaum hatte sie sich die Frage 
vorgelegt, was das wohl bedeuten könne, als ohne vorher 
gegangenes Geräusch die Zimmertür hinter ihr zufiel und der 
^Schlüssel im Schloß umgedreht wurde, 
j Sie eilte zum Fenster, und ein Blick lehrte sie, daß sie 
ein? G"'a".ae',r war: das Mühlgerinne stoß nicken im raschen 
Am und Aororle. 
8 Tranerfeie: Der Geheime Hofrat und Hof 
staatssekretär im Ohofmarschallamt Gustav Schwert«, 
der auf allen Reis, des Kaisers die Aufsicht über die 
Eisenbahnzüge hatte,t gestern auf dem alten Sophien- 
Kirchhof an der Bstraße unter überaus zahlreicher 
Beteiligung zur letzt Ruhe bestattet worden. An der 
Trauerfeierlichkeit, diin der Friedhofkapelle stattfand, 
nahmen der Oberhofnchall Graf Eulenburg, der Chef 
des Militärkabinetts af Hülsen-Haeseler und der erste 
Leibarzt des Kaisers'r. Jlberg teil. Außerdem wäre« 
viele Räte und and Beamte des Oberhofmarschall- 
Amtcs, des Hausnsteriums, sowie des Militär-, 
Marine- und ZivilkabitS erschienen, überaus zahlreiche 
Kranzspenden waren obern Sarge niedergelegt worden. 
Auch der Kaiser ha das Andenken des verdiente« 
Beamten durch eine Kzspende geehrt. 
8 Straßeu-Jube« können auch im Jahre 1906 
mehrfach begangen we,. Auf ein 225 jähriges Bestehen 
kann die Friedrichs-Git zurückblicken, die jetzt endlich 
durch Abbruch einiger ! alten Häuser anfängt sich etwas 
zu verjüngen. Sie ent,d im Jahre 1681 und war bis 
zur Fortnähme der löschen Stadtmauer ein schmaler 
Gang längs der SpreiEin Alter von 75 Jahren er 
reichen die Bellevuestrajund die Grenadierstraße, denn 
erst auf den Berliner Pen von 1831 befindet sich diese 
letztere Bezeichnung. Fzig Jahre bestehen die Straße 
„Am Nordhafen" sownas Alexander- und WilhelmS- 
Ufer (genannt nach den üdern Humboldt), die sämtlich 
beim Bau des Spandr Schiffahrtskanals im Jahre 
1856 angelegt worden d. Dasselbe Alter haben die 
Buckauerstraße, sowie dSchelling- und Eichhornstraße. 
Diese beiden letzteren wen über das Gelände von 
„Möwes Blumengartensinweg, der Mitte der 50er 
Jahre des vorigen Jahrherts einging und in der vor 
märzlichen Zeit eine best, Erholungsstätte der Berliner 
Gesellschaft bildete. Achtzfahre endlich alt ist die Kleine 
Mauerstraße, die im Ja 1826 durch das Haus Unter 
den Linden Nr. 9 nach dBehrenstraße zu neu angelegt 
wurde. 
8 Der Geheime cr-Justizrat Dr. Habicht, 
vortragender Rat im Justinisterium und Mitglied der 
Justizprüfungskommission gestern nach kurzem, schweren 
Leiden verstorben. Im wember 1884 zum Assessor 
ernannt, wurde Dr. HabilAmtsrichter in Sontra, später 
in Rüdesheim, seit 189var er Landrichter in Kassel 
und wurde zwei Jahre ter zum LandgerichtSrat, im 
Oktober zum Ober-LandesxhtSrat (in Frankfurt a. M.) 
befördert. 1902 wurde er das Ministerium berufen. 
8 Zwecks Stelluughme zur neuen ReichS- 
steuer-Vorlage hat der Hb der Industriellen auf den 
14. Januar, Vorm. ll^Uhr, eine außerordentliche 
General-Versammlung nachen Sälen des Grand Hotel 
„Alexanderplatz" einberufewelcher auch die Vertreter 
zahlreicher Tabak-, Cigaretteund Brauindustrie-Verbände 
beiwohnen werden. Je ein neral- und Special Referent 
wird zu den einzelnen Jnckie-Steuern, sowie zu den 
geplanten Verkehrssteuern i Wort ergreifen. 
