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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Sechster Abschnitt. Nahrungs- und Genußmittel. Gebrauchs-Gegenstände

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
187 
Speisewirthschaften mit weiblicher Bedienung. Bei den- seit 1885 einge 
leiteten strafrechtlichen Verfolgungen gegen Gastwirthe waren ähnliche Mani 
pulationen bekannt geworden. 
In Folge dessen ordnete das Polizei-Präsidiuin vom 3. Mai 1887 ab 
Ankäufe bei Bierverlegern an oder griff auf diese Gewerbetreibenden zurück, 
wenn irgendwie der Verdacht begründet war, daß das aus Bier- rc. Wirth 
schaften entnommene Bier schon bei den Verlegern „veredelt" war. 
Die Veredelung wird, außer durch Wasserverschnitt, in der Mehrzahl 
der Fälle durch Glycerin, Bier- und Zucker-Couleur bewirkt; ersterer Zu 
satz macht auf den Konsumenten den Eindruck größeren Malzgehaltes, 
während die Bier- (Zucker-) Couleur dem Bier einmal eine dunklere Farbe 
verleiht, das Getränk aber auch vollmündiger, daher scheinbar extraktiv 
stoffhaltiger erscheinen läßt. Die stattgehabten Untersuchungen haben umfang- 
reiche Betriebsstätten für dieses Geschäft entdeckt. Auch Lübbener und 
Werdersches Bier werden, wie die Untersuchungen ergeben haben, vielfach 
verfälscht in den Verkehr gebracht. 
Es fanden statt: 
Davon waren 
Beanstandet 
Bestrafungen 
Zahr 
Zahl 
der Ankäufe 
hiesige 
Bairisch- 
auswärtige 
Bairisch- 
hiesige 
obcrgährige 
u. der Staats 
anwaltschaft 
haben statt 
gefunden (so 
weit hierher 
mitgetheilt) 
Biere 
Biere 
Biere 
übergeben 
1887 
6 
— 
6 
— 
2 
2 
1888 
92 
29 
2 
61 
56 
18 
Bezüglich der Bierdruckleitungen haben Aenderungen der erlassenen 
Bestimmungen nicht stattgefunden. 
5 Wein und Branntwein. 
Die Ausführung der Wein-Untersuchungen ist in den Vorberichten ein 
gehend besprochen worden. Außer den im 4. Bericht Seite 278 erwähnten 
regelmäßigen Ankäufen von Proben ließ das Polizei-Präsidium auch Weine 
unter bestimmten Bezeichnungen im Geheinien für die Untersuchung ent 
nehmen; fiel letztere derartig aus, daß der Sachverständige die Mitwissen 
schaft des Verkäufers bezw. dessen Brodgebcrs um die vorliegende Ver 
fälschung für zweifellos hielt, so trat ohne Weiteres das Strafverfahren 
ein, welches in der Mehrzahl der Fälle Bestrafungen nach sich zog. 
Für die Beurtheilungen der Weine sind die in: 14. und 15. Band der
	        
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