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Periodical volume Nr. 281, 30.11.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

der Aufschrift „Nicht auSspeien" auch in den einzelnen j 
Wagenabteilnngen gewünscht, da das Vorhandensein «ines 
solchen Verbots auf den Bahnsteigen noch nicht genügend 
gewirkt hat. Fortwährende Belästigungen junger, allein 
stehender Mädchen und Damen haben zu der Wiederholung 
der schon früher einmal gestellten, aber abgelehnten Bitte 
geführt, auch Frauenabteile im Stadt- und Vorortverkehr 
einzurichten. Die Beleuchtung hat sich in den meisten 
Zügen als mangelhaft erwiesen. Auch wird es bitter 
empfunden, daß verlorene Monatskarten nicht ersetzt 
werden. Zun, Ausgl-ich soll die König!. Eisenbahndirektion 
gebeten werde, Halbmonatskarten einzuführen. Ebenso 
wird um die schon früher angeregte Ausdehnung der 
Gültigkeit der Fahrräderbillets auf dem gesainten Vorort 
verkehr petitioniert, so daß der Uebergang von einer Vor 
ortlinie auf die andere ermöglicht wird. Zur größeren 
Sicherheit der Passagiere beim Aussteigen wird ersucht, das 
obere Trittbrett an den Eisenbahnwagen zu verbreitern. 
t Verlängerter Nachtzug. Die Westliche Berliner 
Bortort-Straßenbahn legte einen neuen Zug ein, der Nachts 
um 2 Uhr 10 Min. vom Potsdamer Platz durch Schöne- 
berg abgelassen wird und um s/*3 Uhr Morgens in Steglitz 
eintrifft. 
t Der Dezember dürfte uns nach Otto Falbs 
Prognose mit Ausnahme der Zeit vom 13.—20. trübe 
milde Witterung mit stellenweisen Niederschlägen und 
Schneefällen bringen. Den 26. des Monats (also den 
zweiten Feiertag) bezeichnet Falb als einen kritischen 
Termin I., den 11. als einen solchen III. Ordnung. — 
Der hundertjährige Kalender stellt für das erste Drittel 
des Dezember Schnee in Aussicht, am 10. soll die 
Witterung kalt, im übrigen aber gelinde sein. Vom 15. 
bis 20. wären wieder frostklare Tage zu erwarten, das 
letzte Drittel des Monats soll jedoch wieder reich an 
Schneefällen werden. 
s Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
in Friedenau, angeblich an der Stubenrauchstraße 70, 
Ecke Odenwaldstraße, belegene, im Grundbuche von Friede 
nau zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes 
auf den Namen des Schloffermeisters Klakow zu Friede- 
mau eingetragene Grundstück am 19. Dezember 1905, 
Mittags 12 1 / 2 Uhr, versteigert werden. Das Grundstück, 
Eckwohnhaus mit Seitenflügeln und Hofraum, ist mit 
10 800 Mark Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. 
t Vortrag. Am Dienstag, den 5. Dezember, 
Abends 8 Uhr, wird der Herr Pfarrer Lic. Dr. Becker 
einen Vortrag über den Jesuitenorden und die Gegen 
reformation in der Nathanaelkirche halten. Eintritt frei. 
-s Geistliche Mufikaufführung. Wie wir bereits 
mitteilten, veranstaltet der Friedenauer Kirchenchor, am 
Sonntag, den 3. Dezember, Abends 8 Uhr, in der Kirche 
„Zum guten Hirten" ein Konzert, deffen Besuch wir nur 
angelegentlichst empfehlen können, zumal der Uberschuß 
für die Diakonie bestimmt ist. Das reichhaltige, auser 
wählte Programm ist folgendes: Bach: Präludium und 
Fuge (f-moll): Herr Harriers-Wippern, Becker: Ich hebe 
nieine Augen auf: der Chor, Bach: Mein gläubiges Herze 
frohlocke, für Sopran, Violine und Orgel: Frl. Dr. Hartleib, 
Frl. Dr. Hollmann, Herr Harriers-Wippern, Mendelssohn: 
So ihr mich von ganzem Herzen suchet: Herr Seeler, 
Malling: Die Geburt Christi, daraus 1. Die Hirten auf 
dem Felde, 2. Bethlehem: Herr Harriers-Wippern, Kienzl: 
Selig sind, die Verfolgung leiden: Frau Ernst, Bach:, 
Largo aus denk' d-moll Konzert für 2 Violinen: Frl. Dr. 
