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Periodical volume Nr. 260, 04.11.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

ausgerüstet in den November hineinzugehen. Was mußte 
der wohl erst für ein grimmiges Gesicht aufsetzen, wenn 
Oktober und September bereits so griesgrämig darein 
geschaut. Und nun lacht die Sonne draußen! Friedenau 
glänzt an allen Ecken und Enden, als ob groß Reine 
machen gewesen wäre, und mm alle Tage Festtag ist. 
Vereinzelt fangen die halberstarrten Blumen in den Gärten 
wieder an zu blühen. Und die große Schar der von 
Berlin hierhergezogenen Mieter freuen sich über den 
Wohnungswechsel, und loben Friedenau als den be 
quemsten, schönsten und vornehmsten Vorort zehn Meilen 
im Umkreise. 
Die Hausfrauen sind vor allen Dingen auf unsern 
Wochenmarkt sehr stolz. Mittwochs und Sonnabends mit 
Netz oder Tasche an, Marktplatz einzukaufen, ist ihnen ein 
Vergnügen. Trotz der hohen Preise! Schon gleich am 
Anfang der Budenwege die Eaputher Frauen! Das ist 
eine Freude m>t denen zu verhandeln. Man wird immer 
einig! Ungemütlich werden, wie die lieben Damen 
der Halle, daS kennr man hier kaum. Obst, Eier und 
Geflügel sind da in verlockenden Bergen aufgestapelt, und 
eine jede der freundlichen Landfrauen hat ihre feste Kund 
schaft in Friedenau. „Herrjeh, . . Mutter Wächter! heut 
ohne Vater auf 'en Markt? Er ist doch nicht etwa krank?" 
Oder „Nee, nee, nischt zu machen mit die Äppel! Kosten 
mir alleene soviel! Sind eben schlechte Zeiten." So 
geht Rede und Gegenrede. Man freut sich ordentlich auf 
die vertrauten Gesichter unserer Marktleute, die seit vielen 
Jahre dieselben sind. Man weiß ganz genau, wo man 
die Kartoffeln stets richtig gewogen und in bekannt guter 
Qualität erstehen kann, wo Ost und Gemüse am wohl- 
schmeckensten, und Wild und Geflügel am preiswertesten 
zu haben ist. Und das teure Fleisch! Unsere Schlächter 
verübeln cs keiner Kundin, wenn sie gegen die großen, 
früheren Einkäufe, jetzt blos sehr oft „ein halbes Pfund 
Karbonade" verlangt „in vier bis fünf Scheiben geschnitten", 
oder des Mittwochs sogar blos Rindfett oder Schmalz 
kauft, weil das Gemüse bei den schlechten Zeiten blos mit 
Fett gekocht, auch ohne Fleisch gut schmeckt. „Sonnabends 
holen sich die Jnädigen ja doch ihre Sonntagsbraten, 
man kann's ja keenen Menschen verdenken, wenn er bei's 
Fleisch nur sparen tut", kalkuliert der mitfühlende Metzger. 
So geht alles seinen gemütlichen, regelrechten Gang 
auf unserm Wochenmarkt. Denn das Auge des Gesetzes 
wacht! Aber es schließt auch ruhig mal eines zu, ich 
glaube, aus lauter Vertrauen und Hochachtung vor den 
Friedenauern. Zum Beispiel wenn eine Mutter das 
Nützliche mit dem Angenehmen verbinden will, und Baby 
im Sportwagen mitnimmt zum Markt, weil dabei noch 
so herrlich viel Platz in der Kinderequipage für das ge 
füllte Netz und die schwere Tasche übrig bleibt. Es kostet 
ja beim erstenmal gewiß nicht gleich einen Taler Strafe. 
