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Periodical volume Nr. 278, 27.11.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Te^BerflDr^r'r^htr” 11 ^ mit ^rönjen geschmückt worden. 
2u» X -iVXt b ZrT {••r rs -* 
7/-- 1W.US. L^ÄLe?" ® Pra4- 
abenb«?v*Uhr <>,,Äe *V V *' ' Sjjli,ltut} ^ den 29. Novbr., 
^rflflnVi\ n «t S» st ? Uet ber Kgl. Musikdirektor Beruh, 
unter Mitini^e ^karten-zi i:ci.e das nächste Orgelkonzert 
^'äulein S>s^ i»”.* D0 / t ? ^ rau lLharlotte Kimpel (Sopran), 
und «Wr <■ ■ Herrn Armin Liebermann (Cello) 
und Herrn Hernr.ch Scholz (Orgel). Der E.ntritt ist frei 
Seehiter Herr Redalt 
Zuschriften. 
ich mir ''Wit 'irr^ tat! Ihrer Anregung entsprechend. Matte 
• i . n ' ett n r d e NlU>n 7 ^ ^ ... ... 
2^, empfehle. die Straßez: 
Strotzen in Lorschlag zu bringen 
in s'sh deutschen F äff n zu benennen womit 
Saarsiriv, aü^°"-.lsUl)'sr d r «nsava gemacht wurde. (Rheinstraße, 
» Wo»:m*aBc. Jllstraß0 Ich schlage vor. die qu Straßen 
«ratze iId' ^"^rstratze, Siegstraße. Lahnsiraße, Eger- 
„tl Obernratze oder auch nach anceren Flüssen. Bei dieser 
gestatte ich nüi ergeb,nst, die Aufmerksamkeit des Herrn 
v Ju ^ '0 genden Übe,stand in Frietenau zu lenken: Mit 
«roir sprechen die niiedenauer von den zahlreichen Bäumen in ihren 
ik r , u °ii n di i aber d,r Meinung: Allzu viel ist ungesund 
tU in B zug auf die Grüße und den Umfang der Bäume, 
f j“’"/ hat man wohl in jedem .Ki tz", aber nicht schöne Häuser mit 
prächtigen Fassaden, wie solche jetzt in Friedenau gebaut werben. 
Die Baumriese» einiger Straßen verdecken die Fassaden, verfinstern 
»re Llraßen und die unteren Geschefse der Häuser und verhindern 
den rkutrut von frischer Luft, versorgen unS aber im Sommer reichlich 
»rt Insekten. Ich bin der Meinung, daß 8ust und Licht viel 
»rchtigere Faktoren silr die Gesundheit sind, als Bäume. Straß,», 
in denen nur kleinere Bäume stehen, machen einen viel freundlicheren 
and durch die schönen Faffaden einen viel vornehmeren Eindruck als 
«»»lenigen Straßen in denen Bäume sieben, die einem Urwalde Ehre 
machen würden. In den unteren G schaffen muß man vorzeitig GaS 
an ünden, kommt man in die oberen Geschoffe, dann atmet man zwar 
auf sieht aber statt der Straße ein ChaoS von Ästen, Zweigen und 
Blätlern. Mein Vorschlag geht nun dahin, entweder die Baum- 
krrnen zu beschneiden oder jeden zweit-n Baumriesen zu fällen und 
durch einen jüngeren Baum zu ersetzen — wie es in anderen Orten 
schon geschehen ist. Nach einigen Jahren wird oer zweite Teil der 
alten Generation in gleicher Weise beseitigt und ersetzt. 
Hochachtungsvoll Wilhelm Gallanb. 
