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Volume Nr. 155, 31.12.1898

Full text : Friedenauer Lokal-Anzeiger (Public Domain) Ausgabe 5.1898 (Public Domain)

lern  die  Prozente,  die  sie  aufzuschlagen  haben,  und  zwar  beträgt ­
  das  Minimum  dieses  Aufschlags  bei  geringwerthigen  Tapeten ­
  durchschnittlich  90—100  pCst.,  bei  besseren  über  lOOpCt.,
bei  Tapetenborden  nicht  unter  275  pEt.!  Hiergegen  handelnde
Händler  werden  entweder  mit  30—1000  M.  Strafe  belegt
oder  einfach  gesperrt;  bei  den  Fabrikanten  beträgt  die  Konventionalstrafe ­
  300—3060  M.  Zum  Zweck  des  sicheren  Eingangs ­
  dieser  Strafen  muß  jeder  Händler  einen  Solawechsel
beim  Vorstande  hinterlegen,  den  dieser  eventuell  in  Umlauf
setzen  kann.  Wie  wir  hören,  wollen  sich  die  Hausbesitzervereine ­
  mit  dieser  Ringbildung  in  nächster  Zeit  von  neuem
beschäftigen.
Aus  den  Nachbarorten.
Lchöncbcrg.  Am  Bahnhof  Ebersstraße  herrscht  rege  Bauthätigkeit. ­
  Geradcüber  vom  Terrain  der  Schöneberger  Schloßbrauerei ­
  entsteht  eine  lange  Reihe  großer  Miethshäuser,  deren
Hinterfronten  dein  Bahnkörper  der  Potsdamer  Bahn  zugekehrt
sind.  Die  günstige  Verbindung,  die  dieser  Ortstheil  durch  die
Verlängerung  der  Straßenbahn  bis  zum  Bahnhof  Ebersstraße
mit  Berlin  erhält,  hat  hier  die  Baulust  mächtig  gefördert,  rmd
wenn  vorläufig  auch  nur  die  eine  Seite  der  Straße,  die  der
Bahn  zuzekebrte,  bebaut  wird,  so  wird  cs  nicht  lange  währen,
bis  eine  völlig  bebaute  Straße  sich  parallel  der  Potsdamer
Bahn  bis  zum  Bahnhof  Ebersstraße  hinzichr.  Die  Wohnungen
in  diesen  neuen  Häusern,  die  im  Laufe  des  Jahres  1899  beziehbar ­
  sind,  werden  unzweifelhaft  sehr  schnell  vergriffen  sein,
da  schon  jetzt  große  Nachfrage  darnach  ist,  und  die  Wohnungen
ihrer  günstigen  Lage  und  soliden  Einrichtung  wegen  dem  Bedarf ­
  an  Mittelwohnungen  ganz  besonders-  entsprechen.
Die  Domaine  Dahlem  wird  im  Jahre  1900  behufs
anderweitiger  Verpachtung  zur  öffentlichen  Ausbietung  kommen.
Die  Pachtperiode  läuft  von  Johannes  1901—1919.  Die  rund
490  ha.  große  Domaine  brachte  bisher  24  902  M.  Pacht.  Bei
der  letzten  Verpachtung  im  Jahre  1883  mußte  ein  Vermögen
von  100  000  M.  nachgewiesen  werden.
Gerichtliches.
P.  Der  gestohlene  Nadfahrerpreis  der  Stadt
Paris,  eine  goldene  Uhr  im  Werthe  von  ca.  1000  Mk.,  dem
Weltfahrer  Morin  gehörig,  beschäftigte  gestern  wiederum  die
1.  Strafkammer  des  Berliner  Landgerichts  II.  Jin  Sommer
d.  I  wurde  aus  dem  Friedonauer  Sportplatz  aus  einer  Kabine
ein  Radfahrcr-Eostüm,  ferner  ein  Fahrrad  und  auch  die  Uhr
des  Vir.  Morin  gestohlen.  Der  Amtswachtmeister  Meier  zu
Friedenau  hatte  sofort  den  Thatbestand  zu  Protokoll  genommen
und  dasselbe  unverzüglich  nach  erstatteter  Anzeige  an  das  Kgl.
Polizei-Präsidium  Berlin  abgegeben.  Dies  schnelle  Verfahren
hatte  zur  Folge,  daß  noch  am  selben  Tage  von  der  Berliner
Kriminal-Polizei  der  Dieb  in  der  Person  des  bereits  vorbestraften ­
  Mechanikers  Wilhelm  Müller  festgenommen  wurde,  als
er  die  gestohlene  Uhr  bei  einem  Berliner  Pfandleiher  versetzen
wollte.  Fm  früheren  Termin  hatte  Müller  die  That  zwar
eingeräumt,  jedoch  bestritten,  daß  schwerer  Diebstahl  vorläge,
indem  er  behauptete,  die  Kabine  des  Vir.  Morin
sei  unverschlossen  gewesen.  Durch  Vermittelung  des  Auswärtigen ­
  Amtes-  bezw.  der  deutschen  Gesandtschaft  zu  Paris
wurde  laut  Gerichtsbeschluß  der  Bestohlene  Monster  Morin  in
Paris  als  Zeuge  über  diesen  streitigen  Punkt  vernommen.  Das
Zcugen-Protokoll  des  französischen  Gerichts-  lag  gestern  der
Strafkammer  vor  und  wurde  von  dem  Dollmctscher  der  französischen ­
  Sprache,  Professor  Rose,  ins  Deutsche  übertragen.
Aus  dem  Wortlaut  konnte  der  Gerichtshof  indessen  nicht  für
festgestellt  erachten,  daß  schwerer  Diebstahl  vorlag,  da  das
französische  Protokoll  nach  dieser  Richtung  hin  so  unvollständig

