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Periodical volume Nr. 250, 24.10.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Ichäftigen. Es sind außer den Herren Baumeistern und 
Bauinteressenten auch die Herren vom Gemeindevorstand 
und der Gemeindevertretung eingeladen. 
t Die Gemeinderechnuug für das Jahr 1903 
liegt in der Zeit vom 25. Oktober bis einschließlich 
7. November 1905 im Gemeindeamtszimmer Nr. 10 
während der Dienststunden zur Einsicht für die Gemeinde 
angehörigen öffentlich aus. 
f Die Kontrollversammlungen für sämtliche in 
Friedenau ansässigen Reservisten der Garde- und Provinzial- 
truppen und der Marine werden am 1. und 2. November 
im Restaurant „Albrechtshof" in Sieglitz abgehalten. Es 
haben sich zu stellen die Jahresklaffen 1902 — 1905 am 
1. November, Vormittags 10 Uhr, 1901 an demselben 
Tage, Nachmittags 2 Uhr, 1900 am 2. November, Vor 
mittags 10 Uhr, 1898—1899 Nachmittags 2 Uhr. Wir 
machen hiermit noch darauf aufmerksam, daß Unpünktlich 
keit und Versäumnis der Kontrollversammlungen nach den 
Militärgesetzen bestraft werden und die Militärpapiere 
mitzubringen sind. Auch haben sich die außer Kontrolle 
stehenden Mannschaften unverzüglich persönlich beim 
Bezirksfeldwebel wieder anzumelden. 
s- Uber Schulpflicht und Konfirmation herrschen 
in der Bevölkerung vielfach sehr irrige Anschauungen, die 
nicht selten zu Konflikten zwischen Schulbehörden und dem 
Elternhause führen. Mit einem solchen Falle hatte sich 
der Petitionsausschuv h-r Berliner Stadtverordnetenver 
sammlung in seiner letzten ^'-tzung zu beschäftigen. Ein 
Schneidermeister R. führte Beschwerde darüber, daß seine 
am 4. Oktober d. I. 15 jährige Tochter, welche bereits im 
September v. Js. konfirmiert worden, nicht schon am 
10. Oktober v. Js. (an dem sie nahezu 14 Jahre alt war), 
sondern erst am 1. April d. Js. aus der Schule entlassen 
worden sei. Er behauptet, daß es unzulässig sei, die 
Schulpflicht über das 14. Lebensjahr hinaus auszudehnen 
und verlangte noch Ersatz eines Betrages von 6 Mark, 
den er für zwei ärztliche Atteste auf Verlangen des Schul 
rektors habe aufwenden müssen. Der Ausschuß hat die 
Beschwerde als unbegründet zurückgewiesen, da die Kon 
firmation ebensowenig die Schulpflicht tangiert, wie die 
Vollendung des 14. Lebensjahres. Das Gesetz verlangt 
aber, daß die Kinder die Schule besuchen müssen, bis sie 
„die einem jeden vernünftigen Menschen seines Standes 
nötigen Kenntnisse" nach dem Befunde des „Schul 
inspektors" erworben haben. Und wer diesen Anordnungen 
zuwiderhandelt, würde Schulversäumnisstrafen zu ge 
wärtigen haben. 
-j- Der Winter hat nun heute vollends bei uns 
seinen Einzug gehalten und die ersten Schneeflocken her 
niedergesandt. Während wir sonst im Oktober noch herr 
liche klare Tage haben, die uns einladen, hinauszuwandern 
in die herbstliche Natur, die dann so reich an Farben 
pracht, wo uns durch klare Fernblicke von Bergen, Türmen 
usw. die Herrlichkeiten der Landschaften erfreuen, hatten 
wir in diesem Jahre von alledem nichts. Schon der 
September gab uns Regen und wieder Regen und der 
Oktober übernahm diese feuchte Witterung denn auch. 