Zur Etraßenbenennung der neuen Straßen unseres früheren 
Sportvlatzes geht uns von einem alten Abonnenten und Freund unteres 
-»kaltlatteS Folgendes zu: Bevor der Gemeinde-Familienrat über die 
Namensnennung unserer jüngsten Gemeindekinder, denen eine große 
Zukunft an ihrer Wiege gesungen wird glschloffen wird, erlaube ich 
mir noch folgende Taufnamen vorzuschlagen. Wir wollen nicht in die 
Ferne schweifen »der den Kalender zur Hand nehmen, um nach Namen 
zu suchen, bleiben wir in der eigenen Familie. So nennen wir den 
neuen Platz in Anerkennung der großen Berdienste, welche sich unser 
tüchtiger, allgemein verehrter Bürgermeister um das Gemeindewohl 
FriebenavS erworben hat.- .Bürgermeister Schnackenburg-Platz". B,i 
den Straßen stehen die Semeinheoertreter Pate, anfangend mit den 
an Lebensalter und Dieastalter als Semeindcoertreter «ltesten. Die 
jenigen, welch« jetzt bei den Sportparkstraßen als Pate nicht b-ran- 
gezoq n werden, werden bei Neuanlage anderer Straßen des Ortes 
ihre Namen gebe«. Also nennen wie die Straßen Homuth, Bache», Karl 
Hendrich-, Schremmer-, Leo Schultz-, Hermann Schu-Straß« usw. Unseren 
»erstorben n verdienstvollen Schöffen Lessvre nicht zu vergessen. Mein 
Vorschlag fand in Bekanntenkreisen allgemein sympatisch« Aufnahme 
und glaube ich in dieser Hinsicht fast die ganze Bürgerschaft zur 
Seite zu haben. Bei der aufblähenden Gemeinde weiden an das 
Ehrenamt eine-Schöffen und Gemeindeoertrete:S grcße Anforderungen 
««stellt. Man kann von diesen Herren mit Recht sagen, daß ein jeder diesen 
Anforderungen roll und ganz nachkommt. Darum ist es auch nicht 
mehr wie billig, daß wir sie für igre aufopfernd« Tätigkeit in der 
»orgeschlcgtnen Weise ehren. .Übrigens ist in dieser Richtung schon 
der Anfang gemacht indem wir eine Roenneberg- und Fehlerstraße 
haben. Geht man durch diese Straßen, erir nert man sich gern, di irr 
ehrwürdigen verdienstvollen Herr n Th. St 
darauf zu achte», daß gleich'autmde oder ahnueye, möglichst nicht schon 
in Berlin oder näheren Vororten bestehen. Denn, wenn auch weit entfernt, 
muh er» Guß-Berlin doch im Auge «ehalten und damit alle gleich- 
lautenden Namen beseitigt w.rden. Weshalb ivll man auch in die 
Ferne schweifen nach Namen auS fremden Gebieten, während daS 
Gute so nahe liegt. Hier bietet sich eine selten günsti e Gelegenheit 
der Minner ehrend zu gedenken und sie unvergeßlich zu erhalten, 
welche in dem gr ßarligen Aufblühen unserer Gemeinde unter An 
setzung ihrer Kräfte gewirkt haben und so wie sie vereint gearbeitet, 
sie auch hier vereint und umringt um das Haupt der Gemeinde zu 
stelle». Ich nenne den Platz: .Schnackenburg-Platz" und die sieben 
Straße» nach den ältesten und bewährtesten Mitarbeitern (Schöffen 
und Beigeordnete») Selbst eine Schulzstraße gibt es in Groß-Berlin 
noch nicht. Hierbei sollte Lokalpalrictiemus allein ausschlaggebend 
sein. Hochachtungsvoll Obermelt. 