Der Herr Wachmeister ermahnt nur halb drohend, halb 
gemütlich, und macht darauf aufmerksam, daß für jederlei 
Gefährt die Passage auf dem Marktplatz Mittwochs und 
Sonnabends vormittags Vorboten ist. Oder, wenn Mutter 
Weber noch schnell nach ein Uhr mittags einer guten sich 
verspäteten Kundin zwei Pfund Apfel abwiegt, . . . dann 
droht der gestrenge Hüter des Gesetzes zwar fürchterlich 
mit dem mächtigen Zeigefinger „na, na, jetzt wird nichts 
mehr verkauft, Mutter Webern," aber, aber, er ist ja 
nicht gleich so, und man will doch in Friedenau friedlich 
bleiben. 
Und über alles fällt langsam, langsam ein Blatt 
nach dem andern von den Bäumen, und schmückt 
Friedenau mit einem bunten, weithin schimmernden Teppich, 
in dem die Sonne der letzten schönen Tage goldene Lichter 
streut. 
Mach's weiter so — November. Else Krafft. 
Lokales. 
f Unsere Schulsparkaffe wurde am 1. Mai 1899 
ins Leben gerufen. Sie besteht also jetzt 6 1 /* Jahre. Sie 
gehört mit ihren 31 Sammelstellen und ea. 950 Sparern 
zu den größten Schulsparkassen Deutschlands. In welcher 
Weise sich die Schulsparkasse entwickelt hat, ergibt sich 
ans folgenden Zahlen: E§ waren vorhanden am Schluß 
des Jahres 1899 — 555 Sparer; 1900 — 665 Sp.; 
1901 — 769 Sp.; 1902 — 897 Sp.; 1903 — 975 Sp.; 
1904 — 884 Sp., 1. November 1905 926 Sparer. Die 
Eparsumme betrug: 1899 — 4832,80 M., 1900 — 
„Vergiß nicht, daß Du ein Fleury bist." 
„Nun," erwiderte er mit einem frechen Lächeln,, „wenn 
die Leute die Wahrheit sagen, soll mein teurer Papa * 
„Still." sagte sie streng. 
Nach einer Weile des Nachsinnens sagte sie: „Bezahlen 
mußt Tu, ich will Dir das Geld schassen " 
„Ach, Du süße Herzeirsmania", er umarmte und küßte 
sie. Zärtlichkeiten, die sie sich mit glücklichem Gesicht gefallen ließ. 
„Spanne den Bogen nicht zu scharf, Alfons, er könnte 
brechen. Und nun geh, reite eine Stunde im Part spazieren, 
das wird Dich erfrischen, ich möchte nicht, daß der Präsident 
und Marie Dich so angegriffen sähen, und sei pünktlich bei 
Tische." 
„Wie befindet sich denn meine frounne Schwester, ich 
habe sie seit zwei Tagen nicht gesehen." 
„Das ist Deine Schuld und mit Ursache, wenn Du 
schlecht bei ihr angeschrieben bist." 
„Marie ist einfach langiveilig, ihr fehlt nur der deutsche 
Stricksirumpf. um zur Vogelscheuche zu werden." 
„Sie ist sehr hübsch, gut und reich." 
„Und ich ein armer Teufel, der von der Gnade seines 
Stiefvaters lebt." 
„Darum beweise ihr mehr Aufmerksamkeit, sie wird in 
dieser Umgebung bald sehr gefeiert sein." 
„Ich gehorche Dir, Mama. Wann kann ich mir das 
Geld holen?" 
„Nach Tisch ivill ich es Dir geben." 
„Meinen innigsten Dank, teure Mama." 
Er küßte ihr mit viel Eleganz die Hand und schritt 
hinaus. Mit einem Blicke inniger Zärtlichkeit sah sie ihm nach. 
..Wildfang. willst Du Dir nicht bald die Hörner ab 
laufen?" Doch andere Gedanken verdrängten gleich darauf 
das Bild des verzogenen Lieblings, und ihr Gesicht wurde 
wieder ernst. 
. M * 
(Fortsetzung folgt.) 