Aber noch herbstelte es, noch war ein Näherkommen des 
Winters nicht ersichtlich, bis plötzlich in der vorigen Woche 
strenge Kälte und Nachtfröste einsetzten, Bäume und 
Sträucher entlaubend und für die feuchten Tage auch ein 
paar trockene sich einstellten. Heute schaut der Himmel 
aber wieder grau in grau hernieder und sendet uns 
neben Regen auch Schneeflocken herab. So treten denn 
Pelz- und Wintersachen! an Stelle der leichteren 
Herbstkleidung. Haben wir auch schließlich noch einmal 
wärmere Witterung zu erwarten, so ist diese doch nur auf 
Stunden beschränkt und sollte sich jeder hüten, während 
dieser Zeit die warme Kleidung mit der leichteren wieder 
zu vertauschen, eine Erkältung, die die schlimmsten Folgen 
haben kann, wird sehr leicht durch ein derartiges Handeln 
hervorgerufen. 
-s Hohes Protektorat. Ihre Kaiserliche und 
Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin Cecilie des 
deutschen Reiches und von Preußen haben in Gnaden ge 
ruht, das Protektorat über den Volkswirtschaftlichen 
Verein zur Förderung der Obst- und Gemüseverwertung 
in Deutschland zu übernehmen. Der Verein, dessen erster 
Vorsitzender der Königliche Gartenbaudirektor Th. Echter 
meyer an der Kgl. Gärtnerlehranstalt zu Dahlem bei 
Steglitz ist, hat am 1. Oktober nach erfolgreicher Arbeit 
sein 1. Geschäftsjahr beschlossen und erfreut sich in hohem 
Maße der Gunst der Frauen und Männer aus dem Volke 
sowie der hohen Staatsbehörden, die seine volkswirtschaft 
lichen Bestrebungen überall im Reiche fördern. Unter 
anderen weitgehenden Arbeitsleistungen soll im nächsten 
Jahre mit Errichtung von Volkseinmacheküchen begonnen 
werden in denen praktisch jedem, der sich meldet, die 
Kenntnisse der Fruchtoerwertung übermittelt werden. Das 
Organ des Vereins, die in der deutschen Handbuchhandlung 
Berlin SW. erscheinende Monatsschrift: „Die Obst und 
Gemüseverwertung" sorgt für eine laufende Belehrung in 
Allem, was in diesem Zweige der Hauswirtschaft und 
Industrie zu lernen Not tut. Die Arbeit des Vereins ist 
zeitgemäß und segensreich und die für die kurze Zeit des 
Bestehens hohe Mitgliederzahl beweist, daß der Vereinsge 
danke einem fühlbaren Bedürfnis entspricht. Anmeldungen 
zur Mitgliedschaft nimmt die Geschäftsstelle (Berlin SW. 11, 
Dessauerstr. 14) entgegen, die auch bereitwilligst Auskunft 
erteilt. 
-s Die Gemeivdebeamteuvereinigung Friedenau 
hielt am Freitag, den 20. d. M., im Restaurant Piater 
ihre ordentliche Bierteljahrsversammluug ab.' Der Herr 
Vorsitzende eröffnete die Versammlung in der üblichen 
Weise und widmete dem verstorbenen Kollegen Gnidke 
warme Worte treuen Gedenkens. Die Versammlung ehrte 
das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den 
Plätzen. Sodann wurden die Namen der vom Vorstande 
in die Vereinigung neu aufgenommenen Mitglieder bekannt 
gegeben. Ferner wurde beschlossen, am 6. Dezember 
einen 2. klassischen Vortragsabend unter Mitwirkung 
hervorragender Künstler abzuhalten. Der hierauf von dem 
bei der Amts- und Gemeindeverwaltung tätigen Herrn 
Dr. Uhde gehaltene Vortrag über „Haftpflicht" gestaltete 
sich äußerst intereffant. An der Hand vieler Beispiele 
aus dem praktischen Leben gab der Herr Vortragende den 
Anwesenden ein klares Bild über das Thema und hielt 
die Zuhörer über 1 Stunde gefeffelt. Nachdem noch dem 
Herrn Redner seitens des Herrn Vorsitzenden der Dank 
der Bereinigung abgestattet worden war,/ wurde die 
Sitzung bezüglich des offiziellen Teiles geschloffen. 