lei,  daß  kein  Beweis  dafür  spräche.  Wegen  einfachen  Diebstahls ­
  und  auch  wegen  Führung.  falschen  Namens-  (bei  der
durch  den  Kriminal-Schutzmann  Meißner  bewirkten  Verhaftung
hatte  Müller  sich  des  Namens  seines  unbescholtenen  Bruders
bedient)  erkannte  die  Strafkammer  auf  I  Jahr  3  Monate
Gefängniß  und  1  Woche  Haft.  Die  Haststrafe  wurde  für
veibüßt  erachtet  und  außerdem  wurden  dem  Müller  3  Monate
Untersuchungshaft  angerechnet.

Zuschriften.
Geschätzte  Redaktion!  Ihr  -s-Korrespondent  theilt  in  der
letzten  Nummer  des  „Fncdenauer  Lokal-Anzeiger"  mit,  daß  im
hiesigen  Orte  vielfach  die  Miether  gesteigert  worden  sind.
Gleichzeitig  rechnet  er  einem  Vermiether  nach,  daß  derselbe
durch  seine  Steigerung  eine  Mehrmiethe  von  1500  M.  erziele
und  hierdurch  seine  Grundstücke  um  13000  M.  höher  bewerthet
  habe.  Der  betreffende  Herr  muß  jedenfalls  viel  Zeit
haben  und  bei  allen  Miethern  der  Häuser  herumgelaufen  sein,
wenn  er  so  gut  informirt  ist.  Den  Werth  aber,  den  die
Grundstücke  vor  noch  nicht  3  Jahren  hatten,  und  den  Verlust,
der  durch  das  Fallen  der  Miethen  entstanden  ist,  wodurch  sogar ­
  Grundstücksbesitzer  ihr  Vermögen  verloren  haben,  berücksichtigt ­
  der  Herr  nicht.  Die  Miether  sind  auch  nicht  blöde,
sobald  ein  Ueberfluß  an  Wohnungen  vorhanden  ist,  die  Preise
vielleicht  erheblicher  zu  drücken,  als  sie  jetzt  erhöht  worden  sind.
Ich  kenne  Fälle,  in  denen  Miether  von  Wohnungen  von
4—5  Zimmern  damals  den  Preis  gleich  um  200  M.  drückten,
während  die  Steigerungen  bei  dergleichen  Wohnungen  jetzt
höchstens  50  M.  betragen.  Ich  will  hier  nur  einen  Fall  erwähnen. ­
  Jemand  kaufte  sich  vor  4  Jahren  in  der  Feurigstraße ­
  ein  Grundstück  im  Werthe  von  118000  M.  und  zahlte
30000  M.  an.  Da  er  die  Zinsen  für  das  Nestkaufgeld  infolge ­
  des  Fallens  der  Miethsprcise  und  der  leerstehenden  Wohnungen ­
  nicht  zahlen  konnte,  war  der  Mann  in  zwei  Jahren
seine  Anzahlung  los.  Es  fiel  bei  der  Subhastation  nicht
allein  das  Anlagekapital,  sondern  auch  noch  die  letzte
Hypothek  aus.  Da  der  so  viel  Zeit  habende  Herr  -«-Korrespondent ­
  jedenfalls  Rentier  ist,  möge  er  sich  ein  Haus  kaufen
und,  wenn  er  dazu  Lust  hat,  die  Wohnungen  unter  dem
Preise  vermiethen,  den  er  erzielen  könnte.  Jedenfalls  gehört
er  aber  zu  den  L-chlaumeiern,  die  lieber  den  Hauswirth
für  sich  arbeiten  lassen  und  dabei  klugschnacken.  z.