8416,20 M., 1901 — 8208,10 M.. 1902 8299,05 M., 
1903 — 10868,60 M., 1904 — 10744,73 M.. 1905 bis 
zum 1. Nov. 8916.30 M. Es sind also bis jetzt 60285,78 M. 
gespart worden. Das ist eine hohe Summe, die man erst 
recht würdigen kann, wenn nran bedenkt, daß sie zumeist 
aus sehr kleinen Einlagen entstanden ist, die nicht gespart 
worden wären, wenn die Schulsparkasse nicht bestünde. 
An Konfirmanden und wegziehende Sparer wurden aus 
gezahlt; 1899 — 74,00 M.. 1900 — 1672,90 M.. 
1901 — 3207,20 M.. 1902 — 4997,00 M., 1903 — 
6059,80 M., 1904 — 9311,39 M.. 1905 bis 1. Nov. 
4774,40 M.. also im Ganzen 30022,60 M. Es bleibt 
also ein Bestand von 30263,09 M. Mit dem äußeren 
Wachstum ist die innere Entwickelung Hand in Hand ge 
gangen. Die Broschüre des Herrn Barsch „Die Friedenauer 
Sparkasse" gibt darüber eingehend Aufschluß. Schon im 
zweiten Jahre des Bestehens wurde eine größere Umwand 
lung vorgenommen. Statt der monatlichen Buchung der 
Sparbeträge wurde die vierteljährliche, also das rein bel 
gische System eingeführt. Dieses System hat sich vorzüg 
lich bewährt. Doch als die Zahl der Schulsparkassen im 
Kreise Teltow zunahm, erwuchs dadurch der Kreissparkasse 
eine zu große Arbeit. Darum mußte die Friedenauer 
Schulsparkasse, um die Kreissparkasse zu entlasten, im 
vorigen Jahre abermals einer umfangreichen Umänderung 
unterzogen werden. Es wurde das schweizerische System 
zu Grunde gelegt und statt des Kontobuches, die jetzt be 
liebte Kartenform gewählt. Die größte Arbeit ist von 
dem Rendanten der Schulsparkasse, Herrn Lehrer Barsch 
geleistet worden, er hat auch sämtliche Formulare für die 
selbe entworfen; ihm gebührt darum in erster Linie An 
erkennung. Unter seiner Leitung ist die Schulsparkasse 
eine Mustersparkasse geworden. Ein große Anzahl Schul 
sparkassen in Nah und Fern sind nach Friedenauer Muster 
entstanden. Die Kgl. Regierung in Potsdam und der 
Vorstand des deutschen Schulsparkassen-Vereins haben mit 
großem Interesse die Entwicklung der Friedenauer Schul 
sparkasse verfolgt Aber auch über die Grenzen Deutsch 
lands hinaus ist ihr Ruf gedrungen. So hat z. B. ein 
Abgesandter d^s österreichischen Kultusministeriums s. Zt. 
die Friedenauer Schulsparkusse einer eingehenden Besichti 
gung unterzogen und sich über deren Einrichtung sehr 
lobend ausgesprochen. Herr Lehrer Barsch hat sein schweres 
Amt als Rendant der Schulsparkasse, das er Q l / 2 Jahr. 
in uneigennütziger Weise verwaltet hat, mit dem 1. Nov. 
niedergelegt. Der Vorstand der Schulsparkasse hat eine 
Teilung derselben für Knaben und Mädchen vorgenommen 
und die Herren Lehrer Aulrich und Geißler zu Rendanten 
gewählt. 
