Path:
Periodical volume Nr. 246, 19.10.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

man frühmorgens über die Felder ausgebreitet liegen steht, 
kann keinen Zweifel mehr darüber lasten, daß der Winter 
mit schnellen Schritten näher kommt. Trotzdem darf man 
nun nicht gleich das warme Zimmer für den einzig 
angenehmen und gesunden Aufenthalt ansehen, waS 
bezüglich der Kinder von so vielen Eltern gern geschieht. 
Ist die Sonne hoch genug gestiegen, so daß man ihrer 
Wärme froh wird, dann sollen auch die kleinen Kinder, 
die durch den Schulbesuch noch nicht an der freien Aus 
nutzung des Tages gehindert sind, ins Freie geschickt 
werden. Muß die Kleidung entsprechend der Jahreszeit 
auch schon etwas wärmer ausgewählt werden, so geht es 
doch noch lange ohne Wintermäntel und Halstücher. Der 
Herbst bietet die beste Gelegenheit, durch Abhärtung des 
Körpers für eine feste Gesundheit zu sorgen. Gibt es auch 
einmal einen Schnupfen oder ein bischen Husten, das geht 
in jungen Jahren schnell und ohne jede bleibende Folge 
erscheinung vorüber. Ein Kind aber, dessen Körper gar 
nicht gegen Wind und Wetter abgehärtet wird, das gedeiht 
lange nicht so gut, wie das wettererprobte. Zudem sind 
in den kühleren Herbsttagen, wo sich die Kleinen auch bei 
fröhlichem Umhertoben nicht mehr so leicht erhitzen können, 
Erkältungen bei weitem nicht so sehr zu befürchten, wie 
im hohen Sommer, wc auf die Erhitzung schnell eine 
plötzliche Abkühlung erfolg». Also, ihr Eltern, so lange 
eS aber trocken und klar ist, . -»rf die Kälte kein Anlaß 
sein, euren Kindern den Aufenthalt im Freien zu versagen. 
-j- Dienstags-Abende der Hausbesitzer. Auf 
welchen fruchtbaren Boden die Anregung des Vorsitzenden 
des Haus- und Grundbesitzer-Vereins, Herrn Hauptmann 
Lehment, gefallen ist, an jedem Dienstag-Abend ein 
geselliges Beisammensein der Mitglieder zwecks näheren 
Kennenlernens untereinander zu veranstalten, bewies der 
vorgestrige Abend. Trotz geringen Bekanntseins der Sache, 
hatten sich doch 11 Mitglieder in der „Kaisereiche" ein 
gefunden, darunter einige Herren, welche die Entwickelung 
Friedenaus von seiner Gründung an kannten. Sehr 
interessant war e8, deren Erzählungen aus vergangenen 
Zeiten zu lauschen. Der gegenseitige Meinungsaustausch 
über viele, unser liebes Friedenau betreffende Fragen und 
Angelegenheiten war ein so belebender und anregender, 
daß den daran Teilnehmenden die Zeit wie im Fluge 
verrann und selbige erst zu vorgerückter Stunde die 
heimischen Penaten aufsuchten. Es wäre zu wünschen, 
daß dieser ersten Veranstaltung noch recht viele ebenso 
gemütliche Dienstag-Abende unter möglichst zahlreicher 
Beteiligung der Mitglieder folgen, denn des Anregenden 
und Lehrreichen bieten diese zwanglosen Abende ohne 
Zweifel. 
-j- Gemeindebeamten - Vereinigung. Morgen 
Abend 8 Uhr findet wieder eine Zusammenkunft der Mit 
glieder statt undz war im Restaurant Piater, Rheinstraße, Ecke 
Kaiser-Allee. Es wird ein interessanter Vortrag geboten 
und bildet den Schluß des Abends ein gemütliches Bei 
sammensein, bei dem man einige vergnügte Stunden ver 
leben kann. 
