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Periodical volume Nr. 238, 10.10.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

Hofgärtner Bock, Apotheker Lambardt, Kunsthändler 
Werckmeister und Kaufmann Krauß. 
-j- Vom GrnudstückSmarkt. Herr Kaufmann 
C. Roeseler hat das Grundstück Fröauf-Ecke Straße 7 
preiswert erworben. 
f Die „Brötchenfrage" ist. ihrer Lösung nicht 
mehr so fern, schreibt unser Berliner „Rhc."-Korrespondent, 
wie man nach den Auslassungen der Berliner Gastwirte 
schließen sollte. Dem aufmerksamen Beobachter dürfte es 
nicht entgangen sein, daß in praxi der Brotkorb den 
Berlinern schon ein wenigj höher gehängt worden ist. In 
vielen, auch vornehmen Restaurants fällt es dem Besucher 
auf, daß die Brötchenkörbchen nicht mehr, wie früher, auf 
den Tischen bereit stehen, sondern erst gebracht werden, so 
bald das bestellte Essen aufgetragen wird. Damit märe 
freilich erst die hygienische Seite der Frage erfüllt (auf 
die man übrigens allgemein weniger Gewicht legtl) nicht 
so die „wirtschaftliche." Im Publikum hält man nach 
wie vor an der Ansicht fest, daß einige Brötchen, bei ent 
sprechender Inanspruchnahme des Speisezettels, den Gast 
wirt nicht arm und die Viel-Brötchen-Esser, die ja die 
Ausnahme bilden, den Kohl nicht fett machen. Man ist 
auch de /Überzeugung, daß die Brot-Kosten meist in den 
Speisep' isen mitenthalteu sind und würde vielfach in der 
Entzieh ng des Trinkgeldes ein Äquivalent für die Höher- 
hängun, des Brotkorbes erblicken; bei diesem reciproken 
Verfahren dürften wohl die Gastwirte vom Regen unter 
die Traufe kommen, übrigens wird das Wort „Brötchen" 
resp. „Brödchen" jetzt so häufig gebraucht, daß es zeit 
gemäß erscheint, auf einen kleinen Unterschied hinzuweisen, 
wie ihn ein gewiegter Sachverständiger aus dem Sachsen- 
lande klargestellt hat: Das „Brödchen" — mit dem weichen 
„d", so definierte er, ist zart und pflaumenweich, das 
„Brötchen" hingegen hart und knnsperig gebacken. — Das 
leuchtet ohne weiteres ein. 
t Offenstehende Stadtbahn- re. Wagentüren 
haben in letzter Zeit wieder recht häufig zu Beschädigungen 
des Betriebsmaterials geführt; sie gefährden auch bei Ein 
fahrt der Züge in die Stationen die auf den Bahnsteigen 
wartenden Reisenden in hohem Maße. Die Staalsbahn- 
Verwaltung hat sich daher veranlaßt gesehen, an die 
strenge Durchführung der bezüglichen Vorschriften mit dem 
Hinzufügen zu erinnern: „Ebenso ist darauf zu hallen, 
daß Fahrgäste, die während der Fahrt ein- oder aus 
steigen, festgestellt und wegen Übertretung bahnpolizeilicher 
Vorschriften bestraft werden." In einzelnen Fällen mögen 
die Türen ja anch durch die dazu bestellten Beamten nicht 
ordnungsgemäß eingeklinkt werden, meist sind diese aber 
schon geschloffen gewesen und durch später in den schon 
fahrenden Zug einsteigende Fahrgäste wieder geöffnet 
worden, sodaß die Beamten die offene Tür im letzten 
Augenblick nur noch zuwerfen konnten. Da die Beamten 
für die Beschädigungen von Wagentüren mit verantwortlich 
gemacht und die Aufenthaltszeiten im Jntereffe eines 
flotten Verkehrs auf das notwendigste Maß beschränkt 
werden müssen, so wäre es dringend zu wünschen, daß 
das Publikum, wie in anderen Großstädten, sich selbst der 
kleinen Mühe unterzöge, die Wagentüren hinter sich zu 
schließen, namentlich dann, wenn det Wagen an dem 
betreffenden Türschließer schon vorbeigefahren ist. Es 
gehört wirklich nicht zu den Annehmlichkeiten des Stadt 
bahnverkehrs, wenn man, wie dieser Tage ein Herr, durch 
eine schwere Wagentür umgestoßen und auf den Bahnsteig 
' geworfen wird. 