Hollmann, Herr Tr. Richter, Weber: Judaea hochgelobtes 
Land, für 2 Frauenstimmen: Frau Seeler, Frau Pastor 
Görnandt, Hummel: Hallelujah: Frau Dr. Hartleib, a) Pfann- 
schmidt: Weihnachten, h) Bruch: In der Christnacht: der 
Chor. 
f Ortskrankenkaffe zu Friedenau. Gestern 
Abend fand im Thiel'fchen Gesellschaftshaus, Rheinstr. 14, 
eine Generalversammlung statt, die von 10 Arbeitgeber- 
und 23 Arbeitnehmer-Vertretern besucht war. Nach Ver 
lesen und Annahme des Protokolls der letzten General 
versammlung erstattete der Vorsitzende Herr Schölzel den 
Vorstandsbericht. Aus diesem sei erwähnt, daß die Kasse 
jetzt 2299 Mitglieder gegen 900 Mitglieder seit Beginn 
zählt, und daß sie durch die seit dem l. Juli d. Js. eingeführte 
Beitragserhöhung allen ihren Verpflichtungen wird nach 
kommen können. In den Ausschuß zur Prüfung der 
Jahresrechnuug (1 Arbeitgeber und 2 Arbeitnehmer), 
bitten, der ihm außerordentlich sympathisch war. Daß sein 
Kind eine tiefe Neigung zu ihm hegte, war ihm nicht zweifelhaft 
geblieben, und allem Anscheine nach hatte der junge Assessor 
eine große Karriere vor sich. 
Falkenhain, der Marie nicht wieder gesehen hatte, 
empfing diese Einladung sehr betroffen und ging mit 
klopfendem Herzen zu Manrod. 
Dieser empfing ihn gütig. 
»Wir ivollen als ehrliche Männer mit einander reden. 
Sie bewerben sich um die Gunst meiner Tochter?" 
Sehr beivegt antwortete Falkenhain: 
„Nein, Herr Präsident, das ist nicht der richtige Aus 
druck. Ich hege eine tiefe, innige Zuneigung zu Fräulein 
von Manrod, eine Zuneigung, die nur mit meinem Leben 
erlöschen wird. Aber ich habe nicht einen Augenblick vergessen, 
daß ich der mittellose Assessor von Falkenhain bin, der einem 
E räulein von Manrod kein ihrer Stellung im Leben würdiges 
os bieten kann." 
»Sie haben ihr nie von Liebe gesprochen?" 
»Wie würde ich, Herr Präsident." ! 
»Glatzben Sie denn, daß meine Tochter Sie liebt?" ' 
Mit leuchtenden Altgen sagte er: 
»Ja, das glaube ich." 
„Hm, Marie ist mein einziges Kind, und ich wünsche, sie 
glücklich zu sehen. Daß Sie nicht bemittelt sind, ist gleich 
gültig, Sie sind von gutem Adel und ein echter Kavalier. 
Leben Ihre Eltern noch?" 
„Meine Mutter starb sehr früh, mein Vater ist einer Ihrer 
Subalternen, Herr Präsident, der .Hilfsregistrator Weber." 
»Wie? Was ist das?" fragte sehr verblüfft der Präsident. 