f Öffentliche Wählerversammlung. Auf die 
morgen Abend im „Reichskanzler" stattfindende öffentliche 
Versammlung der Wähler der 2. Klasse im 9. Bezirk 
(Friedenauer Ortsteil von Schöneberg) für die Stadt- 
verordneten-Wahlen machen wir hierdurch die beteiligten 
Kreise nochmals besonders aufmerksam. 
f Konzert. Auf das morgen Abend im „Hohen- 
zollern" stattfindende Konzert des Frl. Hedwig Rad» 
ziszewska unter gütiger Mitwirkung der Rezitatorin 
Frau Frida Fischer und des Königl. Musikdirektors Herrn 
Wilhelm Klinke möchten wir hiermit nochmals empfehlend 
hinweisen. Wir erwähnten schon, daß uns wirklich 
künstlerische Genüsse bevorstehen, sowohl im Gesang wie 
auch in Rezitationen und Musikoorträgen, so wiederholen 
wir dieses hiermit und hoffen, daß ein kunstliebendes 
Publikum morgen Abend im „Hohenzollern" angenehmste 
Unterhaltung finden wird. 
f Führmann-Walde-Sänger Am letzten Sonn 
abend gastierte wieder einmal diese vorzügliche Truppe 
im „Kaiser Wilhelmgarten" und gab uns Gelegenheit, 
für einige Stunden die angenehmste Unterhaltung zu 
finden. So bekannt und beliebt diese fröhliche Schar bei 
uns ist, bringt sie uns immer wieder neue Sachen, ver 
steht sie es, uns immer wieder durch ihre Vortragsweise 
zu erfreuen. So bot sie uns am Sonnabend auch wieder 
das Beste und bezeugten die anhaltenden Beifallskund 
gebungen bei jedem einzelnen Vortrag zur Genüge, wie 
sehr sich das Publikum amüsierte. Neben all dem Ge 
botenen wollen wir aber noch des Herrn FUhrmann 
besonders gedenken, der uns in ernsten Gesängen seine 
herrliche Tenorstimme bewundern ließ. Am nächsten 
Sonnabend werden die Führmann-Walde-Sänger wieder 
im „Kaiser Wilhelmgarten" ein Konzert geben, auf das 
wir schon heute empfehlend Hinweisen möchten. 
-j- Die erste Hilfe bei dem von uns am Sonnabend 
gemeldeten Unglücksfall betreffend des bei denAsphaltierungs- 
arbeiten verunglückten Arbeiters K. hat das Mitglied 
Weber der Sanitätskolonne geleistet, wie uns diese 
mitteilt. x 
f Berechtigter Notschrei. Durch die Asphaltierung 
der Straße 2 werden die Anlieger der Bornstraße arg in 
Mitleidenschaft gezogen. Das durch die Arbeiten erforder 
liche Material, sowie sonstiger Unrat liegen derart auf 
gestapelt, daß die betr. Besitzer ohne Schwierigkeiten weder 
zu noch aus ihren Grundstücken kommen können. Es ist 
also höchst unbequem und ungemütlich in genannter 
Gegend, trotzdem am Platz ein altes Chaiselongue aufgestellt 
ist. Die Beschwerden, die uns über diese sehr bedauer 
lichen Zustände zugehen, sind also wohl gerechtfertigt, 
weshalb schnelle Abhilfe dringend notwendig erscheint. 
f Z» einer Keilerei kam es heute Morgen 3 Uhr 
in der Rheinstraße, an der Schöneberger Grenze, zwischen 
mehreren jungen Leuten, die sich derart mit Ohrfeigen 
bearbeiteten und Skandal machten, daß die Polizei ein 
schreiten mußte. Ein Strafantrag wegen groben Unfug 
wird die Folge dieser nächtlichen Keilerei sein. 
