Path:
Periodical volume Nr. 270, 16.11.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

lichen praktischen Einrichtung der weitgehendste Gebrauch 
gemacht wird. Formulare zu den besonderen Anträgen 
für die Steuerzahlung durch die Deutsche Bank werden in 
der hiesigen Gemeindekasse, Feurigstraße 8. und in der 
Depositenkaffe, Rhcinstraße 17, innerhalb der Kassen- 
stunden unentgeltlich verabfolgt. 
f Umsatzsteuer. Der diesjährige Ertrag der Umsatz 
steuer beträgt bis jetzt etwa 167 000 M. Im Voranschlag 
sind 85 000 M. angesetzt. Daher mehr etwa 82 000 M. 
-J- Der KluchÜinienplau vom ehemaligen Sport- 
park liegt vom 16.—23. November im hiesigen Gemeinde 
amt aus. Näheres amtliche Anzeige. 
-j- DaS PferdemusterungSgefchüft ivurde gestern 
Vormittag l /^0 Uhr auf dem Mahbachplatz vorgenommen. 
DaS Musterungsgeschäft leitete ein Kavallerie Offizier, 
dem die Pferde einzeln vorgeführt wurden. 
-j- Der Wocheumarkt wird des Bußtages wegen 
bereits am Dienstag, den 21. d. Mts., abgehalren. 
-j- Automobil-Löschzng Die Schöneberger Wehr 
machte gestern Nachmittag Probefahrten mit dem neu an 
geschafften Automobil-Löschzug, die sich auch auf die 
Straßen unseres Schöneberger Ortsteils erstreckten. Das 
sonderbare Fahrzeug erregte bei den Paffanten allge 
meines Aufsehen. 
f Von d^m Verzeichnis der Teilnehmer an 
den Fernsprechnetzen in Berlin und Umgegend hat die 
Kaiserliche Oberpostdirektion eine neue Ausgabe hergestellt, 
die am nächsten Sonnabend, den 18. November, zur Ver 
teilung an die Teilnehmer gelangt. 
t Der Schluß der Jagd auf Rebhühner, Wachteln 
und schottische Moohrhühner im Regierungsbezirk Potsdam 
mit Ausnahme der Stadtkreise Charlottenburg, Schöneberg 
und Rixdorf endet gemäß § 2 Nr. 14 des Wildschon 
gesetzes vom 14. Juli 1904 mit Ablauf des 30. No 
vember 1905. 
P Für die befiederten Säuger, die den Winter 
bei uns verbringen, sind nunmehr gestern an den Bäumen 
am Wilmersdorfer-Platz und am Maybach-Platz Nistkästchen 
angebracht worden. Nur zu wünschen wäre es, wenn auch 
in den Vorgärten von den Hausbesitzern in gleicher Weis» 
gesorgt und vor allem jetzt bei Eintritt der kälteren 
Witterung und Schneefall Futterkästen mit Futter auf 
gestellt würden. 
■{■ Erfatz-Delegierte. Gestern Abend erfolgte im 
„Gesellschaftshaus" die Wahl der Ersatz-Delegierten zur 
hiesigen Ortskrankenkaffe. Von 7—8 Uhr wählten die Arbeit 
geber zwei Deligierte und zwar die Herren Porzellanhändler 
Hans Berger und Klempnermeister Leddin mit je 59 
Stimmen. Bei der von 8—9 Uhr stattgehabten Wahl 
der Arbeitnehmer war das Resultat folgendes: Reckow-Berlin 
<28 Stimmen), Paul Mathe-Friedenau (28), Berndt-Char- 
lottenburg (32) Schulz-Berlin (33), Meier-Schöneberg (32). 
f Für die Berliner Junen-Bahuhöfe und 
Ningbahnstatioueu sind die Bestimmungen über die 
Abgabe von Erklärungen und Vollmachten gemäß § 68 
der Eisenbahn-Verkehrs-Ordnung neu aufgestellt worden. 