Und nun erzählte Falkenhain vom Lose seines verarmten 
Großvaters, dem grenzenlosen Opfermut seines Vaters und 
feiner Tante, um in ihm den alten Namen Falkenhain wieder 
zu Ehren zu bringen. 
(Schluß folgt.) 
wurden die Herren Lorenz, Fiedler und Zschalig gewählt. 
Die Ersatzwahlen für den Vorstand ergaben folgendes 
Resultat: Schölzel und Stolle wiedergewählt, Fluhr neu 
gewählt. Der letzte Punkt d rTagesordnung: „Verschiedenes" 
brachte nichts. Damit war die Generalversammlung be 
endet. Der Herr Vorsitzende hatte wegen der im Saal 
herrschenden Kälte die Verhandlungen beschleunigt; immer 
hin waren die Anwesenden gezwungen 3 / i Stunden zu 
frieren. 
f Vortragsabend. Die Friedenauer Gemeinde- 
beamten-Bereinigung veranstaltet am 6. Dezeniber, Abends 
8 Uhr, im „Hohenzollern" einen Vortragsabend. Die 
Vorträge werden gehalten von dem Hofschauspieler a. D., 
Rezitator und Lehrer der Vortragskunst Herrn Mathias 
von Erdberg-Berlin, unter gütiger Mitwirkung von Frl. 
Hedwig Radciszewska-Friedenau, Herrn Pianist Werner- 
Berlin und Herrn Leopold Ganz (Violine). Nach dem Konzert 
findkt ein Tanzkränzchen statt. 
f Der Ubungsabeud der Sanitätskolonne 
findet morgen Abend 8 Uhr im Schulgebäude, Albestraße, 
statt. Da auch sehr wichtige geschäftliche Angelegenheiten 
zu besprechen sind, ist pünktliches Erscheinen aller aktiven 
Mitglieder sehr zu wünschen. 
-s Rheinschloß-Kabaret. Morgen Freitag werden 
mir wieder Gelegenheit haben, den Darbietungen des vor 
züglichen Künstlerpersonals des Herrn Direktor Weiß, das 
am letzten Freitag hier so guten Anklang gesunden hat, 
zu lauschen. Ganz besonderer Genuß wird uns aber 
diesmal dadurch zu Teil, daß die berühmte Brettl-Diva 
Frau Marga Walkotte als Gast auftreten wird. So 
steht zu wünschen, daß die Mühen und Kosten, die Herr 
Direktor Weiß aufgewendet hat, um dem Friedenauer 
Publikum wirklich das Beste zu bieten, belohnt werden 
und recht Viele morgen Abend in, „Rheinschloß" erscheinen. 
Humor, Witz und Satyre werden jedem morgen Abend 
angenehme Unterhaltung gebrn. 
-s Preiskegeln. Drr Kegelklub „Kalte Neune" 
veranstaltete gestern Abend im ,,Rheinschloß" unter seinen 
Mitgliedern eiu „Preiskegeln. Prachtvolle Preise waren 
gestiftet, um welche die Mitglieder wacker kämpften. 
Herr Kaufmann Buchheimer konnte den ersten, ein pracht 
volles Teeserviece, Herr Werkführer Schulz den zweiten, 
einen wunderschönen Zierschrank, Herr Architekt Eichel 
kraut den dritten Preis in Gestalt einer Bowlekanne mit 
nach Hause nehmen. Bei dieser Gelegenheit machen wir 
darauf aufmerksam, daß der Verein am Sonntag im 
„Rheinschloß" sein 2. Stiftungsfest, verbunden mit Preis 
kegeln für Herren und Damen feiert, wozu Gäste freund 
lichst eingeladen sind. Beginn des Preiskegelns 4 Uhr 
Nachmittags. 
