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Periodical volume Nr. 294, 15.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Punkte werden nicht verkauft. Güter nach SoSnowice, 
Warschau Wiener Bahn, und Übergang werden wieder 
angenommen, jedoch ist der Verkehr über Warschau hinaus 
nnr mit den Stationen der Petersburg-Warschauer Bahn, 
der Weichsel' und der Moskau-Brester Bahn wieder auf 
genommen; mit Stationen anderer Bahnen ist der Ver 
kehr über Sosnowice, Warschau-Wiener Bahn, noch gesperrt. 
Lokales. 
t Protest gegen das Schulunterhaltuugs» 
Gesetz. Die Stadtv. Rcinbacher und Zobel haben die 
Einsetzung einer gemischten Deputation aus Magistrats 
mitgliedern und Stadtverordneten bestehend, beantragt, 
damit dieselbe über Mittel und Wege berät, wie gegen 
die schweren Schädigungen, die der Selbstverwaltung durch 
die neue Schulvorlage drohen, Einspruch erhoben wird. 
Bereits am Montag wird sich die Stadtverordnetenver 
sammlung mit diesem Antrage beschäftigen. Die Stadt 
Schöneberg ist damit als erste unter den Städten Preußens, 
die den Kampf gegen das konfessionelle Schulgesetz aufnimmt. 
f Vom Januar Umzug. Bei dem am 2. Januar 
k. I. beginnenden Umzüge bei kleinen, aus höchsten zwei 
Zimmern mit Zubehör bestehenden Wohnungen, muß an 
demselben Tage, bei mittleren drei oder vier Zimmern 
nebst Zubehör bestehenden Wohnungen am 3. Januar 
Mittags 12 Uhr, bei großen, mehr als vier Wohnzimmer 
umfassende Wohnungen am 4. Mittags 12 Uhr beendet 
sein. 
Zur Weihnachtspaket-Bestellung macht die 
kaiserliche Oberpostdirektion bekannt: Am Sonntag, den 
17. Dezember, können bei den Sonntags für die Annahme 
von Paketen geöffneten Postanstalten des Bezirks Berlin 
und am Sonntag, den 24. bei sämtlichen Postanstalten 
des Bezirks Paketsendungen von 8 Uhr Vormittags bis 
2 Uhr Nachmittags eingeliefert werden. Die Paketaus- 
gabestellen werden am 24. und 25. wie an Werktagen 
offen gehalten werden. Die Paketbestellung findet, außer 
an den beiden Weihnachtsfeiertagen, an den Sonntagen 
vor Weihnachten, also am 17. und 24. Dezember, ebenso 
am Sonntag, den 31. Dezember, statt; dagegen fällt sie 
am 1. Januar aus. 
t Der Verband der Baugeschäfte von Berlin 
und Vororte hielt am Mittwoch eine zahlreich besuchte 
Versammlung ab. Direktor Haberland, der Käufer des 
Friedenauer Sportparks sprach über den Entwurf eines 
Reichsgesetzes zur Sicherung der Bauforderungen. Er legte 
die Bedeutung des Gesetzes und seiner einzelnen Bestimmun 
gen, zum Teil unter Anführung von Beispielen aus der 
Praxis dar und beleuchtete den Einfluß des Gesetzentwurfes 
sowohl auf das Baugewerbe als insbesondere auf das 
Bauhandwerk. Dem sehr beifällig aufgenommenen Vor 
trage folgte eine Diskussion, an der sich u. a. Geheimer 
Baurat Kyllmann, Ratsmaurermeister Biebendt und Stadt 
rat Thiemann beteiligten. Der Verband beschloß alsdann 
auf Antrag des Referenten einstimmig folgende Erklärung: 
.Der Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten 
hält den vorliegenden Entwurf eines ReichSgeietzcS betreffend die 
Sicherungen der Bauforderungen infolge der mit ihm verbundenen 
Verzögerungen der Baugenehmigungen und des Baubeginns, der Er 
höhung der Baukosten und der weithin verursachten außerordentlichen 
Schwierigkeiten in den Kredit- und Hypothekenverhältniffen und in 
Rücksicht auf die unabsehbaren Folgen deS bed ngten Schutzes der 
Nachmänncr für eine, schwere Schädigung des soliden Baugewerbes. 