Wie bisher, müssen^die Empfänger, welche die für sie ein 
gehenden Eil- und Frachtstückgüter von den Abfertigungs 
stellen der bezeichneten Bahnhöfe selbst abholen oder durch 
andere als die bahnamtlich bestellten Rollfuhrunternehmer 
abfahren lassen wollen, eine Erklärung oder Vollmacht bis 
zum 16. Dezember d. Js. bei den zuständigen Abfertigungs. 
stellen hinterlegen, woselbst Formulare kostenlos verab 
folgt werden. Die alten Erklärungen k. verlieren mit 
Ablauf des Jahres ihre Giltigkeit, die neuen gelten für 
das Kalenderjahr 1906 und müssen bis zum 16. Dezember 
jeden Jahres erneuert werden. Die. neuen Vollmachten 
gelten für unbestimmte Zeit, müssen aber in gleicher Frist 
für das folgende Jahr durch eine Benachrichtigung auf 
recht erhalten werden. 
t Güterverkehr. Auf dem Güterbahnhof Friedenau- 
Wilmersdorf ist nunmehr die durch die Verbreiterung des 
Bahnkörpers neu geschaffenen Gleisanlage in Betrieb ge 
nommen worden. Aus dem Gleise, verkehren nur Güter 
züge. Die Verbreiterungsarbeiten in der Richtung nach 
dem Bahnhof Ebersstraße und Schmargendorf schreiten 
rasch vorwärts. 
f Einen verschließbaren Sandkasten hat die 
Stadt Schöneberg in der Friedenauerstraße vor der 
Restauration zum „Über-Otto" aufstellen lassen. In dem 
Kasten finden auch die Kehrbesen der Straßenarbeiter Platz. 
-s Hausbesitzer. Hiermit machen wir nochmals auf 
die morgen im „Hohenzollern" stattfindende Versammlung 
des Haus- und Grundbesitzer-Vereins aufmerksam. 
„Ich glaube, dem, der gefangen ivird, innre zu gratulieren." 
„Pah, ivas verstehen Lie von solchen Dingen. ,.ch habe 
Sie tanzen sehen, ein Gesichichcn vor sich, das nur so vor 
Glück strahlte, und Sie sahen ans. nehmen Sie mir's nicht 
übel, Herr Kollege Sie sahen aus ivie ein Predigl- 
amtskandidat." 
Das Bild verscheuchte des Assessors Verlegenheit, und 
er lachte, sagte aber dann: 
„Nun. Predigtamtskandidaten haben wenigstens nur das 
Hohe vor Augen." 
„Sehen Sie, Falkenhain, das ist ein Gesichtchen, das 
eigentlich nicht schön ist * 
Falkenhain zog die Brauen zusammen. 
„Es ist viel mehr als schön, es ist von jenem holden 
keuschen Liebreiz, der mehr als alles andere das Wort von 
dem ewig Weiblichen, das uns hinanzieht, zur Wahrheit 
macht. Ach, waruin nur solch seltenes Wesen nicht die 
Ailgel nach mir auswirft." 
In dem elegischen Tone des Regierungsrats lag etwas 
so Komisches, daß Falkenhain lachte. 
„Ja, Sie haben gut lachen — — aber ich * 
„Zappeln, wie ich vermute, bereits an einer Angeh die 
Ihnen die glücklichste Zukunft verheißt." 
„Meinen Sie wirklich?" flüsterte Lahrbusch. 
„Wenn nicht alle Zeichen trügen ja." 
„Hm na wehren will ich mich wenigstens." 
Er wandte sich und verlor sich zwischen den Gästen. 
Kaum war er verschivunden, als die angenehme Stimme Frau 
von Bergens zu Falkenhains Ohr drang: 
„Was hat Ihnen denn der mephistophelisch angehauchte 
Regierungsrat für gute Lehren gegeben?" 
