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Periodical volume Nr. 286, 06.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

kalen Bereinigungen irgendwie entgegenzutreten-. Durch f 
diese Maßnahme ist dem Kyffhäuser-Bunde alS Hauptstelle ^ 
die Aufgabe zugefallen, 1. für die Schmückung zunächst 
der Kriegergräber auf den Schlachtfeldern in Elsaß-Loth 
ringen zu sorgen. 2.^zu verhüten, daß die Kriegervereine 
und Kameraden bezüglich der Sammlungen für denselben 
Zweck von mehreren Seiten gleichzeitig angegangen wer 
den und dadurch Irrtümer entstehen, und 3. dafür zu 
sorgen, daß die seit langen Jahren bewährte Tätigkeit der 
in Frage st-henden beiden Körperschaften in Elsaß-Loth 
ringen nicht nur erhalten bleibt, sondern auch von der 
Gesamtvertretung des deutschen Kriegerwereinswesens 
eine wünschenswerte Unterstützung und Förderung findet. 
Zur Durchführung dieses Beschlusses, der im Einverständ 
nis mit dem Vorstände des Elsaß-Lothringschen Krieger- 
Landesverbandes und der Vereinigung zur Schmückung 
und Unterhaltung der Kriegergräber usw. in Metz gefaßt 
worden ist, sind vom 1. Januar 1908 ab alle Beiträge, 
seien es freiwillige, satzungsgemätze oder feste Jahresbei 
träge, welche zur Erhaltung und Ausschmückung der Krieger 
gräber in Eisaß-Lothringen bestimmt sind, nicht mehr an 
die Vereinigung in Metz oder an den Elsaß-Lothringischen 
Krieger-LandeSverband, sondern unter der Bezeichnung: 
„Für die Kriegergräber in Elsaß-Lothringen" an den Vor 
stand des Kyffhäuser-Bundes der deutschen Landes-Krieger- 
verbände, Berlin 38. 62, Kurfürstenstr. 97, einzusenden. 
t Weihnacht-vorbereitungen. Mit welch geheimnis 
vollem Schleier sind fie umgeben, die Weihnachtsvor 
bereitungen! Mütterchen, das oft die ganze Woche lang 
zu Hause ist, schlägt gegen Abend meist ihren großen 
Abendmantel mit den vielen unergründlichen inwendigen 
Taschen um und geht fort. Kommt sie dann endlich mit 
geheimnisvollcr Miene wieder, sehen ihr die gespannten 
Gestchtchen entgegen, sie aber wandert ungerührt sogleich 
in die beste Stube, die meistens verschlossen ist: sogar im 
Schlüsselloch steckt Papier. So ist Mütterchen unermüdlich 
tätig, während der Vater, wenn er Abends vom Geschäft 
heimkehrt, sich meist darauf beschränkt, mit schmunzelndem 
Antlitz sein Wohlgefallen an allem, was Mütterchen tut, 
zu bekunden. Hin und wieder stellen sich aucb allerlei 
»Vorboten ein. Einmal liegt Flittergold verstreut in der 
Stube, ein anderes Mal muß wohl dem Weihnachtsmann 
sein Sack nicht ganz heil gewesen sein, denn es sind ver 
schiedene Nüsse und Schokoladenkringel herausgerollt, 
welche die ganz Kleinen unter großem Jubel finden. Und 
die Größeren? Wie sie, jedes nach seiner Art, nach Alter 
und Fähigkeiten, die lieben Eltern wieder zu erfreuen 
suchen! Eifrig sind in den Handarbeitsstunden, wo sonst 
die denkbar größte Faulheit herrscht, die kleinen Mädchen 
hände am Stricken, Sticken und Nähen. Ja, selbst die 
Jungen sitzen nach der Schule zahm über ihren Laubsäge 
arbeiten mit glühenden Gesichtern. Ost freilich gehört auch 
der ganze Aufwand männlicher Selbstbeherrschung dazu, 
nicht hinauszustürmen, um wie sonst in den Dämmerungs, 
