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Periodical volume Nr. 262, 07.11.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

durch ministerielle Verfügung die Regierungspräsidenten 
ermächtigt worden, die Ausübung dieses Gewerbes an den 
genannten Tagen bis spätestens 6 Uhr Abends zu ge 
statten. Daran ist die Bedingung zu knüpfen, daß die an 
diesen Tagen über 2 Uhr hinaus beschäftigten Gehilfen 
und Lehrlinge an einem der beiden Weihnachtsfesttage 
oder am NeujahrStage von aller Arbeit freizulaflen sind. 
0 DaS Auskunftsbüro der deutschen Reich»- und 
der vereinigten preußischen und hessischen StaatS-Eisen- 
bahnen auf dem Stadtbahnhofe „Alexanderplatz" blickt in 
diesen Tagen auf ein 35 jähriges Bestehen zurück. AuS 
kleinen Anfängen hat sich dies Büro zu einem wichtigen 
Faktor im handelsgewerblichen Leben Deutschlands ent 
wickelt und ist vorbildlich geworden für viele ähnliche 
Verkehrsanstalten. Ursprünglich wurde hier mündlich, wie 
schriftlich jedwede Auskunft erteilt über Fahrpläne, Reise 
wege, Anschlüsse, Zollabfertigung. Beförderungspreise usw., 
bald aber erstreckte sich der Geschäftsbetrieb deS Büros 
auch auf den Tier- und Güterverkehr und heute erhalten 
Tausende von Verfrachtern Ratschläge und Auskünfte jeg 
licher Art über schwierige Tariffragen usw., soweit es an 
geht, auch für den ausländischen Güterverkehr. Die Aus 
kunftserteilung geschah von jeher unentgeltlich und 
nach bester Kenntnis, jedoch „ohne Gewähr für die 
Richtigkeit." Daß die Auskünfte auch ohne diese Garantie 
stets zuverlässig sind, dafür birgt die Gewissenhaftigkeit 
und Umsicht der im Auskunftsbüro angestellten Beamten. 
Wohl selten hat ein Reisender das Büro unbefriedigt ver 
lassen, wiewohl die vielen Fragen, die hier gestellt werden, 
oft nicht leicht zu beantworten sind. Das später be 
gründete Auskunftsbüro am Anhalter Bahnhöfe ist vor 
mehreren Jahren mit dem „Amtlichen Reisebüro" am 
Potsdamer Bahnhöfe verbunden worden. Aus Anlaß des 
Jubiläums werden sich die Beamten des Auskunftsbüros 
mit ihrem Vorsteher, Herrn Wilhelm Sellentin, zu einer 
kleinen Feier vereinigen. 
Lokales. 
-j- Wahl. In der heute Nachmittag stattgehabten 
Stadtverordnetenwahl der I. Abteilung im Friedenauer 
Ortsteil von Schöneberg vereinigte zwischen 4 und 5 Uhr 
Herr Zivilingenieur Leidig fast sämmtliche Stimmen auf 
sich so daß dessen Wahl als gesichert gilt. 
-s Neupflanzuug. Die Stadtgemeinde Schöneberg 
hat sich doch eines besieren besonnen und nun die Hedwig 
straße wieder mit Bäumen neu bepflanzt. Im Frühjahr 
dieses Jahres wurden bekanntlich die alten Linden dort 
weggehauen und hatte der Protest der Anwohner keinen 
Erfolg. Jetzt scheint die Stadtgemeinde Schöneberg doch 
wohl den fehlenden Schmuck der Straße bemerkt zu haben 
und so hat denn die Hedwigstraße wieder ihre Baumallee 
erhalten. 