-j- Jnnungsversammlungen. Die Tischler- 
Zwangsinnung hielt am Montag im Restaurant 
„Bürgergarten" zu Steglitz ihre Quartalssitzung ab. Ein 
Lehrling wurde zum Gesellen gesprochen, worauf die Ein 
schreibung von 2 Lehrlingen erfolgte. Als Mitglieder 
traten neu ein 3 Meister. Dem Tischlermeister Herrn 
Hahn-Tempelhof wurden aus Anlaß seines 25 jährigen 
Meister-Jubiläums herzliche Glückwünsche ausgesprochen. 
Jnnungsmeister Sebastian erstattete Bericht über den in 
Kassel vom 6. bis 10 August abgehaltenen Tischlertag, 
dem er als Delegierter beiwohnte. Im Anschluß an den 
Vortrag Pauli-Potsdam: „Die soziale Gesetzgebung des 
verflossenen Jahres" und die darauf in Kassel gefaßte 
Resolution wies Redner nach, daß der Handwerkerstand 
betreffs der erhobenen Beiträge an der Grenze seiner 
Leistungsfähigkeit angekommen sei, auch der Konkurrenz 
des Auslandes gegenüber. Ein weiterer Ausbau der 
sozialen Gesetzgebung könne nur v erfolgen, wenn für Auf 
bringung der Kosten andere Wege eingeschlagen würden. 
Für die Tagung des Bezirksverbandes Berlin am 23. d. M., 
wurden als Delegierte gewählt Mittelstedt-Steglitz, Such. 
land-Schmargendorf und Gumtau-Gr.-Lichterfelde. Zur 
Teilnahme an den neu eingerichteten Meisterkursus 
meldeten sich 8 Mitglieder. 
Schneider-Zwangs-Jnnung. Ein Lehrling wurde 
aus-, zwei wurden eingeschrieben, über den von der 
Regierung und der Handwerkskammer geplanten Zu 
schneidekursus berichteten Obermeister Meißner und Direktor 
Jürgens-Berlin. Zur Teilnahme meldeten sich 16 Mit 
glieder, sodaß im Januar k. I. der Kursus in Steglitz 
eröffnet werden kann. Den Hauptteil der Kosten trägt die 
Handwerkskammer. — über die Krankenkasse berichtete der 
Schatzmeister, der die Kassenverhältnisse als günstige 
schilderte. Direktor Jürgens hielt einen Vortrag über 
modernen Hosenschnitt. Besonders fesselnd waren seine 
Ausführungen über die anzuwendende Kunst, 0- und X 
Beine zu verdecken. — Eine längere Aussprache rief der 
Vortrag des Herrn Wilh. Kahnert-Charlottenburg über 
Genossenschaftswesen und Einkauf von Rohmaterialen hervor. 
Zum Schluß teilte der Obermeister mit, daß bei der 
Meisterprüfungskommisston für Charlottenburg, Schöne 
berg und Kreis Teltow, in welcher Kommission er den 
Vorsitz führt, aus diesen Bezirken 7 Jnnungsmitglieder 
sich zur Prüfung angemeldet hätten. 
