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Volume A. Berlin Vierter Abschnitt. Wohnstätten

Full text: Gesammtbericht über das Sanitäts- und Medicinalwesen in den Städten Berlin und Charlottenburg (Public Domain) Issue7.1892/1894 (Public Domain)

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W ohnungs - Verhältnisse. 
dem Umstande, dass von den sämmtlichen zur Zeit der Zählung 
in den Katastern notirt gewesenen 20587 unvermietheten 
Wohnungen allein 13307 auf Wohnungen von 1 bis 300 M. Mieths- 
werth entfielen, während innerhalb derselben Miethsabstufungen 
197347 vermiethete Wohnungen bei einer Gesammtzahl von 
400653 vermietheten Wohnungen gezählt wurden. 
Gegen Ende der Berichtszeit, am 1. October 1894, stellte 
sich die Zahl der im Weichbilde von Berlin vorhandenen be 
bauten Grundstücke auf 22698; es waren hinzugekommen 1893 
296, 1894 nur 231 Grundstücke (geringe Bauthätigkeit). Die 
Zahl der leerstehenden Wohnungen betrug 
am 1. October 1893: 30687, 
am 1. October 1894: 33262. 
Diese Zahlen erscheinen geeignet, auch für den sanitären 
Theil der Berliner Wohnungsfrage in Betracht genommen zu 
werden, besonders wenn man von gewissen Rückblicken auf die 
früheren Verhältnisse und die Wohnungsnoth des älteren Berlin 
ausgeht. (Ed. Wallach, Berlin in seiner Entwickelung seit dem 
Jahre 1840. Berlin. W. Sch wiering 1893.) 
Auf dem Flächenraum, auf welchem vor 50 Jahren (1840) 
100 Häuser placirt waren, finden z. Zt. kaum 25 Raum. Die 
Zahl der in 100 Häusern damals enthaltenen Wohnungen — 790 — 
konnte hinsichtlich des Bodenflächenraums, wie durch die Ver 
vielfältigung der Flächen durch die Mehrheit der Etagen sehr 
wohl im Jahre 1893 auf 1850 (thatsächlicher Durchschnitt) 
steigen. Trotz dieser anscheinend so erheblichen Vermehrung 
von 7.9 Wohnungen auf 18,5 pro Haus ist jede einzelne Wohnung 
heute geräumiger, heller, gesunder als es eine Wohnung vor 50 Jahren 
war. Im Durchschnitt entfielen 1840 zwischen fünf und sechs 
Personen auf jede Wohnung, heute weniger als vier. Ein mass- 
loses Schlaf stellen wesen erklärt die so viel besprochenen 
und getadelten Ueberschreitungen dieses Durchschnitts. Denn 
nicht eine Baunoth ist es in erster Reihe, welche so viele 
Familien auf eine kleine Wohnfläche zusammendrängt. Da die 
Fälle recht häufig sind, in denen die Verwerthung an sich kleiner 
Wohnungen zu Schlafstellen einen weit über die Woliuungsmiethe 
hinausgehenden Ertrag liefert, dürfen vielmehr Gewinnsucht und
	        
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