t Verein zur Wahrung der kirchlichen In 
teressen von Nathanael. Unter diesem Namen wurde 
gestern Abend in einer von zahlreichen Mitgliedern der 
Nathanaelgemeinde im Friedenauer Ortsteil besuchten Ver 
sammlung, die im Restaurant „Zum Rembrandt" stattfand, 
ein Verein gegründet, der ähnlich wie die Parochialvereine, 
die kirchlichen Jnteresien pflegen soll, ohne aber zu den 
Wahlen Stellung zu nehmen. Die Versammlung wurde 
von Herrn Direktor Woiwoda geleitet, in der Debatte 
waren sich sämtliche Redner einig, daß ein solcher Verein 
notwendig sei, die Abstimmung ergab die Annahme der 
oben angegebenen Bezeichnung. Zur Beratung der 
Satzungen wurde ein Ausschuß von folgenden 12 Herren 
gebildet: Justizrat Reinbacher, Direktor Woiwode, Lehrer 
Hübner. Dr. Aurin, Lehrer Stübing, Bankbeamter Weßlau, 
Bankbeamter Löchel, Dr. Vogel, Stadtverordneter Zobel, 
Konsistorialrat Schulz, Oberfaktor Fackert und Herr Junger. 
Diese Herren sind gern bereit. Beitragserklärungen ent 
gegenzunehmen. Auch Damen können Mitglieder werden. 
In der gestrigen Versammlung meldeten sich über 30 Herren 
zum Beitritt. Die konstituierende Versammlung wird 
spätestens in 14 Tagen stattfinden. 
t Für die Zukunft deS Potsdamer und 
leipziger Platzes in Berlin wird der Bau des 
geplanten Unterpflasterbahnhofs „Leipziger Platz" insofern 
schon von großer Bedeutung sein, als die lokalen Verkehrs- 
Verhältnisse eine durchgreifende Verbesserung erfahren 
werden. Heute schon passieren die unscheinbaren Treppen, 
die nach dem Unterpflasterbahnhof „Potsdamer Platz" 
tätigkeitsbafar vor, 'bei dem uns Herr von Fatkenhain mit 
Rat und Tat beistchen soll. Sie müssen natürlich auch mit« 
machen, liebes Kind; also, Sie sind dabei, Herr von Falken 
hain?" 
„Mit allen meinen Kräften, Exzellenz, die, wie ich hoffe, 
trotz der Empfehlung des Grafen Botho nicht überschätzt 
werden." 
„Nun, daS freut niich. Das wollte ich zunächst nur 
wissen. Donnerstag haben wir eine Komiteesitzung, hier bei 
mir, hoffentlich können Sie derselben beiwohnen?" 
„Ich werde mich pünktlich einfinden." 
„Schön, herzlichen Tank. Also Donnerstag um v Uhr. 
Und nun will ich Sie nicht länger zurückhalten, ich muß 
mich diesem kleinen Fräulein widmen. Nochmals herzlichen 
Dank." 
Sie reichte ihm die kleine fleischige Hand, über die er sich 
ehrerbietig beugte. Er verneigte sich vor Fräulein von 
Manrod und mit der Mahnung der Oberpräsidenlin: „Also 
Donnerstag, Herr von Falkenhain", entfernte er sich. 
Er kam sich vor wie ein Träumender, als er aus der 
Esplanade hinschritt, und wandte sich zu dem nahen Park, 
«m mit seinen Gedanken allein sein zu können. 
Rudolf von Falkenhain hatte ein arbeitsvolles Leben hinter 
sich und war stets gezwungen gewesen, mit seinen Mitteln sorg. 
sam hauszuhalten, aber er war durchaus kein Stuben 
hocker. 
Das Herz des jungen Manne» war ttoh de» regen gesell- 
schastlichen Verkehrs, den er pflegen mußte, unberührt ge 
blieben, obgleich ihm nicht selten leuchtende Mädchenaugen zu 
verstehen gaben, daß eine Annäherung nicht unerwünscht sei. 
Da sah er Marie von Manrod. Er sah sie in ihrer Besorg 
nis um die Stiefmutter, sah in die schönen angstvollen 
Augen — — und fühlte sich zum ersten Mal in seinem 
Leben zil einem weiblichen Wesen hingezogen, sehnte sich ihr 
wieder zu begegnen. 
