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Volume A. Berlin Dreizehnter Abschnitt. Medicinal-Personal

Full text: Gesammtbericht über das Sanitäts- und Medicinalwesen in der Stadt Berlin während der Jahre ... und … (Public Domain) Issue6.1889/1891 (Public Domain)

Geheimmittel u. A. 
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sind gleichartige Strafverfolgungen eingeleitet, waren aber im Sommer 
1892 noch nicht abgeschlossen. 
Im Ganzen sind wegen Uebertretung der Polizei-Verordnung 
vom 30. Juni 1887 
1889: 137, 
1890: 93, 
1891: 96 Bestrafungen von Zeitungsredakteuren erfolgt; außer 
dem wurden deshalb wie wegen unerlaubten Verkaufes von Geheim- und 
Arzneimitteln: 
1889: 33, 
1890: 44, 
1891: 23 Personen bestraft. 
Besondere Schwierigkeiten bezüglich der Bestrafung erfolgten in 
Betreff der Creme Grolich. In Folge mißverständlicher Auffassung 
eines ärztlichen Gutachtens nahm das Schöffengericht am 25. Juni 1891 
an, es handle sich nicht um ein Heilmittel gegen Hautkrankheiten, sondenr 
lediglich um ein Schönheitsmittel (Cosmeticum) und sprach den Redakteur 
der Zeitung, in welcher die Anpreisung erfolgt war, frei. — Auf diese 
Freisprechung berief sich derselbe Redakteur in zahlreichen späteren Fällen, 
so daß, obwohl objectiv Verletzung der Polizei-Verordnung vom 30. Juni 
1887 vorliegend angenommen wurde, man ihm doch bona fides zubilligte 
und deshalb freisprach. 
Bei dem schleppenden Gerichtsverfahren zogen sich derartige Frei 
sprechungen noch bis in das Frühjahr 1892 hin. 
Ebenfalls Freisprechung erfolgte wegen Anpreisung des Weide- 
mann'schen Homerianathees, seitdem ausdrücklich in den Bekanntmachungen 
desselben angegeben war, der Thee bestände nur aus russischem Vogel 
knöterich. — Der Polizei-Präsident mußte sich daher darauf beschränken, 
lediglich vor diesem ganz werthlosen Mittel öffentlich zu warnen. 
Ueberhaupt sind folgende warnende Bekanntmachungen, in 
denen auf die Werthlosigkeit der betreffenden Mittel oder Heilverfahren 
hingewiesen wurde, erlassen worden, bezüglich deren Inhaltes auf das 
vorstehende Verzeichniß verwiesen wird. — Dabei wurde im Allgemeinen 
nur vor den häufiger angezeigten Mitteln gewarnt, um nicht unbe 
kanntere durch die Warnungen erst zu weiterer unnöthiger Kenntniß des 
Publikums zu bringen. 
Diese Warnungen bezogen sich auf: 
1. Barella's Magenpulver.
	        
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