Hochgeehrte Redakrivn! Die vielen Vorschläge zur Naiven ebung 
unsere- Sportparkgelindes, die Sie in der gestrigen Nummer bekannt- 
gab»«, zeugen, daß trotz unserer uns mit Skoz erfüllenden elekftijchen 
Straßenbeleuchtung, noch kein erleuchteter und moderner Geist sich 
daran beieiligt hat. Was lag wohl näher, als der Dänncr zu ae- 
lenken die durch ihie Geistesschärfe und intensives Arbeiten eS 
erst ermöglicht haben, daß uns diese Wohltat zu 'eit werden konnte, 
und Friedenau könnte sich keine größere Ehre selbst geben, als einen 
maanet'sch-eleklrischen Slraßentert zu besitzen. Aber nun nicht eng- 
herzig wählen, vom Parlikulansmus triefend, sandein neben unserem 
Si'wens, Ruhmkorff, Gauß, auch dem Jialiener Volta, dem Dänen 
Orstedt, dem Franzosen Ampöre, dem Engländer Faraday, die so 
wohlverdiente Dankbarkeit und Ankennung zollen. Diese Vorschläge 
mache ich nur als Laie und bitte Fachgelehrte die eventmlle Auswahl 
zu treffen. Auch unseren Gymnasiasten würde dieses mehr ein- 
leuchtend sein, wie die heut meist verfallenen Nester der alten Griechen. 
Ich wollte Si- bitten, düsen meinen Vocschlag in Ihre: Zeitung den 
geehrten Fiiedenaucrn bekannt zu geben und würde mich freuen, 
wenn auch nur wenige z,stimmen würden. Aber ich fürchte, daß bei 
unseren vielen en Knopflochschmerzen leid.nden Einwohnern der By- 
zantismus wieder seine Oigie» feiern wird, daß auch wir der Lacher- 
Irchkeit, wie i>bon so manch« Gemeinde, verfallen, und wir Straßen- 
namen bekommen, die auf einer Seite kaum auszuschreiben find, als: 
Prinzessin Viktoria Luise-Straße, Prinz Eitel Friedrich.Straße, oder 
wie in Berlin: Prinz August ,on Württemberg-Straße. Einer hock- 
aeehrten Redaktion zeichnet ein nach Erleuchtung für sich und Friedenau 
strebender Einwohner. 
Den wiederholt gege ßelten traurigen Zuständen der Kaiserallee zwischen 
Friedrich Wilhelmplatz und Ringbahn wird jetzt dadurch abgeholfen, 
daß ein mindestens 60 jähriger Steinsetzer mit seinem ebenso alten 
Handlanger den Bürger ieig mit kleingeschiagenen Steinen zu pflastern 
beginnt. W,nn die Arbeiten so rüstig, wie sie begonnen haben, 
weiterschreiten, haben w r Friedenauer.'.die wir, um unsere Arbeitsstätten 
in Berti» aufzusuchen, täglich zum Ringbahnhof gehen müffen, das 
Vergnügen, die beiden allen Herrn bis zum nächsten Frühjahr arbeiten 
zu sehen. Wir werden uns durch das Waten durch Wasser und 
Schmutz noch manchen Schnupfen holen, wenn uns nicht die Natur 
beisteht und durch Frostwetter einen passierbaren Weg schafft. Pi 
Verehrlich« Redaktion! Ihre Anregung auf Lorichläge von 
N»«e» an« Bürgeikreisen heraus, für das ehemalige Svortplatzge- 
lind«, ist «ine gute Idee. < «t der Wahl der Namen ist besonders 
KerlchMches. 
P. Diebstahl. Am 6. Oktober d. IS. hotte der Hauseigen- 
tümer und Inhaber eines Milchgeschäfts Gericke dem Hausdiener 
Emil Eiederleben, nach achttiger Beschäftigung entlaffen S. kam 
am folgenden Tage wieder in daS HauS seines gewesenen Dienstherrn 
zurück, um zu stehlen. Er fand, alS er zurückkam, die Haustür offen 
und stieg «um dritt-n Steckwerk empor, wo die übrigen bei G. be- 
schäfiigten Leute rhre Ech'afkammera haben und ihre Sachen aus- 
bewahren Ein Hund im Hause rerriet die Anwesenheit des Diebes 
der abgefaßt wurde, als er Kleidungsstücke und ein Portmonnaei mit 
Geld sich angeeignet hatte. Bor der dritten Strafkammer tes Land 
gerichts W. war der aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis vor- 
geführte Angeklagte geständig, die verschlossenen Türen mit einem 
Dietrich geöffnet zu haben. ES lag schwerer Diebstahl vor. Das 
Urteil lautere aus 4 Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem 
Monat Untersuchungshaft. 