t Pflanzen im Zimmer haben das Gute, daß sie 
nicht nur das Auge erfreuen, sondern auch zur Ver 
besserung der Luft beitragen, aber jeder Liebhaber davon 
weiß auch, wie schwierig es ist, Pflanzen während des 
Winters in Wohnräumen zur Blüte zu bringen. Die 
damit so häufig schon angestellten Versuche sind fast immer 
fehlgeschlagen. Mangel an Sonne und Licht, trockene 
Lust, Staub. Rauch und andere Dünste, zu hohe oder zu 
niedrige Temperatur sind Hinderniffe für das- Gedeihen 
von Blütenpflanzen, die sichEschwer beseitigen laflen. Eine 
Ausnahme davon machen nur gewiffe Zwiebelgewächse, 
wie Hyazinthen, Tulpen, Crocus, Narzissen rc., die man 
bei guter Kultur sehr wohl zur Blüte bringen kann. Auch 
in sonnigen Doppelfenstern lassen sich bei sorgfältiger Pflege 
von manchen anderen Gewächsen Blüten erzielen, nicht 
aber bei der gewöhnlichen Zimmerkultur. Hier muß man 
sich mit Blattpflanzen begnügen, von denen es viele gibt, 
die auch unter ungünstigen Verhältnissen recht gut fort 
kommen. 
-j- Bau-Unfall. Gestern Nachmittag brachte sich ein 
Klempner aus Schöneberg auf einem Neubau am Schiller 
platz durch Blech eine größere Schnittwunde im rechten 
Handgelenk bei. Der Verletzte erhielt in der hiesigen 
Sanitätswache die erste Hilfe. 
-s Automaten-Umfaü. Am Dienstag Abend, als 
die Kindervorstellung im „Kaiser Wilhelmgarten" beendet, 
fiel dort ein großer schwerer Automat um. Verletzt 
wurde dadurch ein Kind, das am Hacken Quetschungen 
erlitt, so daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden 
mußte. Der Vorfall, der immerhin noch glimpflich ab 
gelaufen ist, sollte daran mahnen, daß man die Automaten 
regelmäßig auf ihre Standhaftigkeit prüft. 
-ß Polizeibericht. Als gefunden ist hier ange 
meldet worden: 1 Brille mit Futteral. Der recht 
mäßige Eigentümer des vorbenannten Gegenstandes 
wird aufgefordert, seine Ansprüche binnen 3 Monaten 
im hiesigen Amtsbüro. Fenrigstraße 8, Zimmer Nr. 26. 
geltend zu machen, widrigenfalls anderweit über das 
Fundobjekt verfügt werden wird. 
Schöneöerg. 
— Seine erste Volke badeanstalt wird Schöne 
berg im nächsten Jahre erhallen. Auf dem Schulgrund 
stück an der Ebersstraße, wird eine große Volksbadeanstalt 
mit Brausebädern nach dem System des Professors 
A. Lassar errichtet werden: in dem Neubau wird auch für 
die städtische Volksbücherei, die sich zur Zeit in Miets 
räumen in der Eisenacherstraße befindet, ein eigenes Heim 
geschaffen werden. 
— Der Polizeihauptmann Rollin in Schöne 
berg, der am Tage der letzten Herbstparade mit dem 
Pferde stürzte und einen Beinbruch erlitt, hat die Prof. 
Rinnesche Klinik geheilt verlassen und sich zur völligen 
Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Italien begeben. 
Der Verein für Handel und Industrie in 
Schöneberg veranstaltete am 24. d. Mts., wie wir be 
reits berichteten, im großen Saale des „Schwarzen Adler" 
einen zahlreich besuchten Vortragsabend. Auf eine Anfrage 
der Vereinsleitung hatte sich die Hamburg-Amerika-Linie 
in liebenswürdiger Weise zu einem Vortrage ihres Herrn 
Dr. A. Kaegbein, Nationalökonom und Redakteur im 
literarischen Bureau der Gesellschaft, über „Die Entwickelung 
und gegenwärtige Bedeutung der Hamburg-Amerika-Linie" 
bereiifindcn lassen. Der Redner wies einleitend auf den 
gewaltigen Aufschwung hin, den Deutschlands Handelö- 
fchiffahlt seit Wiedererstehung des deutschen Reiches ge 
nommen habe. ES sei eine neue Hansa auf dem Meere 
erstanden und das stetig wachsende Interesse des Binnen 
landes an Schiffahrt und Seewesen lasse erkennen, daß 
etwas wie frischer Seewind durch alle deutschen Gaue gehe. 