stunden, das jHaupt mit Federbüscheln geschmückt, mit 
Kameraden als „Indianer" die Straßen unsicher zu 
machen. So ist Groß und Klein beschäftigt, sich gegen 
seitig zu erfreuen, und alle sind sie erfüllt von jener 
heimlich wirkenden Geschäftigkeit, die bestimmt ist, lieben 
Angehörigen eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Das 
Selbstgearbeitete gilt immer noch als etwas besonderes — 
und mit Recht. Es braucht ja garnicht so kunstvoll und 
korrekt auszufallen, wie man's für Geld gleich fertig kaufen 
kann; es braucht auch keineswegs ein recht kostbarer 
Gegenstand zu werden, — die Hauptsache ist und bleibt 
doch die Liebe, die dem Vater, der Mutter oder sonst 
einem teueren Familiengliede erzeigt werden soll. Und 
dann die Vorfreude bei diesem Arbeiten an Weihnachts 
sachen! Wenn da ein kleiner Dreikäsehoch für den Papa 
die erste „Zeichnung" macht, oder wenn das Töchterchen 
seine Anfangs-Stickoersuche mit allem Eifer neben der 
größeren Schwester betreibt, und wenn dann alle die 
Laubsägearbeiten, Brandmalereien, Wand-, Tisch- und 
Sofastickereien, alle die Schlummerrollen. Briefbeschwerer, 
Zeitungsmappen und Pantoffeln glücklich fertig sind, welch 
ein Nichterwartenkönnen des großen Bescherungstages, wo 
diese gewichtigen Dinge unter Freudenblicken überreicht 
werden! Es geht auf Weihnachten! Leise erst und dann 
immer lauter erheben sich die alten beseligenden Weihnachts 
stimmen ; sie reden von Licht und Freude, von Frieden 
und Liebe. Man spürt es wieder: die Menschen sind Loch 
nicht bloß dazu da, um in wilder Konkurrenz einander 
möglichst viel abzujagen. Das Heilandswort vom Geben, 
das seliger sei als das Nehmen, — gerade in diesen 
Sie zu einem Entschluß gekommen? Ich denke. Sie können 
in Ihrer Luge wahrhaftig Pichls Besseres tun, um dem 
Galgen zu entgehen, als daß Sie sich ihn nochmals verdienen." 
„In der Tat, es scheint, daß mir kein anderer Weg übrig 
bleibt." 
„Vorzüglich, ich wußte ja, daß ich mich in Ihnen nicht 
getäuscht haben ivürde. Außerdem, mehr als einmal können 
Sie doch im schlimmsten Falle nicht gebangt werden. Und 
nun nichts mehr von diesen unerfreulichen Anspielungen auf 
das Vergangene. Ich war leider genötigt. Ihnen zunächst 
eine etwas schroffe Seite zu zeigen. Nachdem ich aber sehe, 
daß Sie die Situation begrißcu haben, hindert mich nichts 
mehr, wie mit einem guten Freunde mit Ihnen zu verkehren. 
Es wird lediglich Ihre Schuld fein, wenn darin jemals wieder 
eine Aenderung eintreten sollte." 
Jedes Wort, das Herzog sprach, vermehrte Rivingtons 
3lbscheu gegen den Mann, ja seine freundschaftlichen Ver 
sicherungen waren ihm fast noch >vidern>ärtigcr als der' vorige 
beißende Sarkasmus. 
„Lassen Sie uns zur Sache kommen!" sagte er. „Wer 
ist es, auf den ich gehetzt werden soll? Da man seinetwegen 
so viele Umstände macht, muß es doch wohl eine Person von 
einiger Wichtigkeit sein." 
Herzog trank bedächtig sein Whiskyglas bis zum Grunde 
leer, wie wenn er damit Zeit gewinnen wollte, seine Antwort 
zu überlegen. 
„Ja, er gilt für wichtig," sagte er endlich, „obwohl dies 
für Sie keinen Unterschied machen sollte. Es ist der ehren 
werte George Angustus, Earl von Alphington." 
