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Periodical volume Nr. 263, 08.11.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

schift« der Niederwallstraße wird dadurch eine außerordentlich bequeme 
LerkchrSgelegcnheit geschaffen und die natürliche Folge solcher Der- 
kehrs-Eil-ichterung war noch stets «ine Steigerung der Grundstücks- 
werte. Die Anwohner befürchten aber, wie aus der uns übersandten 
Anzeige hervorgeht, rin Stilllegen dec Straße und der angrenzenden 
Straßenzüge, währen» der Bauzeit. Diese Besorgnis ist zu weit- 
gehend. Es wird allerdings unvermeidlich sein. daß dieieniaen 
Straßenzüge und Stadtbezirke, welche dre Vorteile einer Untergrund- 
bahn-Verbindung erhalten, auch gewisse Störungen während der Bau- 
zeit ertragen müssen. Andererseits steht cs die Hochbahngesellschaft 
als ihre Aufgabe a», diese Störungen auf das Mindestmaß zu be- 
schränken und zu diesem Zwecke werden für den Tum elbau in der 
verhältnismäßig regen Niederwallstraße ganz besonders Maßregeln für 
die Bauausführung getroffen weiden. Unt.r den in so ch-m Falle zu 
Gebote stehenden Baumelhoden e rb in erster Linie die Ausführungs 
weise inbetracht kommen, nach welcher der Turin l in der Niederwall. 
straße unter einer begehbaren und befahrbaren Bohlendecke hergestellt 
wird. »ei Anwendung di.ser oder ähnlichen Maßregeln werben die 
beim Bau auftretenden Störungen im Wesentlichen keine anderen 
sein, als bei Ausführungen von Leitungs- und Kanalisationsarbeiten 
»dcr bei Umpflasterungen der Straßen. Wir möchten der Versamm- 
lang anheimstellen, aus ihrer Mitte einige Bau-Sachverständige zu 
wählen, die fich über die geplante Arbeitsweise bei uns näher unter- 
richten.' 
8 Die Grabstätte Adolf v. Menzels auf dem 
alten Dreifaltigkeits-Kirchhof in der Bergmannstraße, wo 
es bisher noch recht kahl aussah, wird jetzt in würdiger 
Weise hergerichtet. Für eine Einfriedung der Stätte in 
die auch die Gräber der Eltern des Verewigten, Karl 
Erdmann Menzel gest. 1832, Charlotte. Emilie Menzel 
gest. 1846 einbezogen werden, sind jetzt die Maurer mit 
der Legung starker Fundamente beschäftigt. Der Teil der 
alten Kirchhofsmauer, der den Hintergrund bildet, wird 
erneuert. Bekanntlich wird die Berliner Künstlerschaft dem 
Großmeister an dieser Stätte ein Denknial setzen. 
8 Für eine neue katholische Kirche, die eine 
der größten Berlins werden soll, wird jetzt der letzte große 
Obst- und Weingarten im Südwesten der Stadt, der das 
umfangreiche Grundstück Yorkstraße 88/89 bedeckt und sich 
unmittelbar an der Straße hinzieht, beseitigt. Früher gab 
es in dieser Gegend viele solcher Gärten, von denen sich 
noch Teile als sogenannte Hofgärten auf dem Hinterlande 
der benachbarten Häuser der York- und Großbeerenstraße 
erhalten haben. Die Kirche wird als Ersatz für die 
St. Bonifacins-Kapelle dienen, ein einfaches niedriges 
Gotteshaus, daß sich auf dem' Hinterlande des Hauses 
Gneisenauerstraße 99/100 erhebt. Das Gartengrundstück 
in der Aorkstraße ist bereits mit denr Bauzaun umgeben 
worden. 