(Fortsetzung folgt.) 
führen, jährlich 5 Millionen Menschen, die zum großen 
Teil die Königgrätzerstraße und den Potsdamer Platz zu 
überschreiten haben; ihre Zahl dürfte mit der Eröffnung 
der Alexanderplatz-Linie um mindestens eine weitere 
Million steigen, und die Mehrzahl der Fahrgäste wird 
dann nicht mehr nötig haben, sich in das VerkehrSgewühl 
deS Potsdamer Platze» zu stürzen, da der Bahnhof 
„Leipziger Platz" am - Wrangel-Denkmal eine zweite 
Doppeltreppe erhalten wird, welche das überschreiten der 
Fahrdämme entbehrlich macht. Der Hochbahn-Gesellschaft 
wird man demnach die erste wesentliche Entlastung des 
Potsdamer Platzes zu verdanken haben. Der künftige 
Bahnhof wird die Königgrätzerstraße an dem verkehrs- 
umtostcn Kirchhofe kreuzen und sich unter dem neuen 
„Hotel Afchinger" bis zur Mitte deS Leipziger Platzes 
hinziehen; zum Bahnhof wird man auch über die jetzigen 
Treppen der Unterpflasterbahn gelangen, die später 
natürlich umgekehrt werden müssen. Der heuttge Bahnhof 
„Potsdamer Platz" bleibt für die Aufstellung und das 
Rangieren der Hochbahnwagen erhalten. Neben dem 
großen Hotel-Neubau, der gänzlich unterfahren wird, sind 
die Gebäude des landwirtschaftlichen Ministeriums, wie 
bekannt, durch eigenartige Fundament-Unterbauten gesichert 
worden. Von den Zugangs-Treppen auf dem Leipziger 
Platze aus, wo der Bahnhof endigt, läuft der zweigleisige 
Tunnel in gerader Linie unter dem Platze weiter, kreuzt 
die Leipzigerstraße und teilt sich drüben unter dem 
Grundstücke des Kaufhauses Wertheim in zwei Einzel 
tunnel, die vor ihrem Eintritte in die Voßstraße wieder 
zusammenlaufen. Der Erweiterungsbau der Bahn bietet 
sonach schon hier technisch interessante Tiefbau-Anlagen: 
ein unterfahrenes Warenhaus und ein untertunneltes 
Hotel. Daß in dem letzteren die alten Mietsrechte noch 
nicht erloschen sind, berührt den Bahnbau in keiner Weise; 
man wird hier unbekümmert um den seßhaften Mieter, 
die 17 Meter breite, unterirdische Durchfahrt einbauen, 
und auch die Hotelgesellschaft wird sich nicht stören lassen: 
die noch bewohnten Stockwerke des Hauses Königgrätzer 
straße 128 werden einfach „überbaut", wie s. Zt. der 
Schlächter Scharrey am „Grand-Hotel Alcxanderplatz". 
Und, wie dort, so wird auch hier das Stück altmodischer 
Fassade von der stolzen Front des modernen Prachtbaues 
abstechen — lange freilich wird die „alte Herrlichkeit" 
nicht dauern. 
's Wenn die Natur ihren stetig wieder 
kehrenden Winterschlaf hält, in Wald und Flur 
alles Leben erstarrt, der Vöglein Lied verstummt, und 
Schnee und Eis die Mutter Erde bedeckt, dann sucht der 
Mensch doppelt gern die heimatliche Scholle auf und fühlt 
sich weit behaglicher am heimischen Herde, denn sonst. 