t. Raucherabteile. Betreffs der aufgetauchten 
Streitfrage, wo rauchende Damen in den Zügen unter 
zubringen sind, wird uns von eisenbahnamtlicher Seite 
mitgeteilt, daß rauchende Damen auf keinen Fall Frauen 
abteile benutzen dürfen und daß ihnen, wenn sie sich 
weigern, im Herrenraucherabteil zu fahren, das Dienst- 
kupö anzuweisen ist. Weigern sie sich auch in diesem 
Punkte, so müffen sie zurückbleiben. — Wie wir hören, 
plant man auch für die 4. Wagenklasse, in der das 
Rauchen durchgängig erlaubt ist, die Einrichtung abge 
schlossener Räume für Nichtraucher, um der Belästigung 
von Frauen und Kindern durch den hier oft herrschenden 
Tabakqualm zu steuern. 
f Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
in Friedenau, an der Stubenrauchstraße belegene, im 
Grundbuche von Friedenau Band 20, Blatt 1073, zur Zeit 
der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den 
Namen des Kaufmanns Leonhard Lind in Schöneberg 
eingetragene Grundstück am 5. Dezember 1905, Mittags 
12 Uhr, versteigert werden. 
Lippone auf sie werfen, das Messer zucken, da stieß er einen 
Jubclschrei aus. „(ja, ich bin's, Gismonda!" klang es ihm 
entgegen. „Seit geliern warte ich hier auf Dich. Ich sah Dich 
in Sorrent." 
Wie mit eiserner Klammer, so umspannte Lippones Hand 
ihren Arm. „Endlich! Und warum hast Du mich so lange 
warten lassen, mich genarrt, warum kommst Du jetzt im 
Dunkel der Nacht, überfällst mich ivie ein Dieb! Sprich!" 
„Ich spräche nicht, wenn ich nicht wollte," gab sie stolz 
zur Antwort. „Laß mich los! Will ich nicht bleiben, kannst 
Tu niich doch nicht halten. Aber ich kam zu Dir aus freien 
Stücken, uni hier zu bleiben." Er ließ sic los, sie schlug die 
Arme übereinander, lehnte sich gegen einen Baum, der hart 
am Abgrunde stand und sah ihm furchtlos in das zorn- 
gerötcte und doch glückliche Gesicht. Sie war ja da, er 
brauchte nur die Hand auszustrecken und er hielt sie aufs 
neue fest. Aber was lag alles zwischen heute und jener Flucht, 
die ihn zum ruhelosen Wanderer gemacht! „Ich komme 
ärmer zurück, als ich gegangen bin, habe gar nichts mehr." 
„Warum, was ist Dir geschehen! Sage mir die Wahr- 
heit, oder —" 
Sie lachte grell auf/ Was mir geschehen ist? Du weißt 
es ja. Der Elende lockte mich weg durch seine schonen Worte, 
er machte nur weis, Geld und Gold, Ruhm und Glanz würden 
mein sein, folgte ich seinen Ratschlägen. Deinetwegen wollte 
ich schneller verdienen, Du solltest sehen, was ich leisten 
konnte. Aber als ich ihn mahnte, sein Versprechen zu halten, 
lachte und spottete er über mich. Ha, der Erbärmliche meinte, 
seinetwegen hätte ich Sorrent verlassen, mutete mir Schmach 
und Schande zu." Lippone stieß eine Verwünschung aus, eine 
atemlose Frage, bei der ein zorniger Blitz über Gisnwudas 
schönes Gesicht zuckte und in ihren dunklen Augen flammte. 
ch Firmeueiutragung. Bei Nr. 3365. (Firma 
Scheick & Gladow, Friedenau.) Inhaber jetzt: Die Kauf 
leute zu Friedenau Franz Gladow und Theodor Gladow. 