„Er klagte mir, gnädige Frau * 
f Friedeuauer Schützevgilde. Ihr 3. Stiftungs 
fest feierie die Gilde gestern Abend im festlich dekorierten 
Saale des „Hohenzollern". Die Beteiligung war eine 
überaus zahlreiche, sowohl von seiten der Mitglieder, als 
auch der Gäste und eingeladenen Vereine. Eingeleitet 
wurde die Feier durch einige Musiknummern der Schützen 
kapelle die unter Leitung des Musikdirektors Herrn O. Thiele 
das vorzüglichste bot. Alsdann begab man sich zur Fest 
tafel. Der Herr Wirt hatte eine sehr gute Speisenkarte 
aufgestellt, und mundete das Essen vortrefflich. Während 
der Tafel begrüßte nun zunächst der Vorsteher der Gilde, 
Herr Jarling die fremden Vereine, Gäste, wie auch die 
Mitglieder und gab seiner Freude übet den überaus guten 
Besuch des Festes in herzlichen Worten Ausdruck. Die 
Festrede hielt das Ehrenmitglied, Herr Bürgermeister 
Schnackenburg. Er wies in dieser auf den Zweck und die 
Ziele der Gilde hin, und überreichte dem Vorsitzenden einen 
Fahnennagel. Die sehr stimmungsvolle Rede klang aus 
in 3 fachen Hoch auf Se Majestät den Kaiser, das be 
geistert aufgenommen wurde. Der von dem Herrn Bürger 
meister gestiftete, in prächtigem Etui überreichte, Fahnen 
nagel enthält eine Widmung des Stifters mit silbernem 
Schild, dem Zeichen der Gilde. Herr Vorsteher Jarling 
nahm den Fahnennagel an und dankte in herzlichen Wor 
ten für diese der Gilde gespendete schöne Gabe. Kamerad 
Müller toastete auf die Damen in einer von echtem Humor 
durchzogenen und unser schönes Geschlecht vortrefflich ver 
herrlichenden Ansprache. Für den Gemeindebeamtenverein 
sprach Herr Sekretär Klauert, mährend Herr Geheimrat 
Hendri im Namen des Krieger-Bereins die Glückwünsche 
darbrachte. Vom Teltower Schützenbund brachte Herr 
Vorsteher Müller der Gilde die besten Wünsche für ferneres 
Blühen und Gedeihen an. Nun folgten verschiedene Toaste 
auf den Schützenkönig und die übrigen Vorstandsmitglieder. 
Eigens für dieses Fest gewidmete Tafellieder fanden all 
gemeinen Anklang. Es folgte dann die Polonaise, bei 
der man einen reichen Damenflor in prächtigen Toiletten 
bewundern konnte. Den Damen, die man schon beim 
Eintritt in den Saal mit einem herrlichen Blumensträuße 
bedachte, wurde bei dieser ein Fläschchen Parfüm in präch 
tigen Etui mit Widmung überreicht. Die Leitung des 
Tanzes hatte Herr Tanzlehrer Kinder übernommen. Nach 
einigen flotten Tänzen schritt man zur Kaffeetafel. Hier 
bei unterhielt besonders Frau Kentsch durch absingen 
einiger schöner Lieder die Festteilnehmer. Frau Kentsch 
verfügt über eine klangvolle, reine Stimme und wurden 
ihre Vorträge mit reichem Beifall belohnt. — 
Kamerad Haag widmete nun auch noch dem Vergnügungs 
ausschuß für das so gut arrangierte Fest Worte der An 
erkennung und brachte Herr Friseur Richter im Namen 
des Kegelklub „Funzel-Kugel" dessen Mitglieder vollzählig 
erschienen ein Hoch der gesamten Schützengilde. Jetzt trat 
der Tanz wieder in die Reihe und wurde der Kunst Terp- 
sichoresbis in die vorgerückteTag.sstundegehuldigt; nurschwer 
trennte man sich von dem Orte, an dem man so vorzüg 
lich vergnügte, fröhliche Stunden verleben durfte. 
