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Periodical volume Nr. 282, 01.12.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

in der Werkstatt oder im Getriebe der Großstadt sitzen, 
die Wanderung bekam. Auch der Appetit ließ bei dem 
in Wannsee abgehaltenen Frühstück nichts zu wünschen 
übrig, es schmeckt doch ganz anders als daheim bei der 
Arbeit. Der nun folgende Marsch ging durch den Wald 
nach Jagdhaus Dreilinden und auf weiteren Waldwegen 
dem Teltow-Kanal zu nach Albrechts Teerofen; von hier 
aus ostwärts dem Kanal entlang nach Machnow. Unter 
wegs holte uns die II. Riege der Steglitzer Lehrlings- 
Abteilung ein. Nachdem man den Steglitzern, die sich 
wieder trennen wollten, einen gelungenen Streich, in 
gestalt eines Überfalles gespielt hatte, gings mit einem 
lustigen Liede gemeinsam dem Ziele Machnow zu, wo 
auch der Treffpunkt der anderen Riegen der Steglitzer 
Abteilung war. Rach kurzer Rast marschierten nun beide 
Abteilungen dem Städtchen Teltow zu, wo mit den Steg 
litzern zusammen da§ Kartoffel- und Heringsessen vor sich 
ging. Daß hierbei jeder versuchte einen Rekord im.Pell 
kartoffelessen aufzustellen, kann man sich denken, denn die 
frische Luft und der stramme Marsch gaben den nötigen 
Appetit. Rach dem Essen blieben die Wanderer noch ein 
Stündchen bei fröhlichem Lied und Bortrag zusammen. 
Jedoch pünktlich ließ der Leiter der gut verlaufenen Partie 
W. Schaade zum Aufbruch sammeln, da noch der Marsch 
nach Zehlendorf zurückgelegt werden mußte. Daselbst an 
gekommen, verabschiedeten sich beide Abteilungen herzlich 
mit einem kräftigen „Gut Heil" auf die fernere gute 
Freundschaft. Alle aber, die diese Partie mitgemacht 
haben, werden befriedigt sein, in dem Bewußtsein, wieder 
mal einen in turnerischer Weise verbrachten Sonntag er 
lebt zu haben. Gut Heil! 
-f Hohenzollern Theater. Am nächsten Dienstag, 
den 21. November bringt uns Direktor Behle wieder eine 
sensationelle Novität und zwar „Die Brüder von St. Bern 
hard", ein Schauspiel aus dem Klosterleben in 5 Akten 
von Anton Ohorn. Dieses interessante Werk dieses so 
schnell berühmt gewordenen Verfassers hat bei seiner Erst 
aufführung im Deutschen Theater in Berlin gewaltiges 
Aufsehen errregt und hat dann seinen Siegeszug über alle 
deutschen Bühnen gehalten. Die Enthüllungen aus dem 
Klosterleben, welche dieses Stück enthält, haben überall 
die größte Sensation erregt. Mit seltener Treue schildert 
der Verfasser das Leben hinter den Klostermauern, mit 
lebendigen Farben malt er die Geheimnisse, die nur 
wenigen bekannt sind und schildert die Kämpfe einer 
treuen sich für das Schöne begeisternden Natur. Der Ver 
faffer Ohorn war selbst jahrelang Klosterbruder und alles, 
was er uns in seinen „Brüdern von St. Bernhard" 
schildert ist nicht mehr die freie Phantasie eines Dichters, 
sondern es ist Selbsterlebtes in eine überwältigende Hand 
lung zusammgefügt. Eine Dichtung von gewaltigerGröße, die 
überall eines glänzenden Erfolges sicher ist. Sicherlich 
werden auch unsere hiesigen Kunstfreunde der Aufführung 
dieser eigenartigen Novität größtes Interesse entgegen 
bringen. 