Offene Handelsgesellschaft. Die Gesellschaft hat am 
1. Oktober 1905 begonnen. Die Gesellschafter sind nur 
in Gemeinschaft zur Vertretung der Gesellschaft ermächtigt. 
ch Die Dirnstboten-Not treibt seltsame Blüten. 
Es werden jetzt auffallend viele „Stützen der Hausfrau" 
gesucht, das sind bessere Mädchen, gesetzten Alters, auch 
Witwen, ohne Anhang, die sich vor keiner Arbeit scheuen. 
Diese scheinen jetzt aber auch schon knapp zu sein, denn 
eine Frau v. I. in Kochelsdorf bei Pirschen (Oberschlesien) 
sucht zu sofortigem Antritt eine „kochende Stütze", die also 
noch nicht „gar" ist! Hoffentlich wird sie nicht so heiß 
gegessen. 
f Ein Cholerafall ist in Stolpe an der Nordbahn 
festgestellt worden. Aus diesem Grunde erläßt der Kreis 
arzt des Kreises Teltow, Herr Dr. Elter, an die Apotheken- 
besttzer ein Rundschreiben. Uns liegt das an Herrn Sadöe 
(Adler-Apotheke) gerichtete Schreiben vor. In diesem sind 
u. a. Weisungen erteilt, welche Art Gläser zur Abgabe an 
die Arzte vorrätig gehalten werden müssen, zwecks Auf 
nahme von choleraverdächtigen Untersuchungsobjekten. 
f Die dritte „Maria"-Aufführung, die gestern 
Abend im „Hohenzollern" stattfand, hatte einen Besuch 
aufzuweisen, welcber derjenigen der ersten Aufführung nach 
unserer Schätzung übertraf. Die große Zahl der Darsteller 
und Darstellerinnen taten wieder bestens ihre Schuldigkeit 
und machten damit dem Dichter und tüchtigen Leiter des 
hier so gut aufgenommenen historisch>religiösen Dramas, 
Herrn Will-Miltenstein, alle Ehre. Das Publikum drückte 
seinen Dank durch reichen Beifall aus, der dem Verfasser 
sowohl als auch den Mitwirkenden galt, die sich uneigen 
nützig in den Dienst der guten Sache gestellt hatten. 
Schließlich gebührt aber auch noch dem Parochial-Verein viel 
maliger Dank und Anerkennung, der den Friedenauern 
solch interessante Abwechslung gebracht hat. Nach Schluß 
derVorstellung wurden sämtlicheMitwirkendephotographiert. 
f Friedenauer Schützengilde. In der gestrigen 
außerordentlichen Generalversammlung im Hohenzollern, 
widmete der erste Vorsitzende, Kamerad Jährling, dem 
vorstorbenen Mitglieds, Herrn Schlächtermeister Maischte 
einen ehrenden Nachruf, nach welchem die zahlreiche Ver 
sammlung ihrem verstorbenen Kameraden durch Erheben 
von den Plätzen ehrte. Es wurde dann in die Tages 
ordnung eingetreten. Zu Vertretern für den Teltower 
Bund wurden die Kameraden Weigelt und Schröder ge 
wählt. Es folgten dann Ergänzungswahlen für den Vor 
stand. An Stelle des verstorbenen ersten Rendanten, 
Kameraden Matschke, wurde der zweite Rendant Kamerad 
Gundlach gewählt und für diesen Kamerad Ritze. Zum 
stellv. Schriftführer an Stelle des Kameraden Weigelt, 
der sein Amt niedergelegt hatte, wurde Kamerad Haag 
neugewählt und an Stelle des letzteren zum Beisitzer 
Kamerad Fiebig. Eine lange Aussprache brachte die Feier 
des Stiftungsfestes. Es wurden dem Festausschuß hierzu 
über 300 M. bewilligt. Die Feier findet am Mittwoch 
flen 15. November im Hohenzollern statt. Hierzu sollen 
die hiesigen Vereine und die Bekannten und Verwandten 
der Kameraden eingeladen werden. Es findet ein Festessen 
mit Damen statt, nach welchem ein Ball folgt. Die Feier 
des Königschießens, verbunden mit dem üblichen Volksfest, 
soll vom 20.—24. Mai n. I. stattfinden. Zu Platzausschuß 
mitgliedern wurden die Kameraden Weigelt, NitzeundGundlach 
und zu Stellvertretern die Kameraden Müller, Barth und 
Binternagel gewählt. Unter Verschiedenes wurde über 
neuere Vereinsangelegenheiten verhandelt. Schluß der 
Versammlung gegen 12 Uhr. 
