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Periodical volume Nr. 294, 15.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

1906. 10. DeSgl., betreffend Nachbewilligung von 
7445.65 M. zu Litel I. Ansatz I des Steueretats für 
1805. 11. Desgl., betr. Nachbewilligung von 500 M. zu 
iitfl III, Ansatz 6 de« Etat« der allgemeinen Verwaltung 
für 19O5 (Berichterstatter: Stadtn. Kaufmann). 12. Bericht 
de- Etat-auSlchuffeS über die Vortage des Magistrat», 
betreffend Schaffung 1 Rektor-, 7 Lehrer- und 6 Lehre- 
nnnenftellen (Berichterstatter: Stadtv. Seele). 13. Bericht 
de« Ausschusses für Beratung der Vorlagen des Magistrat», 
delreffend a) Einreihung de» Maschinenmeisters des Pump. 
werk« in Klaffe II der Besi'ldungsordnung. d) Festsetzung 
der Besoldungen des für die Unterhaltung und den Betrieb 
des Pumpwerks, de« Drnckrohres und des Rieselfeldes er- 
forderlichen Personals und c) Bewilligung der Besoldung 
des Administrators des städtischen Rieselfeldes (Bericht- 
«statt«; Smdto. Presch) 14. Wahl a ) zweier Armen- 
pfleg" für Bezirk IVd. d) 'zweier Armenpfleger für 
Bezirk VI». c) zweier Armenpfieger für Bezirk IXd, 
i» von 12 Sachverständigen gemäß 8 21 des Gesetzes vom 
28. August 1605. betreffend die Bekänzpfnng übertragbarer 
Krankheiten, e) eines Vertrauensmannes des Ausschusses 
für die Dahl der Schöffen und Geschworenen für die Zeit 
bis zum 1. Juni 1906. — Um 7 Uhr findet die Waht 
des II. Bürgermeisters und des Kämmerers statt. 
— gn? Anstellung von Lehrern an den 
h-tzere» Schalen hat der Magistrat folgende Anträge 
»ei der Stadtverordnetenversammlung gestellt: Am Helm- 
holtz'Realgymnasium und Werner Siemens-Realgymnasium 
»erden im nächsten Jahre Michaeliszöten eingerichtet. Die 
erforderlichen Mittel für je eine Oberlehrerftelle vom 
1. Oktober 1906 werden nach den bestehenden Besoldungs 
grundsätzen zur Einstellung in den Etat für 1906 be- 
»illigt. Zum 1. April 1906 wird ein Reform-Real 
gymnasium mit der Sexta errichtet. Dieses Reform-Real- 
gymnasium soll später mit dem nach dem Berliner OrtS- 
teil zu verlegenden Reform-Gymnassum der Hohenzollern- 
fchule zu einer Doppelanstalt vereinigt werden. Das neue 
Reform-Realgymnasium wird mit der Sexta einstweilen 
»em Werner Siemens-Realgymnasium angegliedert. Die 
aus Anlaß der Errichtung der Sexta erforderlichen Mittel 
für eine Oberlehrerstelle sind nach der bestehenden Be- 
soldunzsordnung in den Etat für 1906 einzustellen. Die 
zweiten Osterzöten der Realschule sollen spätestens am 
1. April 190? der für die sogenannte Insel zu errichten 
den Realschule überführt werden. (Eine entsprechende 
Vorlage hierüber wird der Stadtverordnetenversammlung 
später zugehen.) 
— Sein 25 jährige» Meifterjnbiläum feiert am 
17. d. M. der Obermeister der Schornsteinfeger-Zwangs- 
Jnnung Steglitz, Herr Hugo Ellert, Gleditschstraße 13. 
Im Jahre 1880 wurde ihm der die Ortschaft Nowawes 
bei Potsdam umfassende Kehrbezirk zugewiesen, wo Herr 
Ellert ununterbrochen 14 Jahre hindurch wirkte. Als 
langjähriger Oberführer der Nowawes-Neuendorfer Feuer 
wehr. deren Ehrenmitglied der Jubilar jetzt ist, wurde er 
sehr beliebt und durch sein persönliches, unerschrockenes 
Eingreifen bei den in den 80 er Jahren stattgehabten 
größeren gefahrvollen Bränden durch zahlreiche Dank- und 
Anerkennungsschreiben, so u. a. von Sr. Königlichen 
Hoheit dem Prinzen Friedrich Leopold von Preußen und 
dem Prinzen Handjery ausgezeichnet. Seit dem 1. Oktober 
1894 ist Herr Ellert hier als Bezirksschornsteinfegermeister 
tätig. Als Brandmeister wußte er auch die frühere 
Schöneberger Freiwillige Feuerwehr umsichtig zu führen. 
Herr Ellert ist Armenkommissionsvorsteher, stellvertretender 
Vorsitzender der Boreinschätzungskommission des 3. Bezirks, 
ferne: Vorsitzender des Ausschusses für die Gesellenprüfung, 
sowie Beisitzer der Prüfungskommission für die Meister 
prüfungen der Schornsteinfeger imRegierungsbezirkPolsdam. 
