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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Dritter Abschnitt. Gesundheitsverhältnisse

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
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großen Labiums eine erodirte Stelle, die Knötchen in den Znguinalfalten 
und an den großen Labien waren erodirt. Das Ganze bot mehr den 
Anschein eines nässenden Eczems, auf welchem einzelne Erhabenheiten stehen, 
so daß leicht eine Verwechselung mit breiten Kondylomen stattfinden konnte. 
Daß es sich hier aber nicht um Syphilis handelte, ging einmal daraus 
hervor, daß die Eruption mit großer Rapidität innerhalb eines oder 
zweier Tage über den ganzen Körper stattfand, sowie daraus, daß die 
Affektionen sehr stark juckten, was man bei Syphiliden nicht findet, drittens 
aber aus der Umwandlung der Knötchen in flache Scheiben und der 
Scheiben in runde Kreise, die von einem Bläschensaum umgeben waren. 
Alles das sind Sympthonie, welche gegen Lues sprechen. 
Es handelt sich hier uur ein Examthem, dessen erste Spuren etwa am 
fünften Tage nach der Impfung erschienen sind; eine typische Form liegt 
lücht vor, vielmehr eine Mischform zwischen Erythema exsudativum 
multiforme und Herpes iris; das Kind genas nach kurzer Zeit vollkommen; 
am 30. Juli 1888 konnte Dr. K. auch nicht die geringste Folge des 
Ausschlages mehr wahrnehmen. 
Sämmtliche Folgekrankheiten, welche nach den Impfungen in öffentlichen 
Terminen sich benierkbar machten, verliefen günstig; insbesondere aber hat 
sich die Zahl der Erkrankungen iin Jahre 1888 gegen früher wesentlich 
verringert. 
Die Angaben über die bei den Impflingen beobachtete Konstitutions- 
anomalien sind meines Erachtens so wenig zuverlässig, daß ich es nicht für 
gerathen halten kann, dieselben der Oeffentlichkeit zu übergeben, da eine 
weitere statistische Verwerthung zu argen Trugschlüssen führen müßte. Nur 
die Mittheilungen über syphilitisch befundene Impflinge dürften zuverlässig 
sein und folgen daher hier; es wurden 
1886 1887 1888 
7 4 8 Fälle 
von Syphilis, darunter zwei Fälle bei Revaccinanden beobachtet. 
Angebliche Jmpsschädigungen hat die impfgegncrische Presse nur im 
Jahre 1886 veröffentlicht, und zwar zwei im Jahre 1885 und vier im 
Jahre 1886 bewirkte Impfungen unterjährigcr Kinder, welche in Aufsätzen 
der Zeitung für Volksaufklärung Freya Nr. 40 und 41 als neue Impf 
opfer vorgeführt wurden. 
Die angestellten Ermittelungen bewiesen auch in diesen 6 Fällen, daß 
die fanatischen Zmpsgegner, zu denen der Urheber jener Artikel, der be 
kannte Wundarzt Stahn gehört, ohne jede Kritik jedwede Erkrankung, 
selbst wenn eine solche Wochen und Monate nach stattgehabter Impfung 
auftritt, als Folge der letzteren in der Oeffentlichkeit darzustellen versuchen. 
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