f Krieger- und Landwehr-Verein. Nach Ab 
lauf des Vereinsjahres 1905 findet am Sonnabend, den 
14. Oktober, abends 8 Uhr, die General-Versammlung im 
Vereinslokal „Hohenzollern", statt. Tagesordnung: Er 
öffnung und Begrüßung durch den Kameraden-Führer. 
Verlesen der Protokolle aus Monat September. Mit 
teilungen. Aufnahme und Anmeldung neuer Mitglieder. 
Bericht über die Kassenverhältnisse. Bericht der Kassen- 
revistons-Kommission. Jahresbericht. Neuwahl des Ge 
samt-Vorstandes, des Festausschusses, Ehrengerichts und 
Familienbeirats. Genehmigung des Voranschlages für 
das Rechnungsjahr 1905. Antrag des Vorstandes: Das 
Jahresbuch des Deutschen Kriegerbundes ist den Vereins 
mitgliedern wie bisher zu liefern, jedoch sind die Kosten 
aus den Vereinsbeiträgen^ von 60 Pfg. zu bestreiten. 
Bestätigung des General-Versammlungs-Beschlusses vom 
„Kennst Tu mich so wenig! Ein Dolch ist überall zu finden, 
ich wäre nicht hier und hätte auch ihn nicht lebend verlassen. 
Nein, das habe ich Dir aufgehoben. Tu sollst Dich und niich 
rächen an ihm, deshalb habe ich bis heute gewartet." Sie 
lachte mit böser Betonung auf. „Er hat mich zum Narren 
gehalten, geglaubt, er könne mit mir spielen wie mit seinen 
Hunden, aber Gisnwnda läßt sich nicht ungerächt verspotten 
und verachten — der Elende soll es büßen. Ich weiß alles 
von der schönen Dame, kenne den, der sie —" 
»Herr Villano", fiel Lippone ein. „Aber er hat sie nur 
hergebracht, der Graf" — 
»Ja, doch er nicht allein. Ich habe gut aufgepaßt und 
komme. Dich zu warnen. Komm mit zur alten Mutter, dort 
sollst Du erfahren, was ich weiß." 
Die alte Fortunata lag auf ihrem ärmlichen Lager in 
der Ecke, sie rührte sich nicht, als Lippone und Gismonda 
herein schlichen und in der andern Ecke niedcrkauerten. Gis 
monda sprach lange und eifrig. „Jetzt glauben sie, Baron 
Ercole sei nach Frankreich geflohen, damit er aber nichts für 
seine Gemahlin unternehnien soll, wollen sie Dona Nicoletta 
,n die Berge führen und ihn dadurch gefügig machen. Das 
Leben seiner Mutter soll der Preis sein, den sie ihm stellen 
wollen." 
„Und wann wollen sie kommen?" 
„Es war noch nicht bestimmt, aber viel Zeit verlieren sie 
nicht, das weiß ich." 