(Sitte Einweihung seines neuen Restaurants 
Wilhelmstr. 12. veranstaltet am Sonnabend Herr Restau 
rateur Fritz Horn. Vorzügliche Speisen äla carte und 
Getränke werden für des Leibes Nahrung und Notdurft 
sorgen, während musikalische und deklamatorische Vorträge 
angenehmste Unterhaltung bieten werden, sodaß ein urge 
mütlicher Abend zu erwarten steht. 
f Der Nolaud von Friedenau, dieses während 
der kurzen Zeit seines Bestehens als vorzüglich bekannt 
gewordene vornehme Restaurant in der Rheinstraße 28 
hat sich durch seine Küche einen besonderen Ruf erworben. 
Herr Zitzmann war 5 Jahre Pächter von Onkel Tom's 
Hütte im Grunewald und wer dieses Restaurant mit seinem 
Publikum kennt, weiß, welche Ansprüche dort gestellt 
werden, welchen Herr Zitzmann mit Bezug auf erstklassige 
Küche gerecht wurde, ein Beweis, daß man hier im Roland 
auch gute Küche vorfindet. Sonnabend gibt es das viel 
begehrte Frikassee von Huhn, worauf wir besonders auf 
merksam machen. Wir verweisen auf das in heutiger 
Nummer befindliche Inserat. 
-{■ Feuer int Ort. Gestern Abend ertönten die 
Alarmrufe unserer Feuerwehr, welche die Mannschaften 
derselben zur Löschung eines Brandes in der Stubenrauch 
straße 64, Ecke Goßlerstraße zusammenrief. Dort war bei 
dem Mieter W. im 2. Stocke dadurch Feuer ausgebrochen, 
daß ein Kachelofen durchgebrannt war. Der betr. Töpfer 
meister hatte in dem neuen Hause s. Zt. die Ofen ohne 
Fundamente gesetzt, welche Nachlässigkeit natürlich ein 
Durchbrennen zur Folge haben muß. Die Diele und 
ganze Balkenlage war öenn auch vom Feuer angegriffen, 
so daß diese durchbrach und in die Wohnung des in der 
1. Etage wohnenden Mieters stürzte. Dieser hat durch 
den Brand den größten Schaden. Die Feuerwehr war 
einige Stunden eifrig mit den Löscharbeiten beschäftigt. 
Wie eine Elster gestohlen hat die Wirt 
schafterin Emilie Kämmerer, die bei dem Profeffor G. in 
Friedenau angestellt gewesen war. Seit einiger Zeit 
wurden in dem Haushalte des Professors fortwährend 
Diebstähle ausgeführt, bei denen alles mögliche entwendet 
wurde. Vergeblich forschte man längere Zeit hindurch nach 
dem Urheber der Diebstähle. Kürzlich nahm die Kriminal 
polizei bei der ehemaligen Haushälterin Frau K., die in 
den Verdacht der Täterschaft geraten und inzwischen nach 
Charlottenburg übergesiedelt war. eine Haussuchung vor. 
Es wurde dabei denn auch ein förmliches Warenlager von 
Bekleidungsgegenständen, Wäschestücken usw., die aus dem 
Hause des Professors herrührten, zu Tage gefördert und 
beschlagnahmt. Angesichts dieses erdrückenden Belastungs 
materials legte Frau K. ein Geständnis ab und sie wurde 
daraufhin verhaftet. 
Werlin und Wororte. 
tz Der große freie Platz, der am Charlottenburger 
Knie durch die Anlage der Döberitzer Heerstraße entstanden 
ist, hat jetzt eine sehr ausgiebige elektrische Beleuchtung 
erhalten. In der Mitte des Platzes erhebt sich auf einer 
Schutzinsel ein besonders hoher Trägermast mit 3 Bogen 
lampen, der den auf dem Potsdamer Platz stehenden voll 
ständig gleicht. Ferner wird der Platz von 6 kunstvoll 
gearbeiteten Trägermasten umsäumt, die je eine Bogen- 
lamge tragen. 
tz Ans dem alten Dreifaltigkeits-Kirchhof am 
Potsdamer-Platz ist nun endlich mit der Errichtung der 
neuen Frontmauer, welche die Baufluchtlinie der König- 
grätzerstraße einhalten wird, begonnen worden. Erst wenn 
sie fertig ist, werden die alte eiserne Frontmauer sowie 
die beiden zum Abbruch bestimmten seitlichen Mauerteile 
fallen. 
