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Periodical volume Nr. 289, 09.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

worden, daß bei der Berteilung von WeihnachtSgaben an l 
unsere Armen und Notleidenden, die von Vereinen und! 
einzelnen Wohltätern ja alljährlich in reichem Maße be 
wirkt zu werden pflegt in unbeabsichtigter Weise wirklich 
Bedürftige unberücksichtigt bleiben, während an anderen 
Stellen doppelt gegeben wird, weil die verschiedenen Geber 
von einander nicht« wissen. In Kreisen, die solchen Wohl» 
tätigkeitSbestrebungen nahe stehen, ist daher der Wunsch 
ausgesprochen worden, es möchte eine Zentralstelle ge 
schaffen werden, bei der Auskunft über Bedürftige und 
auch darüber zu erhalten ist, in wie weit diese vielleicht 
schon von anderer Seite Berücksichtigung gefunden haben. 
Als berufenste Stelle hierzu ist daS Armenburcau der Ge 
meinde bezeichnet worden und der Vorsitzende des Armen- 
auSschuffeS. Herr Schöffe Woffidlo, hat sich auch bereit er 
klärt, etwaigen in dieser Richtung an ihn herantretenden 
Wünschen zu entsprechen. Um hierzu die notwendigen 
Unterlagen zu schaffen, soll eineVersammlung der interessierten 
Kreise am Montag, den 11. d. Mts., Abends 9 Uhr, im 
Schöffen-Sitzungszimmer, Feurigstraße 8. stattfinden, zu 
der Einladungen ergehen werden. 
-j- Ju der letzten Gemeindevertretcrfitzung 
wurde nach Schluß der öffentlichen Verhandlung beschlossen, 
Herrn Architekt Duntz vom 1. Oktober 1906 ab lebens 
länglich anzustellen. Das Gehalt wurde auf 3900 M. 
festgesetzt und endet nach 15 Jahren mit dem Höchst 
gehalt von 4800 M. Ferner wurde Herr Diplom- 
Ingenieur Mulertt, der Bauleiter unseres Elektrizitäts 
werks, zum Direktor ernannt und auf weitere 3 Jahre 
vom 1. Oktober 1906 ab mit der Leitung des Elektrizitäts 
werks beauftragt. 
-j- Friedenau voran! Unsere wackeren Krieger in 
Siidwestafrika geraten immer mehr und mehr in Vergessen 
heit. Dieser Krieg, der nun schon im dritten Jahre dauert, 
ist durch die neuesten Ereignisse am politischen Himmel 
ganz übersehen worden und die Wenigsten denken noch 
daran, wie mit Not und Entbehrungen, in einem von 
Krankheitskeimen beschwängertem Klima, unsere braven 
deutschen Kinder gegen einen Feind im Felde stehen, der, 
so schwarz wie seine Farbe, auch voller schwarzer Hinter- 
l st steckt. Viele tüchtige Soldaten, die dort die gerechte 
Sache unseres Vaterlandes vertreten, sind schon dahin 
gerafft worden, ruhen in fremder Erde. Das Weihnachts 
fest rückt immer näher und wohl mancher, der dort 
Kämpfenden denkt zurück an die wonnige Kinderzeit, als 
er daheim den Tag erwartete, wo ihm der Weihnachts 
mann einen Säbel, ein Gewehr oder Helm hinlegte und 
er dann in dem Bewußtsein eines tüchtigen Soldaten stolz 
am Weihnachtstage seinen Spielkameraden entgegentrat. 
Ja, heute steht er wirklich als Soldat im Felde, um der 
eisernen Pflicht zu genügen. Une wie er an sein liebes 
Vaterland denkt, so ist es auch Pflicht, daß wir seiner ge 
denken und mit Freunden dürfen wir daher nur solchen 
Stimmen zujubeln, die ein Gedenken dieser Braven fordern. 