Da lernen wir ihn ganz besonders schätzen, unsern besten 
Freund: den Ofen. Und der rußige schwarze Geselle, der 
im Sommer verwaist und verlassen, von niemand beachtet, 
dasteht, grollt nicht, er ist sich vielmehr seiner schwierigen 
Winteranfgabe, seines „Lebenszweckes", voll und ganz 
bewußt. Und wenn Du, lieber Leser, mit vom Frost 
erstarrten Händen liebkosend flüchtig den trauten Haus 
genossen streichelst und seinem Summen und Knistern 
lauschest, dann raunt er Dir in seiner Sprache geheimnis 
voll in die Ohren: „Wärmst Du mich, dann wärme ich 
Dich." Denn genau wie der Mensch zur Erhaltung seines 
Körpers und zur Erneuerung des Stoffwechsels täglich 
Nahrung zu sich nehmen muß, verlangt auch der Ofen 
sein Teil. Und hast Du ihn ordentlich „warm" gemacht, 
„dann läßt sich's gut beim Ofen sitzen, wenn Eiszapfen 
au8 den Ziegeln schwitzen". - Nun ist es aber gar nicht so 
einfach, einen Ofen kunstgerecht zu behandeln. Vielfach 
hält man sich dazu schon für befähigt, wenn es einem 
gelingt, überhaupt Feuer im Ofen anfachen zu können; 
die Hauptsache, nämlich die möglichste Ausnützung des 
Heizmaterials, wird aber viel zu wenig beachtet. Und 
doch kommt es vor allem darauf an, den Verbrennungs 
prozeß möglichst intensiv zu gestatten, sodaß einerseits 
möglichst wenig Rauch und Ruß durch den Schornstein 
entweicht, andererseits auch möglichst wenig Schlacke 
zurückbleibt. Dies wird am besten dadurch erreicht, daß 
man das Feuer im Ofen nicht wie gewöhnlich in der 
Mitte, sondern vorn anzündet. Man mache gleich ein 
starkes Feuer und schiebe eS dann nach der Mitte, wenn 
es sich im vollständigen Brande befindet. Neue Kohlen 
lege man vor das Feuer, um die Kohlen erst anzu 
wärmen, da von solchen angewärmten Kohlen mehr ver 
zehrt wird, als von feuchten. Bei der Anwärmung 
beginnt nämlich das Kohlengas zu verfliegen und wird 
durch den Luftzug den Weg über die Flamme geführt, 
wodurch möglichst viel verbrennt. Dasselbe ist der Fall 
mit den feinen, vom starken Luftzug gelösten Kohlenstaub 
teilen und vom Rauche, der noch viel verbrennbare 
Teilchen enthält. Legt man dagegen, waS meistens getan 
wird, die neu hinzugetanen Kohlen oben auf die Flammen, 
so wird die Wärme-Erzeugung nachteilig unterbrochen; 
gleichzeitig aber fliegen Massen von Ruß und Rauch durch 
die Abzugsröhren unverbrannt in die Luft hinaus. Da 
ist nicht nur Materialverschwendung, sondern bewirkt auch 
eine Verunreinigung der Röhren, des Schornsteins und 
der ganzen Luft. Wird dagegen der Ofen stets so gehetzt, 
daß, dem Luftzug entsprechend, daS Feuer stets von vorn 
angezündet und weiter genährt wird, so werden die Haus 
frauen bald die daraus entspringenden Vorteile gewahr 
werden. 
-f 88. Geburtstag. Der Druckfehlerteufel hat 
gestern das Geburtstagskind Stuhr 10 Jahre jünger 
gemacht. Herr Stuhr feiert heute nicht seinen 70., sondern 
den 80. Geburtstag. 
t Die „Berliner Turuerschaft" ist nach den 
statistischen Erhebungen der Deutschen Turnerschaft wie 
seit Jahrzehnten immer noch der größte Deutsche »Turn 
verein. Sie zählt 3018 Erwachsene beiderlei Geschlechts. 