Kaum graute der Morgen, so pochte es leise und vor 
sichtig an Steinmanns Fenster, das nach kurzem geöffnet 
ward und Lippone einließ. Niemand sah ihn, niemand sah 
ihn das Kloster wieder später verlassen, es gab der Ausgänge 
viele und sehr verschiedene. 
(Fortsetzung folgt.) 
11. Mai 1901 für das Geschäftsjahr 1905. Fragckasten. 
Schlußlied. Die Mitglieder werden um pünktliches und 
vollzähliges Erscheinen ersucht. 
f Der evangelische Männer und JünglingS» 
verein unserer Gemeinde feiert, wie bereits mitgeteilt, 
am Sonntag, den 15. d. MtS., fein 7. Jahresfest. Der 
Festgottesdienst findet Vormittags 10 Uhr unter gütiger 
Mitwirkung des Kirchenchors statt. Die Festpredigt hält 
Herr Pfarrer Görnandt. Abends 8 Uhr folgt eine Fest- 
versanimlung im großen Saal des Gemeindehauses. Hier 
wird Herr Bundesagent, Pastor Schuberth-Berlin einen 
Vortrag halten über: „Erlebnisse auf der Weltkonferenz 
der evangelischen Männer- und Jünglingsuereine im 
Jahre 1905 zu Paris." Der Bläserchor des Goßnerschen 
Missionshauses wird freundlichst die Gesänge begleiten und 
einige Lieder vortragen, ferner werden deklamatorische und 
musikalische Vorträge geboten. Der Zutritt ist frei, Gäste 
sind herzlich willkommen. — Den Schluß der Veran 
staltung bildet ein öffentlicher Familienabend im „Hohen- 
zollern"-Restaurant am Mittwoch, den 18. Oktober. 
-j- Die Teilnehmer de» Großen Preises von 
Berlin sind bereits in Steglitz eingetroffen, um sich für 
die 100 Kilometer am nächsten Sonntag (16. Oktober) 
vorzubereiten. Das Training dürfte heute schon im vollem 
Gange sein. Nach seinem abermaligen doppelten Erfolge 
in Leipzig und Dresden an den beiden letzten Sonntagen 
sieht man der Begegnung des alten Weltmeisters Robl mit 
dem Weltrekordmann Guignord, seinem alten Rivalen 
Dickentmann, dem Berliner Demke und seinem Landsmann 
Huber mit großen Erwartungen entgegen. 
f Unser Mitbürger Steidl mit seiner Hamburger 
Sänger-Gesellschaft tritt heute Abend im Kaiser Wilhelm- 
Garten auf. Nach dem bereits erfolgten Absatz der Ein 
trittskarten zu schließen, dürfte wieder wie bisher auf ein 
volles Haus zu rechen sein. 
-j- Orchester-Gesellschaft des Westens. In diesem 
Verein, der in bewährten Händen liegt, finden musik 
ireibende Herren (besonders Bläser) Aufnahme. Die 
ltbungsstunden finden jeden Freitag im „Hohenzollern", 
Handjerystr. 64, statt. Weitere Auskunft erteilt gerne 
Herr Stalder, Rheinstr. 11, bei Loeser u. Wolff. 
t Eisbeineffen mit Musik Im Restaurant „Zum 
Gockelhahn", Lauterstraße 18, findet Donnerstag den 12. d. 
M. ein Eisbeineffen statt. Für musikalische Unterhaltung 
ist in bester Weise gesorgt, so daß jeder Teilnehmer an 
diesem Essen einen gemütlichen Abend verlebt. 