Mit Freuden müssen wir auch dem einstimmigen Beschluß 
unserer Gemeinde-Vertretung zustimmen, der für die 
tapferen Krieger in Südwestafrika eine Weihnachtsspende 
von 500 Mark zubilligt. So können wir mit Dank gegen 
unsere Gemeinde-Vertreter nur wünschen, daß dieses edle 
Beispiel recht viele Nachahmer findetl — 
t Ein OrtSparlaments-Effen fand am Donners 
tag nach der Gemeinde-Bertreter-Sitzung in der Privat 
wohnung bei unserem Orts-Oberhaupt Herrn Bürgermeister 
Schnackenburg statt. Zu dem Abendessen waren die 
Herren Schöffen und Gemeinde-Vertreter sowie die Herren 
Gymnasial-Direktor Dr. Busch, Rektor Hannemann, Re 
gierungsbaumeister Püttmann und Ingenieur Grüder ein 
geladen. Nachdem Herr Bürgermeister die geladenen Gäste 
aufs herzlichste begrüßt hatte, brachte Herr Geheimrat 
Panse in wohlgesetzter Rede einen Trinkspruch auf da8 
„HauS' Schnackenburg aus. Noch lange nach Aufhebung 
der Tafel blieben die Mitglieder unseres Ortsparlaments 
in ernsten und heiteren Gesprächen beim Glase Bier zu- 
sammen, wobei der Humor durch launige Reden noch erhöht 
wurde, die rn ein Hoch auf unsern Bürgermeister, dessen 
Gemahlin und Familie, unser Friedenau usw., aus 
klangen. Als man sich endlich aus dem gastlichen Hause 
ümspiiltcn Schildwachen des Solent, den Needles Felsen, er 
streckte. 
Rivington ließ ein Lachen hören, das verächtlich sein 
sollte. 
„Ich habe keinen Geschmack an Landschaften, so lange 
mein Hals in Gefahr ist,* meinte er. „Ties scheint das 
Gingangstor von Alphingtons Residenz zu sein. Weshalb 
sollten wir nicht eintreten, um zu fragen, wie sich Lady 
Muriel nach dem unfreiwilligen Bade befindet ? Es ivürde 
mir eine Gelegenheit geben, die Lage zir erforschen.* 
Aber Herzog widersprach dem Vorschläge eifrig, so wie 
Rivington es gehofft hatte. 
„Ich sehe, es wird nötig sein. Sie im Zaume zu halten,* 
sagte er. „Das wäre ein Narrenstreich, einen solchen Eifer zu 
zeigen, der nur geeignet wäre, Verdacht zu erwecken. Die 
ersten Annäherungen müssen von der anderen Seite ersolaen.* 
Trotz seines Verbotes verweilte Rivington einen Augen 
blick vor dem Gitter, spähte den Toriveg entlang und 
prüfte anscheiiteüd die Fenster und Türen, bis Herzog ihn 
ärgerlich beim Aermel wegzog. 
»Sie werden auffallend werden, wenn Sie so fortfahren,* 
keifte er. „Ich habe einen Plan des Hauses, den Sie in 
Sicherheit in unseren vier Wänden studieren könne», iveiin 
es notwendig sein sollte. Wenn ich von der Rekognoszierung 
des Terrains sprach, meinte ich damit, daß Sie die Topo 
graphie .der Nachbarschaft beherrschen müßten, denn es ist 
höchstwahrscheinlich, daß Sie Ihre Chance im Freien haben 
werden.* 
lind so gingen sie, die Gäßchen und Seitenwege zu er 
forschen, wobei sie zuerst einen Ausflug noch Freshivater zu 
machten und durch ein heidekrauterfülltes Gehege nach Tot 
land zurückkehrten. Jeden Augenblick konnte ein Vertraucus- 
bruch seinerseits gegen Herzog oder ein Einholen durch seine 
Verfolger, die in voller Täligkeit waren, ihm nachzuspüren, 
ihn nötigen, um sein Leben zu.laufe», und er benützte diesen 
Spaziergang nicht, wie er seinem Gefährten glauben machen 
wollte, um geeignete Plätze zu erspähen, wo er Lord Alphing- 
ton töten konnte, sondern vielmehr, um Rückzugswege zu 
suchen, die ihm im Notfälle nützlich sein sollten. 