8 Die alten Baulichkeiten der Kaiserin Augusta- 
Stiftung an der Schloßbrücke zu Charlottenburg werden 
demnächst abgerissen werden. Die Stiftung ist hier auf 
Anregung der Kaiserin Augusta gegründet worden und 
zwar als eine Erziehungsanstalt für Töchter von Offfzieren 
und Militärbeamten die im Kriege gefallen sind. Nach 
dem im Laufe der Jahre veiwaiste Töchter dieser Kate 
gorie nicht mehr vorhanden waren, fanden statutenmäßig 
Töchter von verdienten Offizieren, Militärärzten, Militär 
geistlichen und Zivilbeamten Aufnahme. 
8 Die Vorarbeiten für die Errichtung des Kron- 
prinzen-Theaters am Nollendorfplatz sind jetzt im vollem 
Gange. Das umfangreiche Gelände ist, nachdem die Fach 
werkgebäude und Bäume, die früher hier standen, sämtlich 
entfernt worden sind, mit dem Bauzaun umgeben worden, 
so daß nunmehr mit der Ausschachtung des Bodens be 
gonnen werden wird. Die breite Hauptfront wird am 
Nollendorfplatz und an der Motzstraße liegen, die schmälere 
Rückfront wird sich an der Nollendorfstraße erheben, bis 
wohin sich das Gelände, auf dem sich bisher ein Kohlen- 
und ein Tennisplatz befanden, erstreckt. 
8 Freies volkswirtschaftliches Seminar, Aula 
der Landwirtschaftlichen Hochschule, Jnvalidenstraße 42. 
Sonnabend, den 18. November: Das Geld als Hilfsmittel 
der Arbeit. Ref.: Pohlmann-Hohenaspe. Gäste, Damen 
und Herren, sind willkommen. 
8 Die 3 Niesen unter den Planeten Jupiter, 
Saturn und Neptun behandelt Herr Direktor Archenhold 
morgen oder übermorgen Sonntag, den 19. November, 
Nachm. 5 Uhr in einem mit zahlreichen Lichtbildern aus 
gestatteten Vortrag auf der Treptow-Sternwarte: Jupiter 
hat den elf-, Saturn den neun- und Neptun den fünf 
fachen Durchmesser der Erde. Abends 7 Uhr spricht 
Direktor Archenhold über „Die Bewohnbarkeit der Welten'' 
und am Montag, den 20. November Abends 9 Uhr über 
„Unser Wissen von den Fixsternen." Mit dem großen 
Fernrohr werden jetzt allabendlich die drei Riesen unter 
den Planeten Jupiter, Saturn und Neptun gezeigt. 
Herichlttches. 
P. Rohheiten in» Arger über ennn beim 'Tanzvergnügen 
empfangenen Korb verübte der Arbeiter August Charis, der 'sich 
gestern vor dem Schöffengericht wegen Körperverletzung und Sach, 
befchädigung verantworten mußte. Am 4. Juni d. Js. befand sich 
der Angeklagte in einem hiesigen Tanzlokal, wo er mit den beiden 
Schwestern Helene und Anna Dräger zusammentraf. Die Aufforderung 
des Ch. zum Tanze lehnte F l. Anna D. ab. Der erteilte Korb 
machte den CH. wütend. Er ergriff einen neben ihm stehenden Stuhl 
und warf ihn mit voller Wucht gegen die spröde Tänzerin. Das 
vierbeinige Geschoß traf aber nicht die Anna D., sondern deren 
Schwester Helene D. und zerschellte dann in einzelne Stücke. Fräulein 
Helene D. erlitt an der rechten Backe und am Körper verschiedene 
Verletzungen durch den Stuhl, auch war von diesem [ihr neuer Hut 
arg beschädigt worden. Vor dem Schüffengericht stellte der Auge 
klagte in Abrede, die Sachbeschädigung und auch die Kö'p rp-fs-tzuna 
vorsätzlich begangen zu haben. Der geworfene Stuhl sollte :e;n s der 
Mädchen treffen, sondern nur als „Schreckschuß" wirken, de- seinem 
Grimme über die Ablehnung eine Ablenkung schaffen sollte. den 
Akten wurde nun ein Umstand festgestellt, der den Angeklagten uuoer- 
dienlermatzen zum Vorteile gereichte. Es fehlte nämlich an einem 
Strafantrag von Seiten der Benetzten, Frl. Helene D. Jnfolgedeffen 
konnte eine Verurteilung wegen der obenbezeichneten zur Anklage 
stehenden Delikte nicht stattfinden und insoweit mußte Freisprechung 
erfolgen. Dagegen war klipp und klar in der Verhandlung erwiesen, 
daß der Angeklagte sich der Übertretung drs § 366 Abs. 7R-S1.-GB. 