Vermischtes.

*  Die  Finanzen  eines  englischen  Klubs.  Wenige
Leute  machen  sich  einen  Begriff  davon,  wie  groß  das  Budget
eines  der  vornehmen  Westenvklubs  ist.  Dem  Londoner
Korrespondenten  des  „Manchester  Guardian"  ist  darüber  eine
interessante  Information  zugegangen.  Sie  bezieht  sich  auf  den
„Junior  Eonstitutioual",  Hessen  Palast  Piccadilly  ziert.  Dieser
vornehme  Klub  begann  seine  Laufbahn  mit  einer  Schuld  von
1  400  000  M.  und  hatte  eine  weitere  Million  durch  eine
Hypothek  aufzubringen.  Er  hat  jetzt  die  Schuldenlast  auf
1  180  000  Ai.  und  die  Hypothek  auf  920  000  M.  rednzirt,
was-  ihn  immer  noch  mit  einer  jährlichen  Ziusenlast  von  über
80  000  Ai.  belastet.  Weitere  große  Jahresausgabcn  sind
40  000  Bk.  Grundrente,  40  000  M.  Steuern,  Abgaben  und
Versicherungskosten,  140  500  M.  Salaire,  Löhne  und  Livreen,
32  000  M.  Gas-  und  elektrische  Beleuchtung  usw.  Trotz
dieser  schweren  Auslagen  hat  der  Klub  aber  jedes  Jahr  einen
Uebersckuß  von  etwa  00  000  M.
'  Ein  galanter  Gänserich.  Daß  der  Gänserich  ein
treuer  Beschützer  und,  wenn  es  gilt,  auch  ein  tapferer  Vertheidiger ­
  seiner  Aus-erwählten  ist,  weiß  Jedermann.  Daß  esaber
  unter  der  großen  Anzahl  der  wackeren  Gänseriche  arich
Eremplarc  giebt,  die  den  Begriff  „Schutz"  tiefer  auffassen,
dürfte  nicht  allgemein  bekannt  sein.  In  dem  Dorfe  Stetten
in  Hohenzolleni,  so  wird  der  „Frkf.  Ztg."  geschrieben,  ist
nämlich  ein  biederer  Gänserich  verliebt,  und  zwar  „sterblich"
verliebt.  Das  wäre  nun  gerade  nichts  Auffälliges  und  Seltenes.
Aber  unser  Gänserich  hat  sein  Herz  einer  Gaus  geschenkt,  die
nicht  zu  seiner  Herde  gehört  und  weit  von  seiner  Heimstätte
wohnt:  sie  hat  ihr  Heim  im  llnterdorf,  er  wohnt  im  Oberdorf. ­
  Der  Weg  von  ihm  zu  ihr  ist  weit,  sehr  weit;  er  beträgt ­
  nahezu  300  Meter.  Die  räumliche  Entfernung  bietet
aber  kein  Hinderniß,  denn  beide  haben  eine  lobenswcrthe  (Eigenschaft: ­
  sie  sind  „entgegenkommend".  Jeden  Morgen,  sobald  die
Thür  des  Stalles  sich  öffnet,  treten  sie  die  Reise  an:  er  zu
ihr,  sie  zu  ihm.  In  dem  erfrischenden  Naß  des  Dorfbaches,
der  die  Wegstrecke  etwa  in  der  Mitte  durchschneidet,  findet
unter  lautem  Jubel  die  Begrüßung  statt.  Dann  bleiben  sie
den  ganzen  Tag  beisammen,  zurückgezogen  und  ganz  familiär.
Und  wenn  das  Tagesgestirn  untergegangen  ist,  begleitet  der
galante  Gänserich  seine  Erkorene  nach  Hause,  siebt  aufmerksam
und  besorgt  zu,  wie  sie  ihr  Scklafquarticr  bezicht,  und  hält,