Rivington war außerstande, seine Bestürzung und sein 
Entsetzen zu verbergen. 
„Wie, ist das Ihr Ernst? Der Premierminister?" 
Wochen vor Weihnachten wird es in Millionen Christen 
herzen empfunden. 
f Alarmierung der freiwilligen Sanitäts« 
kolonne vo« Rote» Kreuz zu Friedenau. Am 
Sonntag, den 3. Dezember, alarmierte Herr Apotheker 
Gadäe um 9 Uhr Vormittags die Kolonne. Es galt, die 
neuen Alarm-Vorschriften auch praktisch zu prüfen. Vom 
Polizeiamt und der Apotheke, den beiden Hauptalarm 
stellen, wurden die durch Telephon erreichbaren Mitglieder 
der Kolonne angerufen, zugleich ertönte das Hornsignal 
der Kolonne. Es wurde angenommen, daß bei einem 
Neubau auf dem Grundstück der Firma Goerz eine Mauer 
eingestürzt und eine Anzahl Männer hierdurch mehr oder 
weniger schwer verletzt sei. Die verunglückten Arbeiter stellte 
die freiwillige Feuerwehr. Wenige Minuten nach der 
Alarmierung sah man die Mannschaften dem Sammelplätze 
am Spritzenhause zueilen. Um 9.14 konnte bereits die 
erste vollbesetzte Trage sich im Eilmärsche zur Unglücks- 
stätte begeben. Um 9.22 traf diese schon am Unglücks 
platze ein und 9.29 war der erste verwundete verbunden 
und gebettet. 9.31 kam die zweite, 9.37 die dritte Trage 
an. Mit großer Schnelligkeit und Gewandtheit ging es 
an die Arbeit, die es bei dem Eifer, mit dem sie voll 
bracht wurde, ermöglichte, daß 10.02 der letzte Verwundete 
geborgen war. Gestärkt wurden Kranke und Sanitäre bei 
dem kalten Wetter durch einen kräftigen Kaffee, welcher 
von den Mannschaften auf einem improvisierten Kochherd 
bereitet worden war. Die Firma Goerz kargte nicht mit 
ihrem Beifall und gab diesem noch einen besonderen 
Ausdruck dadurch, daß sie Feuerwehrleute und Sanitäre 
zu einem Frühstück in der „Kaisereiche" einlud. Herr 
Sadöe ergriff hierbei das Wort, um eine Kritik über die 
Übung abzuhalten, welche nicht nur seine Anerkennung 
gefunden hätte, sondern auch die des Vorstandes und des 
Herrn Direktor Christmann. Er sprach der Firma Goerz 
besten Dank aus für ihr Entgegenkommen. Diese Firma 
habe großen Anreil an dem Bestehen der Kolonne und ist 
es ihr auch zuzuschreiben, daß heute eine derartige, der 
Wirklichkeit entsprechenden Übung möglich war. Auch mit 
nicht vorbereitetem Material sei gearbeitet worden, eine 
Hilfstrage sei aus Brettern ganz vorzüglich hergestellt 
worden. Der Schluß der Rede war ein Hoch auf die 
Firma Goerz. Herr Direktor Christmann dankte im 
Namen der Firma Goerz und hob in warmen Worten die 
Tätigkeit der Kolonne hervor. Sein Hoch galt dem 
Blühen und Gedeihen der Kolonne. — Um 12 Uhr war 
auch dieser außerdienstliche Teil der Übung vorüber. — 
Mit Befriedigung können wir. feststellen, daß die Kolonne 
eifrig gearbeitet hat, sodaß dieselbe auch bei größerem 
Unglück, was der Himmel verhüten möge, auf dem Posten 
sein wird. Bemerken möchten wir noch, daß die Firma 
Goerz von dieser Übung verschiedene Photographien an 
fertigte. 