Vermischtes. 
' ..Mortuos plaugo" — so stimmen auch die Kirchenglocken 
ihre Totenklage an. ES ist ein sehr zeitgemäßes Thema, daß ber 
bekanute Archttrkt Max Kühnlein in seiner soeben erschienenen Schrift: 
.Die Kirchenglocken Groß-Berlins und seiner Umgebung" behandelt, 
nicht allein belehrend, sondern auch erbauend Es mag dem Ver 
fasser nicht leicht geworden sein, daS reichhaltige Material aus Aichiven, 
Kirchenbüchern und M--seen zusammen,»trage». Von den ältesten 
Zeiten aasgehend, gibt er eine wissen,chaftliche Darstellung der Ge» 
schichte der Glocken, die auch d n Hebräern, Chinesen und Ägyp'ern 
n cht unbekannt warm Abgesehen von den Kirchenglocken ohne 
Datum, deren «lrer sich nach bestimmten Regeln schätzen läßt, dürfte 
die älteste Glocke in Be:lins Umgebung 583 Jahre alt sein- wir 
finden sie in der Dorskirche zu Buckow, sie trägt die Jahreszahl 
1822. Jüngeren Datums, aber immerhin noch altehrwürdiger Her- 
kunft, find di« Glocken zu Bötzow (1415), der Berliner Nicolai-Kirche 
(1426), der Kirchen zu Blumberg (1467», Pankow (1470), des Berliner 
DomS (1471). der Dorfkrrchen -u Weisenfee, Mariendorf Dalldoif 
Mahlsdorf, Reinickendorf und Heinersdorf, welche sämtlich vor dem 
Jahre 1500 gegoffen worden find. Die größten und schwersten 
Glocken weist die Kaiser Wilbelm-Gedächtnirkirch- aus- der untere 
Durchmeffer der Königin Luiseglocke beträgt 2,8' Meter; ihr Gewicht 
>3800 Kilogramm AlS nächstscbwerste Glocke würde t ic der Georgen- 
ki che mit 9553 Kg. wicht folgen. Beide erscheinen aber klein im 
Vergleiche mit der Kaiserglocke im Dom zu Cöln, die 27150 Klg 
wiegt, mit den Glocken des Domes von Toulouse, deren größte 
27500 Klg. schwer ist In Peking hat man gar ein Glocken. 
Monstrum von 53000 Klg. Gewicht. Jntereff nt ist d S Verzeichnis 
der B-rirner Glockenguß r-Familien, von denen noch 17 hier und 2 
(Collier) in Zehlendorf ieftehen. Als ältesten Gießer finden wir 
den Namen Bach (1613) auf Glocken verzeichnet, die Namen d r 
Meister Meurer (1736), Thiele (1786) und Bachmann (>81?) Haben 
sich diS auf den y.uliqm Tag erbalten. Einen breiien Raum nimmt 
in der KüHnleinfchen Schrift daS Kapitel der Glocken-Jnschriften ein: 
wenn dies auch nicht alle Glocken umfassen kann, so sind es doch 
immer 186 Geläute mit 526 Glocken Groß-Berlins, deren Inschriften 
unS mitgeteilt und durch histoiische Beme kungen erläutert wurden. 
Gerate dies Gebiet ist bisher wenig erforscht zumal die Stadt- und 
D rs-Chroniken darüber meist kein Material enthalten. Dafür 
erzöhlen die ehernen Zungen längst enischwundener Zeiten, von der 
kindlichen Frömmigkeit unserer Altvordern,von früheren Fürsten, Geist- 
lichen, Lai>n, Patronen »nd Stiftern. Unsere ältest,.» Kirchenglocken 
tragen meist lateinische Inschriften, Bibelstellen, Sprüche Verie rc., 
später verewigten sich die Meist-r vieliach auch in deutschen Sprüchen. 
