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Volume A. Berlin Zehnter Abschnitt. Fürsorge für 1) Verunglückte, 2) Erkrankte und 3) in der Genesung begriffene und siechgebliebene Personen - Krankentransport, Krankenpflege

Full text: Gesammtbericht über das Sanitäts- und Medicinalwesen in der Stadt Berlin während der Jahre ... und … (Public Domain) Issue6.1889/1891 (Public Domain)

Fürsorge für erkrankte Personen re. 
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im Jahre 1889 noch eine Niederlassung der Franziskanerinnen an 
geschlossen hat, welche die Pflege in der Privat-Krankenanstalt „Victoria- 
Haus" Karlstraße 29 übernommen hat. 
4. Fürsorge für in der Genesnng Begriffene «nd für Sieche. 
Gegen Ende des Jahres 1887 wurden die „Städtischen Heim 
stätten für Genesende" (Blankenburg am 10. Oktober, Heinersdorf 
am 8. Dezember) eröffnet, mit deren Gründung die Städtischen Behörden 
einen neuen Weg auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege 
beschritten. 
Da diese Veranstaltung in den vorausgehenden Gesundheitsberichten 
noch keine Schilderung erfahren hat, die gegenwärtige Berichtszeit anderer 
seits auch erst ausgiebigeren Stoff zur Beurtheilung ihres günstigen 
Erfolges lieferte, ist es wohl unumgänglich, das Wichtigste über Ent 
stehung, Umfang und Betrieb der „Heimstätten" hier einzufügen. 
Bei der fast dauernd vorhandenen Ueberfüllung der Berliner 
Krankenhäuser fordern die Verhältnisse eine möglichste Abkürzung des 
eigentlichen Heilverfahrens, und der unbemittelte Kranke wird nicht selten 
genöthigt, vor Wiedererlangung der vollen Körperkraft und Arbeitsfähigkeit 
seine Thätigkeit wieder aufzunehmen. Hierdurch wird er in hohem 
Grade der Gefahr des Rückfalls in die Krankheit oder des dauernden 
Siechthums ausgesetzt. 
Das Bedürfniß, ihn hiergegen durch eine geregelte, seinen Bedürf 
nissen entsprechende Rekonvaleszentenpflege zu schützen, ist nicht zu 
verkennen. Denn eine ausgiebige Fürsorge für genesene Bedürftige ver 
hindert, daß sie durch erneute Erkrankung ihrem Erwerbe entzogen und 
eventuell aus öffentlichen Mitteln versorgt werden müssen. Die Vor 
beugung also, die allseitig fast wichtiger ist, als die Heilung entstandenen 
Schadens, forderte zu Veranstaltungen für diese Fürsorge dringend auf. 
Solche Veranstaltungen zu treffen, erschienen die Herrschaftshäuser 
der städtischen Rieselgüter in hohem Maß geeignet, zumal in hygienischer 
Beziehung ihrer Verwendung zu solchem Zwecke keine Bedenken entgegen 
standen. (Vgl. Seite 118 ff.) 
Die Gemeindebehörden beschlossen, zunächst auf zwei Rieselgütern 
Einrichtungen zu treffen, die solchen Personen, bei denen das eigentliche 
Heilverfahren beendet war, Gelegenheit geben sollten, durch ruhigen, in 
der Regel auf drei Wochen zu beschränkenden Aufenthalt in ländlicher 
Umgebung und mit angemessener Verpflegung ihre durch die überstandene 
Krankheit geschwächten Kräfte wieder zu gewinnen.
	        
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