f Eine Verlegung d.s Bahnhofs Grunewald 
in südwestlicher Richtung in den Grunewald hinein, scheint 
man zu beabsichtigen. Zurzeit sind etwa 200 Erdarbeiter 
beschäftigt zwischen Bude 1 und dem jetzigen Bahnhof 
Erdaufschüttungen in großem Maßstabe vorzunehmen, auch 
ist man dabei, einen Tunnel zu erbauen. Ferner wird 
die Anlage einer neuen Straße durch die Verlegung be 
dingt. Das Berliner Ausflugspublikum würde bei Ver 
legung des Bahnhofs einen viel kürzeren und indirekteren 
Weg als jetzt zu den Restaurants „Paulsborn" und 
Hundekehle" erhalten. 
-f Zweiter Vortragsabend. Auf den abwechs 
lungsreichen Unterhaltungsabend, der heute Abend im 
„Hohenzollern" unter Mitwirkung namhafter Künstler die 
Gemeindebeamten-Vereinigung bietet, machen wir hiermit 
nochmals empfehlend aufmerksam. 
-f In Ergänzung unseres vorgestrigen Berichts über 
den Unterhaltungsabend im Parochialverein, in welchem 
bei Herrn Stirz, die Angabe seines Instrumentes 
versehentlich unterblieben war, wollen wir noch nachholen, 
daß Herr Stirz Virtuose auf dem Kontrabaß ist. 
-j- Schöneberger BezirkSverein „Süd-West". 
Freitag, den 8. d. M., Abends 9 Uhr im Restaurant „Zum 
Reichskanzler" Monatsversammlung. Tagesordnung:-Ge 
schäftliche Mitteilungen. Mitteilungen aus der Stadtver- 
ordneten-Bersammlung. Die Deputation für Wohlfahrts 
pflege. Vortrag des Herrn Dr. Rabnow. Jnteressenfragen. 
Fragekastcn. 
f Hohenzolleru-Theater. Ob die Direktion mit 
der gestrigen Aufführung von Gustav Freytag's „Die 
Journalisten" einen guten Griff getan hatte, können wir 
BW—Wi——B——W——WW— 
„Jawohl, kein anderer als er. Läßt Sie der Name des 
Mannes Jyren Entschluß etwa schon wieder bereuen?" 
Rivington hatte sich schnell gefaßt. 
„Im Gegenteil, ich habe sicherlich am wenigsten Ver 
anlassung. ihn zu lieben. Ist er denn nicht das Haupt der 
verwünschten Regierung, die nieine Begnadigung verworfen 
hat? Ich weiß nicht, aus welchen Motiven Sie dem Minister 
ans Leben wollen, aber er ist mir als Opfer lieber wie irgend 
ein anderer. Zeigen Sie mir. wo ich ihn treffen kaun, und 
Sie dürfen sich auf mich verl assen." 
Für einen Augenblick fürchtete er beinahe zu weit ge 
gangen zu sein, so durchdringend ruhte Herzogs Blick auf 
seinem Gesicht, aber es mußte ihm doch wohl gelungen sein, 
seinen Argwohn zu täuschen, denn nachdem er sein Glas aufs 
neue gefüllt hatte, sagte der andere: 
„Heute abend ist Lord Alphington noch in London, aber 
an einem der nächsten Tage wird er ein Landhaus in der 
Nähe von Freshwater auf der Insel Wight, das er als Ferien 
aufenthalt gewählt hat, beziehen. In Totland Bay, um es 
genauer zu sagen. Und morgen n'erden wir ebenfalls zu den 
Bewohnern der Insel Wight gehören, mein Freund, und zwar 
in der Eigenschaft von harmlosen Vergnügungsreisenden." 
Wieder einmal hatte es für Rivington des ganzen Aufgebots 
seiner Selbstbeherrschung bedurft, um sich nicht zu verraten, 
denn er wußte, daß sich seine Verlobte für die ganze Dauer 
des Sommers in Totland Bay aufhalten würde. 
