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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Beilage zu Nr. 272 des „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Sonnabend, den 18. November 1905. 
Sonntagsplauderei. 
Man gesteht es nicht gerne ein, und doch ist dem so. 
ES gibt wohl nur wenig Frauenherze n, in deren geheimsten 
Falten sich nicht ein Restchen Aberglaube versteckt hielte. 
Dabei nimmt er sich so harmlos aus, als hätte er nicht 
die geringste Stammverwandtschaft mit dem finsteren 
Gespenst des Mittelalters, dem so u nendlich viel Menschen 
glück zum Opfer gefallen ist. Aber das Licht bes 20. Jahr 
hunderts hat den Aberglauben in d er Tat seiner Schrecken 
entkleidet. Die schwärzeste aller Finsternisse, die je die 
Menschheit umnachtet, hat sich zu einim zarten Dämmerungs 
flor abgeklärt, zu einem Hauch von Romantik und Mystik, 
mit dem jetzt elegM'te Dcünen zu kokettieren lieben. 
Ist etwa nicht die Wechselbeziehung zwischen uns und 
einem vierblättrigen Kleeblatt, einem Marienkäfer, die 
uns Glück bringen sollen, eine poetische? Ebenso wird 
der Glaube, daß die Träume der Johannisnacht in Er 
füllung gehen, kaum Schaden stiften, oder daß eine 
Sternschnuppe den leise ausgesprochenen Wunsch von 
unseren Lippen auf ihrem Wege durch die bodenlosen 
Himmelstiefen dem Schicksal zur Erfüllung zuträgt. 
Welcher Backfisch zum mindesten wäre nicht der Versuchung 
dieser harmlosen Hirngespinste einmal erlegen in dem 
Verlangen, die geheimnisvollen Fäden in die Hand zu 
bekommen, die das unfaßbare All mit dem Ich verknüpfen I 
Man könnte auch hier sagen: Tiefer Sinn liegt oft 
in kindischem Spiel. Denn was sind all diese, wennauch 
unbeholfenen und unrationellen Bestrebungen anders, als 
die Ahnung, daß es mehr Dinge im Himmel und auf 
Erden gibt, als unsere Schulweisheit sich träumen läßt. 
Mit anderen Worten, es ist das prophetische Gefühl, daß 
in der Natur noch Titanenkräfte schlummern, mit deren 
Hilfe wir unser Dasein steigern, oder, wie der gewöhn 
liche Ausdruck lautet, wir glücklicher und besser werden 
könnten. 
Da wir nun aber nicht die Forschungsresultate von 
Jahrtausenden ick wenigen Minuten vorweg nehmen 
können und das weibliche Herz doch auch nicht auf die 
Erfüllung seiner berechtigten und unberechtigten Wünsche 
nach Glück verzichten möchte, so suchen sich u. a. die 
Damen in einigen Ländern, wie Rumänien, Galizien, 
Polen und angrenzenden Gebieten auf originelle Weise 
zu helfen. 
Sie haben sich nämlich die Edelsteine zu Bundes 
genossen Herangezogen, mit deren Hilfe sie die dunklen 
Schicksalsmächte beschwören. So soll im Januar die heil 
bringende Gewalt des Granaten über sie am größten sein, 
im Februar die der Perlen, im März die des Blutsleins 
oder Heliotrops, im April die des Diamanten und im 
Mai die des Smaragds. Glückbringend sind fern« Achat 
oder Katzenauge im Juni, Rubin im Juli, Sardonyx im 
August, Saphir oder Chrysolith im September, Opal im 
Oktober, Topas im November, Türkis im Deztzmber. 
Man steht, Damen, die sich das ganze Jahr über 
eines ungetrübten Lebenshimmels erfreuen wollen, können 
einen anständig gefüllten Schmuckkasten nicht entbehren. 
Eine gute Gelegenheit für aufmerksame Gatten und Ver 
wandte, zum Glück eines Geburtstagskindes das Ihrige 
beizutragen. 
Mehrere Broschen, Armbänder rc. von einer Stein- 
gattung sind ebenfalls nicht vom Übel, damit man an 
Festtagen nicht in Verlegenheit kommt, Alltagsschmuck an 
legen zu müssen. Darf doch auch nicht einen Tag, eine 
Stunde der glückbringende Stein ausgesetzt werden, soll 
anders nicht eine Unterbrechung des wohltätigen Zaubers 
stattfinden. So wird denn auch faktisch von den Damen 
der betreffende Talisman weder im Bade, noch bei Nacht 
abgelegt. Selbst in diesem Falle will also das Schicksal 
durch Selbstverleugnung bezwungen werden. 