-j- Polizeibericht. Als gefunden sind im hiesigen 
Polizeibüro angemeldet worden: 1 Bund Schlüssel, einige 
gehobelte Fußbodenbretter. Die rechtmäßigen Eigentümer 
vorbenannter Gegenstände werden aufgefordert, ihre An 
sprüche binnen 3 Monaten im hiesigen Amtsbüro, Feurig- 
straße 8, Zimmer 26. geltend zu machen, widrigenfalls 
anderweit über die Fundobjekte verfügt werden wird. 
Schöneöerg. 
— Stadtverordneten-Versammlung. In der 
gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung rich 
teten neun Stadtverordnete folgende Anfrage an den 
Magistrat: „Nach einer Mitteilung des Schöneberger 
Tageblattes soll der städtische Brandmeister Meyer zu 
einem Feuerwehrmann u. a. gesagt haben, daß er als 
Offizier berechtigt sei, jeden Untergebenen, der ihm nicht 
die gebührende Achtung erweise, niederzustechen. Was ist 
dem Magistrat hierüber bekannt? Die Anfrage wird in 
der nächsten Sitzung beantwortet werden. Gemäß der 
Magistratsvorlage erklärt sich die Versammlung mit dem 
Beitritt der Stadtgemeinde Schöneberg zum Deutschen 
Städtetage einverstanden. Die Kosten des Beitritts 
wurden mit 220 Mk. bewilligt. Zur Bestreitung der 
Kosten für die in diesem Sommer abgehaltenen Ferien 
spiele wurden 205,32 Mk. nachbewilligt. Der nächste 
Punkt der Tagesordnung betraf die Erweiterung der Stadt 
gärtnerei. Durch den in den letzten beiden Jahren ein 
getretenen erheblichen Zuwachs von gärtnerischen Anlagen 
mit Blumenschmuck sind die Anforderungen an die Stadt 
gärtnerei hinsichtlich der Anzucht und Überwinterung der 
Pflanzen derart gestiegen, daß dem Bedürfnis mit den 
zur Zeit vorhandenen Einrichtungen nicht mehr entsprochen 
werden kann. Die Versammlung erklärte sich deshalb mit 
der Magistratsvorlage einverstanden und bewilligte zur 
Erweiterung der Anzucht- und Überwinterungseinrichtungen 
der Stadtgärtnerei den Betrag von 1950 Mk. Der Stadt 
verordnete Lohausen und Genossen richteten an den 
Magistrat das Ersuchen, fernerhin der Stadtverordneten- 
Versammlung alle abzuschließenden Verträge über den 
Ausbau von Straßen, Straßenteilen und Plätzen in voll 
ständiger Ausfertigung vorzulegen. Zugleich wird der 
Magistrat ersucht, mitzuteilen, daß er diesem Verlangen 
entsprechen werde. Über eine Petition des Gewerbe- 
und Kunstgewerbe-VereinS um unentgeltliche Überlassung 
von Schulräumen und Gewährung einer jährlichen 
Beihilfe von 1000 Mark wurde zur Tagesordnung über 
gegangen. Doch beschloß die Versammlung, den Magistrat 
zu ersuchen, zur gegebenen Zeit der Errichtung einer Kunst 
gewerbeschule näher zu treten. Desgleichen wurde über eine 
Petition der deutschen Mittelstandsvereinigung, Ortsgruppe 
Schöneberg und Umgegend, geg?n die Verfügung der 
Schuldeputation betr. Beibringung von Attesten in Krank 
heitsfällen der Lehrpersonen wegen des in dem Schreiben 
enthaltenen ungehörigen Tones zur Tagesordnung über 
gegangen. Dagegen wurde eine Petition de8 BezirkS- 
oereins „Alter Berliner Ortsteil" wegen Asphaltierung 
der Goltzstraße dem Magistrat zur Berücksichtigung über- 
wiesen. Der Magistratsvorlage betr. die Einführung eines 
orthopädischen Turnunterrichts an den Volksschulen für 
die an Rückgradverkrümmung leidenden Kinder wurde mit 
der Maßgabe zugesfimmt, daß der Unterricht in erster 
Linie durch Turnlehrer bezw. Turnlehrerinnen erteilt wird. 