schuldig gemacht, weil er mit einem harten Körper (einen Stuhl) auf 
Menschen geworfen hatte. Das Urteil des Gerichts lautete daher auf 
20 M. Geldstrafe ev. 4 Tage Haft. 
P Wegen Verletzung drS Briefgeheimnisses war, wie 
s. Zt. berichtet wurde, die Blumenhändlerin Elsbeth Müller vom 
Schöffengericht zu 20 M. Geldstrafe verurteilt worden, weit sie am 
IS. März d. I einen von E Wippermann, Lehrterstraße 45, an 
ihr Dienstmädchen Schmidt gerichteten Brief geöffnet hatte. — Die 
Angeklagte legte Berufung ein. Vor der l. Strafkammer erbrachte 
der Verteidiger Rechtsanwalt Wolfgang Heine den Beweis, daß die 
Angeklagte nicht zum ersten Mal einen Brief ihres Dienstmädchens 
geöffnet hatte, auch im vorliegenden Falle habe Frau M. sich im 
guten Glauben befunden, sie dürfe den Brief öffnen, zumal nach 
träglich, nachdem das Eröffnen stattgefunden, das Dienstmädchen 
erklärt hatte: .Na, das schadet ja nichts!" — Aus dem Ergebnis 
der Beweisaufnahme, die von der Strafkammer erneut wurde, gewann 
der Gerichtshof die Überzeugung, daß die Empfängerin des Briefes 
eine Erlaubnis an die Angeklagte zum Offnen des Briefes erteilt 
hatte. Das schöffengerichtliche Urteil wurde aufgehoben und die 
Angeklagte freigesprochen. 
(:) Der Posteinbruchsdiebstahl in Steglitz. Die Ver- 
Handlung gegen die Brüder Girndr, die sich wegen des Einbruchs in 
das Steglitzer Postgebäude zu verantworten hatten, »ahm verhältnis 
mäßig nur kurze Z-.it in Anspruch. Arthur G. ist 27 Jahre alt, ver 
heiratet und Vater zweier Kinder. Er ist bisher u-bestraft, ebenso 
sein Bruder, der frühere Postbote, der 22 Jahre alt und ledig ist. 
Beide Angeklagte sind im allgemeinen grstündig. Arthur G. behauptet, 
daß sein Bruder der geistige Urheber des ganzen Planes gewesen sei 
und gesagt habe, daß er vor allen Dingen sich deS Postboten Eggelt 
versichern muffe, der das Nachts den Wachtdienst habe. Der Ange 
klagte versichert, daß er zuerst Bedenken gehabt habe, auf den aben 
teuerlichen Plan einzugehen, doch habe ihn die Not bedrückt und so 
habe er sich dazu verstanden. Seine Frau sei krank gewesen, er selbst 
habe unter der Aussperrung d>r Allgemeinen Elektrizitätswerke zu 
leiden gehabt. Acht Tage vor der Ausführung des Planes habe er 
sich unllr Führung seines Bruders die Posträume angesehen, und kurz 
vor der Tat habe der Postbote Egaelt ihm gesagt," daß er in den 
Plan eingeweiht sei und ihm alle Türen des Postgebüudcs offen laffen 
würde, so daß er sich einschleichen und den Kasten, in dem damals 
96 000 Mark aufbewahrt wurden, seines Jnhalis deaauben könnte. 