(Forffetzung folgt, j 
trennte, geschah'- wohl mit dem Bewußtsein, die an 
genehmsten Stunden verlebt zu haben und mit der stillen 
Frage: „Wann werden wir wiederkommen dürfen?" 
t Ueber die Berstempeinug der Mietver 
träge hat die Provinzial-Steuerdiriktton dem Hausbesitzer» 
verein „Süden" in Berlin folgenden Bescheid zukommen 
lassen: 
„Sofern sich die Höhe der Rebenabgabe« auS dem Mietsverträge 
ersehen oder berechnen Uȧt, ist ein Abzug ders lben von dem Ge. 
samtmietspreise z. Z. zulässig, sodaß bei einer Miete von 540 M. 
einschließlich 8 v. H. für Rebenabgabe« au Steuer 0,50 M. für 
496,80 M. zu entrichten find.* Gez. Jhlo. 
Diese Entscheidung hat also die praktische Bedeutung, 
daß die Nebenabgaben bei der Derstempelung in Abzug 
gebracht werden dürfen, jedoch nur in dem Falle, wenn in 
dem betreffenden Mietsverträge, wie hier ausdrücklich 
angegeben wird Miete einschließlich 8 v. H. für Neben 
abgaben. 
-j- Unter den Weihnachts-Beschcrern wird auch 
in diesem Jahre Regierungsrat Kühne pünktlich zur Stelle 
sein. Die Präsente, in Form der bekannten gelben 
Briefchen, liegen stoßweise schon zur Absendung bereit. 
Alle kann Herr Kühne, der Vorsitzende unserer „Ein- 
kommensteuer-Veranlagungs-Kommisston", natiirlich nicht 
bedenken; die ärmeren Bewohner, die weniger als 3000 
Mark Einkommen haben, erhalten von der 13silbigen 
Kommission keinen Brief. Aber auch sie sind höflich 
geladen, ihren noch nicht geschätzten Beutel aufzutun und 
Herrn Kühne darüber in der Zeit vom 4. bis einschließlich 
den 20. Januar 1906 nach bestem Wissen und Gewissen 
Rechenschaft abzulegen. Tun sie es nicht, so schadet's 
auch weiter nicht, sie haben sich die etwaigen Folgen nur 
selber zuzuschreiben. Vor dem 4. Januar wünscht Herr 
Kühne keine Antwort; al§ praktischer Mann läßt er den 
Neujahrsbliefwechsel-Trubel erst ruhig passieren. Jedenfalls 
aber richtet er's so ein, daß Jeder, der diese Zuvor 
kommenheit beanspruchen darf, an den Feiertagen 
Gelegenheit hat, seine staatsbürgerlichen Pflichten zu 
erfüllen und das ist für jeden ehrsamen Bürger gewiß die 
schönste Weihnachtsfreude. 
-j- Die dankenswerte Einrichtung unentgeltlicher 
Sprechstunden im Kreiskrankenhause, daß unbemittelte 
Personen an jedem Montag und Freitag Nachmittags 
4 Uhr unentgeltlich untersucht und nötigenfalls auch 
kleinere dringendere Operationen an den Patienten aus 
geführt werden, besteht nach wie vor in der bisherigen 
Weise weiter. 
