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Periodical volume Nr. 236, 07.10.1905

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 12.1905

«ägung der übermäßigen Erregthe t in die der Angeklagte geraten 
war, beli ß eS das Gericht bei milderer Strafbemessung. — DaS 
Urteil lautete daher auf 10 Mark Geldstrafe ev 2 Tage Haft. 
(:) llnangenchme Erfahr»»««» mit Berliner,, Ziehleuten" 
mußte der Rentner Dvwitz machen, der am t. Oktober v. Z. von 
außerhalb nach Berlin verzogen war. Seine Sachen waren glück- 
lich in Berlin auf dem Nordbahnhof angelangt. Um aber ganz 
sicher zu gehen, hatte Duwitz bei einer der bestrenommiertesten 
Speditionsfirmen Berlins einen Möbelwagen bestellt der seine 
Sachen vom Bahnhof nach der Klopstockstraße schaffen 
sollte. Nicht wenig erstaunt war Duwitz. als statt 
der verabr-deten vier „Ziehlrute" deren acht anrückten, 
die anscheinend schon genügend für des SeiteS Nahrung und Notdurft 
in inr nächren Destillation gesorgt halten. Der Umzug selbst ging 
glatt von statten. Di- Möbel wurden wieder abgeladen und e>nst- 
«eilen teils im Hausflur, teils auf der Straße unter freiem Himmel 
aufgestellt Duwitz glaubte schon erleichtert aufatmen »u können, als 
ihm eine nene unangenehme Überraschung bereitet wurde. Der Bor- 
crbeiter der Ziehleute trat plötzlich an ihn heran und fragte mit 
einer nicht miß-uv.tstehenden reibenden Bewegung d-S Daumens und 
Zeigefingers, wie es mit dem Tri kgeld stehe. Als D. ihm die vorher 
verabredeten sünf Mark aushändigen wollte wies er das Geld zurück 
»nd verlangte 12 Mark Trinkgeld, andernfalls sie alles sstehen laffen 
und nach Hause gel>en würden« Da eS zu alledem auch noch zu 
regnen anfing, so deß die auf der Straße stehenden Möbel vollständig 
ruiniert w rden wären, zahlte D., dem Zwange gehorchend, die vei- 
langten zwölf Murk. Zugleich aber erstattete er gegen den Vorarbeiter, 
der das Geld von ihm -rpreßt hatte, Strafanzeige. Unter der An- 
klage be~ Erpressung mußte sich der Voraibeiter Georg Klunter nun- 
mehr gestern vor der 3. Strafkamm-r verantworten. Der Gerichtshof 
hielt mit Rücksicht darauf, d.ß derartige Erpr ffungen angetrunkener 
Ziehleute in letzter Zeit ziemlich überhand nehmen, eine exemplarische 
Strafe für angemeffen und erkannte auf sechs Wochen Gefängnis. 
Die russische Meldung. 
Humoreske von Teo von Torn. 
s?«chdruck verboten. 
UR. Leutnant von Buchbauer legte weder Mütze, noch 
Mantel, noch Säbel ab. Wie er vorn Morgendienst gekommen 
war, so blieb er und durchmaß sein Zimmer nach beiden 
Diagonalen. Schritt er die eine ab, dann bohrte er die £ ünde 
in die Manteltaschen, daß die Nähte krachten; nahm er die 
andere Querlinie, so warf er die Hände auf den Nucken 
«nd knetete seine Finger durcheinander, als wenn er da 
hinten jemand zu erdrosseln hätte. 
Nachdem er das eine Weile umschichtig betrieben, blieb 
er in der Nähe der Tür stehen. Noch ein kurzes Vorsichhin- 
brüten — dann ein energischer Druck auf die Klinke. 
„Wesolotzky —!!" 
Der Bursche flitzte durch den Türspult ins Zimmer. 