8 Die Grabstätte Llf v. Menzels auf dem 
Dreifaltigkeits-Kirchhof an dBergmannstraße ist jetzt in 
sehr würdiger Weise hergerck und von einem schönen, 
künstlerisch ausgeführten Eisctler umgeben worden, daS 
nunmehr die Gräber aller k ruhenden Mitglieder der 
Familie Menzel umschließt. 'Inf der etwas erhöhten 
Grabstätte, zu der eine Gramste emporführt, schlummern 
zur Linken unter einem gensamen breiten Hügel die 
Eltern des Altmeisters, der der letzten Zeit seines 
Lebens den Grabstein und - darauf befindlichen In 
schriften hat erneuern lassen. Dahinter liegt rechts der 
Meister, dessen Grabhügel aulnlaß der Erneuerung der 
Stätte mit vielen Kränzen btt worden ist. Ein Denk 
mal wird später gesetzt werd, Links davon ist der im 
Jahre 1865 verstorbene Brud Richard des Altmeisters 
gebettet morden. An seinem igel erhebt sich eine oben 
abgebrochene Säule. 
8 Auster der Stätte t „Villa Kolonna" an 
den Kgl. Kolonaden wird du den geplanten Neubau 
des Gebrüder Herrnfeld-Theat auch noch die Stätte 
eines anderen der alten Berli: Balllokale verschwinden, 
nämlich die des ehemaligen „Ksseums." Es befand sich 
in den Räumen der heuttgen .rliner Ressource", die in 
der Kommandantenstraße 57 li'und die für den Neubau 
des Theaters abgerissen werdewird. In allen diesen 
Laufe dahin und bespülte die Man des Hauses, jeden Rück 
zug abschneidend. Janet rannteirück und versuchle einen 
wahnsinnigen, aber nutzlosen Ang auf die verschlossene Türe, 
und als ihre schwachen Schlägcuf die altersgeschwärzten 
Paneele fielen, hörte sie deutlich er Schritt, der sich leise i:n 
äußeren Korridor entfernte. 
Ging ihr unsichtbarer Kerkerrter fort, ohne ein Wort 
zu sagen, und überließ sic der fürcilichen Wahl zwischen dein 
Verhungern oder dem Ertrinken? 
15. Kapit 
Die Tatsache, daß man sie eine Falle gelockt hatte, 
zeigte deutlich, daß jemand sie aine gefährliche Gegnerin 
erkannt hatte, und dieser jemand kcke kein anderer sein ats 
Roger Marske. Wenn aber dem snar, so mußte jene Iran 
in der Hütte unrecht gehabt haben,; sie ihr die Mitteilung 
machte, das Mühl.iaus sei seit vier hren unbewohnt gewesen; 
Diarske mußte dort gewohnt habender seine Briese mußten 
dorthin gelangt sein, und jedenfalls einem viel späteren 
Dutum als de:::, :vclches sie erwähl 
Die logische Folgerung, daß sie,en sicheren Zusammen 
hang zwischen Roger Marske und Ka Rivington festgestellt 
hatte, erfüllte Jancl mit einer Fre-, die erst schwand, als 
sie einsah, wie ohnmächtig sie :vo davon Gebrauch zu 
machen. Sie würde ihrem Kerkcrister in einem Jahre 
ebenso verhängnisvoll sein als he: ihre zeitweilige Hast 
würde ihn: keine Sicherheit verbürg und so einsam auch 
die Lage des alten Hauses war, ko:e er doch nicht hoffen, 
sie dort für immer einzukerkern. Er ußte ihr also dahin ge 
folgt sein in der vollen Absicht, siefür allemal stumm 
zu machen, und sie sollte den Platz nt lebend verlassen. 
(Fortsetzung folg
        
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