t Hoheuzollern-Theater. Diesesmal war es dem 
Friedenauer Publikum vergönnt, vor dem Berliner ein 
Urteil zu sprechen, denn das uns^vorgestera vom Behle'schen 
Ensemble gebotene Lustspiel „Sein Prinzeßchen" von 
Gebhardt Schätzler-Perasini, erlebt erst im November die 
Berliner Premiere. Ist nun Friedenau auch nicht so an- 
spruchsvoll wie Berlin, so können wir doch behaupten, zu 
urteilen versteht es ebenso und so sprach es denn auch 
gestern, sprach in oftmals nicht endenwollendem Beifall 
seine höchste Befriedigung über das Stück selbst, wie auch 
über die mustergültige Darstellung aus. — Baron Hans 
von Brenken, ein pommerscher Landjunker, hat eine Dame 
der IIk»llt6 volSe zur Gemahlin. Glücklich fühlt e: sich 
mit ihr in dem weltabgeschiedenen Brenkenhof, sie ist sein 
ein, sein alles, sein „Prinzeßchen". Da schlägt in dem 
sonnigen Eheglück wie ein Blitz aus heiterem Himmel die 
Mitteilung, daß sein „Prinzeßchen" glückliche Erbin von 
2 Millionen geworden ist; aber mit der Erbschaft ist die 
Bedingung verknüpft, Brenkenhof aufzugeben um inS 
„Rote Schloß" nach der Residenz zu wandern. Baron 
Hans glaubte, sein „Prinzeßchen" werde die Erbschaft ab 
lehnen und mit ihm in Brenkenhof weiter hausen. Doch 
sie, die von ihren Jugendjahren noch die Freuden der 
Residenz kennt, ist hocherfreut über das ihr in den Schoß 
gefallene Glück und so gewinnt sie auch ihren Mann, der 
ihr ja nichts abschlagen kann, dazu, Brenkenhof mit dem 
roten Schloß in der Residenz zu vertauschen. Run sind 
sie eingekehrt ins rote Schloß, Gesellschaft reiht sich an 
Gesellschaft, aber Baron Hans kann sich nicht beugen 
unter höfischer Etiquette, er bleibt zum Verdruß seiner 
piniblen Verwandten, die selbst seine Frau mit allen 
Mitteln ihm abspenstig zu »nachen suchen, der „Bauer"! 
Bei einer Festivität, wo der Baron mit einem Orden 
dekoriert, kommt sein Verwalter von Brenkenhof und er 
zählt ihm von dem heimatlichen Boden. Die Sehnsucht 
erfaßt ihn und als er noch gar hinzukommt, als ein 
überspannter Überbrettl-Literat seinem Prinzeßchen die 
Cour macht, da ist es aus mit seiner Freude im roten 
Schloß, und mit seinem Verwalter zieht er zurück nach 
Brenkenhof, ohne sein Prinzeßchen. Hier wirtschaftet er 
wie toll, indem er sich selbst verleugnet, um nicht zu 
zeigen, wie sehr er sein Prinzeßchen vermißt. Es ist sein 
Hochzeitstag wiedergekehrt, draußen blüht der Flieder. 
Da ergreift es auch seiner Gemahlin wieder zurück nach 
Brenkenhof. Sie trifft unvermutet tin, verbirgt sich und 
als der Baron sein Frühstück einnehmen will, da ist es 
„sein Prinzeßchen" in einfacher Kleidung, die ihm serviert. 
— Gebhardt Schätzer-Perasini, hat es verstanden, die edle 
Menschenseele, wie sie in Natürlichkeit uns vorschwebt, 
die „spricht, was sie denkt", gegenüber der in Etiquette 
und Prüderie künstlich heraufgezogenen, mit humor-satyrischen 
Worten zu zeichnen. Und diese heraufbeschworenen 
krassen Gegensätze sind es, nicht eine von „Kalauern" 
durchsetzte Redeweise, die das Publikum amüsierten. So 
können wir mit Recht sagen: „Sein Prinzeßchen" ist ein 
echtes Lustspiel im wahrsten Sinne des Worts. — Das 
Spiel war ausgezeichnet. Frl. Else Römer hatte die 
Titelrolle inne und gab mit Herrn Ernst Stegemann 
(Baron Hans) ein Zusammenspiel wie es der verwöhnteste 
Theaterbesucher nur lobend anerkennen kann. Sie das 
Prinzeßchen und er den unverfälschten, echten deutschen 
Landjunker. Im gleichen Mileu verstanden auch 
Frl Elise Gebhard (Gertrud) nnd Herr Willi Lengling 
(Kappus) das beste zu leisten. Im Gegensatz zu diesen 
gaben Frl. Treda (Lätitia), Alwin Cordes (v. Ranken) 
Julius Abicht (Bellmann) die im „Sonnenlicht" der 
Gesellschaft aufgezogenen, jedem natürlichen Streben 
feindlichen Typen, vortrefflich wieder, während Herr 
Robert Günther (Graf Udo) die Mittelsperson treffend 
darstellte. Aber auch Frl. Mia Werner (Fifi), Frau Joh. 