4 Kirchliches. Wegen einer heftigen Erkältung ist 
der Pfarrer Görnandt verhindert, morgen 5. Nov. am 
Reformationsfest zu predigen. Herr Pfarrer Dr. Bogan, 
Steglitz hat freundlichst die Vertretung übernommen. 
f Freier Schultag. Montag, den 6. d. Mts., 
bleiben die Gemeindeschulen, das Gymnasium, wie auch 
die Privatschulen wegen des Besuchs des Königs Alfons 
von Spanien in Berlin geschlossen. 
f Hauskauf «ud -Verkauf. Das große Haus 
des Maurermeisters Lauge-Wilmersdorf, Lauterstr. 21/22, 
ist von Herrn Bäckermeister Wermke gekauft worden. — 
In anderem Besitz ist das Eckhaus Nied- Ecke Handjery- 
straße, bisher Herrn Binternagel gehörig, übergegangen. 
4 Für den unter dem Protektorate Ihrer 
Majestät der Kaiserin nud Königin stehenden 
Berlin-Brandenburger Heilstättenverein für Lungenkranke 
veranstaltet das Damen-Komitee zugunsten der Lungenheil 
stätte in Belzig eine Verlosung von Freibetten. DaS 
unter dem Ehrenvorsitze der Frau Fürstin von Bülow und 
dem Vorsitze der Frau Geheimrath von Leyden stehende 
Damen-Komitee hat es sich seit mehreren Jahren zur 
Aufgabe gemacht, für die Lungenheilstätte in Belzig und 
die dort aufgenommenen Kranken fürsorglich zu wirken. 
Der Plan der Verlosung ist folgender: Das Los wird 
zum Preise von 10 Mark verkauft. Die Gewinne be 
stehen auS einem Hauptgewinn im Werte von 10000 M. 
Der Gewinner wird für seine Lebenszeit Stifter eines 
Freibettes für die Zeitdauer von drei Monaten jährlich, 
nach den satzungsmäßigen Bestimmungen, aus 5 Gewinnen, 
jeder im Werte von 325 M. Der Gewinner hat die Be 
rechtigung, über ein einmaliges Freibett für die Zeitdauer 
von 3 Monaten zu verfügen, aus zehn Gewinnen, jeder 
im Werte von 215 M. Der Gewinner hat die Berechtigung, 
über ein einmaliges Freibett für die Zeitdauer von 
2 Monaten zu verfügen. Lose sind zu haben bei der 
Vorsitzenden des Damen-Komitees des Heilstättenvereins. 
P Gustav Adolf, dramatisches Charakterbild in 6 
Akten von Dr. O. Devrient. Dieses Festspiel gelangt 
unter dem Protektorat des Prinzen Friedrich Heinrich von 
Preußen, durch den Verein zur Förderung deutsch-evan 
gelischer Volksschauspiele von ca. 500 Mitgliedern zur 
Aufführung. Und zwar im Neuen Kgl. Opern-Theater 
(Kroll) an einer Reihe von Spieltagen im November, die 
aus der Anzeige in heutiger Nummer unserer Zeitung 
ersichtlich sind, ebenso die Eintrittspreise. Bei der 
2. Vorstellung war der hohe Protektor anwesend, 
und bei der morgen, Nachmittag 2 Uhr, stattfindenden, 
4. Vorstellung wird die Prinzessin Louise, Tochter 
unserer Kaiserin zugegen sein. Die beiden Hauptrollen 
liegen in den bewährten Händen erster Künstler vom 
Lessingtheater bzw. Kgl. Schauspielhause, und unter den 
mitwirkenden Mitgliedern des Vereins befinden sich auch 
Friedenauer Bürger. Es versteht sich wohl von selbst, 
daß die Aufführung dieses bedeutenden, hochinteressanten 
dramatischen Werkes auf das glänzendste gestaltet wird, 
weshalb wir den Besuch nur angelegentlichst empfehlen 
können. 
t Am Königliche» Institut für Meereskunde, 
Georgenstraße 34/36 in Berlin, findet am Sonnabend, 
den 11. d. M., Abends 8 Uhr, ein öffentlicher, Herren 
und Damen zugänglicher Vortrag statt. Es spricht Herr 
Professor Fischer-Marburg über „Morphologische und 
physikalische Verhältnisse des MittelmeereS", mit Licht 
bildern. Einlaßkarten sind zum Preise von 25 Pfennigen 
pro Abend von 12—2 Uhr Mittags und an den Vortrags 
abenden selbst von 6 Uhr ab im Institut erhältlich; 
außerdem in der Zeit von 9 bis 4 Uhr im Deutschen 
Flotten-Berein. Bernburgerstraße 35 I. 