8 Durch elektrisches Licht werden jetzt auch die 
beiden am Kreuzungspunkte der Leipziger- und Friedrich- 
straße neu angelegten Schutzinseln beleuchtet. Auf jeder 
dieser Schutzinseln steht eine Laterne, in der bisher Gas- 
gliihlicht brannte. Infolge der Einführung der elektrischen 
Beleuchtung für die Friedrichstraße sind die Gasbrenner 
herausgenommen und durch Nernstlampen ersetzt worden. 
8 Die Katzensteuer nicht genehmigt. Die von 
der Gemeindevertretung von Eichwalde beschlossene, viel 
erörterte Einführung einer Katzensteuer ist von der 
Aufsichtsbehörde nicht genehmigt worden. Um jedoch die 
Singvögel vor den wildernden Katzen zu schützen, beschloß 
der Eichwälder Grundbesitzeroerein, von dem seinerzeit die 
Anregung zur Einführung einer Katzensteuer ausging, die 
Ausstellung von sogenannten Katzenfallen. 
Zuschriften. 
Abend» am 7'/, Uhr Im Ariedenaner Postamt. Bon 
unserem ^.-Korrespondenten erhalten wir folgendes Schreiben: Unter 
obiger Spitzmarke hatten wir in der Nummer vom 25. Oktober d. I. 
einige Mißstände im Schalter verkehr unseres Postamtes kritisiert, die 
wir im Laufe des Oktober manchmal beobachtet hatten. Das hiesige 
Postamt hat diese Angaben bezweifelt und uns eingeladen, die An- 
gaben an Ort und Stelle an b. stimmten Abenden zu prüfen. Das 
Resultat dieser Feststellungen, das wir der Gerechtigkeit halber mit 
teilen wollen, ist folgendes: Ter Schalterverkehr hat sich an den 
Beobachtungstagen stets glatt abgewickelt, die Schalterbeamten waren, 
soweit wir die» feststellen konnten, zum Publikum zuvorkommend^ 
Entgegen unseren Beobachtungen im Oktober konnten wir wahr- 
nehmen, daß die Beamten das Publikum sofort abfertigten, wenn es 
an den Schalter trat. Wir stellen auch fest, daß einige von uns in 
der letzten Woche angebrachte schriftliche Klagen schnell und prompt 
zu unserer Bestiedigung erledigt worden sind. Wir haben gerade 
das Pech gehabt, Anfangs Oktober Beobachtungen anzustellen, w» der 
Deikehr aus Anlaß deS Quartalswechsels sehr lebhaft war, wir 
freuen uns, festgestellt zu haben, daß die damalige Beobachtung nur 
ein Ausnahmezustand war. Als Ausnahme kennzeichnet sich auch das 
in unserem früheren Artikel erwähnte tnoffuielle Schließen von zwei 
Schaltern. Wie uns das Postamt niitteilt, sind in den Abendstunden 
von 4'/, bis 8 Uhr Nachmittag stets 4 Schalter geöffnet. Daß dies 
tatsächlich der Fall ist, haben wir in den letzten Tagen mehrfach fest 
gestellt. Worauf das von uns beobachtete Schließen der beiden 
Schalter zurückzuführen ist, hat von dem Postamte nachträglich nicht 
mehr aufgeklärt werden können. — Da wir uns in letzter Zeit 
übrigens mit den postalischen Verhältnissen Friedenaus ganz genau 
bekannt gemacht haben, so wollen wir an dieser Stelle noch Folgendes 
erwähnen. Wenn hin und wieder namentlich in bezug auf Post- 
bestellung Klagen laut werden, so muß man bedenken, daß Friedenau 
noch im Aufblühen begriffen ist und die Bautätigkeit gerade in 
letzter Zeit sehr stark eingesetzt hat. Dies bringt im postalischen 
Verkehr von Zeit zu Zeit große Umwälzungen hervor, da die neu- 
entstandenen Häuser und Straßen den alten Bestellbezirken zugeteilt 
resp. neue Bestellbezirke gebildet werden müssen. Die Bezirke werden 
größer, zum Teil kommen r.cne Briefträger in die Bezirke und 
dadurch treten manche Verzögerungen in der Bestellung ein. Wir 
haben uns überzeugt, daß das Postamt eifrig raran arbeitet, 
jedermann zufrieden su stellen. Wenn einmal Fehler vorkomme», so 
muß man dem zugute halten, daß das hiesige Postamt in seinem 
Postbezirk gegen 30000 Seelen zu wohnen hat, während Steglitz und 
Lichterfelde bei der gleichen Einwohnerzahl im Postbeziik zwei 
Ämter zur Verfügung stehen. 