-j- Brandenburger Städtebundtheater. Gestern 
Abend zog in das wiedereröffnete Rheinschloß auch die 
Muse ein, doch hätten wir sie uns in einem prächtigeren 
Gewände vorgestellt und nicht in einem so kläglichen. 
Glaubte denn die Direktion, das Friedenauer Publikum 
entbehre allen Geschmackes, glaubte sie in Friedenau ein 
„Dorfpublikum" aus einer Gegend, in der sich die Frösche 
„gute Nacht" sagen, vorzufinden? Nun, wenn die Direktion 
dies' glaubte, so wird es ihr wohl klar geworden sein, 
daß sie sich sehr im Irrtum befand, was schon daraus 
hervorgeht, daß einige Besucher es vorzogen, bald nach 
dem ersten Aufzuge den Saal zu verlassen. Eine solche 
„Don Cesar"-Aufführung hat sich wohl niemand vorge 
stellt. Nicht genug, daß von der Operette nichts zu 
spüren war, die Gesänge, Musik rc. fortfielen, daß das 
Volk, die Edelleute und Soldaten überhaupt fehlten und 
nur die knappe Handlung in furchtbar knapper Form zur 
Darstellung gelangte, hatten die einzelnen Rollen noch 
dazu Personen inne, die wohl als Nebenpersonen, Sta 
tisten und Harlekins gut verwendbar wären, nicht aber 
um in einem derartigen Stücke eine Handlung vollständig 
zu leiten. Die einzigen Personen, die wohl noch ihr 
bestes boten, um das Publikum wenigstens einigermaßen 
über die Enttäuschung hinwegzuhelfen waren Fräulein 
Johanna Gardemann (Maritana) und Herr Reinhold 
Flügel (Don Cesar) auch vielleicht noch Herr Max Rein 
hart (Carl II.), aber was half dies alles, wenn die 
anderen Mitwirkenden durchaus nicht das Publikum er- 
„Er klagte? O, wie bemitleidenswert " 
t „Wenn ich ihn recht verstanden habe, fühlt er sich in 
einem unzerreißbaren Neye und ivill nicht zugestehen, welch 
echtes Glück das ihm verheißt." 
Sie sah mit den hübschen Augen einen Moment vor sich 
hin und sagte: „Der Regierungsrat ist ein Egoist, hüten 
Sie sich vor seinen Lehrest." 
Dann eilte auch sie,'davon, aber mit einem sehr glück 
lichen Gesicht. V/\ 
Den nächsten «afti tanzte Falkenhain mit der Frau 
eines Kollegen. f i . 
Immer aber myßte er an Marie und den Marquis 
denken oder an die Frau Präsidentin, die ihn mit solch 
eigenartigem Ausdruck in den dunklen Augen betrachtete. 
Sein Blick suchte auch das Fräulein von Manrod und mehr 
als einmal begegnete er dem ihren. 
Marie tanzte jetzt mit dem Marquis. 
Es war nicht zu leugnen, er war eine hübsche und ele 
gante Erscheinung und tanzte ungemein gut. Falkenhains 
Auge folgte den Paaren, unter denen er mit Vergnügen auch 
Herrn von Lahrbnsch mit Frau von Bergen geivahrte. 
Er mußte lächeln — — das Netz zog sich enger um den 
sich sträubenden Junggesellen. 
Ernster war das Gefühl, das durch seine Seele zog, wenn 
er gewahrte, welche Liebenswürdigkeit der junge Franzose 
seiner Tänzerin gegenüber entfaltete, wenngleich ihr Gesicht 
nur Gleichgültigkeit verriet. 
Herr von Manrod, der ein überaus aufmerksamer Wirt 
war, trat zu ihm. 
„Nun, mein junger Freund, betrachten Sie die Welt mit 
dem Auge des Philosophen?" 