Der Redner gab dann in kurzen markanten Strichen und 
unter Anführung nur derjenigen Momente, die den Werde 
gang der Hamburg-Amerika-Linie nachhaltig und richtung 
gebend beeinflußt haben, ein eingehendes Bild der ver 
schiedenen Entwickelungsphasen, die Deutschlands älteste 
Schiffahrtsgesellschaft von ihren ersten Anfängen als kleine 
Hamburger Segelschiffsrederei bis zu ihrer jetzigen erdball- 
umspannenden Größe durchlaufen hat. Eingehend wurde 
besonders die Entwickelung der Gesellschaft während der 
letzten Dezenten geschilderi. Die Politik der stetigen und 
energischen Ausdehnung des Liniennetzes, die tiefgreifenden 
Veränderungen innerhalb des Schiffsparks, die durch das 
Streben nach möglichster Anspannung an die drei Haupt 
forderungen des modernen Seeverkehrs nach größtmöglicher 
Schnelligkeit, Sicherheit und Ladefähigkeit des Schiffes, 
herbeigeführt wurden, der Sieg der deutschen Schiffahrt 
über ihre Konkurrenten in der Ozeanfahrt infolge jenes 
ununterbrochenen Aufstieges zu immer vollkommeneren 
Schiffstypen, das Wachsen der Arbeitsleistungen und damit 
zusammenhängend, die Bedeutung der Hamburg-Amerika- 
Linie für das gesamte wirtschaftliche Leben unserer Nation, 
die Schaffung der gewaltigen immobilen BetriebSein- 
richtuugen in Hamburg, der Auswanderhallen und der 
neuen Hafenanlagen auf dem linken Elbufer, der gegen 
wärtige Umfang und die Organisatinn des Betriebs 
personals usw. wurden ausführlich dargelegt. Auch der 
Vergnügungsfahrten zur See, die die Hamburg-Amerika- 
Linie neben der Frachtschiffahrt und der Personenbeförderung 
als dritten Tätigkeitszweig sorgfältig gepflegt hat, sowie 
der Verschmelzung des früheren Stangen'schen Reisebureaus 
mit der Hamburg-Amerika-Linie und der dadurch her 
gestellten einheitlichen Organisation des gesamten deutschen 
Reiseverkehrs mit ihren mannigfachen nützlichen Folgen, 
wurde Erwägung getan. Mit einem Hinweise darauf, 
daß man in den bisherigen Erfolgen unserer großen 
deutschen Schiffahrtsgesellschaften eine Gewähr dafür er 
blicken dürfe, daß der Weg des deutschen Handels und der 
deutschen Schiffahrt im Weltverkehr auch künftig aufwärts- 
gehen, schloß der Redner seine ca. einstündigen interessanten 
Ausführungen, um dann nach einer kurzen Pause an der 
Hand sehr instruktiver Lichtbilder seinen Zuhörern noch 
eine Schilderung des technischen Reedereibetriebes, des 
Lösch- und Ladewesens rc. zu geben. Eine Reihe den 
Vortrag ergänzende Drucksachen. Broschüren, Prospekte rc. 
war der Versammlung seitens der Hamburg Amerika-Linie 
zur Verfügung gestellt worden und wurde mit Dank ent 
gegengenommen. Ebenso fand eine kleine Ausstellung von 
Photographien, die Hafenbilder, Jnnenräume der Schiffe 
der Gesellschaft, Szenen aus dem Lösch- und Ladebetrieb 
und dergleichen darstellten, reichste Beachtung. Der Vor 
sitzende des Vereins, Herr Direktor Haenschke, sprach dem 
Redner für seinen anregenden und lehrreichen Vortrag den 
Dank des Vereins aus, ebenso wurden der Direktion der 
Hamburg-Amerika-Linie warm empfundene Worte des 
Dankes für die aufgewendeten großen Opfer und Mühen 
der ganzen wohlgelungenen Veranstaltung gewidmet. 