-j- Ein dreister Diebstahl ist auf dem Bahnhöfe 
Groß-Lichterfelde-Ost der elektrischen Vorortbahn verübt 
worden. Auf dem Hauptgletse stand ein zur Abfahrt 
fertiggestellter Zug, der am Sonntag Morgen in Betrieb 
genommen werden sollte. Obwohl sich in dem Zuge 
Wächter befanden, gelang es einigen Dieben, an den 
Wagen sämtliche Messingklinkeu und Querstäbe abzu 
schrauben und zu stehlen. Der fahrplanmäßige Zug 
erhielt eine nicht unbedeutende Verspätung, denn es mußte 
ein neuer Zug zusammengestellt werden. Von den Tätern 
fehlt jede Spur. Solche Diebstähle sind in diesem Jahre 
auf den Berliner Bahnhöfen häufiger vorgekommen. So 
wurden vor erst zwei Monaten auf dem Bahnhof Vmk- 
straße von einem Reservezuge sämtliche Messinghandgriffe 
(ca. 60 an der Zahl) gestohlen. Damals wurden die 
Diebe von dem Wächter, als sie die gestohlenen Handgriffe 
in Säcken über die Gleise schleppten, bemerkt und verfolgt, 
entkamen aber unter Zurücklassung der Beute über die 
angrenzenden Kohlenplätze. 
Schöneöerg. 
— I» der gestrige» Sitzung der Stadtver- 
ordneteu-Versammluug teilte der Magistrat mit, daß 
er dem Beschlusse der Versammlung vom 3. Juli d. Js., 
die Löhne der städtischen Arbeiter zu erhöhen, im Allge 
meinen zustinime, da er sich der Überzeugung nicht ver 
schließen könne, daß die bisherigen Löhne gegenüber den 
gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht mehr als 
ausreichend zu erachten find. Bei der Prüfung der Lohn 
verhältnisse der einzelnen Arbeitergruppen habe sich indessen 
ergeben, daß der Magistrat den Beschlüssen der Stadtver 
ordneten nicht in allen Punkten zustimmen könne. Die 
Versammlung beschloß daher auf den Eintrag des Stadtv. 
Dr. Mellmann, den Magistrat zu ersuchen, über diese 
streitigen Punkte in einer gemischten Deputation, bestehend 
aus 3 Magistratsmitgliedern und 6 Sradtverordneten zu 
beraten. Dem Verein zur Förderung der Kunst wurde 
zur Veranstaltung von Volksunterhaltungsabenden während 
des kommenden Winterhalbjahres eine Aula nebst Heizung 
und Beleuchtung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ferner 
wurde dem Verein ein Betrag bis zu 500 M. zur Deckung 
für ein sich aus den Veranstaltungen etwa ergebendes Manko 
aus dem Etat der allgemeinen Verwaltung bewilligt. 
Der Festsetzung einer Besoldungsordnung für die Feuer 
männer und Feuermannsanwärter wurde mit einigen vom 
Ausschuß beantragten Änderungen zugestimmt. Dem Volks 
küchenverein wurde zur Speisung armer Schulkinder im 
laufenden Winterhalbjahr ein Betrag von 1000 Mk. be 
willigt. Ferner wurden für die Herausgabe einer wissen 
schaftlichen Abhandlung zu den zu Ostern 1906 zu ver 
öffentlichenden Schulnachrichten der Hohenzollernschule 
300 Mk. nachbewilligt. Die Magistratsvorlage, betr. die 
Erhöhung der Mietsentschädigung der Beamten wurde 
dem Petitionsausschuß und die Vorlage, betr. die Ein 
führung eines orthopädischen Turnunterrichts an den 
Volksschulen dem Etatsausschuß zur Vorberatung überwiesen. 
Ferner teilte der Magistrat mit, daß er dem Ersuchen der 
Stadto.-Versammlung vom 11. September 1906, von den 
Besitzern der Hauptstraße zwischen Grunewald- und 
Colonnenstraße nachträglich 2 / 5 der entstandenen Bürger- 
steigregulierungskosten einzufordern, nicht entsprechen könne, 
da es an jeder rechtlichen Grundlage zur Durchführung 
der beantragten Maßregel fehle. 
— Au» dem Handelsregister. Nr. 27 533. 
Firma: Frieda Oelmann, Kyonologische Sportwelt, Schöne- 
j berg. Inhaber Frau Frieda Oelmann, geb. Dörmann, 
I Adlershof.
        
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