(Fortsetzung folgt.) 
wärmen konnten. Ein großer Lacherfolg war vorausgesagt 
worden, gelacht har ja auch das Publikum, wohl aber 
nicht über die Handlung, als wie viel mehr über die 
Komik der darstellenden Personen. Man weiß wirklich 
nicht, wie man ein solches Anerbieten der Direktion be 
zeichnen soll, eine „Schmiere" in Posemuckel hätte wohl 
auch eine solche Aufführung fertig gebracht. Aber auch in De 
koration, Ausstattung pp. wäre vieles zu wünschen übrig ge 
blieben. DaS Publikum zeigte immerhin noch ziemliche 
Geduld, faßte die Sache von der leichtesten Seite auf und 
amüsierte sich, wie ja auch das „Kasperle-Theater" stets 
Freude hervorbringt. Dem Herrn Wirt des Rhein 
schlosses empfehlen wir aber, schon seinem Lokale zu 
Liebe, unS nicht wieder eine derartige Aufführung vor 
zusetzen. 
f Schöucberger Bezirksverein Süd-West. Am 
Freitag, den 17. d. Mts., Abends 9 Uhr, findet im 
Restaurant „Zum Reichskanzler", Körnerstraße 48, Monats 
versammlung statt. Tagesordnung: 1. Geschäftliche Mit 
teilungen. 2. Mitteilungen aus der Stadtverordneten- 
Versammlung. 3. Jnteressenfragen. Fragekasten. 
f Männer-Turnvereiu. Die Männer-Abteilung 
hält am heutigen Turnabend ein Riegenwetturnen ab, an 
dem sich sämtliche Riegen der Abteilung beteiligen. Um 
dies zu ermöglichen, wird die Schwierigkeit der Übungen 
im Verhältnis der einzelnen Riegen gewertet; außerdem 
werden in Betracht gezogen: Turnsprache, Folgerichtigkeit 
der Übungen, Verhalten der Turner und des Vorturners 
während des Turnens, An- und Abmarsch, sowie die 
Teilnehmerzahl. Das Resultat dieses eigenartigen Wett- 
turnenS wird bei der am kommenden Sonntag alljährlich 
stattfindenden Kartoffel- und Herings-Turnfahrt verkündet. 
Die Abfahrt dieser Partie ist auf 8.39 Uhr Morgens vom 
Wannseebahnhof Friedenau festgesetzt und führt nach 
Potsdam. Dort wird der Marsch angetreten: über 
Templin, durch den Potsdamer Forst, die Drewitzer 
Wiesen an Drewitz vorbei nach dem „Stern", wo eine 
Mittagsrast gehalten wird. Nachmittags wird der Weg 
fortgesetzt an dem Teltow-Kanal entlang nach Klein- 
Machnow. Hier findet von Abends 7 Uhr an ein Fest 
kommers mit dem üblichen Kartoffel- und Heringsessen 
statt, bei dem auch dem Vorturner der aus dem Riegen 
wetturnen als beste hervorgegangene Riege der „Vor- 
turner-Riegenhumpen" überreicht wird. Um 11 Uhr wird 
aufgebrochen und das letzte Stück der Turnfahrt nach 
Zehlendorf angetreten, von wo alsdann die Rückfahrt 
erfolgt. Anmeldungen werden noch am heutigen Turn 
abend in der Gymnasial-Turnhalle entgegengenommen. 