Vermischtes. 
' Das Land der Postkarten ist nach wie vor das deutsche 
Reich. Nach der letzten Statistik deS Weltpostvereins wurden 1903 
im deutschen Reich 1161 Millionen Stück Postkarten aufgegeben. 
Selbst die bedeutend volksreicheren Vereinigten Staaten von Amerika 
gaben nur 770'/, Millionen Postkart. n auf. An dritte Stelle ist 
Großbritanien gerückt mit 613 Millionen. Japan, das früher nach 
Deutschland die meisten Postkarten schrieb, steht jetzt an vierter Stelle 
mit 487'/, Millionen Karten. Deutschland schreibt also allein so viel 
Karten als Amerika und Japan zusammen. Alle übrigen Länder 
stehen diesen drei germanischen und einem mongolischen Staate weit 
nach. Keiner erreicht auch nur 300 Millionen. Im einzelnen sind in 
Österreich 291, Bntisch-Jndieu 251, Rußland 114, Belgien 63, Däne 
mark 6, Frar.krrlch 70, Spanien 14, Ungarn 88, Italien 85, Nieder 
lande 59 Norwegen 5, Portugal 1!, Schweden 43, in der Schweiz 
53 Millionen Karten aufgegeben. 
* Ein Wort über das Schnupfen. Ein Engländer, Stau- 
Hope, hat ausgerechnet, daß jeder entschiedene Tabakschnupfec zur Be 
dienung stirer Nase jährlich 36'/, Tag bedarf. Stanhope setzt näm- 
lich voraus: Jeder entschiedene Schnupfer nimmt alle 10 Minuten 
eine Prise, und jede Prise beansprucht durch das Nehmen, Hinauf- 
heben, Spielen und Wischen an der Nase 1'/, Minute Zelt, also täg 
lich, den Tag zu 16 Stunden gerechnet, 2 Stunden und 24 Minuten. 
Raucher sind hier jedenfalls im Vorteil, da sie nicht so viel Zeit qe- 
brauchen. 
Gemeinnütziges. 
Diät and Haut-Gchönhett. Ein interessanter Fall. Der 
hartnäckige Hautausschlag, den man Finne oder Akne nennt, ist 
bekanntlich eine der unangenehmsten und verunziecendsten äußeren 
Krankheitseijcheinungen. Uber dieses fatale, weitverbreitete Übel 
findet fich in der .Berliner Klinischen Wochenschrift' eine interessante 
Arbeit auS Prof. Lassars Klinik für Hautkrankheiten: .Die Akne und 
ihre Behandlung" von Dr. Jsaac, Bortraq mit Krankenvorstellung in 
der Berliner medizinischen Gesellschaft. In diesem Vortrage erhalten 
wir u. a. besonders wichtigen Aufschluß darüber, daß gewisse Genuß- 
mittel bei der Entstehung und dem Umsichgreifen der Finne eine nicht 
unbedeutende Rolle spielen. .Hierzu" — führt Dr. Jsaac aus — 
.muß bestimm! auch der Kaffee gerechnet werden, und es ist bei dieser 
Gelegenheit vielleicht nicht ohne Interesse, darauf aufmerksam zu 
machen, daß die Zahl der gewohnheitsmäßigen Kaffeetrinker viel 
größer ist, als man gemeiniglich annimmt. Die Sucht, in über 
mäßigem und häufigem Genuß starken Kaffees ein Analeptikum 
(Erregungsmittel) zu suchen, ist zu einer weitverbreiteten Lebens- 
gewohnheit geworden und unter den Fällen, namentlich von Acne 
roaacea (die typische Trinkernase), welche unsere Klinik aufgesucht 
haben, hat sich ein auffallend hoher Prozentsatz von chronischen 
Kaffeinisten gefunden, die an Hauptgefäßparalyse mit Neigung zu 
Acne rosacea laborieren." Der Bohnenkaffee ist demnach nicht nur 
— wie.wissenschaftlich längst iestst.ht — ein gesundheitsgefährliches, 
sondern auch ein schönheitsgefährlich L Getränk, insofern er die Ent 
stehung und das Überhandnehmen häßlicher Hauterscheinungen be 
günstigt und fördert. DaS sollte jede Frau und jedes Mädchen 
bedenken und schon aus diesem Grunde den regelmäßigen Genuß des, 
außerdem noch Herz und Nerven schwächenden, K.ffees gänzlich 
meiden. Auch Tee ist kein harmloses G tränk. Dagegen kann man 
gegen die einheimischen Teesorten, sowie gegen guten Malzkaffee, z. B. 