Suhr (Lenchen) und Herr Karl Hermann (Holleben), 
»vollen wir nicht unerwähnt lassen, die diesmal nur kleinere 
Rollen inne hatten, welche aber zum Gelingen des Gesamt 
spieles das beste beitrugen. 
t Der Familieuabeud anläßlich des 7. Jahres 
festes des evangelischen Männer- und JünglingSvereins, 
der gestern im „Hohenzollern" stattfand, war gut besucht, 
und nahm einen vortrefflichen Verlauf. Die Begrüßung 
der Anwesenden erfolgte durch Herrn Pastor Kleine, eine 
Ansprache hielt der Bundesdirigent Herr Pastor Schuberth- 
Berlin und das Schlußwort hatte Herr Pfarrer Görnandt. 
Herr Ludwig erstattete den Jahresbericht, der ein 
glänzendes Zeugnis von der steten Zunahme des Vereins 
abgab. In gediegener Weise und reichem Maße wurde 
für weitere interessante Unterhaltung gesorgt. Ein tief 
durchdachter, der Stimmung des Abends bestens ange 
paßter Prolog wechselte ab mit gemeinsamen Gesängen. 
Die Gesangsabteilung des Vereins trug einige Lieder vor, 
die mit großem Beifall aufgenommen wurden. Die von 
der Turnabteilung tadellos aufgeführten Marmorgruppen 
und turnerischen Leistungen erregten das lebhafteste 
Interesse des Publikums. Die Mitglieder zeigten eben 
eine Vielseitigkeit und Gewandtheit. Mit der größten 
Aufmerksamkeit lauschte man den Klavier- und Biolin- 
vorträgen und fanden die verschiedenen Deklamationen 
wohlverdiente Würdigung. Erwähnen wir noch die 
Haydn'sche Kinder-Symphonie, sowie die dramatische Auf 
führung: „Der Schild des Glaubens" und die Besucher 
des genußreichen Abends werden mit uns sagen, daß Ab 
wechselung und Unterhaltungsstoff mehr wie genug geboten 
worden ist. Jedenfalls kann der Verein mit dem Abschluß 
des 7. Jahresfestes sehr zustreben sein. Die alten Mit 
glieder sind zu weiterer fleißiger Arbeit angespornt worden 
und neue Anhänger hat der Verein durch seine Veranstaltung 
erworben. 
f Ein Zusau, urenturue» von Franeu-Ab« 
teilungeu des Kreises Illb findet am Sonntag, den 
22. Oktober. Nachmitttags von 4 bis 6 Uhr, in der 
städtischen Turnhalle zu Berlin, Prinzenstraße 70, statt. 
Nach dem Turnen: Freie Aussprache im Anschluß an die 
Vorführungen über „Förderung und Ziele des Frauen 
turnens" im Saale des „Dresdener Garten", Dresdener 
Straße 45. Der TurnauSschuß ladet die Leiter und 
Leiterinnen der Frauen-Abteilungen ein, als Zuschauer dem 
Turnen beizuwohnen. 
-s- SauitätSkolonue. Der Unterricht der freiwilligen 
Sanitätskolonne beginnt Anfang November d. I. Die 
jenigen, welche der Kolonne als aktive Mitglieder beizu 
treten wünschen, mögen sich an den Vorsitzenden Herrn 
Apothekenbesitzer Paul Sadäe, Rheinstr. 16, wenden. 
-j- Der Postnuterbeamteu - Verein feiert am 
21. Oktober, Abends 9 Uhr, im Saale des Hohenzollern- 
Restaurants, Handjerystraße 64, sein 8. Stiftungsfest. 