Seine Haltung war tadellos. Nur in den Augen, die 
blaßbläulich lvie zwei Perlmuttknöpfe über den hervor 
tretenden Backenknochen saßen, blinzelte die Besorgnis eines 
Menschen, welcher sich gezwungen sieht, der Entladung einer 
achtzölligen Brisanzgranate beizuwohnen. 
„Können Sie Russisch?!" 
„Nein, Herr Leutnant." 
„Natürlich. Den Brennspiritus unter der Kaffee 
maschine wcgsaufen, das können Sie. Aber Russisch können 
Sie nicht. — Raus!" 
Anton Wesolotzky schluckte hörbar. Die bittere Krän 
kung würgte ihn im Halse. Er überwand sie jedoch — da 
für war er Soldat —, zog einmal mit der Nase auf und 
meldete gefaßt: 
„Herr Leutnant von Merz lassen fragen, ob der Herr 
Leutnant nicht in den „Kurprinzen" kommen —" 
„Hab' keine Zeit!!" 
Die Tür knallte so heftig ins Schloß, daß Anton 
Wesolotzky nur durch einen forschen Seiltänzcrpas seine 
Hacken rettete. 
Die Detonation im Zimmer ihres möblierten Herrn 
hatte sogar die halbtaube Wirtin aus der Stube gelockt. 
Auf ihre erschrockene Frage war der Bursche eben dabei, 
in allerhand Gesten seinen Schmerz auszudrücken, als der 
Leutnant aus den Flur trat. 
„Ach, Frau Molmgrcen, auf ein Wort — bitte!" 
Die kleine fette Frau folgte dem Winke. Mit dem 
Mißtraue:: aller Schwerhörigen schaute sie über die Brille 
hinweg zu ihrem Zimmerherrn auf. Dieser räusperte sich 
stark und suchte zunächst nach der richtigen dynamischen 
Abmessung für sein Organ. Es war schwer, mit oer alten 
Dame zu verkehren. Sprach man nicht laut genug, so 
betrachtete sie das als eine Rücksichtslosigkeit, erhob man 
die Stimme zu sehr, so war sie empfindlich davon berührt, 
daß man ihr den kleinen Gehörfehler taktlos zu fühlen 
gab. Leutnant von Brwhbauer suchte also nach einem an 
genehmen Mittelton und brüllte ihr säuselnd in die hinge 
haltene Ohrmuschel. 
„Sic stammen aus Rußland — nicht wahr?" 
Frau Molmgreen wich zurück. 
„Weshalb nicht gleich aus der Mandschurei?" quiekte 
fie entrüstet. „Da muß ich doch sehr bitten! Ich bin 
Finnländerin." 
„Ach so. Entschuldigen Sie gütigst. Aber Finnland 
liegt doch wohl da in der Gegend — und wahrscheinlich 
werden Sie auch etwas Russisch können." 
Frau Molmgreen inachte eine krause Nase und bud 
delte mit dem Zeigefinger in ihrem Ohr. 
„Was soll ich können?" — 
„Rrrusss—isch!!" 
Mt einen: vielsagenden Blick über ihre Brille hin 
weg zuckle sie die Achseln. 
„Nicht ein Wort." 
„So! Und dafür zahlt man nun fünfundvierzig Mark 
Mete, ohne Frühstück und Bedienung. — Lassen Sie sich 
begraben!!" heulte er der entsetzten Frau ins Gesicht und 
stürmte davon. 
* * * 
Nachdem Leutnant von Buchbauer sein Heil noch in 
einem Teeladen und in einem Zigarrengeschäft versucht, 
das den „Import echt russischer Zigaretten" vorspiegelte, 
ging er nach dem „Kurprinzen". 
Wortlos setzte er s:ch seinem Freunde Merz gegenüber. 
Eine Weile ehrte dieser den Kumu:er des Geknickten, dann 
fragte er teilnehmend: 
„Immer noch nichts?" 
„Nichts." 