t Freie Hochschule. Dr. Johannes Schubert 
(Schüler von Professor Felix Schmidt) beginnt am Montag, 
den 6. November, (8—9) in der Freien Hochschule seinen 
4 stllndtgen Zyklus über: „Geschichte des deutschen Volks 
liedes. — mit erläuternden Gesangsvorträgen zur Laute". 
Die Vorträge finden im Rathaus, Zimmer 459 (Eingang 
Jüdenstraße) statt. Hörerkarten in allen Zahlstellen. 
Programme kostenlos bei Wertheim und bei Loeser & 
Wolfs. 
f Firmenregister-Eintragung. Bei No. 25786. 
(Firma: Oelgarts Drogenhaus, Apotheker Julius Sentzke, 
Friedenau): Inhaber jetzt: Erich Körner, Apotheker, Berlin. 
Der Übergang der in dem Betriebe des Geschäfts begrün 
deten Forderungen und Schulden ist bei dem Erwerbe des 
Geschäfts durch den Apotheker Erich Körner ausgeschlossen. 
t Der Verein Fraueu-Erwerb (E. V.) beginnt 
seine diesjährige Weihnachts-Ausstellung bereits Ende 
November. Die Abteilung für selbst angekleidete Puppen 
wird diesmal erheblich vergrößert und durch besondere 
Geld- und Ehren-Preise ausgezeichnet sein. Anmeldungen 
sind an die Zentralstelle des Bereind W. 15, Lietzenburger 13, 
zu richten. 
“f In der Erziehungsschule Albcstraße «, 
werden von Mitte November an Beschäftigungsabende 
für Kinder eingerichtet. Die Kinder erhalten Anleitung 
im Modellieren, in leichter Papp- und Holzarbeit und 
kommen zweimal wöchentlich von 4 bis 6 Uhr. Von 
Mitte nächster Woche an sind Arbeiten, wie sie die Kinder 
anfertigen werden, in der Erziehungsschule ausgestellt und 
zwischen 1 und 3 Uhr an Werktagen anzusehen. 
f Auf der Treptow-Sternwarte wird Herr Di 
rektor Archenhold Sonntag, den 5. Nov., Nachm. 5 Uhr, 
einen Lichtbilder-Vortrag: „Ein Tag auf dem Monde" 
über die in den letzten Jahren beobachteten Einstürze und 
Neubildungen von Kratern und Abens 7 Uhr über: „Das 
Leben im Weltall" sprechen. Durch die Möglichkeit, jetzt 
Photographien der Marskanäle erhalten zu können, hat 
auch die Frage der Bewohnbarkeit besonderes Interesse. — 
Der Monlagsvortrag, Abends 9 Uhr: „Die Monde im 
Planetensystem" behandelt die alten und neuentdeckten 
Monde aller Planeten. — Mit dem großen Fernrohr wird 
schon von 41/2 Uhr an täglich der Mond gezeigt. Am 
7. Nov. werden nacheinander 2 Sterne in den Fischen 
vom Mond bedeckt. 
t Eröffnung deS RheinfchloffeS. Heme Abend 
wird das Hotel und Restaurant „Rheinschloß" wieder er 
öffnet. Die Leitung hat der Eigentümer, Herr Hoff 
mann sen., selbst übernommen. Für gute Speisen und 
Getränke ist gesorgt, sodaß cs an guter Bewirtung nicht 
mangelt. Alle Freunde, Bekannte und Stammgäste, ins 
besondere die Vereine, welche ehemals im genannten Lokal 
ihren Sitz hatten, sind zum Wiederbesuch freundlichst ein 
geladen. Die Bedienung wird eine aufmerksame sein. 