Auch Gäste sind herzlichst willkommen. Hoffentlich hat 
das Wetter ein Einsehen und beschert den Turnfahrern 
einen wunderbaren klaren Herbstsonntag. 
f Bahr'sche Gemälde. Mit Bezug auf die von 
uns gestern gemeldete, Herrn Maler Johann Bahr durch 
die Medaillen-Kommisston zuteil gewordene „Ehrenvolle 
Erwähnung" sei noch bemerkt, daß das Reuter'sche Wein 
restaurant, Moselstraße 1/2, eine Anzahl Bahr'scher 
Gemälde ziert. Es sind prachtvolle künstlerische Bilder, 
die mit der ganzen eleganten Einrichtung genannten 
Lokals gut harmonieren. Wer die Bilder mal in Augen 
schein nimmt, wird dabei auch die Wahrnehmung machen, 
daß der Aufenthalt in diesem Weinrestaurant ein äußerst 
behaglicher ist. 
f Billige Weihuachtseinkäufe. Eine sehr günstige 
Gelegenheit, billige Weihnachtsgeschenke zu kaufen, bietet 
sich jetzt bei M. Hitzemann, Tapisserie-Manufaktur-Spezial 
geschäft, Hedwigstraße 2, an der Rheinstraße. Wegen 
gänzlicher Auflösung desselben findet Total-Ausverkauf 
statt, infolgedessen man dort die einfachsten bis elegantesten 
ins Fach schlagende Artikel (angefangene und fertige Arbeiten) 
zu spottbilligen Preisen erhalten kann. Man statte also 
dem modernen gediegenen Geschäfte einen Besuch ab, mache 
einen Kaufversuch und jeder dürfte hoch befriedigt sein. 
f Epileptische Anfälle sollen, wie uns ärztlicher 
seits mitgeteilt wird, die Ursache sein, warum die 16 jähr. 
Tochter der Witwe Gr., Rheinsttaße 12/13, schon öfters 
von Hause sinnlos fortgelaufen ist. In diesem krank 
haften Zustande dürfte das Mädchen auch den Selbstmord 
in Berlin verübt haben, über den wir berichteten. 
-j- Sinnlos betrunken. Zu der Notiz aus Nr. 268 
unserer Zeitung bemerken wir noch nach, daß der wegen 
Trunkenheit s. Zt. in Polizeigewahrsam genommene Gürtler 
Brendel der in Berlin, Friedrich Wilhelmstraße wohnende 
Alfred Brendel ist. 
-j- Polizekbericht. Als gefunden ist hier ango- 
meldet worden: eine 3reihige Korallenkette und als 
zugelaufen: ein junger Hund. Die rechtmäßigen Eigen 
tümer der vorbenannten Gegenstände werden aufgefordert, 
ihre Ansprüche binnen 3 Monaten im hiesigen Amts 
büro, Feurigstraße 8, Zimmer Nr. 26. geltend zu machen, 
widrigenfalls anderweit über die Fundobjekte verfügt 
werden wird. 
Schöneöerg. 
— In SLV Gemeiudeschulklassen wurden im 
letzten Oktober 11498 Schulkinder gezählt. Die Schüler 
zahl ist also im letzten Jahre um 528 gestiegen. Für die 
11. Gemeindeschule, die am 1. April 1906 eröffnet wird, 
ist ein neuer Rektor zu wählen. Ferner wird am 1. April 
1906 die Besetzung der Stellen von 4 Lehrern, 2 wissen 
schaftlichen und 2 technischen Lehrerinnen erforderlich werden. 
Merlin und Mrorte. 
§ Ueber das neue Projekt für eine Untergrund- 
bahnPotsdamerplatz—Spittelmarkt—Alexanderplatz—Ring 
bahnhof Schönhauser-Allee hielt gestern der Stadtverordnete 
Gronewaldt in einer Versammlung des Grundbesitzer- 
Vereins des Schönhauser Stadtteils einen sehr interessanten 
Vortrag. Die Verwirklichung des Projektes stehe, wie er 
versichern könne, nunmehr fest, wenn auch noch einige 
Zeit bis zur Ausführung verstreichen werde. Erfreulicher, 
weise habe sich die Stadt das Recht gesichert, die Bahn 
im Jahre 1927 für sich zu erwerben. Üeber die Linien- 
; führung könne er nach Einsichtnahme der brreits vor- 
! liegenden genauen Pläne Folgendes mitteilen. Die Bahn
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.