„Daun blecht Ihnen aber wirklich nicht mehr viel 
t eit, Buchbauer. Jetzt ist's zwölf. Vor dem Essen im 
asino will der Oberst die Arbeiten in Empfang nehmen. 
Das sind knapp vier Stunden — —" 
„Sehr richtig. Kann ich mir allein ausrechnen. Wenn 
Sie sonst nichts wissen!" 
„Liebster Freund, ich darf Ihnen nicht helfen. Nie 
mand von uns. Sie haben dock) selbst gehört, was der 
Oberst gesagt hat: Er wünsche nur eine kurze x-beliebige 
Meldung in russischer Sprache, mache aber ausdrücklich 
zur Bedingung, daß wir uns weder von den: Präzeptor 
helfen lassen, noch untereinander helfen. Dagegen ist doch 
nichts zu wollen! Sagen Sie mir um Gotteshimmelswillen 
— weshalb haben Sie sich denn überhaupt zum russischen 
Unterricht gemeldet?" 
Leutnant von Buchbauer hatte inzwischen einen tiefen 
Schluck aus seinem Pilsnerglase gesogen — und der hatte 
ihm gut getan. Aus die Gewissensfrage des Freundes 
antwortete er ernst, aber ohne Gehässigkeit. 
„Dafür sprachen verschiedene Gründe. Erstens bin ich 
ein strebsamer Mensch." 
Er unterbrach sich und schaute mißtrauisch auf. Da 
sein Gegenüber nicht mit der Wimper zuckte, fuhr er 
befriedigt fort: 
„Ich muß es wenigstens sein, lieber Merz; denn 
wenn ich es nicht wäre, so würde es der Oberst schwer 
lich dulden, daß ich mich um seine Nichte bewerbe. An 
allem Unglück in der Welt ist eben die Liebe schuld —" 
Ein Pikkolo hatte sich herangeschlängelt und angelte 
fragend noch dem leeren Glase. 
„Jawohl, mein Sohn, bring' mir noch eins — aber 
ein Ganzes. Sag' mal übrigens: Kannst du russisch?" 
„Nein, Herr Leutnant," grinzte der kleine Kerl schä- 
merig. 
„Dann häng düh auf! — — So also steht die Sache, 
lieber Merz. Im übrigen bitte ich einen Menschen: Muß 
man denn auch gleich alles tun, wozu man sich meldet? 
Zu einem Kriege mit Rußland ist doch vorläufig nicht 
die geringste Aussicht. Wir.leben im schönsten Frieden 
mit den unglücklichen Moskowitern — und da verlangt 
der Mann aus heiler Haut eine russische Meldung! Aber 
ich renne den Spregelbcrg. Dreser Russensimmel rst be: :hm 
weder politisch noch militärisch. Da steckt ganz was anderes 
dahinter. Fräulein Lottck)en k)at es mir neulich verraten. 
Als der Oberst im vorigen Jahre zur Meldung bei unserm 
neuen Chesinhaber in Petersburg war, hat er fick) aus 
seine alten Tage in eine russische Wittib verliebt, die er 
auch heiraten wird — wenn sie will. Vorläufig scheint 
sie noch nicht zu wollen. Und das müssen wir ausbaden. 
Ach, Merz, es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt —" 
„Trinken Sie nicht so hastig, Buchbauer. Das bekommt 
Ihnen nicht —" 
„Russisch bekommt mir noch weniger. Sehen Sie mal 
— ich würde ja kein Wort sagen, wenn der alte Herr sich 
auf England kaprizierte, wo neuerdings wieder allerhand 
schnodderige Redensarten gegen uns fallen. Oder auf 
Japan! die gelbe Gefahr. Das hätte doch einen Sinn. 
Japanisch hätte ich niit Wonne gelernt. Etwas kann ich 
überhaupt schon: — Banzai! Wissen Sie, ivas das heißt? 