Von diesem Augenblicke an glaubte er wieder an eine 
Zukunst. Denn es mußte mehr als ein bloßer Zufall, es 
mußte eine Gnade der Vorsehung sein, die ihn wider alles 
Erwarten in die Nähe des geliebten Mädchens brachte. 
(Fortsetzung folgt.) 
wohl eigentlich nicht gut behaupten. GS ist eben nicht 
jedermanns Geschmack, auf der Bühne eine Wählaktion, 
die von zwei sich gegenüber stehenden Zeitungen unterstützt 
wird, sich abwickeln zusehen. Gin derartiges Stück inter 
essiert wohl mehr durch die Lektüre, denn die feineren 
Pointe gehen zumeist bei einer Darstellung verloren und 
wirkt alsdann die Handlung langatmig. So schien es 
auch gestern, als könne sich das Publikum nicht so recht 
erwärmen. — Professor Oldendorf ist Redakteur der 
Zeitung „Union" und wird von dieser zum Deputierten 
für die Landesvertretung aufgestellt. Gr verkehrt im Hause 
des Obersten a. D. Berg freundschaftlichst, und war in 
Liebe mit dessen Tochter verbunden. Der Oberst schrieb 
nun wieder Artikel für die Zeitung „Cvriolan". die in der 
„Union" von dem Professor Oldendorf stark angegriffen 
wurden. Als der Oberst dies erfährt, geht die Freund 
schaft mit Oldendorf in die Brüche. Der Oberst ist von 
der anderen Partei als Deputierter aufgestellt, also damit 
öffentlich auch der Gegner Oldendorfs geworden. Bei der 
Wahl nun unterliegt der Oberst und diese Niederlage ent 
fremdet ihn ganz seinem bisherigen Freunde und entzieht 
er diesem die Hand seiner Tochter. Durch eine Freundin 
des Obersten wird dann aber wieder eine Versöhnung er 
zielt. — Herr Robert Günther (Oberst Berg) konnte 
nicht sehr befriedigen, es fehlte ihm oftmals an Beweg 
lichkeit und an Natürlichkeit der Wiedergabe, auch Herr 
Stegemann (Oldendorf) zeigte diesmal nicht seine beste 
Leistung ; loben können wir dagegen Frl. Trude Mangels- 
dorff (Adelheid) und Frl. Mia Werner (Jda), die ihre 
Rollen sehr gut aufgefaßt hatten; auch Herr Alwin Cordes 
(Conrad Bolz) als Redakteur und feiner Diplomat war 
vorzüglich. Herr Felix Meinhard (Senden) erweckte wohl 
kaum das Gefühl, daß man einen Gutsbesitzer und ge 
riebenen Gauner vor sich hatte. Lobend erwähnen möchten 
wir dann noch Herrn Carl Hermann (Piepenbrink), Frau 
Johanna Suhr (Lotte), ferner die Herren Hermann 
Norden (Bellmaus), Aldoin Unger (Blumenberg), Richard 
Bergen (Schmock) und Abicht (Korb). — Die Kostüme in 
der Entstehungszeit wirkten sehr gut. Im allgemeinen 
war die Gesamtaufführung befriedigend, und hob besonders 
das letzte Bild und hier die letzte Szene, in der auch das 
Küssen „unter Verantwortlichkeit der Redaktion" geschieht, 
noch die Stimmung des Publikums zum Besten. 
f Weihnachts-Geschenke bezw. alle Artikel, die 
auf das bevorstehende Fest Bezug haben, sind jetzt schon 
in der Ortszeitung bekannt zu geben, damit das Publi 
kum vorher Bescheid weiß, wo es seine Einkäufe macht. 