-j- Die Vackkiste. Was eine „Kochkiste" ist, wissen 
unsere Leserinnen. Die Vorteile der Kochkiste sind nun 
auch auf eine Backkiste übertragen worden, und cs läßt 
sich mit ihr tatsächlich backen, und zwar ist das in über 
raschend einfacher Weise erreicht worden. In einer zweck 
mäßig und nett hergestellten Kiste werden durch Ein- 
schtebung von zwei im Ofenfeuer oder auf offener Flamme 
etwa zehn Minuten lang erhitzten Steinen die vorzüglichsten 
Kuchen und Torten gebacken. Jeder, auch der Ungläubigste 
auf diesem Gebiete — und deren gibt' es leider noch sehr 
viele — konnte sich auf der Frankfurter Kochkunst 
ausstellung mit Auge und Zunge davon überzeugen, daß 
die roh eingestellte Masse im Laufe von einer knappen 
Stunde goldig braun, locker und völlig durchgebacken aus 
diesem merkwürdigen Kasten herauskam. „Wer wie ich 
seit langen Jahren die Kochkiste kennt, und in ihr einen 
nie versagenden, allen Verhältnissen dienstbar zu machenden 
Gehilfen im Haushalte schätzt — so schreibt Fräulein 
Martha Back-Frankfurt der „Franks. Ztg." —, muß sich 
über die nunmehr erreichte Stufe der Vollkommenheit 
aufrichtig freuen. Wenn ich bei jeder Gelegenheit hervor 
zuheben bemüht bin, daß eine so einfache Kiste daS ganze 
Küchengeschäft zu vergeistigen vermag, so ist daS durch die 
Art dieser neuen Erfindung glänzend bewiesen, wenn auch 
gewissermaßen im umgekehrten Verfahren." Ein Ton 
künstler Wilh. Aletter, der sich seinem Beruf nach mit 
Komponieren, Dirigieren und Klavierspiel beschäftigt, ist, 
unterstützt von seiner Frau, der Erfinder der neuen Back 
kiste ohne oder, sagen wir besser, mit einem Minimum 
von Feuer. 
Wegelagerer. Der Vorgänger deS kleinen Rat 
hauses am Marktplatz, daS mit seiner elektrischen Be 
leuchtung allen Anforderungen der Neuzeit entspricht 
und somit wirklich dem Ort zur Zierde gereicht, hat 
einen andern, sehr ungeeigneten Platz gefunden. Dieses 
alte Gebäude, das bereits seine Schuldigkeit getan hat, 
liegt jetzt auf dem Grundstück in der Handjerystraße von 
Wilmersdorferplatz wo das wirkliche Friedenauer Rathaus 
hin kommen soll, herum, zum Verdruß der dortigen An 
wohner. Diese erklären mit Recht- daß sie sich durch 
dieses Gerümpel in die Gegend der ehemaligen Cholera 
baracke versetzt fühlen, und es wird endlich Zeit, daß die 
Bestandteile der einstigen alten Blechbude dort verschwinden. 
Sie hat ausgedient, und muß jetzt unbedingt an eine 
Stelle verbracht werden, wo die „Öffentlichkeit ausge 
schlossen" ist. 
-j- Unfall auf dem Sportplatz. Über einen 
schweren Unfall beim heutigen Training auf der Rad 
rennbahn Steglitz wird uns berichtet: Der Schrittmacher 
des Rennfahrers Demke fuhr nach Passieren der großen 
Kurve gegen die Barriere und stürzte. Das Motorrad fiel 
hierbei mit solcher Gewalt auf ihn, daß ihm die Schädel 
decke zertrümmert wurde. Man schaffte den Schwer 
verletzten, an deffen Aufkommen gezweifelt wird, zunächst 
ins Büro, wo ihm ein Notverband angelegt wurde. 