Banzai heißt prost. Also prost, Merz, in diese::: Sinne —" 
Leutnant von Merz tat dem Freunde Bescheid, konnte 
aber ein besorgtes Kopfschütteln nicht unterdrücken. Es 
war zwar regiinentsbekannt, daß Buchbauer gerade in den 
schwierigsten Lagen von einen: Glücke begünstigt wurde, das 
an rohen Schinken erinnerte. Wie er sich aber aus dieser 
Afsäre ziehen wollte, das blieb denn doch schleierhaft. 
Inzwischen hatte der dicke, gemütliche Wirt des „Kur- 
prinzen" zwei Damen durch das Gastzimmer in den Speise 
saal komplimentiert. Als er zurückkehrte, richtete Leut 
nant von Buchbauer auch an ihn die Gewissensfrage. 
„Russisch? Dieses weniger, Herr Leutnant." 
„Kein Wort?" 
„Nicht die Bohne. Das heißt — ich hatte hier mal 
einen Tartarenfürsten zu wohnen. Der l)at immer „Cha- 
rascho" gesagt, wenn ihm was geschmeckt hat." 
„Na also. Nun kann ich doch wenigstens soviel Russisch 
wie Japanisch. Vielleicht wisse:: Sic auch noch jcina:ch, 
der diesen Sprachschatz um einige neunzehn Worte erweitern 
könnte?" 
„Die Damen sind Russinnen —" flüsterte der Wirt. 
„Welche Damen?" 
„Drüben im Speisesaal. Die Herrschaften sind vor 
einer knappen halben Stunde direkt von der Grenze hier 
eingetroffen." 
„Mensch! Dickerchen! Fliegenwirt infamer! Das sagen 
Sie mir jetzt erst?!" 
„Um Gotteswillen, mack)en Sie keine Dummheiten!" 
rief Leutnant von Merz, indein er sich verzweifelt bemühte, 
den Kameraden auf seinen Stuhl niederzudrücken. Auch der 
Wirt erhob Einwendungen. Die Damen wären beim 
Lunch re. 
Leutnant von Buchbauer hatte für alldas nur ein 
kühles Lächeln. Eher hätte mau ihn dazu bestiinmen können, 
auf das große Los zu Gunsten von religiös Wahnsinnigen 
zu verzichten, als diesen Wink der Vorsehung ungenützt zu 
lassen. Während der Pikkolo mit seiner Karte abschwamm, 
trat er vor den Spiegel, wichste seinen Schnurrbart aus 
und korrigierte sorgfältig den Scheitel. 
„Sie reden, wie Sie das verstehen, meine Herren," 
erklärte er dabei. „Wenn man ins Wasser fällt und erwischt 
einen Rettungsring, so ist das schon eine große Annehm 
lichkeit. Wem nun gar zwei Rettungsringe geboten werden, 
der müßte ein Narr oder geborener Selbstmörder sein, 
wenn er sich ihrer nicht bediente." 
„Die Damen lassen bitten," meldete der Pikkolo. 
„Na, sehen Sie! Lassen bitten. Gehen Hie gleich nach 
Hause, Merz, und arbeiten Sie Ihre Meldung noch einmal 
sorgfältig durch. Meine wird besser." 
* * * 
Oberst von Kammler hatte die ,Herren Russen" tnS 
kleine Kriegsspielzimmer beordert. 
Acht strebsame Leutnants hatten es übernommen, für 
den Fall eines Krieges den östlichen Nachbar in seinem 
eigenen Idiom zu erschlagen. Vorhanden waren jedoch nur 
sieben. Der achte tanzte erst an, als der Oberst mit Prüfung 
und Kritik der andern Arbeiten beinahe fertig war und 
erhielt deshalb fürs erste einen Blick von der Schärfe 
eines Hühneraugenmessers. 
