Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gcsundheits - Polizei.
51
die in früheren Berichten erwähnten Unreinlichkeiten in Haus und Hof.
Verdächtiges Trinkwasser gab
1886 zu 3 chemischen Untersuchungen
1887 „ 1 „ Untersuchung
1888 „ 1
Veranlassung, deren Ergebnisse in Anlage II einzeln mitgetheilt sind.
Zn vier Fällen trat in Folge dessen eine Schließung der betreffenden
Brunnen nach den in den Vorberichten mitgetheilten Grundsätzen ein; in
dem fünften Falle aus dem Jahre 1888, welcher nach Lage der Dinge den
Verdacht einer Verunreinigung des Brunnenwassers am meisten erregt
hatte, konnte die chemische Prüfung keine Verunreinigung des Wassers nach
weisen.
Uebertragungen des Typhus durch Kranke oder deren Effekten auf
andere Personen in demselben Hause sind im Berichtszeitraum mehrfach
festgestellt worden; dagegen fehlt es an Beweisen für eine Uebertragung
der Krankheit durch Nahrungsmittel, insbesondere durch den Verschleiß von
Milch oder sowie für eine Einschleppung von außerhalb, obwohl nicht
allein in den Vororten, sondern auch in fernen Ortschaften ortsangehörige,
hier zufällig ortsanwesende Personen in nicht geringer Zahl vielfach in
hiesigen Häuslichkeiten erkrankt, wenn auch zum Theil sogleich in Kranken
häuser überführt worden sind.
Folgende Einzelfälle dürften ein allgemeineres Interesse haben.
1886.
Zn dem Hause Arndtstraße 13, welches bereits 1883 zu eingehender
Untersuchling Veranlassung gegeben hatte (vergl. 4. Bericht Seite 84),
traten vom 24. Juni bis 28. Zuli 5 Erkrankungen mit einein tödtlichen
Ausgang auf. Ungeachtet der dichten Bevölkerung (80 Familien) und
einer jeder Beschreibung spottenden Unsauberkeit, welche in hervorragender
Weise die noch immer vorhandene Hoflatrine mit Senkgrube zeigte, kam es
zu keiner Haus-Epidemie; das Haus blieb ailch in den folgenden Zähren
verschont.
Am Kottbuser User Nr. 6, welches Haus mit dem Grundstück Nr. 5
damals fast ganz isolirt stand, an die Kanalisation aber noch nicht ange
schlossen war und einen Hofbrunnen hatte, dessen sehr verunreinigtes Wasser
(vergleiche Anlage II) von den Bewohnern mit Vorliebe zum Genuß und
Küchengebrauch verwendet wurde, kam es vom 10. Oktober bis zum Schluß
des Zahres zu einer kleinen Haus-Epidemie von 12 Erkrankungen mit einem
Todesfall; nachdem das Brunnenwasser als „kein Trinkwasser" bezeichnet
worden war, hörten die Erkrankungen auf.
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