dem Kathreinerschen, nichts einwenden. 
Das Töten des Geflügels, namentlich der Gänse, wird 
sehr häufig noch mit unnötiger Grausamkeit vorgenommen. Alles 
Geflügel findet am leichtesten den Tod, mcnn man mit einem Messer 
oder Beit den Kopf vom Rumpfe trennt und den abgeschlagenen 
Kopf aufrichtet, damit daS Blut rascher aus dem Gehirn entweicht 
und sofortige EmpfindungSl sigkeit eintritt. Soll der Kopf (wie bei 
den Gänsen) am Rumpfe bleib n, so durchsticht man den ersten Hals 
wirbel hinter dem Kopfe mit einem spitzen M.sier nach voran 
gegangenem wuchiigen Beiäubungsschlage. Das Hineinstechen in das 
Innere des Schnabels bereitet dem Tier wegen deS häufigen Ver- 
fehlens der paffenden Stelle einen langsamen Tod, zumal wenn der 
Kopf herunterhängt. — Schon die Rücksicht auf unsere eigene Ge 
sundheit verlangt eine» möglichst schnellen, qnallvsen Tod, denn die 
Erfahrung hat gelehrt, das Fleisch von geängstigtcn und zu Tode ge- 
marierten Tiere» giftähnlich wirkt. 
fldre$$huch-!n$erate im 
sind wirkungsvoll und billig. 
Dieselben nimmt jetzt entgegen 
die Geschäftsstelle 
Nheinstraste 15. 
HÜ! Amtliche Anzeigen. 
Bekanntmachung 
Die Aib.iler Ferdinand Woll'chläger 
und Johann Puhle sind als Nachtwächter 
der Gem-inde Friedenau angestellt, ver 
eidigt und bestätigt worden. 
Friedenau, den 7. Nrvember 1905. 
Der Amts- u. Gomeinde-Borsteher. 
Echnackenburg. 
Bekanntmachung. 
An Stelle des nach Hannover verzogenen 
Arztes Herrn Dr. Seer ist dem praktischen 
Arzt Herrn Dr. med. Erich Schramm, 
hier, Rönnebergstraße 17, des Amt eines 
Leichenbeschauers für den hiesigen Ge» 
meindebefilk übertragen worden. 
Friedenau, den 7. Nommber 1905. 
Der Amts-Borsteher 
Schnackenburg. 
Bekanntmachung. 
Der Handel mit Blumen und Kränzen 
wird am Totensonntag, den 26. November 
d. Js., auf die Dauer von 10 Stunden, 
und zwar von 7—10 Uhr Vormittag« 
und von 1?—7 Uhr Nachmittags 
gestattet. 
Friedenau, best 3. November 1905. 
Der Arnts-Vorsteher. 
Schnackenburg. 