Der Verband ist der Überzeugung, daß infolge deS Gesetzentwurfes 
erheblich höhere Kautions- und Kredttanforderungen au die Bau 
handwerker gestellt werden, als dies zur Zeit der Fall ist, und daß 
aus diesem Umstande der Mittelstand im Bauhandwer! einem schweren 
Existenzkampf überliefert wird. Die Annahme des Gesetzentwurfes 
würde nach Mttnung des Verbandes das geiamre Baugewerbe in 
eine volljländige Abhängigkeit vom Großkapital bringen, ohne dem 
von ihm angestrebten Zweck nach .irgend einer Richtung hin zu er- 
reichen. Der Verband ist der Überzeuggung, daß die von der 
Regierung vorausgesetzten Verluste der Bauhrndwerker bei weitem 
nicht in dem Umfange vorhandcn find, wie angenommen wird, und 
glaubt, daß sich die Verluste bei einer ordnungsmäßigen Geschäfts- 
fuhrung im Baugewerbe so gut vermeiden und einschränken lasten, wie 
in anderen Geschäftszweigen. Aus allen diesen Gründen kann der 
Verland dem vorliegenden Gesetzentwurf nicht zustimmen und bittet 
den Bundesrat und den Reichstag im Jntereffe deS gesamten Bau- 
gcw rbes dem Entwurf die Zustimmung zu versagen." 
t Ueber das „echte Pilsener" enthält ein rechts 
kräftiges Gerichtsurteil eine interessante Erklärung, welches 
die vom Rechtsanwalt Dr. Lubszinski herausgegebene 
Monatsschrrft „Unlauterer Wettbewerb" mitteilt. Zur Ent 
scheidung stand die Frage, ob ein Gastwirt sein Lokal 
„Pilsener Bierhaus" nennen darf, wenn er nur sogenanntes 
„Pilsener" Bier aus der Brauerei Groß-Pilsen zum Aus- 
schank bringt. In beiden Instanzen haben die Gerichte 
diese Frage verneint. In den Kreisen der Biertrinker, so 
heißt es u. a. in der Begründung, wird unter „Pilsener 
Bier", ohne weiteren Zusatz, ein in Pilsen gebrautes Bier 
verstanden, das „echte Pilsener", als ein Bier von besonders 
guter Beschaffenheit geschätzt und höher als andere, ihm 
äußerlich ähnliche Biere bewertet. — eine Auffassung, die 
nach Überzeugung des Gerichtes auch den Bierwirten be- 
kannt ist, sodaß im Zweifel angenommen werden muß. sie 
wollen, wenn sie „Pilsener Bier" ankündigen, damit die 
Verstellung erwecken, daß es sich um ein solches „echtes" 
Bier handle. Das Publikum richte sein Augenmerk auf 
die Schlagworte und lasse Zusätze meist unbeachtet. Über 
dies unterstütze der Zusatz „Urquell" die Annahme, daß 
echtes Pilsener Bier angekündigt werden sollte. Nicht aus 
Pilsen stammendes Bier dürfe daher nicht als „Pilsener" 
augekündigt werden. In Friedeau soll ein hiesiger Gast 
wird sogar „Berliner Pilsener" für echtes Urquell ver- 
kauft haben. 
f Teurer Prozeß. In der Feststellungsklage der 
Charlottenburger Wasserwerke gegen die Stadt Charlotten 
burg ist, wie erinnerlich, die Stadtgemeinde in erster In 
stanz unterlegen und in die Kosten verurteilt worden. 