Leider gehen uns vorläufig noch alle persönlichen 
Erfahrungen über die Wirksamkeit dieser Magierkünste 
ab. Sollten indeß einige unserer Leserinnen mit dieser 
kleinen Hexerei Erfolg haben, z. B. beim Gewinnen des 
großen Loses, so bitten wir um liebenswürdige Benach 
richtigung. 
Vielleicht bekehren wir uns dann auch dazu. 
Zuschriften. 
Die Kaiserallee, keine Prachtftratze, sondern eine via mala. 
Über die lebensgefährlichen Zustände der Kaiserallee für Fuß- 
gänger, welche nach dem Ringbahnhofe gehen, ist in unserm Friede- 
nauer Lokal-Anzeiger in letzter Zeit wiederholt recht beherzigenswerthes 
geschrieben. Zuerst versuchte eine Dame ganz schüchtern auf die 
schlechten Wege hinzuweisen. — Umionst. — Dann wurde ein Herr 
in einer der nächsten Nummern schon etwas deutlicher mit seiner 
öffentlichen Beschwerde. — Auch umsonst. — Nun unternahm es 
wieder ein anderer, mit feiner Ironie die Gefahren zu >childern, die 
uns bedrohen, wenn wir „die Fuß^ängersteige" der Kaiserallee zwischen 
Friedrich Wilyelmplatz und Ringbahn benutzen müssen. Diese Fuß- 
wege erinnern mich immer an wenig begangene Pfade im Gebirge, 
mal aufwärts, dann abwärts, bald Geröll, dann ein paar Granit- 
blöcke mitten im Wege, dann ein metertiefeS Loch, dann ein mächtiger 
Stubben, dann ^ein kleiner See, mitunter ein gefällter Baum; dies 
alles findet sich auf den Bürgersteigen an der Kaiserall.e in Friedenau. 
Doch zurück zu dem ironischen Herrn; auch dieser ist von der 
Auffichisbehörde nicht beachtet oder nicht verstanden worden. Und so 
will ich heute aus die Haftbarkeit der Gemeinden bei vorkomm, nden 
Unfällen auf den von ihnen zu unterhalienden Wegen hinweisen, 
mögen sich die maßgebenden Stellen unserer Gemeinde nachstehende 
Gerichtsverhandlung zur Warnung dienen laffen. 
Der Tatbestand war dieser: A. ging an einem Abend am Ende 
Oktober gegen 6 Uhr im Dorfe 8. auf einem abjchü sigen Fußwege, 
der von der Fahrstraße, von der er einen Bogen abschneidet, über 
freie Plätze urd Zwischenräume zwischen den Häusern hindurchfühlt. 
Er stürzre dabei, brach den Arm und eryob Klage gegen die Gemeinde 
B., von der er Ersatz des ihm durch den Unfall entstandenen Schadens 
verlangte. Düsen Anspruch begründete er damit, sein Unfall sei 
herbeigeführt durch die Vernachlässigung der Beleuchtung und der In- 
standhaltung des Weges, der naß und schlüpsrig gewesen. Es liege 
also ein Verschulden der Organe der Gemeinde oor. Diese Beweis 
führung erklärte das Gericht für zutreffend, den Klageanspruch dem 
Grunde nach für zutreffend. Die beklagte Gemeinde bestritt, daß der 
in Frage stehende Weg ein öffentlicher sei; aber daS Gericht stellte 
diesem Bestreiten entgegen fest, daß der Weg ein öffentlicher sei. 
Ebenso nahm es als erwiesen an — gleichfalls gegen die Behauptungen 
der Gemeinde —, daß der Weg in Ermangelung der nötigen Ein- 
faffungen und Abflußgräben der Überstlömung der Jauche und 
anderem Echmutzwaffer und deshalb der Gefahr, schlüpfrig zu werden, 
ausgesetzt gewesen sei, und daß der Kläger A. auf der untersten von 
mehreren Stufen verunglückt sei, die auf einer ansteigenden Stelle 
des Weges angebracht waren — und zwar eben infolge der Be- 
feuchtung des Weges mit Regen — und anderem Wasser. Die 
Wegepolizeiordnung für den Regierungsbezirk Erfurt vom 12. No- 
vember 1853 bestimmt, daß zur ordnungsmäßigen Herstellung und 
Unterhaltung öffentlicher Wege alle Maßregeln getroffen werden 
müssen, die die Sicherheit und Leichtigkerl des Verkehrs erfordert. 
