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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Dritter Abschnitt. Gesundheitsverhältnisse

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
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Die königliche Zmpfanstalt. 
Am 1. April 1886 wurde die Königliche Zmpfanstalt nach dem Hause 
Wilhelmstraße 28 verlegt. Gleichzeitig trat an die Stelle des zurücktreten 
den bisherigen Hülfsarztes Dr. Lambrechts Dr. Schorler, welcher schon 
am 30. April 1887 aus dieser Stellung wieder ausschied, während der 
Stadtphysikus Dr. M. Schulz die Geschäfte in der im 4. Generalbericht 
S. 129 und 130 ausführlich geschilderten Weise bis zum Eingehen der An 
stalt am 31. März 1888 weiterführte. 
Abgegeben wurde Lymphe im 
Capillar-Röhrchen mit 
Jahre 
humanisirter 
Glycerinlymphe 
humanisirter 
Lymphe 
Thier- 
Lymphe 
1886 
1840 
3 
950 
1887 
316 
22 
6784 
Die zur Gewinnung des thierischen Impfstoffes erforderlichen Kälber 
fanden bis zur Eröffnung der Königlichen Zmpfstoff-Gcwinnungs-Anstalt 
in einem besonderen Lattenverschlage eines Stalles der Thierarzneischule 
Aufnahme. 
Vom Ansang Zuni 1888 ab kam in der Zmpfanstalt lediglich der in 
der auf dem städtischen Centralviehhofe neu errichteten Lymphgewinnungs- 
anstalt (s. u.) erzeugte Zmpfstoff zur Verwendung. 
In: Sommer 1887 fanden die Berliner Zmpfürzte in der Anstalt 
Gelegenheit, sich mit der Ausführung der Impfung mittelst thierischen Impf 
stoffes vertraut zu machen, zu welchem Zwecke dieselben in Gruppen von 
je 12 Personen bei den Zmpfungen erschienen. 
Am 31. März 1888 wurde die Königliche Landes-Zmpfanstalt, nachdem 
inzwischen die Königliche Anstalt zur Gewinnung thierischen Zmpsstoffes er 
öffnet worden war, geschlossen, da zur Zeit ein Bedürfniß zur Gewinnung 
humanisirter Lymphe in größerer Menge nicht mehr besteht. 
Das Inventar der Anstalt fiel gemäß Erlaß des Herrn Ministers der 
geistlichen rc. Angelegenheiten vom 31. März 1888 insoweit cs einen wissen 
schaftlichen oder historischen Werth hatte, dem Königlichen Hygiene-Museum, 
die noch brauchbaren Apparate und Instrumente der neu errichteten Lymph- 
gewinnungsanstalt zu, während die nicht mehr verwendbaren Gegenstände für 
Rechnung der Staatskasse verkauft wurden. 
Die öffentlichen Zmpfungen, zu welchen Zedermann unentgeltlich zu 
gelassen wird, finden nach wie vor in den für diesen Zweck von den städ
	        
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