So liest man ausider Cöpenrcker Kirchenglocke, die Meurer-Berlin 1789 
gegoffen: .Bin ich gleich von Metall, so brach ich doch entzwey; da» 
muß das harte Herz auch in d>r Tat ersahrer; fragt ihr, wie lange 
ich vorher gebiauchet sei: Ein ganzes Saeculum riebst 58 Jahren." 
A f eine der kleineren Glocken steht.- .Aus dem Feuer bin ich ge. 
flössen, Christian H.intze hat mich gegoffen. Anno 16 lg. An Gotte» 
Segen ist alles g-legen" Mehr humorisftsch angehaucht erscheint uns 
die folgende Jn'christ einer der Biesenthaler Glocken: .Ich zeige 
Geborene und Gestorbene an, sowie es ein jeder verlangen kann. 
Wär ich nicht du ch daS Feuer verdorben 1756, so waren soviel nicht 
oh ie Anzeige g storben. Gebohren sind gleichfalls ohn' Anzeige sehr 
viel, eh' ich hab' wieder erreicht mein Ziel 1760." 
* 400 Seeleute im Sife eiugeschloffe«. Elf Walfisch- 
Fahrer, meist Dampfer, die Ansang Frühjahr von San Franzisco 
aufgebrochen find und längst überfällig sind, fitzen, wie von dort ge- 
meldet wild, i« arktischen Oiean mit über 400 Seeleuten fest und 
können ooraussichilich nicht vor Juli k. Js. freikommen. Die meiste» 
iieser Schiffe haben nicht ausreichende L.benSmittel-Vorräte um über- 
wintern zu können und es wird daher befürchtet, daß die Ärmsten 
dem Hungeriode verfallen werden, wenn ihnm nicht Hilfe gebracht 
wird. Ein Winter in jener Eisgegend bedeut-t ohnehin eine unsäg. 
liche Seidenszeit für die Mannschaften der eingeschloffenen Schiffe und 
wenn ,u den Unbilden der Witterung noch Hungersnot hinzutritt, ist 
der Tod den Leuten sicher. Wie die .California-Staats-Ztg." meldet 
wird die Regierung ersucht werden, den gefähideten Seeleuten Hilfe 
zu senden. Auch die Rheedefirmen rüsten eine Hilfsexpedilion auS, 
wie dies vor neun Jahren seitens der Regierung geschah, als dir 
Wa.fischfahrerflotte in den nordischen Gewäffem von einem ähnlichen 
Unglück heimge ucht wurde. 
' Eine Wette zwischen Adam und Ander. Adams Oper 
.Der Postillon von öongjumeau" sollte aufgeführt werden." Zu der 
Generalprobe erschien der berühmte Komponist Ander und gratulierte 
dem jungen Meister schon im Voraus .Ich fürchte, ich fürchte . . . 
meinte Adam. .Ach, waS ist da zu fürchten, Diable.ß ich wette, der 
.Postillon von Longjumeau" wird glänzenden Erfolg haben." .Um 
welche Summe? Sie fallen durch!" .Um 150 Louisdor, die Oper 
wird gefallen." — Die Aufführung fand an demselben Abend stait. 
Vorn in der l. Reihe saß der berühmte Künstler Auber, der nach 
jeder Piece laut Beifall klatschte. Wer hätte d« gewagt, ein entgegen- 
gesetztes Zeichen laut werden zu lassen! Die Folge davon war, daß 
die Op>r einen koloffalen Erfolg errang. Am nächsten Morgen er 
schien «dam mit f urigem Dank und überreichte ihm den Betrag der 
Welte die der überglückliche Adam gewiß nicht ungern verlor. 
Amtliche Anzeigen. 