Demke selbst stürzte ebenfalls, erlitt jedoch nur einige 
Hautabschürfungen. 
Schöneöerg. 
— Ordensverleihung. Dem pensionierten Eisen 
bahnweichensteller Adolf Magdeburg Hierselbst wohnhaft, 
ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. 
— Die Errichtung eines dritten Realgym 
nasiums ist in Aussicht genommen worden. Das 
Werner Siemens-Realgymnasium im Berliner OrtSteil und 
das Helmholtz-Realgymnasium im Friedenauer OrtSteil 
sind voll besetzt, sodaß für die bestehenden Klassen eine 
Entlastung geboten ist. Es soll nun für den alten Schöne 
berger Stadtteil ein Realgymnasium gegründet werden, 
dessen unterste Klassen zunächst eingerichtet werden. Ferner 
geht man mit der Absicht um, von den 3 Parallelzöten 
der städtischen Realschule einen nach der Insel zu ver 
legen, um auch jdiesem stark bevölkerten ^.Stadtteil eine 
höhere Knabenschule zu gute kommen zu lassen. 
— Die Herbst-Koutrollverfammluugeu für 
die in Schöneberg mit Schöneberger Anteil bei Friedenau, 
Bahnhof Friedenau wohnenden Mannschaften der Bezirks 
kommandos I, II, III, IV Berlin finden sämtlich auf dem 
Hofe des Landwehr-Dienstgebäudes, General Papestraße 
(am Tempelhofer Felde) in den Tagen - vom 2. bis 
27. November statt. 
— Zweigverei« Schöueberg des Bundes deutscher 
Militäranwärter. Vortrag des Herrn General v. Kloeden 
über „Zweck und Ziele des Bundes deutscher Militär 
anwärter" am 25. d. Mts., Abends 8 Uhr, Hauptstr. 134 
(Schwarzer Adler). — Militäranwärter als Gäste will 
kommen! 
Werlin und Wororte. 
8 Der von der VerkehrSdeputatiou eingesetzte 
Unterausschuß zur Vorprüfung des von der Hochbahn 
gesellschaft eingereichten Projektes zur Fortführung ihrer 
Unterpflastribahn nach dem Spittelmarkt hat, wie verlautet, 
am gestrigen Mittwoch unter Vorsitz des Oberbürgermeisters 
feine Beratungen aufgenommen. Demselben liegt be 
kanntlich auch die Vorprüfung deS neuen Schwebebahn- 
Projektes ob. 
8 Da« VuudeSratS-Ufer, das bei der Lesstng- 
Brücke seinen Anfang nimmt, wird jetzt vollständig um 
gebaut und bis zur Hansa-Brücke fortgeführt. Es besteht 
aus einer oberen Straße, die dem allgemeinen Verkehr 
dient, und einer tiefer gelegenen Ladestraße, die sich un 
mittelbar am Ufer entlangzieht. Die steilen Böschungen, 
mit deren Herstellung man jetzt beschäftigt ist, bestehen 
aus breiten Sandsteinquadern. Genau in der Mitte der 
Straße liegt der Borsigsteg, die schöne neue Fußgänger 
brücke, 'die im Zuge der FlenSburgerstraße über die 
Spree führt. 
8 Die Döberitzer Heerstraße wird jetzt gärtnerisch 
ausgestattet. Auf der Nordstraße, wo die besonderen 
Perrons für die Straßenbahn liegen, wird zwischen den 
Gleisen Rasen gepflanzt, daneben werden, genau wie eS 
in der Hardenbergstraße der Fall ist, Schmuckstreifen ange 
legt. Auch auf der Südseite neben dem Reitweg werden 
sich solche Schmuckstreifen hinziehen. Außerdem erhält die 
Straße 4 Reihen Lindenbäume, mit deren Einpflanzen man 
jetzt beschäftigt ist. 
8 Gedenktafeln. Wiederum muß eine Berliner 
Gedenktafel dem Märkischen Museum überwiesen werden.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.