Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

78
Gesundheits-Polizei.
technische Befähigung zu prüfen sind, und in sittlicher Hinsicht derselben
zu Bedenken keinen Anlaß bieten, zu übertragen sei.
Die weitere Erörterung der Sache gehört dem Jahre 1889 an.
Die im November 1886 in Betrieb gesetzte städtische Desinfektions
anstalt in der Reichenbergerstraße (vergl. 4. Bericht Seite 113) hat bisher
den Anforderungen genügt; eine zweite Anstalt ist inzwischen neben dem
städtischen Obdach an der Prenzlauer Allee im Jahre 1888 fertiggestellt,
dem Publikum aber bisher noch nicht übergeben worden, dient vielmehr
nur den Insassen des städtischen Obdachs und solchen Hebammen, welche
bei am Kindbettfieber erkrankten Wöchnerinnen thätig geivescn sind. (Vergl.
dieser Abschnitt zu o.)
Bit? Impfgcschiist.
Durch Erlaß vom 6. April 1886 ordneten die Herren Minister der
Medizinal-Angelegenheiten und des Innern auf Grund des bezüglichen
Bundesrathsbeschlusses vom 18. Juni 1885 die zur Sicherung der gehörigen
Ausführung des Jmpfgeschäftes von einer Sachverständigen-Kommission
berathenen Maßnahmen für das Preußische Staatsgebiet an. (Ministerial-
Blatt für die innere Verwaltung Seite 57.)
Die Bestimmung zu 4 des Erlasses:
„die Impfung unterbleibt an jedem Orte und bei den Bewohnern jedes
Ortes, an welchem eine der im § 1, Absatz 1 der Anlagen I und III
daselbst aufgeführten ansteckenden Krankheiten (Scharlach, Masern, Diphthe-
ritis, Croup, Keuchhusten, Flecktyphus, rosenartige Entzündungen) besteht,
so lange dieselbe eine größere Verbreitung hat, oder an welchen sich auch
nur einzelne Fälle von Jmpfrothlauf zeigen, bis zum völligen Ver
schwinden des Letzteren",
mußte für Berlin in Berücksichtigung der eigenartigen Verhältnisse mit
Genehmigung der Herren Minister dahin interpretict werden, daß als
„Ortseinheit" jeder Jmpfbczirk angesehen wurde, weil in dem Orte Berlin
gewöhnlich mehrere der vorgenannten Krankheiten eine größere Verbreitung
haben, damit also die Impfung unter Umständen Jahre hindurch hätte
unterbleiben müssen.
Die erforderlichen Bekanntmachungen konnten am 22. April 1886 ver
öffentlicht werden, so daß das Jmpfgeschäft schon seit 1886 unter Beachtung
der in Rede stehenden Vorsichtsmaßregeln stattgefunden hat.
Die Zahl der Jmpfbezirke stieg 1886 auf 57, verminderte sich aber
im Jahre 1888 auf 53 dadurch, daß der Leiter der Königlichen Jmpf-
gewinnungsanstalt für seine Zwecke (Unterricht der Studircnden in der
Jmpftechnik, Erzeugung größerer Mengen humanisirten Impfstoffes zun:
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