Auspr«che an die Bevölkerung 
über d e V-»eutur g und AuSsührui g der 
Volkszählung am 1. D z-mber 1905. 
Mit dem t. Dez-mbe. d. I. kehrt in 
Preuze» wie im ganz.» Deutschen R-iche 
»er Tag d-r Volks ähl ng wird r. 
Tie unbedingte Notwendigkeit regel 
mäßiger Aufnahmt u dieser Art ist allg-mein 
airerkanat Kein Volk vermag sie zu ent 
behren daS siü über die Giundlaaen 
stiaer Grö.e und Entwickel.ng, insbe 
soniere über Zahl. Geschlecht, Alter 
Fa»ilienstand, Be:ui R lig cnsbe'ennlnis 
nb '»nstige periönl che Eigenschaften seiner 
I«gthsrigen outerr-itten will. Die Er 
z«d»iff« »er Volts,ählung dien n ab.r bei 
»s »it«! nur der wiffei fchaftliche» Cr 
forschnng w chliger vethältniffe deS Volks 
Ichas, sondern auch mancher ei prakiischen 
Zvecken, »;« der Verteilung gemeinsamer 
8»kidifte und L ifirn der ein elnen Bunde» 
» ta. d,r Regelung ker Mün prägun z 
ie der Ordnung rie er Verbältniffe. 
«ich« sich nach der Volkszah! richt«», wie 
». v. die Zuständigkeit von Behör en der 
«ügemei en Landesoerwaltung, die Bildung 
»a Ktadtkrrisen und Uraahlbez rken, die 
>«hl von Abgeordnettn >u den KrciS 
i«4 Provin.iatlandtagen, sie G-mei»de 
mahlen usw. 
Ei r Aus ahme von dem U. sänge der 
Volkszählung ist nicht ohne erhebt che Mühe 
bwch-nfth en. Ein Blick aus den Verlau' 
Ich ZähloerfahrenS zeigt aber sogleich daß 
der Bevölkerung selbst hieraus Verhältnis 
«üßig nur wenig Arbeit erwächst. 
In de» Tagen rom 28. bis 30. Ro 
»Ober b. I. «erden im ganzen Staa e 
rt»a ein« viertelmillton Zahler bei den 
«wzr'n.n Haushaltung-» von.rechen, um 
für jede in der Nacht vom 30 Nooember 
«f len I. Dezraib r voraissichllich dort 
a»«i«nde Perion eine .Zählkarte A" und 
ffc jede Haushaltung ein .Haushaltunqs- 
»azeichnis 8" zu üb-r eichen. Als Un- 
schlag tür di se Papier« dien' ein .Zähl- 
trief C/D", d-m zügle ch eine .Anleitung 0" 
>M Aas'ällung d r Zählkarte sowie je eine 
Austerausfüllong au qeoruckt ist 
Die .Haushalivngsoo stände, d. h die 
ianuienhäuptcr haben nur 
,) die Zthlpapiere in Empfang zu 
Vhmen, 
b) ne gemäß der Anleitung 6 auszu- 
sÜIen oder durch gee gnete Dertr-tec aus 
säte :u lanen und 
v) sie vom 1. D »ember d. I Mittags 
12 llhr an zur Abholung durch den Zähler 
b reitzuhalten. 
Die Fragen der Zählpapier« find nicht 
zahlreich, durchweg cinsach und völlig un- 
verfänglich. Niemals we d.n die durch die 
Zählung gewon-enen Nachrichtcn über 
einzelne Personen veröffentlicht cder für 
andeie alS statistische besonders auch nicht 
für steuerliche Zwecke benutzt. Die aus 
den Zählpapieren gewonnenen Ergebnisse 
gehen in allgemeine Tabelle» über, in 
w->lch n der ein,eine Mensch nicht mehr 
eikeundar ist. Die Zählpapiere selbst 
weiden nach beendigter Arbeit enge 
stampft; jedermann darf danach sicher sein 
daß die Angaben seiner Zählkarte über 
Alter, Religion, StaaiSngehörigkeit, 
TI ilärverhäl nis, Beruf und Eiwerb, 
etwaige Mängel und Gebrechen usw. nicht 
vor unberufen' Augen k-.mr:en oder an 
lie Öffentlichkeit gelangen. 