Der große Oktoberumzug hat wieder soviele neue Mit 
bürger gebracht, denen die hiesigen Geschäfte größtenteils 
noch garnicht bekannt sind. 
f Den Fuß verrenkt hatte sich gestern Nachmittag 
durch einen Fehltritt der auf einem Neubau in der Frege- 
Straße beschäftigte Maurer K. aus Echöneberg. Man 
schickte zur Sanitätswache udd wurde dem K. in der Bau 
bude dann ein Notverband angelegt, worauf man ihn 
mittelst Droschke nach seiner Wohnung schaffte. 
f Unter „Gerichtliches" brachten wir in gestriger 
Nummer Angaben über gerichtliche Eintreibungen von 
Forderungen. Unter anderem wurde bemerkt, daß, wenn 
ein Schuldner zwei Wochen nach Zustellung des ZahlungS- 
befehles keinen Widerspruch erhoben hat, beim Amtsgericht 
Vollstreckung beantragt werden kann. Es sei bemerkt, daß 
durch Satzfehler sich ein Irrtum eingeschlichen hat, da eS 
nicht zwei Wochen, sondern eine Woche bezw. 8 Tage 
heißen muß. 
Schöneöerg.. 
— Schöuebcrgs Einwohnerzahl. Die Stadt 
zählte am 1. Dezember d. I. nach vorläufiger Fest 
stellung 140 932 Einwohner; das bedeutet eine Zunahme 
gegen 1900 um 44 934 Einwohner oder 46,81 v. H. 
— Ehrungen. Am Montag hielt die Schöneberger 
Liedertafel im „Lindenpark" Hauptstr. ihre Generalver 
sammlung ab. Nachdem von Rektor Albrecht erstatteten 
Jahresbericht erfolgte die Wahl des Vorstandes, in dem die 
bisherigen bewährten Mitglieder wiedergewählt wurden. 
Im Laufe der Verhandlungen wurde die Anregung ge 
geben, anläßlich der oeifloßenen 25 Vereinsjahre vier Mit 
glieder, die sich während dieser Zeit in hervorragender Weise 
unermüdlich nach den verschiedensten Richtungen nützlich 
gezeigt haben, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Es 
kamen hierbei in Frage der 1. Vorsitzende Rektor Albrecht, 
2. Vorsitzende, Bankdirektor Hertzer. Schriftführer, Lehrer 
Neumann und der Oberzahlmeister Korn. Der Vorschlag 
fand allgemeine, sehr sympalische Aufnahme und unter 
feierlich bewegter Ansprache durch den Chormeister Musik 
direktor Werner wurde den drei Erstgenannten von der 
ihnen so plötzlich zu teil gewordenen Ehrung Mitteilung 
gemacht, während Oberzahlmeister Korn durch Depesche 
Nachricht erhalten hat. 
- Ordensverleihung. Dem Eisenbahnassistenten 
und Zugrevisor Moritz Ruthenberg Hierselbst ist der 
Kronenorden 4. Klasse am Bande der Rettungsmedaille 
verliehen worden. 
— Firmenregistereintraguug. - Nr. 27 812. 
Firma Berliner Seifenwarenhaus Karl Lachmann, Schöne 
berg. Inhaber: Karl Lachmann. Seifenhändler, Schöneberg. 
Werlin und Wororte. 
§ Die Uutertnuneluug der Potsdamer Bah» 
im Zuge der Steglitzer- und Schöneberger- bez. Luckenwalder- 
Straße, welche der Stadtverordnete Esmann der städti 
schen Verkehrsdeputation neuerdings vorgeschlagen hat, 
wird von den Anwohnern und Grundbesitzer-Vereinen des 
Südwestens und Südens schon seit zwei Jahrzehnten be 
fürwortet, da das Eisenbahngelände zwei benachbarte 
Stadtteile völlig von einander trennt und jedweden Ver 
kehr zwischen ihnen unterbindet. Die rationellste Ver 
bindung, wie sie ursprünglich auch gefordert wurde, wäre 
die Untertunnelung der Potsdamer und Anhalter Bahn 
im Zuge der Kurfürsten- und Teltowerstraße; der Plan, 
hier einen ca. 700 Meter langen Tunnel anzulegen, 
scheiterte aber an der Kostenfrage. Nun wurde Anfang 
dieses Jahres und zwar vom Grundbesitzer-Verein des
        
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