f Im Restaurant „Zum Rembranudt", Becker 
straße 12, Ecke Rembrandtstraße 1, findet heute Abend 
8 Uhr eine Einweihungsfeier anläßlich des von Herrn 
Restaurateur Louis Ehrenberg niu übernommenen Lokals, 
statt. Herr Ehrenberg läßt es sich angelegen sein, seine 
Gäste mit besten Weinen und hochfeinen Bieren zu be 
wirten, einen besonderen Wert legt er aber auf eine vor 
zügliche Küche. Heute Abend verspricht die EinweihungSfeter 
einen besonders schönen Verlauf zu nehmen. Neben einem 
guten Abendtisch & la carte wird für musikalische rc. 
Unterhaltung bestens gesorgt sein und wird ein jeder Teil 
nehmer in den modern ausgestatteten Räumen sich hoffent 
lich bis in den frühesten Morgenstunden wohlfühlen. 
f Durch schnelles Abspringen von der Elek 
trischen noch während der Fahrt stürzte gestern Abend 
in der Stierstraße ein in der Handjerystraße wohnender 
9 jähriger Knabe. Diese Unvorsichtigkeit hätte schlimme 
Folgen hab n können, da der Knabe noch ein großes 
Paket trug. Glücklicherweise kam er mit einer zerissenen 
Hose davon. 
Schöneöerg. 
— Die Stadtverordnete« - Ersatzwahlen, die 
am Donnerstag in der 3. Abteilung stattfanden, werden 
für den 3. Bezirk noch ein Nachspiel haben. Bekanntlich 
war dort ein Hausbesitzer zu wählen und von der sozial 
demokratischen Partei war Mechaniker Gabriel als solcher 
aufgestellt worden. Dieser erhielt auch die Stimmen- 
Mehrheit. Die Wahl Gabriels ist jedoch noch nicht fest 
stehend, da sie von den bürgerlichen Parteien auS dem 
Grunde angefochten wird, weil G. angeblich kein Haus 
besitzer sei. Der Wahlvorstand hat die Entscheidung an 
eine höhere Instanz gegeben, die ihren Beschluß am 
Montag verkünden wird. 
— Für die Stelle des Direktors der Oberreal 
abteilung der Hohenzollernschule haben sich 23 Bewerber 
gemeldet. Die Wahl wird noch vor Neujahr erfolgen, so 
daß der Direktorposten zu Ostern n. I. besetzt werden kann. 
— Gorki-Abend. Auf die morgen wieder im 
„Hohenzollern-Gymnasium, Belziger und Eisenacherstraßen- 
Ecke stattfindende Veranstaltung des Vereins zur Förderung 
der Kunst wir hiermit nochmals aufmerksam gemacht. 
— Koukursnachrichteu. über das Vermögen des 
Kaufmanns Ernst Bahr, Speyererstraße 2, ist am 2. No 
vember, Nachmittags 12*/, Uhr. das Konkursverfahren 
eröffnet. — Das Konkursverfahren über das Vermögen 
der offenen Handelsgesellschaft Leopold Braun & Co. hier- 
selbst, Hohenstaufenstraße 6, ist, nachdem der in dem Der- 
gleichstermine vom 29. August 1905 angenommene 
Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 
19. September 1905 bestätigt ist, aufgehoben; ebenso 
das Konkursverfahren über das Vermögen des Zigarren 
händlers Felix Scholz in Schöueberg, Kaiser Friedrichstr. 9, 
nach, erfolgter Abhaltuuq des Schlußtermins. 
— Schöueberger Liedertafel. Der Verein feiert 
am Sonnabend den 11. d. M. im „Lindenpark", Haupt 
straße 16 sein 25. Stiftungfest. Das gewählte Programm 
•j eist herrliche Kompositionen auf, die der Verein unter
        
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