t Reizende gärtnerische Neuhenten sind dies- 
mal auf dem Weihnachtsmarkt erschienen. In den Schau 
fenstern der Blumenhandlungen sieht man Kronen aus 
künstlich präparierten Ruökus, aus dessem satten Grün die 
roten Beeren hervorleuchten. Inmitten der Kronen stehen 
weiße Wachsblütchen und an den Seiten sind kleine gelbe 
Wachsstöcke aufgehängt, die früher auf keinem Berliner 
Weihnachtstisch fehlen durften. Neu sind auch Eukalyptus- 
zweige, die von der Riviera kommen und sich mit ihren 
großen graugrünen aromatisch duftenden Knospen und 
weißen Blüten sehr hübsch ausnehmen. Groß ist auch 
bereits die Zufuhr von Mistelzweigen, die man in allen 
Blumenhandlungen sieht und die aus unseren märkischen 
Wäldern stammen. Der Mistelzweig, das Wahrzeichen 
des Weihnachtsfestes, hat sich auch bei uns seit einigen 
Jahren eingebürgert. Immer mehr wird es auch in 
deutschen Familien Sitte, zur Weihnachtszeit das Zimmer mit 
den Zweigen dieser Schmarotzerpflanze zu schmücken, deren 
weiße Beeren sich angenehm von den blaßgrünen Blättern 
abheben. Auch die Zweige der Stechpalme und blühende 
Myrtenzweige werden jetzt zum Feste viel gekauft. Selbst 
verständlich wird durch alle diese Neuheiten unser alter 
lieber guter Weihnachtsbaum nicht verdrängt. 
ff- Der EugroSverkauf der Weihnachtsbäume in 
Berlin ist jetzt eröffnet worden. Es wurde flott gehandelt 
und auch am ersten Verkaufslage erhebliche Umsätze erzielt. 
Der größte Teil der Käufer bestand aus Kleinhändlern, 
die Verkaufsstände in den Vororten unterhalten und diese 
bereits beziehen. Auf den verschiedenen Groslagern in 
Berlin werden insgesamt 3 bis 4 Millionen Weihnachts 
bäume abgesetzt, von denen etwa der achte Teil in Groß- 
Berlin bleibt, während der übrige Bestand von 'Klein 
händlern aus den entfernteren Vororten gekauft oder nach 
den mittleren Provinzstädten der Mark Brandenburg ver 
sandt wird. 
f Die geplante Einführung der Brotbezahlung 
in de« Gasthäuser«, so schreibt man uns aus Berlin, 
kann als gescheitert gelten. Zahlreiche Gastwirtschaften, 
so die erstklassigen Restaurants, die Lokale mit einem 
Einheitspreis für Speisen (Aschinger), die Cafö-Restaurants, 
die meisten Brauerei-Ausschanklokale, die Studenten- und 
Arbeiterkneipen, haben sich von vornherein von der „Reform" 
ausgeschlossen. In vielen Restaurants, wo der Versuch 
gewagt wurde, haben die Stamingäste ihr Wegbleiben an 
gekündigt und ausdrücklich erklärt, daß sie lieber einen 
höheren Preis für das Essen zahlen, als sich der „Brötchen 
kontrolle" unterwerfen wollten. DaS ungewohnte Rechnen 
mit einzelnen Pfennigen — man gab hier und da das 
erste Brötchen umsonst, die weiteren für je 2 Pfennige — 
war den Kellnern und Gästen gleich unbequem; auch 
kamen die Kellner vielfach infolge der Pfennigrechnung 
beim Trinkgeld zu kurz, mährend die Bäckermeister, von 
denen die Backware bezogen wird, den Gastwirten er 
klärten, sie sähen nicht ein, weshalb sie eigentlich für die 
Fleischteuerung büßen sollten, und kündigten ihnen bei 
einer wesentlichen Minderabnahme von Gebäck eine 
Kürzung deS gewährten Rabatts an. Die Folge dieses 
allgemeinen Ansturms war, daß der Plan gänzlich ins 
Wasser fiel und nur noch in einzelnen Restaurants eine 
Bezahlung der Brötchen gewagt wird. Dagegen sind ver 
schiedentlich, ohne besondere Ankündigung, die Preise für 
Fleischspeisen neuerdings wieder um 5—10 Pfg. erhöht 
worden. 