Die „Berliner Turnerschaft" überragt damit noch um ein 
Beträchtliches die beiden nächst großen Vereine, den 
Münchener Turnerein von 1860 mit 2150 und den 
Münchener Männerturnverein mit 2108 Mitgliedern. An 
vierter Stelle steht Nürnberg, dessen Männerturnverein 
2075 Mitglieder zählt. Der Reihe nach folgen dann die 
Hamburger Turnerschaft von 1816 mit 1708» die Turn 
gemeinde in Berlin mit 1667 und mit unter 1600 Mit 
gliedern die Allgemeinen Turnvereine in Dresden, Leipzig, 
Pforzheim und Chemnitz, 102 Vereine führen je mehr 
als 500 Mitglieder» Da» die „Berlin« Turnerschaft" als 
größt« Verein auch in ihren Leistungen zu den führenden 
Vereinen gehört, hat sie mehr al» einmal bewiesen. Sie 
vertritt seit Jahren die besonder», im Gerätturnen hervor 
ragende „Berliner Schule", die sewst auf die berufsmäßige 
Artistenwelt nicht ohne Einfluß geblieben ist. 
f OrtSkrarrkeukaffe. Mittwoch den 15. d. M. 
finden infolge Ausscheiden» einiger Vertreter für die 
Wahlperiode 1905/06 Ergänzungswahlen- der Bertteter 
zur Generalversammlung statt. ES sind zu wählen seitens 
der Arbeitgeber 2 Vertreter, seitens der Arbeitnehmer 
6. Vertreter. Die Wahlen finden . statt im' Restaurant 
„Gesellschaftshaus", Rheinstraße 14. Die Arbeitgeber 
wählen von 7—8 Uhr Abends, die Arbeitnehmer von 
8-9 Uhr. 
f Der Kricgsveterancnverei« von Friede««« 
und Umgegend hielt am Sonnabend, den 4. November, 
in seinem Vereinslokal „Zur Kaisereiche" seine MonatS- 
versammlung ab. Der Vorsitzende eröffnete die gut be 
suchte Versammlung um 9‘/ 2 Uhr, begrüßte die erschienenen 
Kameraden und brachte darauf da» Kaiserhoch aus. Nach 
Verlesen des Protokolls wurden die eingegangenen 
Schreiben verlesen. Darunter befanden sich zwei Ein 
ladungen zu den Stiftungsfesten der Friedenauer Feuer 
wehr und der Schützengilde. Der ersteren Einladung ist 
der Vorsitzende nachgekommen, während der Feier der 
Schützengilde am 15. November eine größere Deputation 
beiwohnen wird. Eingegangen find zwei Dankschreiben 
eins von Herrn Major Rpenneberg aus Anlaß ber Auf 
merksamkeit zu seiner silbernen Hochzeit und ein weiteres 
von Herrn Stoltzenburg für die Beglückwünschung zur 
Hochzeit seines Sohnes. Bekannt gegeben wurde, daß 
Kamerad Hegert an einer Blinddarmentzündung erkrankt 
sei und sich einer Operation habe unterziehen müssen. AIS 
neues Mitglied wurde Kamerad Richard Dubslaff auf- 
genommen. Zu Donnerstag, den 21. Dezember ist in der 
„Kaisereiche" eine kleine Weihnachtsfeier in Aussicht ge 
nommen. Schluß der Versammlung 11 Uhr. 
f Diebstahl. Als sich am Sonnabend Vormittag 
die Inhaberin der Wohnung Blankenbergstr. 8III auf 
dem Wochenmarkte befand, wurde die Wohnung mittels 
Nachschlüsses geöffnet und aus dem Vertikow Goldsachen 
im Werte von 500 M. entwendet. Der Dieb konnte 
bisher nicht ermittelt werden. Der Diebstahl wurde in 
ähnlicher Weise ausgeführt, wie der vor kurzem im Hause 
Feurigftr. 2. 
f Feuer. Unsere Feuerwehr wurde gestern Nach 
mittag nach 5 Uhr zum Hause Blankenbergstr. 7 gerufen. 