Auf ein vertrauensvolle; Entgegen 
kommen der HauSha'tungSvorstäiche wi 
überhaupt der gan«en Bevölkerung, auch 
hinsichilich der nicht vom Staate, sondern 
von einzelnen Gemeinden gest klten Fiagen 
dürfen die Zähler li.rnach wohl um so 
eher rechnen, als diese Münster ih e uni 
fangreiche und mühevolle Arbe t fast 
säaitiich freiwillig übernommen habe» u -d 
d m Gem.inwcs-.n dadurch w-rto lle Dienste 
leiste». Nachdem die zuständigen Behörden 
Anordnung getroffen haben daß den Be 
amten der verschiedenen Beiwaltunzen die 
sä- ihre rege Beteiligung am Zählgeschäfte 
erfordeilichen Diensterl ichterungen zu ge- 
währen sind, darf erwa tet werden, baß 
alle noch hinreichend rüstigen, dienstlich 
abkömmlichen R.ichs-, Staats- und Ge 
meindebeamten einschließlich der an höheren, 
Mittel- cder B.lksschulen angestellten und 
wegen Ausfallens des Untenich es am 
Zahltage di nft reien Lehrer einer Aus- 
sofe-unz der Gemeindebehörde das Ehren- 
awl eines Zählers zu übernehmen, bereit- 
willigst Folge lei ten werben. 
DaS Gelingen der «U'nahme hangt 
wesentlich von dem Zusammenwirken der 
Wähler mit den Haushallungsrocständen 
ab Diese werben deshalb ersucht, den 
gäylein ihr Amt nach Möglichkeit zu er- 
ttl-bteli, und ihn-n unnütze Gange oder 
Aibelien zu eriparen. Sie können dies 
tun durch rich ige, deuiliche Ausfüllung 
der Zählvapi re. bereilwilllge «Uokunft 
über etwaige Lücken oder Undeutlichkeiten 
“ der Ausfüllung und durch die Sorge 
für si be e und schnelle Emi fan.mehme der 
% l sowie deren Be.eithallnng zur 
Wi derabholung — auch iür dm Fall, daß 
der Haushaltungsvoistand selbst nicht zu 
Hause'lein sollte. Die Zähler genießen in 
der Ausübung ihrer Pflichten den b? 
sonderen Schutz der Gesetze; es wild aber 
wohl kaum einer ion ihnen diesen anzu 
ru-en blauchen, sondern alle werde» ohne 
Weiteres die Rücksicht finden, die jeder für 
dar allgemeine Beste al beitende Staats 
bürger beonsoruchen dark. 
DaS Königliche Statistische Landesamt 
wird daS Se.nige tun, um den llrstoff der 
Aufnahme möglichst schnell aufzubereiten 
und ihn durch auSgiebige Veröffentlichungen 
für d e G setzg.bi.ng, Verwaltung, Wlffen 
schaft und VolkSwohlsahit nutzbar zu 
machen. 
Berli", im November 19 5. 
König!. Preuß scheS Statistisches Landesamt 
Dr. Blenck, Präsident. 
Veröffentlicht: 
Friedenau, den 6 November !905. 
Der Gemeinde-Vorstand. 
Schnackenburg. 
Hohenzollerntheater 
Friedenau» Haudjeeyftr. 
Direktion: AdOlT Betlle. 
Dienstag» den 28. November 
Aas vielseitige» Waatob l Neu einstudiert 1 
Die goldene Eva 
Luflsviel in 8 Akten von Franz v. Schönthan. 