— Zur Wahlbewegnng. Der Wahlausschuß und 
Vorstand des HauS- und GrundbesttzervereinS hat in seiner 
gestrigen Sitzung beschlossen, an folgenden Kandidaturen 
festzuhalten: 1. Abteilung: Leidig; 2. Abteilung: Treuge 
brodt und 3. Abteilung: Schellack. 
— Im Wege der Zwangsvollstreckung soll 
das angeblich Berchtesgadenerstraße belegene, zur Zeit 
der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den 
Namen des Kaufmanns Otto Schmiedicke in Charlotten 
burg eingetragene Grundstück am 9. Januar 1906, Vor 
mittags 10 Uhr, versteigert werden. 
— Firmeneintraguug. Nr. 27 610. Firma Dr. 
Walther Rothschild. Schöneberg. Inhaber: Dr. Walther 
Rothschild, Verlagsbuchhändler, Wilmersdorf. 
Wertin und Wororte. 
8 Die geplante Verbreiterung der Roßstratze 
wird nach der erwähnten Magistratsvorlage keine voll 
ständige sein. Es werden an der Nordostseite der Straße 
vorläufig nur die Grundstücke No. 19 bis 30 von der 
Firma Boskow & Knauer mit zusammen 553 Quadrat- 
Ruten Straßenland zur Verfügung gestellt. Bei dem 
geforderten Gesammtpreise von 1,05 Millionen M. kommen 
dennoch aber 1900 M. auf den Quadratmeter. 
8 Für die städtischen Jrreu-Austalte« soll, wie 
in ärztlichen Kreisen verlautet, ein Generaldirektor ange 
stellt werden, welchem die Oberaufsicht über die gesamte 
Anstaltspflege der Stadt obliegen würde. Gegenwärtig 
haben wir 3 große Anstalten für Irre, Idioten und Epilep 
tische, in Dalldorf, Herzberge und Buch; außerdem werden 
zahlreiche Geisteskranke auf Kosten der Stadt Berlin in 
30 Prioatanstalten verpflegt. 
8 Wieviel Wasser braucht der Berliner? 
Diese interessante Frage beantwortet der soeben erschienene 
Jahresbericht der städtischen Wasserwerke, wie folgt: Im 
Jahresdurchschnitt lieferten die Werke im letzten Jahre 
täglich 167 618 Kubikmeter; der höchste Wasserverbrauch 
war am 16. Juli v. I. zu verzeichnen (25^491 Kubik 
meter), der niedrigste am zweiten Weihnachtsfeiertage, an 
dem er nur 110 369 Kubikmeter betrug. Im Durchschnitt 
bezifferte sich der Wasserverbrauch für den Kopf und Tag 
der Bevölkerung Berlins auf 84,17 Liter (gegen 81,24 im 
Vorjahre). 
8 Volkstümliche Vorträge werden wie im 
vorigen Jahre in der ständigen Arbeiter-Wohlfahrts 
Ausstellung in Charlottenburg, Frauenhoferstraße 11/12, 
von den Veranstaltern der Sonderausstellung gegen den 
Alkoholismus abgehalten werden. Beginn am Mittwoch, 
den 25. d. M., Abends 8 Uhr, I. Thema: Was ist 
Alkoholismus? 
