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Periodical volume Nr. 282, 01.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

14 Tagen verschiedene Häuser in der Goßler und Mosel- 
straße heimgesucht. In einer der letzten Nächte trieb cr 
er noch toller und räuberte in einigen Häusern der Goßler- 
straße fast sämtliche Frühftücksbeulel. Aber nicht nur daS 
Frühstück, sondern auch die Milch, die frühzeitig von den 
Bolleschen Milchsahrern hingestellt wird, ließ er mit sich 
gehen. Man nimmt an, Laß der Dieb um 6 Uhr fxüh 
auf Raub ausgeht und es wäre da wohl sehr zu wünschen, 
wenn unsere Polizeiorgane auch um diese Zeit ein wenig 
Obacht gäben. 
Schöneöerg. 
— Tltzrrvg der Dtadtverordn» ten am Montag 
den 4. Dezember, Nachmittags 6 Uhr. Tagesordnung: 
1. Zur Auslegung gelangen die Berichte von» 18. November 
d. I. über die Prüfung der Stadthauptkasse, der Stadt- 
Stenerkaffe. der städtischen Sparkasse. 2. Bericht deS 
Ausschusses für Petitionen über die Petitionen Nr. 22 be§ 
Bezirksvereins Alt-Schoneberg rnn Verbesserung drs Spiel 
platzes an der Moxstraße, Nr. 29 der Herren Altrichter 
und Genossen um Asphaltierung der Thorwaldsenstraße 
vor den Grundstücken Nr. 13—1« (Berichterstatter Stadtv. 
Hecht), Nr. 30 der Oberlehrer der Stadt Schöneberg um 
Gleichstellung im Gehalt mit den Oberlehrern Berlins 
(Berichterstatter Stadtv. Kuznitzky), Nr. 31 des Vereins 
der Beamten der Stadtgemeinde Schöneberg um Erhöhung 
der Mietsent'chädigung »Nr die Klasse I und die Unver- 
heirateten (Berichterstatier Gottheiner), Nr. 32 des 
Vereins der Beamten der Stadtgemeinde Schöneberg um 
Gewährung einer Teuerungszulage (Berichterstatter Stadtv. 
Dr. Freund), Nr. 28 des deutschen Volksrats in Böhmen 
um Gewährung einer Unterstützung (Berichterstatter Stadtv. 
Lulay). 3. Beschliißfaffung über die Vorlage des 
Magistrats, belr. Festsetzung des Lohnlarifs für die im 
ArbeitSverhälinis stehenden Bediensteten des Auguste 
Biktoria-Krankrnhauses. 
— Wichtige Umänderungen iverden sich im 
höheren Schulwesen vollziehen. Mit Rücklicht auf die 
ijberfüllung der beiden städtischen flkealgymnasien und auf 
den vorhandenen Notstand in der Unterbringung von 
Kindern in höhere Knabenschulen, der durch die lebhafte 
Bautätigkeit im Berliner Ortsteil noch bedeutend gesteigert 
wird. haben die Deputation für dos höhere Schulwesen 
und der Magistrat einstimmig beschlossen, zu Ostern 1906 
ein Reform-Realgymnasium zu begründen und zunächst mit 
der Serta zu eröffnen. Diese neue Lehranstalt wird bis 
auf weiteres dem Werner Siemens-Realgymnasium ange 
gliedert und daun später mit der nach dem Berliner Orts 
teil zu verlegende» Gymnasialabteiluug der Hohenzollern- 
fchule zu einer Doppelanstalt vereinigt werden. Die 
Oberrealabteilung der Hohenzollernschule wird dann eine 
besondere Anstalt für sich allein bilden. Ferner werden 
1 die zweiten Oster-Cöten der städtischen Realschule für die 
zu Ostern 1907 auf der Insel zu errichtende Realschule 
benutzt werden. Endlich wird zu Ostern 1907 im 
Friedenauer Ortsteil eine höhere Mädchenschule eröffnet 
werden. 
— Abgelehnt durch Übergang zur Tagesordnung 
ist von der PetitionSkommisston der Antrag der Beamten 
für die Klaffe I um Erhöhung der Mientsenrfchädigung; 
desgleichen auch deS Vereins der Beamten der Stadt 
Schöneberg um Gewährung einer Teuerungszulage. 
-7- Die Petttion<kom«1sf1o« hat beschloffen, die 
Petition der Oberlehrer um Gleichstellung im Gehalt mit 
den Oberlehrern Berlins, dem Magistrat zur Berück 
sichtigung zu überweisen. 
Aertin und Aororte. 
8 Mit der Errichtung eines großen pro 
visorischen Post-PaketamteS für den Weihnachtsverkehr 
ist jetzt am Schlesischen Bahnhof begonnen worden. Es 
liegt an dem freien Platze, der sich südlich vom Bahnhof 
hinzieht, unmittelbar an der Fruchtstroße. Der Bau wird 
aus Holz aufgeführt und nach dem Feste wieder abgeriffen 
werden. 
8 Auf dem Engroömarkt für Weihnachts 
bäume an der Großgörschenstraße herrscht bereits 
ein sehr lebhaftes Treiben. Täglich treffen auf dem nahen 
Anhalter Güterbahnhof mehrere mit Tannen und Fichten 
hochbeladene Lowrys ein, deren Inhalt auf Wagen nach 
dem Marktgebände geschafft wird, wo sich bereits ganze 
Berge dieser harzig duftenden Bäume aufgetürmt haben. 