— Zwangsverfteigernngsergebnis. Grundstück 
Goltzstraße 32, Ecke Hohenstaufenstraße 86, dem Kaufmann 
Josef Nußbaum iu Berlin gehörig, 7,86 Ar, Nutzungs 
wert 13 600 M. Mit dem Gebot von 357 500 M. 
blieben die Kaufleute H. und H. Grass, Beuthstraße 5 zu 
Berlin Meistbietende. 
Berlin und Wororle. 
8 Der „erste Spatenstich" zum Bau des Unter- 
pflasterbahnhofs „Leipziger Platz", soweit dieser unter dem 
Aschinger-Hotelneubau liegen wird, ist gestern getan 
worden, nachdem die grundlegenden Vorarbeiten für die 
Wasserhaltung beendet sind. In der Axe des jetzigen 
Untergrundbahnhofs „Potsdamer Platz" nach dem Wrangel- 
Denkmal bezw. Wertheimschen Neubau zu ist quer iiber 
das Hotelgrundstück eine Rohrleitung gelegt worden, 
welche durch acht seitliche Zweigrohrleitungen mit den 
gebohrten Brunnen in Verbindung steht. An die guß 
eisernen Rohre werden später die mächtigen Pumpen an 
geschlossen, welche das Gruüdwasser aus der Baugrube 
entfernen und auf einem bestimmten Niveau erhalten. 
Die Nachbargebäude sind zum großen Teil schon abgestützt; 
zwischen der Ruine, in welcher der seßhafte Zigarrenhändler 
sein Zelt aufgeschlagen hat, und der jetzt in Angriff 
genommenen Baugrube bleiben die Fundamente der 
Wände als Stützpunkte noch stehen. Die Baugrube wird 
gegen 6 Meter Tiefe haben und ein ca. 45 Meter langes 
und 17 Meter breites Rhombus darstellen. Der aus 
gehobene Boden wird sofort abgefahren. 
8 Mit der Zufuhr von Weihnachtskarpfen 
ist an der Straße Neu-Kölln am Wasser, wo die Mit 
glieder der Berliner Fischer-Innung ihre Anlegestellen 
sowie Fischkast.n und Aufbewahrungskähne auf der Spree 
zu liegen haben, begonnen worden. Täglich treffen meistens 
mit der Bahn, zum Teil auch auf dem Wasserwege in 
eigens zu diesem Zwecke konstruierten und mit Wasser 
gefüllten Fässern große Mengen dieses schmackhaften Fisches 
hier ein und werden auf Wagen nach Neu-Kölln am 
Wasser befördert, wo sie sich in den Aufbewahrungskähnen 
längere Zeit frisch halten. Die Tiere kommen vorzugs 
weise aus Böhmen, Schlesien, Galizien und aus der 
Lausitz, wo die Karpfenzucht in Teichen von altersher in 
großem Maßstabe betrieben wird. Auch aus Lothringen 
werden seit dem vorigen Jahre Karpfen auf den hiesigen 
Markt gebracht. Der Karpfen wurde schon vor Jahr 
hunderten hochgeschätzt von den Mönchen, die ja überhaupt 
der Fasten wegen große Fischefler und Fischzüchter waren. 
Aus den Teichen der Klöster verbreitete. sich der Karpfen 
allmählich in ganz Deutschland und wurde deshalb in den 
Kochbüchern früherer Zeit als „Klosterfisch" bezeichnet. 
__— — Zuschriften. 
Werte Redakticn! Als alter Friedenauer und langjähriger Abonnery 
Ihres werten Blattes möchte ich meinen Mitlesern auch einpral etwas 
unterbreiten, und um deren Meinung bitten Es ist dieses eine offene 
Anfrage, warum der Bau der zweiten Volksschule so ohne Sang und 
Klang, ich meine ohne die übliche feierliche Grundsteinlegung vor fich 
gegangen ist. Ich habe an dem Emporblnhen Friedenaus ein großes 
Interesse, mich auch gefreut, daß zufolge der rapiden Entwickelung 
die Gemeinde eine zweit; Volksschule als notwendig erachtete, 
daß der Bau derselben auch beschleunigt wird erkenne ich an, daß 
aber das für das Volk so hochwichtige Institut nicht einmal eine 
Grundsteinlegung ersibt betaure ich sehr Wir Alten hätte» unsere 
Freude daran gehabt und unsere Jugend wäre stolt darauf gewesen, 
daß auch der Bau, in dessen Räumen sie ihre Weisheit holen soll, 
durch solchen feierlichen Akt auch das richtige Gepräge erhält. Man 
spart ja sonst bei anderen öffentlichen Gebäuden nicht damit, auch 
derm hiesigen Gymnasium ist diese Feier nicht vergeffen worden, aber 
bei der Volksschule scheint das einfach übeiflüsfig zu sein. Wie geht 
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