Nunmehr hat auch das Prozeßgericht die Kostenfestsetzung 
vorgenommenunddenWertdesStreitfalles auf 19200000M. 
festgesetzt. Der Prozeß wird am 18. Januar 1906 in der 
Berufungsinstanz verhandelt werden. 
t Preisausschreiben. Der 17 000 Mitglieder 
zahlende Zentralverband der Gemcindebeamten Preußens 
hat ern Preisausschreiben „Bebauungsplan und Boden- 
polttrk in den Gemeinden" erlassen. Die Arbeiten sind 
mit Zeichnungen und Skizzen bis zum 1: April 1906 an 
den VerbandSvovsitzenden Stadtkämmerer Barner in Kassel 
einzureichen. Es stehen Preise im Betrage von 240 M. 
zur Verfügung. Bewerber müssen Mitglieder des Ver 
bandes und Bezieher der Verbandsschrift „An-eiger für 
Gemeindebeamte" sein. 
f Deutscher Flotteuverci». Ortsgruppe Friedenau. 
In der Versammlung deS Gesamtvorstandes, die am 13. 
d. Mts. Abends im Rheinschloß stattfand, wurde anstelle 
des verstorbenen Herrn Prof. Büssing, Herr Kapitän z. S. 
a. D. Mandt gewählt. Die statutgemäß am Januar 
jeden Jahres stattzufindende Generalversammlung wurde 
auf 10. Januar 9 Uhr Abends im Rheinschloß festgesetzt. 
Neben dem Kaffen- und Jahresbericht steht die Neuwahl 
der statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, so 
wie die Neuwahl zweier Beisitzer auf der Tagesordnung. 
Etwaige Anträge zur Tagesordnung werden rechtzeitig an 
den Vorstand zu richten sein. Großen Beisall dürfte bei 
der Bevölkerung die Absicht des Vorstandes begegnen, daß 
am Freitag den 26. Januar 1906, Nachmittags resp. 
Abends, 3 Vorführungen von hier noch nie gesehenen, 
ganz neue» Lichtbildern stattfinden sollen, darunter eine 
für die Schuljugend. Der Vorstand der Ortsgruppe wird 
mit dem Wunsche an die Einwohner Friedenaus heran 
treten, sich zahlreicher als bisher an den nationalen Be 
strebungen des Flottenvercins zu beteiligen, indem sie 
denselben als Mitglied beitreten. Nur durch eine über 
wältigende Mitgliederzahl kann der Flottenverein seine 
segensreichen patriotischen und Wohltätigkeitsbestrebungen 
mit Erfolg ausüben. Für einen halbjährlichen Beitrag 
von Mk. 1 kann man schon Mitglied werden. Dafür 
erhält jedes Mitglied gratis die reich illustrierte Monats 
zeitschrift „Die Flotte" und hat ferner ermäßigten Eintritt 
in die Versammlungen, Vorträge pp. des Vereins. Auch 
Damen können Mitglieder werden. Jeder patriotisch 
fühlende Deutsche sollte also diese kleine Ausgabe nicht 
scheuen. Anmeldungen sind zu richten an den Schrift 
führer Oebrstleutnant Rabenau-Niedstr. 4. 
-j- Eine fröhliche Weinprobe. „Eine Wein 
probe" — welchem Feinschmecker läuft nicht schon blos 
bei dem Gedanken an ein solch fröhliches Vergnügen das 
„Wasser" im Munde zusammen, wie träumt er sich gleich 
versetzt in einen großen, unübersehbaren Keller, in dem 
ein „Heidelberger Faß" an dem andern steht, wo der 
Küfer den Heber ansetzt, den Becher unaufhörlich füllt mit 
dem besten der Rebensäfte, wie er dann trinkt und immer 
wieder trinkt und im Trinken und Schmecken all der vor 
züglichen Tröpfchen nicht in der Lage ist, zu beurteilen, 
wann wohl der Körper die nötige „Schwere" erlangt hat. 