Ein Teil der Bäume, die sich diesmal durch ein besonders 
schönes frisches Grün auszuzeichen, ist bereits nach außer 
halb hin. z. B. nach Potsdam, verkauft worden. Der 
Massenverkauf an die Berliner Kleinhändler beginnt in 
der nächsten Woche. 
8 Der Verein Frauen-Erwerb mit dem korpo 
rativ angeschloffenen Vereinen Arbeilshülfe und Jugend 
bund zum Schutz der Tiere und Pflanzen veranstaltet in 
den Parterre-Räumen des Hauses Potsdamenstraße 126 
eine Weihnachts-Ausstellung, die heute eröffnet worden ist. 
Der Zweck des Vereins ist die Förderung wirtschaftlicher 
Jntereffen und Hebung der sozialen Stellung der er 
werbenden Frau. Dazu dienen auch die alljährlich statt 
findenden Ausstellungen von Frauenarbeiten jeder Art, 
sowohl auf künstlerischem als gewerblichen und hauswirt 
schaftlichem Gebiet. In der sehr interessanten Ausstellung, 
zu welcher der Zutritt vollständig frei ist, liegen in sehr 
geschmackvollem Arrangement die verschiedenartigsten Dinge 
wie Malereien, Holzbrandsachen, Stickereien, Handarbeiten, 
Wäsche, Figuren usw. zur Schau und zum Verkauf aus. 
Aus seinem Erholungsheim zu Bergsdorf an der Nord- 
bahn führt der Verein ein Musterzimmer vor, das sich I 
namentlich durch seine praktischen Möbel auszeichnet. Au 
der Ausstellung, die bei geplanten Weihnachtseinkäufen 
wohl berücksichtigt zu werden verdient, hat sich die Firma 
M. Pech mit einem Musterkinderzimmer und die Firma 
A. S. Ball mit einem Musterlesezimmer beteiligt. 
8 E«ftäv Adolf-Festspiel 1905. Es besteht die 
Absicht, da«, gesamte Gustav Adolf.Festspiel durch die Ber 
liner Spieker in Magdeburg im Laufe de« Januar als 
ein. Gastspiel aufführen zu lassen. Für daS Zustande- 
kommen dieses Planes haben sich die Kaiserin, Prinz 
Friedrich Heinrich und der Kultusminister lebhaft inter 
essiert. Wir. machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß 
für-Berlin , nur noch zwei öffentliche Vorstellungen statt- 
'finden. Sonntag. )den 3. Dez. Nachm. 2 Uhr mib Sonn 
tag, den 10. Dezember 2>/, Uhr. Am 3. Dezember wird 
Prinzessin Viktoria Luise der Vorstellung nochmals bei- 
wohnen. 
Charlottenburg. Die Orangenstraße, in welcher 
der zweite Kanzler des deutschen Reiches Graf Caprivi 
geboren ist. hat ihren Namen in Fritschestraße umgeändert. 
Ein Teil der niedrigen kleinen Häuser, die in dieser 
Straße liegen, und die zu den ältesten der Stadt gehören, 
wird infolge der Bebauung des benachbarten Geländes, 
auf dem sich ehemals der Wartenslcben'sche Park befand, 
verschwinden. Das Geburtshaus des Grafen Caprivi, das 
die Nummer 3 trägt und mit einer Gedenktafel geschmückt 
ist, wird vorläufig noch erhalten bleiben. Der Name des 
zweiten Kanzlers lebt in seiner Vaterstadt auch in der 
Caprivi-Brücke fort, die im Zuge der Spreestraße über die 
Unterspree führt. 
Tteglltz. Für die Erwerbung eines Bauplatzes für 
ein neues Postdienstgebäude in Steglitz setzt der neue 
Reichsvoranschlag 190150 Mark aus. 
Zuschriften. 
Geeirt« Redaklicn! Dieser Tage wurde in der Rheinstr. von 
der Steglitzer Feuerwehr vor dem Görz'schen Grundstück auf Kriedr- 
nauer Teriaiu ein Steglitzer F.uermelder ausgestellt Ist nun unsere 
Friedenauer Feuerwehr nicht mehr so schlagfertig, daß di; Gemeinde 
Friedenau sich Steglitzer Feuermelder im Ort aufstellen läßt, um so 
schnellere Hilfe zu erlangen. Dann wüßte doch die Gemeinde für 
andere Lrschhilfe sorgen, vielleicht eine Seiufsfcuerwehr, denn Feuer 
melder anderer Orte in Friedenau auszustellen, das ist doch kein guter 
Ruf für die Friedenauer Fruerwehr. Hochachtungsvoll Möbus, Rheinstr. 
Offeuc Ansrage. Darf der Hauswirt die Zäl starten durch 
den Pr Hier abholen lassen? 
______________ Vermischtes. " 
* Verfrühte Thronrede. König Georg II. von England er 
fuhr, daß ein Zeitunpsredakteur bestrast werden sollte, weil er, um 
die Thronrede des Königs möglichst früh geben zu können, selbst 
eine Thronrede geschrieben hatte. „Ich hoffe", sagte der König zu 
dem voriragenten Minister, .daß der Mann sehr milde behandelt 
wird Ich habe seine und meine Rede verglichen und finde, so viel 
> ich davon versiehe, daß die ftinige bei weitem bester ist." 
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