8 Orgelkonzert. Am Mittwoch, den 25. Oktober, 
Abends 71/3 Uhr veranstaltet der Kgl. Musikdirektor 
Bernhard Jrrgang in der St. Marien-Kirche das nächste 
Orgelkonzert unter Mitwirkung von Fräulein Marie Bluhm 
(Sopran), Fräulein Eva Reinhold (Alt) und Fräulein 
Nella Gunning (Violine). Der Eintritt ist frei! 
8 Der „Verein von Freunden der Treptow- 
Sternwarte" hat für seinen 151. Beobachtungstag am 
25. Oktober eine interessante Tagesordnung: Nachmittags 
von 2—4 Uhr wird mit dem großen Fernrohr die 
gewaltige Sonnenfleckengruppe beobachtet und Abends 
von 7—9 Uhr das Farbenatelier der „Neuen Photo 
graphischen Gesellschaft", Leipzigerstroße 121, besucht. Herr 
Skowranek wird die Entstehung dieser farbigen Bilder 
praktisch vorführen und Herr Han8 Schmidt einen Vortrag 
über die Entwickelung der Farbenphotographie halten. Es 
ist bekanntlich der Neuen Photographischen Gesellschaft 
gelungen, auch die schwierigsten Jnnenräume, wie z. B. 
des Kgl. Schlosses zu Berlin, die der Wartburg-Eisenach 
zu photographieren. Statuten und Beitrittsbedingungen 
versendet das Büro der Treptow-Sternwarte. 
Zuschriften. 
Ihre Noliz über unsere Gesellschaft in der Nr 247 vom 20. d. M. 
ist unzutreffend. Der erwähnte Kauf ist vor Jahresfrist bezw lm 
Januar dieses Jahres erfolgt und liegen die Grundstücke nur in 
Steglitz an der Gemarkung Dahlem und in der Nähe des neuen 
Botanischen Gartens. Die Bebauung ist zum Teil geschloffener Hoch 
bau, dann Mittelbau und an der Grunewaldstraße Villenbau. Diese 
ganze Angelegenheit ist aber schon in unserem Geschäftsbericht vom 
St. März d IS. erwähnt. Hochachtungsvoll Echöneberg-Friedenauer 
Terrain-Ges llschaft gez. Paul Woiwode. 
(Unser W.-Bcrichterstatter hat jedenfalls die in Nr. 247 ent- 
haltene, von ihm stammende Notiz über die .Schöneberg-Friedenauer 
Terraingesellschaft' ganz alten, unverläßlichen Aufzeichnungen ent- 
nommen, Wir konnten nämlich feststellen, daß unser Blatt die Nach 
richt, wie sie in vorstehemdem Schreiben gekannter Gesellschaft ent 
halten ist, also zutreffend, bereits vor einem halben Jahre gebracht 
hat. D. Red.) 
In Nr. 247 vom Freitag, den 20. d. MtS. brachten Sie einen 
Artikel anfangend: .Der Absatz der Preußischen Lotterielose rc.' Auf 
Grund der von mir an zuständiger Stelle eingezogenen Erkundigungen, 
kann Ihnen mitteilen, daß di« in diesem Artikel gemachten Mit- 
teilungen unzutreffend sind. Mit dem Ersuchen, dies m Ihrem 
Blatte richtig zu stellen, zeichne Hochachtungsvoll Lichtheim. 
Die .berliner Korr.' schreibt hierzu: Bon einzelnen Blättern 
wird die Nach icht (verbreitet, der Absatz der preußischen Lotterielose 
habe sich nach Ausdehnung der Lotterie auf Mecklenburg und Lübeck 
so wenig günstig gestaltet, daß die fünfte Klaffe der 2tS. Lotterie 
.einen großen Uedeibestand an Losen aufzuweisen habe.' — Diese 
Nachricht ist unzutreffend. 
Gerichtliches. 
P. Eine nette Stütze dee HauSfra« war Alma Borst, 
Dienstmädchen und Krankenpflegerin, die sich gestern vor der 2. Straf» 
kammer des Landgerichts wegen Körperverletzung ihrer Dieustherrin,
        
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