Doch nur wenigen ist es vergönnt, eine derartige „Probe" 
mitzumachen, diejenigen aber, die es durften, werden nie 
die schönen Stunden vergessen, die ihnen im Weinkeller 
bereitet wurden. Wir bewundern oft das fröhliche und 
lustige Völkchen im Rheingau, doch aber wohl nur so 
lange, als es uns nicht möglich war, eine „Weinlaune" 
kennen zu lernen. Der Wein erfreut des Menschen Herz 
und was des Menschen Herz Freude bereitet, soll er auch 
genießen. Wie schon angedeutet, haben nur wenige das 
Vergnügen, eine derartige Weinprobe mitzumachen. Wie 
muß es da wohl das Herz der Friedenauer Herren gehoben 
haben, die einer Einladung des Vertreters des Hauses 
Trarbach, Herrn Waldemar Reuter, Weinhandlung 
und Weinstuben, Moselstr. 1 -2, folgen dürfen, um 
die Kellereien des Hauses Trarbach in der Lehrterstraße 
zu besichtigen und dort vom Besten das Beste zu erproben. 
12 Herren waren es. die sich da vor einigen Tagen in 
den Lagereien der Firma, Lehrterstraße 42, 43, 44 und 48, 
einfanden. Geleitet von dem Kellerverwalter Herrn Mathies 
und dem Prokuristen Herrn Meuselwitz, wurden zunächst die 
Lagerräume des Bordeauxweins in Augenschein genommen. 
Gewaltige Kellereien sind es, die sonst unter strengster 
Kontrolle stehen und für Niemandem geöffnet sind, heute 
aber war es den Gästen des Herrn Reuter gestattet, dort 
einen Spaziergang zu unternehmen. Einen Spaziergang 
kann man es wirklich nennen, wenn man die riesigen 
Räume durchschreitet, durch die Dampfheizung gelegt ist, 
man fühlt sich recht mollig dort, aber das Düstere, die 
vielen Winkelchen und Verschlüge versetzen uns im Geiste 
in die Katakomben des ewigen Rom und geben schon so 
dem Herzen einen Stoß zu weltvergessenden Empfindungen. 
Diese Räume kann man wirklich als eine Sehenswürdigkeit 
Berlins bezeichnen. Die Firma pflegt diese Bordeauxweine 
als Spezialität durch ihr Tochterhaus die „Bordeaux- 
Jmport-Gesellschaft". Wie viele vorzügliche Weine hier 
lagern, ist unmöglich zu beschreiben, nur wollen wir 
hervorheben, welche Erwerbungen die Firma in den 
berühmtesten Marken machte, um so unseren Lesern 
wenigstens eine kleine Vorstellung zu ermöglichen. So 
kaufte sie von dem 1904er das ganze Wachstum Chateau 
Braue Cantenac, ca. 60 000 Flaschen, ein fast gleiches 
Quantum desselben Jahrgangs Chateau Margeaux II 
wie noch andere vorzügliche Qualitäten. Das gesamte 
Bordeauxwein-Lager der Firma wird auf etwa 1 000 000 
Flaschen geschätzt, die einen Wert von mehreren Millionen 
repräsentieren. Aber nicht nur das Bordeauxlager ist ein 
reichhaltiges und ausgezeichnetes, auch in Rhein-, Mosel 
und Saarweinen weist die Firma ein Lager von etwa 
500 000 Litern auf und unter diesen Marken, die sich 
einen Weltruf erworben haben, so z. B. die ausgezeichnete 
„Domperle", die sich auf der Weinkarte vieler Luxus 
hotels der Erde und in den Kellereien hoher Herrschaften 
befindet. Man erblickte u. a. auch drei riesige Fässer, von 
denen eins mit 15 000 Liter Rheinwein, die beiden andern 
mit 10—12 000 Liter Bordeauxwein gefüllt waren. Den 
Weltruf errang sich die Firma auch durch ein streng 
geheim gehaltenes einfaches Verfahren in der Behandlung 
ihrer für den Export bestimmten deutschen Weine. 