Stiadigee, überaus erfolgreiches 
Repertoirstäck des Berliner Lessieg- und 
Schiller-Theaters. 
«reise der Plätze tu«. Garderobe 
und Billettsteuerr 
Im Vorverkauf: Loge 1,75 M., Sperrsitz 
l,25M., Balkon l,00M., 2. Platz 60 Ps. 
An der Abendkaffe: Loge 2,00 M., Sperrsitz 
l,50M., Balkon 1,25 8», 2. Platz 70 Pf. 
Vorverkauf: Im Hohenz- llernrestaurant, 
>n der Papierhandlung Ebers, Rheinstt. 15, 
in dem Porzellangeschäft Berger, Rheinstr. 10. 
in der Drogeri: Dankmar HermannNachflg-, 
Dürerplatz, sowie in den Ziganenhandlungen 
Möbring, am Wannseebahnhof u.Schuppan, 
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KasseaerllTa. 7 Uhr. Aas, prfa. 8 Uhr. 
Spislplan der Kgl. Schauspiele 
Opernhaus. 
Dienstag. La Traviata. 
Mitwoch. Sinfonie-Konzert. 
12 Uhr: Sinf-nie-MatinSe. 
Mittags 
Donverstag. Aaioa. 
Freilag. L onore 
Sonnabend. Tristan und Isolde. 
Sonntag. Bajazzi. Covpelia. 
Montag. Das Rhe ngold. 
Schauspielhaus. 
Dienstag. Der Froschköniq. 
Mittwoch. Die Jou-nalistea. 
Donnerstag Wilh.lm Tell. 
Freilag. Der Froschkönig. 
Sonna'.end. Der schwur der Treue 
Sonntag. Der Schwur der Treue. 
Montag. Der Froschkönig. 
Neue« ftänigl. Ope-u-rheoter 
Sonntag. Der schwa'ze Domino Nachm. 
Uhr: Gustao Adoli-Fest piele. 
jOanüßarüeit 
(Sinti «ich. an na» un«Us»>«ch ffitls-, 
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6157; Thorwaldsenftr. 15 d. Wirt. 
Stützen» Kinderfräulein, Köchinnen, 
Hausmädchen rc. können sich melden bet 
d r K chriftsührerin des Vereins .HauS- 
frieden", Fcl. KiButh, Cranachstratze 5» 
Gth. L Bei Anmeldung sind 2 M. zu 
hinterlegen, die zurückerstattet werken, aber 
nur dann, sobald durch den B-rein auch 
wiiklich die Veimitt lung erfolgt. [6103 
Aufwärterin von 8—11 gesucht 
6151] Beruh«-dftr. 10 II geradezu. 
Aufwärterin 
sofort verlangt Rhetuktr. 56 I l. [6156 
flafwarlung"" a ^,^;, ( 6 ,! M 
Dum Ausfahren eines Kindes ein 
halbwüchsiges Mädchen 
iür die Vormittagsstunden gesucht. Z» 
melden von 2—5. (6154 
Bloch, Fri'denauer Sie. 88/69. 
Schutmäöchen 
verlangt Kuausftr. 13 III r [6152 
frau 
od Mädchen zum Milch» 
anstrageu verlangt (6127 
Hedwigstr. II. 
Frledenauer 
Spar- und Darlehnskasse 
E. G. m. b. H. 
Friedenau, Rheinstrasse 9 
Gartenhaus links pari 
H-schLftst-tt: 
Vorläufig 9—12 Uhr Vorm. 
W«oh««ivepk«Hi>. 
Lombard. 
Scheckverkehr. 
Sparkaffe 4 Proz. 
Annahmestellen; 
1. In der Geschäftsstelle, Rhein- 
straße 9. 
2. bei H anS L o r e n z, Rheinstr. 55. 
Bei letzterer Annahmestelle zu 
jeder Tageszeit. 
Der Korstand. 
(tust. Haustels. 
Haas Lorenz. Fr. Zstzaaaa.
        
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