„Wie gesagt, meine Herren, das ist alles nichts. Jedes 
dritte Wort ein grober grammatischer oder syntaktischer 
Fehler. Und der Inhalt! So unbeholfen, so ohne Sinn für 
den Geist der Sprack)e. Ich habe absichtlich Ihrer Phanta 
sie völlig freien Spielraum gegeben. Und was ist das 
Resultat? Lauter Wachtstubenmeldungen — eine immer 
gedankenloser wie die andere. Nicht eine gute Idee. Das 
einzig Originelle hat heute Herr Leutnant von Buchbauer 
geboten, indem er sich um eine geschlagene halbe Stunde 
verspätet hat. Was haben Sie zu Ihrer Entschuldigung 
anzuführen, Herr Leutnant von Buchbauer?" 
„Ich habe mir erlaubt, das gleich in meiner Meldung 
auszudrücken, Herr Oberst." 
,Hm — das wäre — —! Lassen Sie mal sehen." 
Der Oberst las. Er las noch einmal. Und zum dritten 
Male. Die „Herren Russen" sahen init Grauen, wie seine 
' Stirn sich rötete, seine Wangen. Endlich sah er aus — aber 
nicht im Zorn, sondern mit dem Gesichte eines Menschen, 
der gern nießen möchte u:ch sich das aus irgend einem 
Grunde, verkneifen muß. 
„Das das ist allerdings sehr originell, Herr 
Leutnant. So originell, daß ick, mich trotz Ihres glänzenden 
Russisch versucht fühle, Sie aus vierundzwanzig Stunden 
einzusperren —" 
„In diesem Falle, Herr Oberst, würde ich gehorsamst 
bitten, auch die Rückseite zu beachten." 
Leutnant von Buchbauer zuckte nicht mit der Wimper. 
Desto lebhaster zuckte es um den scharf ausgezogenen 
Schnurrbart des Herrn Oberst. Der im Grunde joviale und, 
für einen guten Scherz stets empfängliche alte Herr hielt 
es für ratsam, sich zunächst nicht weiter zu äußern. Er 
räumte das Feld — und ztvar mit bemerkenswerter Ge 
schwindigkeit. 
Auch zu Tisch erschien er nicht. Dafür erhielt Leutnant 
von Buchbauer durch eine Ordonnanz die Einladung, abends 
beim Herrn Oberst ein Glas Tee zu trinken. 
In der ersten Minute des Alleinseins fragte Leutnant 
von Merz mit fassungslos gerungenen Händen: 
„Sogen Sie mir, Menschenkind, wie haben Sie das 
wieder gedeichselt — ?!" 
„Sehr einsack). Ich habe dem Herrn Oberst gemeldet, 
daß Frau Anna Wladiinirowna Schuschkin nebst Tante 
hiersclbst eingetroffei: sind und daß die Damen sich freuen 
würden, eine St. Petersburger Bekanntsck)ast vom vorigen 
Jahre zu erneuern. Ich hätte den Dainen in Vertretung 
des Herrn Oberst die Honneurs gemacht und mich dabei 
verspätet." 
„Aber Mann — dos ist doch frech freeeech —Y‘ 
„Ein bißchen. Dafür hat Frau Anna Wladimirowna 
Sü)uschlin auch aus der Rückseite vermerkt, daß sie sofort 
wieder abreisen würde, falls ich eingesperrt werden sollte." 
Vermischtes. 
* Ein kleiner Lebensretter. Der l3 Jahre alte Schulknabe 
Gustav Dick aus Bierraden hat im August d. I. die neunjäh-kge 
Margarete Luft, welche in die Welse geitürzk war, vom Tooe des 
Ertrinkens geretlet. Diese .von Mut und Entschlossenheit zeugende 
Tat" bringt der Regierungs-Präsident zu Potsdam lobend zur öffent 
lichen Kenntnis. 
* Dr« Mordversuchs an einem Gensdarmen (namens 
Frank aus Lichlenau) bat sich ein unbekannter Zigeuner verdächiig ge- 
macht, der sich bei der Truppe eines gewissen Arndo Reinhard befand. 