Während es sonst üblich ist, Weine, die den Äquator 
passieren müssen, nach Pasteurisierungsmethoden mit Alkohol 
zur Vermeidung von Nachgärung rc. zu versetzen, unter 
welchem Zusatz Geschniack, Blume und Individualität 
leiden, benutzt die Firma keinerlei Zusatz und werden die 
Weine in jedem Erdteile ebenso, wie hier in Deutschland 
auf den Tisch gesetzt. Wie groß der Export der Firma ist, 
mag ans folgenden Zahlen erhellen: Im Laufe des ver 
flossenen Geschäftsjahres zahlte die Firma an Frachten 
54 231,30 M.. "die Zollwerte, hauptsächlich für Bordeaux 
weine, verbuchte sie mit 152 742,50 M. und Zölle auf 
von ihr bezogene schäumende Weine berechnete sie mit 
43 451,80 M., dies sind Summen, die für sich beredter 
als Worte sprechen. — Nachdem nun unsere Friedenauer 
von allem Kenntnis genommen und über alles Gesehene 
hochbesriedigt die Kellerräume verließen, wurden sie in 
das Weinprobierstübchen geführt, das eigens für Besucher 
der Lagerräume hergerichtet ist. Dieses Stübchen ist recht 
traulich und gemütlich eingerichtet und zeugt ein Fremden 
buch davon, daß hier schon mancher berühmte und bekannte 
Mann, u. a. auch der berühmte Feuilletonist Herr Eugen 
Zabel, hervorragende Künstler vom Theater und andere, 
ein Gläschen nach dem andern probiert haben. Der jetzige 
Inhaber der Firma Herr Meyer, sowie Herr Meuselwitz 
bewirteten nun hier unsere Friedenauer auf das Beste. 
Eine Marke nach der andern und eine immer vorzüglicher 
denn die andere wurden aufgetischt, was nimmt es da 
Wunder, wenn die Laune die allerbeste wurde und manche 
„schwungvolle" Rede in Lobsprüchen auf das „Haus 
Trarbach" und seine vorzüglichen Weine ausklang. Mit 
bestem Dank für alles Gebotene verabschiedeten sich 
schließlich die Herren und nahmen die fröhlichste Stimmung 
mit nach Hause. Alle aber waren glücklich in dem 
Bewußtsein, in Friedenau eine Filiale dieser Firma zu 
haben in dem Geschäft des Herrn Waldemar Reuter. 
Moselstraße 1—2, wo man eine Fortsetzung dieser 
„Weinreise" jederzeit vornehmen kann. 
-j- Der Bund für Jngendwandrrung „Alt- 
Wandervogel" unternimmt am kommenden Sonntag 
eine Tageswanderfahrt nach Spandau—Schwanenkrug— 
Brieselang (ohne Abkochen). Kosten: 1,30. Abfahrt nach 
Spandau vom Vorort-Bahnsteig des Bahnhofes Friedrich 
straße 7,35 Uhr. Letzte Abfahrtszeit zum Berliner 
Wannsee-Bahnhof und von dort zum Bahnhof Friedrich 
straße von Friedenau 6,54 Uhr. Zusammentreffen 8,05 Uhr 
am Bahnhof in Spandau. Ferner findet ein Vormittags- 
ansflug nach dem Grunewald statt. Kosten nur Fahrgeld. 
Abmarsch von Friedenau (Kaisereiche) 7,30 Uhr. Gemein 
samer Treffpunkt 3 / 4 9 Uhr am Grunewaldstern. — Zu den 
sonntäglich stattfindenden Halbtags- und Tageswanderungen, 
sowie den längeren Ferienwanderfahrten sind alle wander 
lustigen Schüler höherer Lehranstalten herzlichst will 
kommen. Die Beteiligung ist kostenlos. NähereAuskunft 
über die Veranstaltungen während der Winterferien be 
reitwilligst durch Oskar Fritsche, Friedenau, Goßlerftr. 22. 
t Freisinniger Volksverein für Schöneberg 
und Umgegend. Der Freisinnige Volksoerein hielt am 
12. d. M. im Cafä Unterberg seine sehr zahlreich besuchte 
Generalversammlung ab. Nach dem Geschäftsbericht und 
der Entlastungs-Erteilung schritt man zur Vorstandswahl: 
1. Vorsitzender Stadtv. Turnlehrer Zobel; 2. Vorsitzender 
Stadtv. Justizrat Rcinbacher: Kassenführer Oberstadtsekretär 
Korbacher; 1. Schriftführer Oberlehrer Oestreich; 2. Schrift 
führer Lehrer Walter; Beisitzer: Schriftsteller Dr. Breitscheily 
Dr- med Goldfeld, Arzt. Rechtsanwalt Gottschalk, Kauf 
mann Katz; Bibliothekar Dr. Richter, Fabrikbesitzer Solinger. 
f Ein bedeutender Dachstuhlbrand entstand 
gestern abend im Hause Fregestraße 61. Der herbei 
geeilten SchönebergerF euerwehr gelang jes, das Feuers noch 
rechtzeitig zu löschen und ein weiteres Umsichgreifen zu ver 
hindern. Immerhin ist der Dachstuhl sehr beschädigt 
worden. 