Ansprache an die Bevölkerung 
über dre Bedeutung und Ausführung der 
Volkszählung am 1. Dezember 1905. 
Mit dem 1. Dezember d. I. kehrt in 
Preußen wie im ganz.» Deutschen Reiche 
der Tag dcr Volkszählung wieder. 
Die unbedingte Notwendigkeit regel 
mäßiger Aufnahmen dieser Art ist allgemein 
anerkannt Kein Volk vermag sie zu ent 
behren, das sich über die Grundlagen 
seiner Grö: e und Entwickel ng, inSbe- 
sondere über Zahl, Geschlecht, Alter, 
Familienstand, Beruf, R^lig onSbekenntniS 
und ionstige persönliche Eigenschaften seiner 
Ungehörigen unterrichten will. Die Er 
gebnisse der Volkszählung diemn ab.r bei 
uns nicht n.,r der wisse-schaftlichen Er- 
forschung w chliger Verhältnisse des Volks 
lebens, sondern auch mancher ei prakrischen 
Zwecken, w!e der Verteilung gemeinsamer 
Einkünfte und Lasten der ein einen Bundes 
staaten, der Regelung der Münzprägung 
fowi: der Ordnung vieler Verhältnisse, 
welche fich nach der Volkszahl richten, wie 
z. B. die Zuständigkeit von Behörden der 
allgemeinen Landesoerwaltung, die Bildung 
von Stadtkreisen und llrwahibezirken, die 
Wahl von Abgeordneten zu den Kreis 
und ProvinziaUandtagen, die Gemeinde- 
wahlen usw. 
Eine Aufnahme von dem Unfange der 
Volkszählung ist nicht ohne erheb! che Mühe 
durch iifäh en. Ern Blick auf den Verlaut 
des ZählverfahrenS zeigt aber sogleich, daß 
der Bevölkerung selbst hieraus verhältnis 
mäßig nur wenig Arbeit erwächst. 
In den Tagen vom 28. bis 30. No 
vember d. I. werden im ganzen Staa e 
etwa eine Viericlmillion Zahler bei d u 
einzelnen Haushaltungen versprechen, um 
für jede in der Nacht vom 30. November 
auf len l. Dezemb r voraussichtlich dort 
anwesende Perfin eine „Zählkarte A" uud 
für jede Haushaltung ein „Haushaltungs- 
Verzeichnis S" zu überreichen. Als Um 
schlag für di se Papiere dient ein .Zähl 
brief 6/0", dem zugleich eine .Anleitung 6" 
mr Ausfüllung der Zählkarte sowie je eine 
Musterausfüllung amgedruckl ist. 
Die Haushalirngsvorstände, d. h. die 
Familienhäupter haben nur 
a) die Zählpapicre in Empfang zu 
nehmen, 
d) sie gemäß der Anleitung 6 auszu- 
füllen oder durch gee gncte Vertreter aus- 
fülle» zu lassen und 
v) sie vom 1. D zember d. I Mittags 
12 Uhr an zur Abholung durch den Zähler 
b reitzuhaiten. 
Die Fragen der Zählpapier: find Nicht 
zahlreich, durchweg einfach und völlig un 
verfänglich. Niemals werd.n die durch die 
Zählung gewonnenen Nachrichten über 
einzelne Personen veröffentlicht oder für 
andere alL statistische befonberä auch nicht 
für steuerliche Zwecke benutzt Die aus 
den Zählpapieren gewonnenen Ergebnisse 
gehen in allgemein: Tabellen über in 
weich n der einzelne Mensch nicht mehr 
erkennbar ist. Die Zählpapiere selbst 
werden nach beendigter Arbeit einge 
stampft; jedermann darf danach sicher sein, 
daß die Angaben seiner Zählkarte über 
Alter, Religion, Staaisangehörigkeit, 
Mi itärverhäunis, Beruf und Erwerb, 
etwaige Mängel und Gebrechen usw. nicht 
vor unberufen' Augen komnen oder an 
die Öffentlichkeit gelangen. 