Auf die Ergreifung de« Täters, der einen auf den Namen Hermann 
Beigerst lautenden Militärpaß mit sich führte, hat der Erste Staats- 
anwalt zu Paturboin eine Belohnung von 500 Mk ausgesetzt. Der 
gesuchte Zigeuner ist etwa 1,66 Mir. groß und 20 bis 2ü Jahre alt. 
' Das Eisenbahnnetz der Erde hat in Jahresfrist wiederum 
21 139 Klm. zugenommen, er umiaßte am Schluffe des letzten Jahres 
nicht weniger als 859 355 z»lm. Die meisten Eisenbahnen hat 
Amerika (432 618 Klm.), Europa besitzt .nur" 300 429 Klm., Asien 
24 5:6 Klm., Australien, 26 723 und Afrika 25 039 Klm. Die Reihen- 
folge der wichtigeren Staaten nach der Ausdehnung des Eisenbahn 
netzes ist folgende: Bereinigte Staaten von Amerika 334 634 Kim 
Deutsches Reich 54 426, cmop. Rußland 53 258, Frankreich 45 226, 
B.it sch-Lstindien 43 372, Österreich-Ungarn 38 818, Großbritannien 
36 148 Klm. :c. In der Dichtigkeit beS Eisenbahnnetzes, d. h. dem 
Berhältniffe der Eifenbahnlänge zur.F ächengröße de: Länder, steht 
das induftriereiche und dichtbevölkerte Belgien von jeher obenan; ihm 
folgen das Königreich Sachsen, Baden und Elsaß-Lothringen. DaS 
.Archiv für Eistnbahn-Westn" hat sich auch der Mühe unterzogen, 
die Anlage-Kosten oller Eisenbahnen der Erde auszurechnen. Danach 
stellt sich der Kilometer Bahnlänge in Europa durchschnitt.ich auf 
292 938 Mark, in den übrigen Erdtcklen auf nur 149 206 Mark. 
Unter Zugrundelegung dieser Werte erg-ben sich als Anlagekapital für 
die Eisenbahnen Europas 88,01 Milliarden, für die der übrigen 
Erdteile 83,39, insgesamt für das ganze Eisenbahnnetz der Erde rund 
171'/, Milliarden Mark. 
CARL RICHARD 
• Bi 
Pobdamenft. A3* 
U ln simtL Bildn 
(Fortsetzung folgt.) 
Erziehungsschule 
Friedenau. 
- bis 7 jährige Kinder finden zu Michaeli 
.'Js. Abnahme Die Erziehungsschule 
ieiet naturgemäße Ausbilduna der kind- 
chen Fähigkeit-n nach modernen Grund- 
itzen. Sie eignet sich insbesondere^ für 
lhwächliche und «ervöse Kinder. lSieh 
lusrus in Nr. 136.) Nähe:eS durch die 
älerin der Schule s413I 
Kali Lotz 
üoltersöorfcr Schleuse bei Erkner. 
Täg.l gewiffenh. Nachhilfe iür Knaben, 
ioychulkl. und Sexta, monatlich 9 M., 
>iü erteilt. Stierste. 13 2 Trp. l. 5208 
Nach läng, «usinihalt in Paris eneili 
Unterricht i. S. französ. Sprache 
mit Konversation, l-5!69 
Lehrerin A. Bormann, Kaiseraüee^ 128. 
H Vermischte Anzeigen. ^ 
Die Dame, 
die am Sonntag, den 1. Oktober die 
silberne Handtasche im Restaurant .Kaiser, 
eiche" absichtlich mitgenommen hat, wird 
ersucht, dieselbe bis -um 10. d. M. wieder 
dem genanmeu ?ckal oder der Expedition 
d. Blattes uvlellen laffen zu wollen. s5237 
Die Dame ist jetzt erkannt worden und 
wird evtl, dem Staatsanwalt übergeben 
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llanicure, empfiehlt sich Emma Wenzel, 
theinftr. 16, 2 Tr. vorn. [4618
        
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