Es sei verabredet worden, daß er die Hälfie des Ge des für sich 
behalten sollte und daß man das Geld zunächst vergraben wollte. 
Postbote Bnino Eggelt, 21 Jahre alt, bekundet, daß ihm der Postbote 
Girndt erst drei Tage ver der Tat auf der Straße den Plan 
entwickelt h. be. Er habe sich scheinbar darauf eingelassen, aber sofort 
die Absicht gehabt, die Sache dem Postinspektor zu verraten. Bei 
der Besprechung mit den beiden Angeklagten hake er allerdings so 
getan, als ob der dritte im Bunde sein wollte. Alfred Girndt habe 
sich sehr lebhaft an der Erörterung beteilig und een Fleck an einem 
Zaun in der verlängerten Sedanstraße bezeichnet, wo das zu raubende 
Geld vergraben werden sollte, ebenso das Gewäffer, in welches der 
Bruder das Handwerkszeug werfen sollte. Gleich am nächsten Tage 
habe er, Zeuge, die ganze Sache dem Postinspektor mitg-teilt. 
Verabredetermaßen habe er in der Nacht zum 1. Oktober Punkt 
12 Uhr die Tür geöffnet und den Arthur G. eingelaffen. Er brachte 
ihn unächst in einen Keller, und nach der Verabredung sollte ihm 
durch dreimaliges Auftreten mit dem Fuße das Zeichen gegeben 
werden, daß alles in Ordnung sei Als dies Zeichen gegeben war, 
kam Artur G. herauf und g ng gleich in den Schalterraum, dessen 
Tür der Zeuge unbemerkt hinter ihm zuschloß. Als Arthur G. eben 
dabei war, eine Holzleiste von dem Poslkassenbehälter abzusprengen, 
trat der Postdirektor und mehrere Kriminalbeamte in die Erscheinung. 
Da die mitgebrachte Laterne ausging, entwickelte sich im Dunklen ein 
hartnäckiger Kampf mit dem Einbrecher, wobei auch die beiden Schüsse 
fielen. Die Situation war so verwirrt, daß der Zeuge Eggelt einen 
Kriminalbcamten packte und des Glaubens war, den Einbrecher fest 
zuhalten, Eggelt selbst ist wieder irrtümlich von einem Beamten ge- 
packt und an der Gurgel gewürgt worden. Im wcileren Verlaufe 
des Wirrwarrs in der Dunkelheit hatte Grunwald das Pech, wieder 
von dem Postdirektor gepackt und geschlagen zu werden; dabei ist 
dann der zweite Schuß losgegangen, i er den Angekl. Artur G. am 
Kopfe traf. Der Zcuge Grunwald ist von den verschiedensten 
Personen geschlagen worden, auch ist ihm das Zeug vom Leibe ge 
rissen worden. Das Urteil lautete gegen die beiden Biüdnr auf je 
zwei Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof billigte beiden mildernde 
Umstände zu, da sie durch das Verhalten des Zeugen Eggelt in 
ihrem Vorhaben wesentlich bestärkt worden seien. Ohne Zubill gung 
m-ldernder Umstände würde mit Rücksicht auf die Kühnheit und die 
Gefährlichkeit des Unternehmens die Strafe viel höher ausgefallen sein. 
Kumoriftisches. 
* „Wohin so eilig?" — „Zum Arzt, meine Frau gefällt mir 
gar nicht." — „Wart! ich gehe mit; die meinige gefällt' mir auch 
nicht!" — 
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liegt ein Prospekt der Jstri-Brodfabrik, G. m. b. H.. Berlm, Michael- 
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Biooes aufgedruckt sind Diese Fabrik steht unter ständiger Aussicht 
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Zeiten unangemeldet zu revidieren, vor allem aber den Gesundheits 
zustand der Arbeiter zu kontrollieren Das Jstri-Brvd wird nur aus 
dem feinsten Roggenmehl hergt stellt und zeichnet sich durch einen her 
vorragend schönen und kräftigen Geschmack aus, weshalb es, wie aus 
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ersichtlich, schnell und allgemein beliebt geworden ist. 
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garne am Lager. Haudjeryftratze 85.
        
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