Auf ein vertrauensvolles Entgegen- 
mmen dcr HaushaltungsvorstSnde wie 
erhaupt der ganzen Bevölkerung, auch 
rsichtlich der nicht vom Staate, sondern 
n einzelnen Gemeinden gestellten Fragen 
rfen die Zähler hiernach wohl um so 
er rechnen, als diese Männer ihre um- 
»gleiche und mühevolle Arbeck fast 
örtlich freiwillig übernommen haben und 
m Gemeinwesen dadurch werto-lleDienste 
sten. Nachdem die zuständigen Behörden 
rordnung getroffen haben, daß den Be 
rten der verschiedmen Verwaltungen die 
r ihre rege Beteiligung am Zählgeschäfte 
icrdeclichen Diensterl ichterungen zu ge- 
ihren find, darf erwartet werden, daß 
e noch hinreichend rüstigen, dienstlich 
kömmlichen Reichs-, Staats- und Ge- 
ündebeamten einschließlich der an höheren, 
ittel- oder Volksschulen angestellten uud 
gen Ausfallens des Unterrich cs am 
chltage dienstfreien Lehrer einer Auf- 
cderunr der Gemeindebehörde, das Ehren» 
it eines Zählers zu übernehmen, bereit- 
lligst Folge leisten werden. 
Das Getingen der Aufnahme hängt 
sentlich von dem Zusammenwirken der 
hier mit den Haushaltungsrorständcn 
. Diese werden deshalb ersucht, den 
Zählern ihr Amt nach Möglichkeit zu er- 
leichtern und ihnn unnütze Gänge oder 
Arbei.en zu ersvaren. Sie können dies 
tun durch lichckge, deutliche Ausfüllung 
der Zählpapi re, bereitwillige Auskunjt 
über etwaige Lücken oder Undeutlichkeiten 
in der Ausfüllung und durch die Sorge 
für sichere und schnelle E upfaiignahme der 
Zählpap'ere sowie deren Bereithaltung zur 
Wi de.abholung — auch für d n Fall, daß 
der Haushalt-ngsoorstand selbst nicht zu 
Haufe ici» sollte. Die Zähler genießen in 
der Ausübung ihrer Pflichten den be- 
sonderen Schutz der Gesetze; es wird aber 
wohl kaum einer von ihnen diesen anm- 
ruien brauchen, sondern alle werben ohne 
weiteres die Rücksicht finden, die jeder für 
das allgemeine Beste arbeitende Staats- 
bürger beanspruchen darf. 
Das Königliche Statistische Landesamt 
wird das Semige tun, um den llrstoff der 
Aufnahme möglichst schnell aufzubereiten 
und ihn durch ausgiebige Veröffentlichungen 
für die G setzgebung, Verwaltung, Wissen- 
schaft und Volkswohlfahrt nutzbar zu 
machen. 
Berlin, im November 19 5. 
Äönigl. Preußisches Statistisches Landesamt. 
Dr. Blenck, Präsident. 
Veröffentlicht: 
Friedenau, den 6. November 1905. 
Der Gemeinde-Vorstand. 
Schnackenburg. 
Hoiienzollerntheater 
Frieden««, Handjerystr. 
Direktion: Adolf Behle. 
Dienstag, den 14. November 
Novität! Zum 1. Male Novität! 
Mikhekm Meyer-Iörssers» des 
verühmteu Verfassers von „AÜ- 
Keidetöerg" «evsses erfolgreiches 
Mhueuwerk- 
Der Vielgeprüfte 
Lustspiel in » Akten v. WUH. Meyer-Förster. 
Mit größtem Heiterkeitserfolge am 
RerliuerDeutsch.Theater aufgeführt. 
Zur Zeit größte« Zug- u. Kaffenstück 
«Ser deutschen Theater. 
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1,25 M., Balkon 1,00 M., 2. Platz 60 Pf. 
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