-j- Die Automobildampfspritze der Schöneberger 
Feuerwehr erlitt gestern bei einer Ausfahrt einen Achsen 
bruch. Unter vielen Schwierigkeiten wurde es möglich 
die Spritze dem Feuerwehrdepot wieder zuzuführen. Der 
Vorfall hatte natürlich einen großen Menschenauflauf ver- 
ursacht. 
Schöneverg. 
— Sitzung der Stadtverordneten am Montag, 
den 18. Dezember, Nachmittags 6 Uhr. Tagesordnung: 
1. Kenntnisnahme von dem Eingang der Petition Nr. 35 
des Bezirksoereins „Südwest" um Bepflanzung der Bürger 
steige der Knausstraße mit Bäumen. 2. Zur Auslegung 
gelangen die Akten, betreffend die diesjährigen ErgänzungS- 
wählen im 5., 6., 7. und 10. Bezirk der III. Abteilung, 
im 4., 5., 6 , 7., 8. und 9. Bezirk der II. Abteilung und 
im 1., 4., 6., 7. und 10. Bezirk der I. Abteilung. Der 
Wahl-Prüfungsausschuß hat gegen die Giltigkeit dieser 
Wahlen keine Einwendungen zu erheben. — § 12 der 
Geschäftsordnung. — 3. Bericht des Wahl-Prüfungs-Aus- 
schusses über den gegen die Ergänzungswahl im 3. Bezirk 
der III. Abteilung eingelegten Einspruch (Berichterstatter: 
Stadtv. Reinbacher). 4. Bericht des Rechnungs-AuS- 
schusseS über die Vorlagen des Magistrats, betreffend Ent 
lastung g.) der JahreSrechnung drr Steueroerwaltung für 
1904, (Berichterstatter: Stadtv. Haenschke), d) der JahreS 
rechnung der Stiftungsoerwaltung für 1904 (Bericht 
erstatter: Stadto.-Vorsteher Heyne), e) der JahreSrechnung 
der Kapital- und Schuldenverwaltung für 1904, d) der 
Jahresrechnung der allgemeinen Verwaltung für 1903 
(Berichterstatter: Stadtv. Kaufmann), e) der Rechnung 
über den Neubau der Gemeindeschule an ver Hohenstaufen 
straße (Berichterstatter: Stadtv. Küter). 5. Kenntnis 
nahme von der Vorlage des Magistrats, betreffend den 
Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 13. No- 
vember 1905. — Änderung der Geschäftsordnung. — 
6. Desgl., betreffend die Zustellung des Einladungs 
schreibens an die Stadtverordneten bei Wahlen von 
Magistratsmitgliedern. 7. Beschlußfaffung über die Vor- 
läge des Magistrats, betreffend Bewilligung der Mittel 
zur Entsendung einer Kommission nach Hannover und 
Bremen zur Prüfung und Auswahl eines Systems der 
dort bestehenden Fcuermeldeanlagen. 8. Desgl., betr. 
nachträgliche Genehmigung eines mit dem Gastwirt Wilh. 
Noack zu Gr.-Ziethen abgeschlossenen Vertrages und Be 
willigung einer Entschädigung für zwei in Buckow und 
Selchow stationierte Druckrohraufseher. 9. Desgl., betr. 
Einrichtung von Michaeliszöten am Werner Siemens- und 
Helmholtz-Realgymnasium vom 1. Oktober 1906 ab und 
Errichtung eines Reform-Realgymnasiums vom 1. April
        
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