— Firmeneintraguugen. Bei Nr. 26 288 (Firma: 
Adolf Matthews u. Co., Charlottenburg): Inhaber jetzt: 
Adolf Gose, Kaufmann, Schöneberg. Die Prokura deS 
Adolf Gose ist erloschen. Die Firma hat ihren Sitz jetzt 
in Schöneberg. — Bei Nr. 19 047. (Firma P Hrabowski, 
Berlin): Der Ort der Niederlassung ist nach Schöneberg 
verlegt. Inhaber wohnt in Schöneberg. 
— Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
in Schöneberg an der Martin Lutherstraße 65/66 belegene, 
zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf 
den Namen des Maurermeisters Fritz Behne in Char 
lottenburg eingetragene Grundstück am 30. Januar 1906, 
Mittags 12 Uhr, versteigert werden. . Das Grundstück 
ist mit 0.06 Mark Reinertrag und einer Flache von 
17 Ar 78 Quadratmeter zur Grundsteuer veranlagt. 
— Ueber den Nachlast des am 31. Oktober 1905 
zu Schöneberg, Martin Lutherstraße 80, verstorbenen Schuh 
machermeisters Wilhelm Schön ist am 29. November, 
Nachmittags 2 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Der 
Kaufmann Wilhelm Schultze in Berlin, Am Karlsbad 14, 
ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen 
sind bis zum 20. Januar 1906 bei dem Gericht an 
zumelden. 
Werlin und Wororle. 
8 Die städtische Nord-Lüv-Linie und die Auf 
fichtsbehörden. Bezüglich der städtischen Unterpflaster- 
bahnlinie Süd-Nord, wie sie — entgegen jahrelanger Ge 
pflogenheit im Rathause — jetzt in der Magistratsvorlage 
vom 23. d. Mts. genannt wird, so wird uns geschrieben, 
ist widerholt betont worden, daß diesem Projekte die 
Stadtbehörden „durchaus wohlwollend" gegenüberstünden. 
Das ist an sich nicht unrichtig, aber vorläufig nur, sozu 
sagen, „generell zu verstehen. Allerdings hat der Polizei- 
Präsident genau vor 4 Jahren, am 25. November 1901, 
dem Magistrat im Einvernehmen mit der Kgl. Eisenbahn 
direktion Berlin, mitgeteilt, daß „der Idee der städtischen 
Körperschaften, eine Unterpflasterbahn von Norden nach 
Süden zu erbauen, seitens der Polizeibehörde grundsätzliche 
Bedenken nicht entgegenstehen." Dieses Schreiben bezog 
sich indeß auf ein durch die Chaussee- und Friedrichstraße 
gedachtes Nvrd-Süd-Projekt, das den Aussichtsbehötden 
nur in einem skizzenhaften Entwürfe vorgelegen hatte. 
Wenn freilich die Behörden damals keinerlei Bedenken 
gegen die Untertunnelung der teilweise sehr engen und mit 
Rohren aller Art dicht belegten Friedrichstraße äußerten, 
so darf um so mehr erwartet werden, daß die danach ab 
geänderte Linienführung, durch die Charlotten-, Mark 
grafen- und Lindenstraße, der staatlichen Genehmigung 
sicher ist. Das neuere Projekt, dargestellt in Umdruck- 
Plänen, ist erst vor wenigen Tagen dem Polizei-Präsi 
denten behufs Herbeiführung der landespolizeilichen Ge-
        
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