Auf diese Po.izeiverordnung verwies das Urteil. Es hielt sie nicht 
für befolgt, soweit der llnfallsweg in Betracht kommt. Das Gericht be 
trachtete die beklagte Gemeinde B. deshalb als haftbar für den Un 
fall des A., gemäß den Vorschriften der §§ 31, 89, 823 des Bürger- 
lichen Gesetzbuches. Es erging en diesem Sinne das Urteil, daß der 
Gemeinde Schadenersatz an A. auferlegte. 
Wenn erst verschiedene hohe Entschädigungen, die mitunter in die 
Tausende Mark gehen können, gezahlt werden müssen — und wir 
Friedenauer Steuerzahler müssen doch die Unkosten aufbringen — 
dann ist es zu spät. Darum müssen wir täglich unsere Stimme 
erheben und schreien, solange schreien, bis wir gehört werden von 
u^ermGemsinde-Dorstande. 
Sollte aber auf un ercm Gemeinde-Vorstande amtlich der Friede- 
nauer Lokal-Anzei.er nicht gelesen werden und dann eintretenden 
Falles die Gemeindebehörde den Einwand e>heben, sie habe die Artikel 
im Lokal-Anzeiger nicht gelesen und habe daher keine Kenntnis von 
den Übelstände, so richte ich an unsern Gemeinde-Vertreter Herrn Re 
dakteur Leo Schultz die Bitte, doch im Interesse der F.iedenauer 
Steuerzahler für diesen Zweck ein Gratis-Abonnement auf den 
Friedenauer Lokal-Anzetger für den geehrten Gemeinde-Vrrstand zu 
stiften, damit auf diese Weise der Gemeinde-Vorstand von den öffent- 
lichen Noiständen in Friedenau erfährt, 6iris. 
(Schöffe Draeger erklärte in der Gemeinde-Vertretung am 
Donnerstag, daß die durch Zuschriften im „Friedenauer Lokal-Anzeiger" 
gerügten llbelstände sofort beseitigt werden sollen. Hoffentlich ist 
mit der Regulierung des Bürgersteiges in der Kaiserallee begonnen 
worden. D. R.) 
Vermischtes. 
' Unter den ungarischen Dichtern des 19. Jahrhundert» 
nimmt Michael Vörösmarty, der heute vor 50 Jahren das Zeitliche 
segnete, eine hervorragende Stellung ein. Am 1. Dezember des Jahres 
1800 zu Nyek geboren, erhielt er seine Schulbildung auf dem Gymnasium 
zu Stuhlweißenburg und bezog später die Pesther Universität, um hier 
dem Studium der Rechtswissenschaft obzuliegen. Mit 24 Jahren be 
fand er sich im Besitz des Ado.-kutendiploms, allein die Liebe zur 
Schriftstellerei und Dichtkunst, die sich schon in frühester Jugend bei 
ihm offenbart hatte, veranlaßte ihn schließlich dazu, die juristische 
Karriere aufzugeben und sich gänzlich der literarischen Tätigkeit zu 
widmen. Sein historisches Trauerspiel „König Salomo", das roman- 
tische Gedicht „Der Sieg der Treue", sowie das Drama „Sigismund", 
Arbeiten, die während seiner Studienzeit entstanden waren, machten 
ihn rasch und auf das Vorteilhafteste beim Publikum bekannt. Auch 
die nun folgenden Werke, van denen hier nur die Epen „ZalanS 
Flucht", „Eserhalom" und „Eger", sowie das Trauerspiel „Kont" ge- 
nannt sein mögen, trugen nur dazu bet, seinen Ruf namentlich in den 
höheren Kreisen zu festigen und aus »breiten. Man brachte dem 
jugendlichen Dichter lebhaftes Interesse sowie ungeteilte Anerkennung 
entgegen und schon mit 30 Jahren erhielt Michael Vörösmarty einen 
Sitz in der ungarischen Akademie. Wahrhaft volkstümlich ist der 
Dichter trotz alld.m nie geworden, dazu waren seine Poesien zu schwer, 
dennoch glückte es ihm, mit einigen kleinen Liedchen auch in die 
unteren Schichten der heimatlichen Bevölkerung zu dringen. Pupulär 
• in diesem Sinne wurde vor allem sein „Aufruf", ein patriotisches 
Liedchen, das ihm seitens der Akademie ein Honorar von einem Du 
katen per Zeile eintrug. Während des Revoluiionsjahres 1818 war 
Vörösmarty Mitglied der Nationalversammlung und gehörte später 
hin auch dem Pesther Äegnadigungstcibünal an. Aus diese Weise 
stark in die politischen Ereignisse jener unruhigen Zeit verwickelt, 
wurde er seitens der österreichischen Regierung eines Tages in Haft 
genommen, jedoch, nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt. 
