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Volume A. Berlin Dritter Abschnitt. Gesundheits-Verhältnisse

Full text: Gesammtbericht über das Sanitäts- und Medicinalwesen in den Städten Berlin und Charlottenburg (Public Domain) Issue7.1892/1894 (Public Domain)

Gesu n dheits V erhältnisse. 
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*• 2. dass sie einen continuirliclien Betrieb erfordert. 
Eine vierte Versuchsweise, welche die Präparation einer 
Thierlymphe-Conserve von gleich langsamer Wirkung wie die 
humanisirte Lymphe anstrebte, führte bis jetzt noch nicht zu 
einem zufriedenstellenden Resultat. 
c) Typhusgruppe. 
Während der drei Berichtsjahre sind Meldungen von Rückfall 
fieber überhaupt nicht ergangen. 
Die an Zahl geringen Flecktyphusfälle waren folgende: 
1892 am 21. Mai wurde aus dem Krankenhause Moabit ein 
russischer Auswanderer Namens M. Simser gemeldet, der fleck 
typhuskrank aus dem Bahnhof für Auswanderer Ruhwald dort ein 
geliefert worden war. Er gelangte am 18. Juni ej. a. geheilt 
zur Entlassung. 
1893 am 25. Mai erkrankte auf der Durchreise nach London 
die achtzehnjährige Golde Schulmeister aus Warschau, die zuerst 
im Hedwigs-Krankenhaus, dann als flecktyphuskrank erkannt ins 
Krankenhaus Moabit eingeliefert wurde und hier am 25. Juni ej. a. 
verstarb. 
1893 am 7. Juli erkrankte eine Wärterin in der Charite 
(Th. R. 34 J.) an Flecktyphus, von dem sie im Laufe mehrerer 
Wochen genass. Ein Zusammenhang ihrer Erkrankung mit dem 
vorstehend erwähnten Falle erschien ausgeschlossen. 
Zwei versehentlich im Jahre 1893 als Flecktyphen gemeldete 
Fälle stellten sich als verkannte Abdominaltyphen heraus. 
Vom Abdominaltyphus handeln die hierunter zunächst 
folgenden Seiten. 
Die nackten Zahlen beliefen sich: 
für das Jahr 1892 auf 574 Erkrankungen 132 f 
„ „ „ 1893 „ 632 „ 143 + 
„ „ „ 1894 „ 297 „ 67 f 
In allen drei Jahren war das procentuarische Verhältniss 
der Sterblichkeit ein merkwürdig gleichmässiges, nämlich 
22.9 : 22,6 : 22,6%. 
Gewisse jahreszeitliche Bezeichnungen sind nicht zu ver 
kennen; so bringen die Herbstwochen vom 14. August bis zum
	        
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