nachdem  sie  sich  vollständig  zurückgezogen,  eine  volle  Stunde  vor
der  Thür  ihres  Stalles  treue  Wache.  Und  jetzt  tritt  er  ganz
allein,  muthig  und  voll  Stolz,  die  Heimreise  an.  Aber  wie  überall
so  auch  hier  keine  Regel  ohne  Ausnahme.  Zuweilen  überkommt
auch  sie  eine  noble  Anwandlung.  Sie  begleitet  dann  ihren
Gänserich  in  seine  Wohnung,  übernachtet  an  seiner  holden
Seite,  und  in  früher  Morgenstunde  treten  sie  alsdann  gemeinsam ­
  den  Weg  zum  Dorfbache  an.  So  geht  es  seit  vollen  fünf
Jahren,  Tag  für  Tag.
*  Ein  ergötzlicher  Zwischenfall  ereignete  sich  kürzlich
im  Wiener  Josesstadttheater:  Frau  Dickens,  die  Darstellerin
einer  Hauptrolle,  kam  während  des  Zwischenaktes  mit  einem
Kollegen  in  Streit.  Sie  gerieth  darob  so  sehr  in  Aufregung,
daß  sie  mitten  im  Stück  erklärte,  nicht  mehr  weiter  spielen  zu
können.  Der  Vorhang  wurde  niedergelassen,  der  Regisseur
wendete  Alles  auf,  um  die  erzürnte  Künstlerin  zu  beruhigen;
vergebens!  Frau  Dickens  beharrte  so  lange  bei  ihrem  Willen,
bis  ein  Polizeikommissär  sie  endlich  dazu  brachte,  ihre  Rolle
bis  zu  Ende  zu  spielen.  „Und  die  Zornigkeit  wird  groß"
singt  Busch.
'  Aus  dem  Puppenreich.  Ein  französischer  Statistiker, ­
  der  viel  Zeit  haben  muß,  hat  sich  letzthin  der  eigenartigen ­
  Aufgabe  unterzogen,  den  Prozentsatz  der  männlichen
„Wesen"  in  der  Puppenwelt  verschiedener  Länder  festzustellen,
und  ist  zu  dem  Resultat  gekommen,  daß  Deutschland  die  meisten
als  Männer  und  Knaben  angezogenen  Puppen  in  den  Handel
bringt.  Während  wir  aber  in  dieser  Beziehung  mit  15—18  pEt.
den  ersten  Platz  einnehmen,  folgt  Amerika  mit  nur  5  pEt.,
England  mit  4  pEt.  und  Frankreich  mit  3  pEt.  In  den  Vereinigten ­
  Staaten  erwartet  man  jedoch,  wie  der  „Hann.  Cour."
meint,  in  Folge  des  letzten  Krieges  ein  bedeutendes-  Zunehmen
der  männlichenPuppenbevölkcrung.  Trotzdem  nun  dieFranzosen  mit
dem  niedrigsten  Prozentsatz  auf  der  Liste  des  Statistikers  verzeichnet ­
  sind,  dürfte  die  Puppenfabrikation  im  Allgemeinen  in
Paris  wohl  die  höchste  Vollkommenheit  erreicht  haben.  In
den  eleganten  Spielwaaren-Magazinen  der  Seinestadt  giebt  es
Puppen  zu  kaufen,  deren  Garderobe  und  Juwelen  nicht  selten
mehrere  tausend  Francs  kosten.  Einige  der  kostspieligsten  dieser
Puppendämchen  sind  sogar  mit  Phonographen  ausgestattet,  die
eine  beträchtliche  Anzahl  von  Worten  und  ganzen  Phrasen  von
sich  geben  können.  Mit  ein  wenig  Geschick  ist  man  im  Stande,
eine  regelrechte  Unterhaltung  über  das  Wetter  und  ähnliche
interessante  Themata  zwischen  zwei  phonographischen  Puppen
in  Gang  zn  bringen.
*  Die  Tochter  -es  Polizeireviers.  Vor  einigen
Jahren  führte  Jemand  dem  dritten  Polizeirevier  in  Rostow
am  Don  ein  Mädchen  zu,  das  sich  verirrt  hatte.  Die  sehr
energischen  Maßregeln,  die  unternommen  wurden,  um  die
Eltern  des  Kindes  ausfindig  zu  machen,  blieben  ohne  Erfolg,
weshalb  daö  Kind  in's  Asyl  der  Alerandrow'schen  Wohlthätigkeitsgesellschaft
  aufgenommen  wurde.  Die  Polizeibeamten
hatten  aber  eine  solche  Vorliebe  für  das  kleine  Mädchen  gefaßt, ­
  daß  sie  es  die  Tochter  des  Polizeireviers  nannten  und
in  jeder  Weise  für  das  Kind  zu  sorgen  begannen.  Abwechselnd
war  es-  bei  vielen  verheirathctcn  Beamten  während  der  Ferien
zu  Besuch  und  jetzt  opfern  die  Polizeibeamten  monatlich  etwasvon
  ihrem  Gehalt,  um  für  das-  Mädchen  eine  Mitgift  zusammen ­
  zu  sparen.  Jedes  Jahr  werden  etwa  50  Rubel  für
die  Kleine  ausgebracht,  so  daß  sie  später,  da  sic  jetzt  erst  sieben
Jahr  alt  ist,  ein  hübsches  Sümmchen  ihr  Eigen  nennen  wird.
'  Geld  aus  Aluminium.  In  der  Kopcnhagcncr
königlichen  Münze  werden  jetzt  Versuche  angestellt,  kleine  Münzsortcn
  wie  fünf  und  zwei  Oere  aus  Aluminium  zu  verfertigen.
Es  gilt  zunöchst  festzustellen,  ob  dieses  leichte,  jedoch  starke
Bietall  die  Zirkulation  ertragen  kann.