t Zur Au- und Abfuhr von.Eil- und Fracht 
stückgütern ist bei der Güterabfertigung zu Steglitz die 
Speditionsfirma Berliner Spediteur-Verein, A.-G., Filiale 
Steglitz, Körnerstraße, als bahnamtlicher Rollfuhrunter 
nehmer (Bahnspediteur) vertraglich bestellt worden. Die 
Firma ist verpflichtet, die Beförderung derartiger Güter 
für in Steglitz, Friedenau und Südende wohnende Ver 
sender bezw. Empfänger nach und von der Güterabfertigung 
gegen Erhebung der mit der Eisendahnverwaltung verein 
barten, festen Rollgebühren zu übernehmen. Angekommene 
Güter werden ohne weiteres bahnamtlich zugerollt, wenn 
nicht durch Frachtbriefvermerk oder eine der Güter 
abfertigung vorher zugestellte Verfügung des Empfängers 
eine andere Bestimmung getroffen ist; für die Abholung 
zu versendender Güter ist eine mündliche oder schriftliche 
Mitteilung an die Güterabfertigung oder den Bahn 
spediteur erforderlich. Die Fristen, innerhalb deren die 
Abholung oder Zurollung zu erfolgen hat, sowie die 
Gebühren sind durch Aushang bei der Güterabfertigung 
bekannt gemacht. 
+ Die Versammlung de- Bezirks »Vereins 
Süd-West gestern Abend im „Reichskanzler" erfreute 
sich keines guten Besuches. Viel Schuld trägt hieran wohl 
das schlechte Wetter und die nahe WeihnachSzxit, wie der 
Herr Vorsitzende nach Eröffnung der Versammlung um 
10 Uhr bemerkte. Nach Verlesen des Protokolls, das ge 
nehmigt wurde, gedachte der Herr Vorsitzende der in letzter 
Zeit verstorbenen Mitgliedern, Herren JuliuS Cramer 
und Carl Faßmann und erhoben sich die Anwesenden zu 
Ehren der Verstorbenen von ihren Sitzen. DeS weiteren 
gab der Herr Vorsitzende dann folgendes bekannt: Die 
von Herrn Schmieder ausgearbeitete Petition bett. das Be 
pflanzen der Knausstraße mit Bäumen ist mit den nötigen 
Unterschriften versehen,demMagisttat übersandt wordenj - sDer 
Wächter an der Brücke, der die Signallaterne für die 
Straßenbahn zu regulieren hat, hat nun auch ein Schutz 
häuschen erhalten, dieses „Häuschen" ist auch sehr schön 
und werden Passanten, die das Vergnügen hatten, das 
Tor dieser Wächterbude offen zu finden und dort den 
Wächter darin sitzen zu sehen, wohl zu der Ansicht ge 
kommen sein, daß dieses „Häuschen" zu „hiuterlistigen 
Zwecken" Verwendung finde. — Alsdann machte der Herr 
Vorsitzende einige Mitteilungen von der Stadtverordneten- 
Versamlung. Diese stand im Zeichen der Wahlen und 
Petitionen. In anderen Bezirken wurden diesmal die 
Herren Obst nnd Schneider gewählt, gegen die Wahl des 
Herrn Schneider ist von den Sozialdemokraten Protest 
eingelegt. Für den Bürgermeisterposten find 74 Bewer 
bungen eingegangen, für den Kämmererposten 83. Für 
ersteren sind zwei Herren in engere Wahl geblieben, die 
meiste Aussicht hat wohl Herr Blankenstein, dessen Wahl 
auch wohl jedem gerne zu Wunsch wäre. Zu den Teuerungs 
zulagen wäre dann noch zu bemerken, daß sich später 
herausgestellt habe, daß Herren, die ein gutes Einkommen 
hätten, diesen Zuschuß von 50 Mark erhielten, während 
andere, mit viel geringerem Einkommen leer ausgingen. 