Die Vorfall, im Verein mit dem Ausgang, den die revolutionäre Be 
wegung genommen halte, übte aber eine derartige Depression aus 
das Gemüt des Dichters aus, daß er Jahre hindurch keine Feder an 
rührte, bis er sich.endlich 1854 auf dringendes und liebevolles Zu- 
reden seiner Freunde und Bekannten zur Wiederaufnahme seiner 
literarischen Tätigkeit entschloß, doch war seine Produktivität erlahmt 
und er begnügte sich hauptsächlich mit der Tätigkeit des Uebersetzen», 
indem er Shakespeares Werke in das magyarische Idiom übertrug. 
Am 19 November des Jahres 1855 ging Michael Vörösmarty zur 
ewigen Ruhe ein, seine Familie in Not und Dürftigkeit zurücklassend. 
Ein Aufruf an die ungarischen Patrioten aber, in welchem sein In 
timus Franz Döak zu einer Geldsammlung für die Hinterbliebenen 
des entschlafenen Dichters die Anregung gab, zeitigte einen ungeahn- 
ten Erfolg. In kurzer Zeit war ein Kapital von 100006 Mark bei 
sammen, das ein beredtes Zeugnis für die Wertschätzung ablegte, 
deren sich Vörösmarty bei seinen Landsleuten erfreut hatte. 
' Heute vor einem Iaht hundert wurde Ferdinand Vikomte 
de Lesscps. der bekannte Erbauer des Suezkanals, zu Versailles ge 
boren. Während der Jahre 1825—49 im Dienst der Diplomatie 
stehend, leitete er v.n 1859—69 den Durchstich der erwähnten Land 
enge, die Afrika mit Asien verband, ein Werk, das, nebenbei bemerkt, 
einen Kostenaufwand von 494 Millionen Franks erforderte. Vom 
Jahre 1879 an war er beim Bau des Panamakanals tätig, der die 
Verbindung zwischen dem Stillen und . dem Atlantischen Ozean her- 
stellen sollte; 1884 erhielt er einen. Sitz in der Akademie, wurde aber 
9 Jahre später in den berüchtigten Panama-Skandal verwickelt und 
im V.rlaufe des gegen ihn eröffneten Prozesses, zu einer Geldstrafe 
verurteilt. Nahezu 90 Jahre alt, starb Ferdinand von Lefleps am 7. 
j,K;jzmber,j>H,JcchnS 1894 zu La Chesnaye (Berry) 
Amtliche Anzeigen. 
Bekanntmachung 
Unter dem Pferdebestande der Gebr. 
Echack aus dem Güterbahnhofe Halensee ist 
Rotz festgestellt wörden. 
Friedenau, den 14. November 1905. 
Der AmtS-Doryeher. 
Schnackenburg. ^ x 
Nur reicher Cränensaat 
ist auch im letzten Jahr in unserer großen 
Herberge für Elende aller Art und aus 
aller Welt Ende durch viele Liebesbeweise 
vieler treuer Freunde eine reiche Fieuden- 
ernte hervorgewachsen, ganz besonders in 
der lieben Weihnachtszeit. — Aber an 
jedem neuen Weihnachtssest bedürfen wir 
diese Liebe aufs neue, . . 
.Die .-ahl der Fällsüchtigen, Geistes- 
kranken, Kleinen und Heimatlosen, die ihre 
fröhlichen Augen in unseren Anstalten voll 
Hoffnung auf den heiligen Abend richten, 
hat sich auch in diesem Jahr wieder reichlich 
vermehrt Wir waren genötigt, für mehr 
als 200 Pfleglinge neue Raume pischaffen 
in Patmos, Ophra, Thekoa, Kinderheim 
und Sarepta, und deren Bewohner kommen 
zu den mehr als 5800 Pfleglingen des 
vorigen Jahres noch hinzu. 
Eo müssen wir schon zutraulich hoffen, 
daß die treue Liebe alter und neuer Freunde 
UttS auch an diesem Weihnachtssest nicht 
vergessen wird. , .. - . 
Für jede kleinste Gabe ,eder Art zum 
fröhlichen Dienst unter drn WeihtlachlS- 
bäumen der Zionsgemeinde bietet seige 
Handlanger - Hand allen Liebhabern der 
Elenden gein an. ,. 
Bethel b. Bielefeld. 