Wetterbericht.

Tag

Barometerstand  (mm)

Thermometer  (Celsius)

8  Uhr  vm.fi  Uhr  Rm.fi  Uhr  R>».

8Udr  Vm.fi  Uhr  Nm.!?  Uhr  Nm.

1 29.  Dez.
1 30.  „
3  81.  „

754  I  755  j  752
748  747  J  748
752  1  753  1  —

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1  Bedeckt.  *  abwechselnde  Bewölkung  mit  leichtem  Regenschauer,
bedeckt,  bei  starkem  Westwind.

Älmtlichcr  Theil.

Ltkamltmachnllg.
In  Nachstehendem  bringe  i<1,  die  SS  l
mit  2  der  Polizeiverordmiiia  betreffend
bas  Abdeckerei-Gewerbe  vom  15.  November
is;i3  (3i.  Bl.  S.  473),  welche  vielfach  nicht
beachtet  ivcrden,  zur  öffentlichenKenntniß.
S  1.  Das  gewerbMlUuge  Ablebern,  Zertheilen ­
  ober  Bergraben  der  Kadaver  gefallener ­
  ober,  ohne  de»  Zweck  der  Nützung
als  Schlachtvieh,  gctödteter  Thiere  barf
nur  auf  ben  genehmigten  Abdeckereien
ober  Luderstätten  stattfinben.
S  2.  Feber  Abdecker  ist  verpflichtet,  der
Aufforderung  zur  Abholung  eines  innerhalb ­
  seines  Bezirks  gefallenen  oder  zu
töbtenben  Thieres  bei  geringer  Entfernung
binnen  längstens  12  Stunden,  andernfalls
binnen  längstens  24  Stunden  nachzukonunen.
Auf  polizeiliche  Anordnung  und  von
öffentlichen  Straffen  und  Plätzen  muff  die
Abholung  sofort  erfolgen.
Berlin,  den  20.  Dezember  1898.
Ter  2  an  drall)
Stubenranch.

Veröffentlicht
Friedenau,  den  27.  Dezember  1898.
Ter  Amts-Vorsteher.
Rocnneberg.

Bekanntmachung.
AIs  gefunden  sind  hier  angemeldet
worden:  1  weihe  Kinderkapotte,  2  Zäckchen,
1  Knaben-  und  1  Mädchenhemd.

TerrechtmätzigeEigenthümer  wird  aufgefordert, ­
  seine  Ansprüche  binnen  3  Monaten
im  Amtsbürcan  zu  Friedenau,  Fcurigftr.  8,
geltend  zu  machen,  widrigenfalls  anderweit
über  das  Fundvbjekt  verfügt  werden  wird.
Friedenau,  den  24.  Dezember  1898.
Ter  AmtS-BorsteHer.  Roenneberg.

Ltandcsamt  Frievena».
Woche  vom  24.  bis  30.  Dezember  1898.
Geburten:  Ein  Sohn:
Dem  Fabrikreisenden  William  Gicse.
Eine  Tochter:
Dem  Maschinentechniker  Konrab  Hcnselder.