Ebenfalls erhielten Arbeiter, die noch nicht einmal soviel 
verdient hatten, also erst kürzlich in den Dienst der Ge 
meinde traten, diese Zulage. Die Petition der Oberlehrer 
auf Gleichstellung im Gehalt mit den Oberlehrern Berlins 
wurde dem Magistrat ?ur Berücksichtigung überwiesen. — 
Auch der KrankcrchauSbau wurde besprochen, und steht 
nach Lage der Sache zu urteilen, wohl zu erwarten, daß 
er auch 1906 noch nicht fertig wird. — Dann machte der 
Herr Vorsitzende noch die Mitteilung, daß Schöneberg 
nach der neuesten Zählung über 140 000 Einwohner habe, 
eine so hohe Ziffer hätte wohl niemand erwartet, 
wenn man es hoch veranschlagte, so nahm man bisher 
135 000 an. — Der Vorttaag des Herrn Dr. Rabnow: 
„Die Deputation für Wohlfahrtspflege", wurde alsdann 
mit Zustimmungserklärunq dieses Herrn, wegen des 
schlechten Besuches, von der Tagesordnung gesetzt. Es 
wird der Vorstand beauftragt, vielleicht im Februar in 
Gemeinschaft mit noch anderen Vereinen eine Versammlung 
einzuberufen, und diesen Vortrag dann auf die Tages 
ordnung zu setzen. — Unter Jnteressenfragen brachte Herr 
Berg noch vor, doch beim Magistrat vorstellig zu werden, 
daß im Zuge der Cranach- und Peter Vischerstr. ein 
Brunnen errichtet werde, insbesondere um auch den Fuhr» 
leuten Gelegenheit zu geben, ihre Pferde ttänken zu 
können. Des ferneren wünscht dieser Herr, daß der 
Straßenteil der Peter Vischerstraße von der Cranach- bis 
Rubensstraße bessere Pflasterung erhalte. Da weitere 
Fragen nicht vorliegen schließt der Herr Vorsitzende gegen 
3 /i 11 Uhr die Versammlung. 
-j- Das Königliche Institut für Meereskunde, 
Georgenstraße 34—36, veranstaltet in der kommenden 
Woche Abends 8 Uhr folgende öffentliche, Herren und 
Damen zugängliche Vorträge: Montag, den 11. d. MtS. 
spricht Herr Vize-Admiral z. D. Freiherr von Maltzahn- 
Göttingen über „Nelson und die Seeschlacht bei Trafalgar"; 
Dienstag, den 12. und Freitag, den 15. d. Mts. Herr 
Kustos Stahlberg-Berlin über „Die Bezeichnung der Schiff 
fahrtsstraßen (Tonnen, Baken, Leuchtfeuer. Signalstationen)", 
mit Lichtbildern. Einlaßkarten sind zum Preise von 
25 Pfg. pro Abend von 12 bis 2 Uhr mittags und an 
den Vortragsabenden selbst von 6 Uhr ab im Institut 
erhältlich; außerdem in der Zeit von 9 bis 4 Uhr im 
Deutschen Flotten-Verein, Bernbnrgerstraße 35 I. 
f Die Gostnersche Mission feiert, wie wir bereits 
mitteilten, am nächsten Sonntag in der Kirche zu Friedenau 
ihr 60 jähriges Jubiläum. Vormittags um 10 Uhr predigt 
Pastor Mich aus Schöneseld, Abends um 6 Uhr Misstons 
inspektor Römer. Ersterer wird hauptsächlich über daS 
Leben des Stifters der Mission, deS Pastors Goßner, 
reden, welcher ursprünglich ein katholischer Koplan war, 
dann aber zum evangelischen Glauben gekommen nach 
vielen Verfolgungen seitens der Jesuiten, an die Bethlehems 
kirche in Berlin berufen wurde. Missionsinspektor Römer 
wird über das Entstehen und die Entwickelung der so 
reich gesegneten Kolsinisston reden. Am Mittwoch, den 
13. Dezember, Abends 8 Uhr. findet im „Lindenpark" in 
Schöneberg (Hauptstraße 13) eine Nachfeier statt, in der 
Form eines Teeabends. Bei derselben werden 3 Goßner- 
sche Missionare aus ihrer Arbeit in Ostindien berichten. 
t Verein der Gast» und Schankwirte von 
Friedenau und Umgegend. Die nächste Monatsversamm 
lung findet am Montag, den 11. Dezember, Nachmittags 
6 Uhr, beim Kollegen R. Fechner, Rheinstraß« 27, statt.
        
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