F. v. Bodelschwiugh, Pastor. 
sehr Institut 
pr raoÖerneSamenschneitoei 
von Frau O. MÄs'cnkopWi 
Rheinstrasso 27, I 
Unterricht nach bewährter leicht- 
fasslicher Methode. Nene Kurse be- 
■innen am 1 
M«e 
Selligveolmchlung Goethes. 
Der große Dichter und Forscher war bekanntlich auch ein gewissenhafter und vor 
urteilsfreier Selbstbeobachter, der die Ursachen seiner verschiedenen Aörper- und Geistes- 
Zustände mit klarem und sicherem Blicke erkannte. Lin Beweis hierfür ist auch ein Urteil, 
das er in „Wahrheit und Dichtung" über tzie Entstehung seiner Erkrankung am Schluffe 
seiner Leipziget'Studienzeit fällt, daß wir Heutigen geradezu als aktuell bezeichnen können, 
weil es mit den Forschungsresultaten der modernsten Wissenschaft überraschend über 
einstimmt. Goethe sagt da: 
„Durch eine unglückliche Diät verdarb ich mir die Kräfte der Verdauung; das schwere lNerse- 
„burger Bier verdüsterte mein Gehirn, der Kaffee, der mir eine ganz eigene triste 
„Stimmung gab, besonders mit Milch nach Tische genossen, paralysierte meine Lin- 
„geweide und schien ihre Funktionen völlig aufzuheben, so daß ich deshalb große 
„Beängstigungen empfand, ohne jedoch den Entschluß zu einer vernünftigen Lebensart fassen 
„zu können." 
Die moöerfte Wissenschaft hat nun den Bohnenkaffee, in vollster Übereinstimmung 
mit Goethe und in schärfstem Gegensatze zur landläufigen Meinung, speziell als einen 
gefährlichen Störer der normalen Verdauung festgestellt und nachgewiesen, wir können 
also auch hier von Goethes Lebensweisheit lernen, wollen ihn aber selbst in diesem Lalle 
nur insofern zum warnenden Beispiele nehmen, als wir allerdings „den Entschluß zu 
einer vernünftigen Lebensart fassen". Line solche vernünftigere Lebensart ist es, 
anstatt des bedenklichen Bohnenkaffees Aathreiners Malzkaffee zu trinken, der weder unsere 
Verdauung stört, noch herz und Nerven angreift, sondern nach dem Urteile der ersten 
Autoritäten ein durchaps gesundes und angenehmes Getränk abgibt, das überdies noch 
den würzig-charakteristischen Uäffee-Geschmack besitzt, der ihm durch ein eigenartiges 
patentiertes Verfahren mitgeteilt wird. - 
Kirchliche, Nachrichten. 
Sonntag,.den 19. November 
, Friedenau.. 
Vorm. 10 Uhr: P. Kleine. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Vorm. 11'/, Uhr: Kindergottesdienst: 
P. Kleine. 
Nachm. 6 Uhr: P. Görnandt. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Evang. Jüngltngsvereiu: Sonntag 
Abends 8—10 Uhr im Gemeindehause. 
Gäste willkommen! 
Evang. Jungfrauenverein, Gemeinde- 
Haus Kaiser-Alle 76a, 7-9 Uhr. 
Christi. Jungfrauenverein, Fregestr. 46. 
5'/,-9 Uhr. 
Lchönebcrg. 
Apostel PauluS-Kirchc. 
Vorm. 10 Uhr: P. Delbrück. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Miitags 12 Uhr Kindergottesdienst: 
P. Rauchslein. 
Nachm. 6 Uhr: P. Rodatz. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Alte Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: K.-R. Jacobi. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 2 Uhr Ktndergottesdienst: P. 
Rodatz. 
Nachm. 6 Uhr: P. Habel. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Kirchsaal Sevanstr. 81. 
Vorm. 10 Uhr: P, Boehm. 
Nachm. 2 Uhr Kindergottesdienst: P. 
Boehm. 
Nathanael-Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Lic. Dr. Becker. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Vorm. II'/, Uhr Kindergottesdienst: 
P. Lic. Dr. Becker. 
Nachm. 6 Uhr: P. Neumann. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Gottesdienstordnung 
ür die in Friedenau wohnhaften zur 
Pfarrei Steglitz gehörigen Katholiken. 
Katholische Kirche in Steglitz (Kieler 
Straße 11). < 
An Sonn- und Festtagen: Messe 7 Uhr 
Vorm. Hochamt und Predigt 9'/, Uhr 
Vorm. Segensandacht 7 Uhr Abends. — 
An Wochentagen: Messe ?'/, und 8 Uhr 
Vormittags. Beichtzelegenheit an den 
Abenden vor Sonn- und Festtagen und 
früh vor der Messe.
        
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