Dem  Techniker  Stto  Marzillier.
Dem  Kaufmann  Paul  Frank.
Dem  Schlächter  Paul  Schubert.
Eheaufgebote:
Der  Posthülssbote  Friedrich  Schwenk  Hier,
und  die  Bertha  Hinz,  Dienstmädchen  zu
Berlin.
Eheschließungen:
Der  Arbeiter  Samuel  Gosteli  mit  der
Emilie  Luise  Auguste  Nilliner,  beide  hier.
Der  Administrator  Robert  Werner  Eduard
Spinola  zu  Desfow  mit  der  Hulda  Helene
Martha  Gertrud.geil,  hier.
Der  Schuhmacher  Georg  Gustav  Freitag
mit  der  Elara  Auguste  Karoline  Gamli»,
beide  hier.
Der  Schlächter  Heinrich  Adolph  Paul
Schulz  mit  der  Henriette  Wilhelmine  Dreher,
Heide  hier.
Der  Kaufmann  Franz  Curt  Schröder
hier  mit  der  Auguste  Maria  Münchhausen
zu  Einbeck.

Sterbefälle:
Eine  Tochter  des  Gärtners  Nowakowski.
Der  «Seh.  Kanzlci-Secrctär  a.  D.  Karl
Albert  Vincenz  Ezablicwsti,  6l  Fahre.

Kirchliche  Nachrichten.
Friedenau.
Sonntag,  de»  1.  Januar'  189!».
Vorm.  10  Uhr:  Herr  Pfarrer  Görnandt.
Dann  Beichte  und  heiliges  Abendmahl.
Vorm.  11'/,  Uhr:  .kindergottesdienst
Herr  Hilfspred.  Mefferschinidl.
Nachm.  6  Uhr:  Hilfsprediger  Messerschmidt.
  Dan»  Beichte  und  heiliges
Abendmahl.
Lchöncbcrg.  Apostel  Paulus-Kirche.
Sonntag,  den  1.  Januar  1899:
Bonn.  10  Uhr:  Herr  Past.  Bönisch.
Daun  Beichte  und  heiliges  Abendmahl.
8!achin.  2  Uhr:  Herr  Past.  Rauchstein.
Nachm.  6  Uhr:  Herr  Pastor  Rauchstein.
Tann  Beichte  und  heiliges  Abendmahl.
Alte  Kirche.
Vorm.  10  Uhr:  Herr  Past.  Rahlenbeck.
Dann  Beichte  und  heiliges  Abendmahl.
Nachm.  2  Uhr:  Kindergottesdienst  Herr
Nachm.  6  Uhr:  Herr  Pastor  Rodatz.
Dann  Beichte  und  heiliges  Abendmahl.
Gottesdienstordnung
für  die  in  Friedenau  wohnhaften  zur
Pfarrei  Steglitz  gehörigen  Katholiken.
Katholische  Kirche  in  Steglitz  (Kielerstraffe
  II).
An  Sonn-'  und  Festtagen:  Frühmeffe
7  Uhr.  Hochamt  und  Predigt  9'/,  Uhr.
Segen  Nachmittags  5  Uhr.  —  Wochentags:
  Täglich  Frühmesse  7'/,  Uhr.  Beichtgelegenhect:


Festtagen.

Die  Abende  vor  Soun-  und

Vermischte  Anzeigen.

Der  Vorstand
des  Kriegsveteranen-Vereins
von  friecienau  uns  Umgegend
wünscht  allen  Kameraden  beim  Jahreswechsel
ein  fröhliches  neues  Jahr!

Die
herzlichsten  Glückwünsche
zum
neuen  Jabre
sende  meiner  werthen  Kundschaft.
P.  Aaiimami.
Friseur.

Unserm  Hochverehrten  Bewahrer,  dem
Geh.  Rechnungsrath  Herrn  St.
zu  seinem  heutigen  Geburtstage  ein
donnerndes  Hoch,  daß  die  ganze  Kirchstraße
  wackelt!
Friedenau,  2.  Januar  1899.
DIE  VIER  WENZEL

Aufpolstern
Matratzen  5  Mark,  Sopha  7,50  Mark.
Fricdebold,  Lapezirer,  Rheinstr.  3.

Elisabeth  Eisen
Hebamme
empfiehlt  sich  den  geehrten  Herrschaften.
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