Durch einen zu stark geheizten Badeofen waren Kleidungs 
stücke in Brand geraten, sodaß das Zimmer in hellen 
Flammen stand. Als die Feuerwehr anrückte, war d« 
Brand jedoch schon durch Hausbewohner gelöscht. 
f Polizeibericht. Als gefunden ist hier ange 
meldet worden: 1 Damenuhr. Die rechtmäßige Eigen 
tümerin des vorbenannten Gegenstandes wird aufge 
fordert, ihre Ansprüche binnen 3 Monaten im hiesigen 
Amtsbüro, Feurigstraße 8, Zimmer Nr. 26, geltend zu 
machen, widrigenfalls ünderweit über daS Fundobjekt: 
verfügt werden wird. 
Schöneöerg. 
— Zur Bürgermeisterwahl. Für die Stelle de» 
zweiten Bürgermeisters haben sich 82 Bewerber gemeldet. 
Die Stadtverordneten-Versammlung wird noch in diesem 
Jahre die Wahl des Bürgermeisters vornehmen, der dann 
nach erfolgter Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde am 
1. April n. I. sein Amt antreten dürfte. 
— Die fortgeschriebene Bevölkerung betrug 
am 1. Oktober d. I. 133 745. Im letzten Monat er 
brachten die Zu- und Fortzüge ein Mehr von 792 Per 
sonen und 14 Haushaltungen. Soweit es sich übersehen 
läßt, ging im Oktober der Abtausch von Haushaltungen 
mit Berlin und seinen Vororten derart, daß 538 zu 
gezogenen 514 fortgezogene Haushaltungen gegenüberstehen. 
Der Zugang an Wohnungen betrug 1266, darunter 207 
mit 1 Zimmer, 457 mit 2, 246 mit 3, 138 mit 4, 119 
mit 5, 65 mit 6 und 24 mit 7 Zimmern, 10 nur au» 
Küche und Laden bestehend. Im BerichtSmonat wurden 
freiwillig verkauft 5 bebaute und 13 unbebaute Grund 
stücke. Der Gesamtumsatz im GrundstückSverkehr fetzt sich 
aus 2 806 301 M. für die bebauten und 116 253 M. für 
die unbebauten Grundstücke zusammen. Bei der Sparkasse 
wurden mehr ein- als ausgezahlt: 232 444 M. Der 
Bestand am Ende deS Monats war 47 108 Bücher mit 
28 208 576 M. Einlage. 
— Die Stadtverordnete»»», ahlen haben mehrere 
Überraschungen gebracht. Im 4. Wahlbezirk wurde der 
Kandidat der Mittelstandsoereintgung, Herr Mittelschul 
lehrer Kunze, gegen den bisherigen Stadtverordneten, 
Bankoorsteher der Schöneberger Genossenschaftsbank 
Haenfchke, gewählt. Dies ist sehr zu bedauern, da He« 
Haenschke, wie uns versichert wird, eigentlich der hervor 
ragendste und befähigste Letter der Bank ist und bereits 
früher schon erkannt hatte, daß der Wechseldiskont für die 
Genossen der Schöneberger Genossenschaftsbank viel zu hoch 
erhoben wird. Bei dem jetzigen hohen Reichsbankdiskont 
wird eS den Genossen schwer werden, den hohen Bank 
diskont aufzubringen. He« Kunze hatte 69 Stimmen auf 
sich vereinigt, während der bisherige Stadtverordnete. 
Bankoorsteher Haenschke, nur 31 erhielt. In der 3. Ab 
teilung im 3. Bezirk hatte der Mechaniker Gabriel mit 
363 Stimmen die Mehrheit erhalten. In diesem Bezirk 
war ein Hausbesitzer zu wählen und die bürgerlichen 
Parteien behaupteten. Gabriel sei kein Hausbesitzer. Der 
Wahlvorstand unterließ daher am Donnerstag die Verkün 
digung des Wahlergebnisses und überttug die Entscheidung 
einer höheren Instanz. Bei der gestern erfolgten Wahl 
verkündigung wurde nun Postsekretär Richard Schneider, 
der Gegenkandidat Gabriels, als gewählt erklärt.
        
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