Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

186
Gesundheits-Polizei.
Beanstandungen Veranlassung und zwar war es amerikanisches Schmalz,
wie es insbsondere aus den großen Fabriken in Chikago nach Europa
übergeführt wird, welchem Baumwollsamen-, Sesamöl und andere fette Oele,
auch Stearin zugesetzt werden.
Eine ziemlich zuverlässige Methode zur Untersuchung auf Verfälschung
des Schmalzes durch fette Oele ist von dem Italiener Bechi angegeben
worden, welche auf dem Verhalten einer ätherisch-alkoholischen Silbernitrat-
Lösung zu Baumwollsamenöl beruht. Dieselbe Methode, auf die Erkennung
des Baumwollsamenöls im amerikanischen Schmalz angewendet, liefert über
raschende Ergebnisse.
Nach statistischen Mittheilungen über die Fabrikation einer amerikani
schen Firma an „raffinirtem Schmalz" verbraucht dieselbe bei einem Ge-
sammtvertrieb von 60000000 Pfund rollnoä larä nicht weniger als
28125000 Pfund Baumwollsamenöl. Die Fairbank-Gesellschaft in Chicago
soll in ihrem „Schweineschmalz" nur etwa 50 bis 75% Schmalz ver
wenden. Mit Hülfe der Jodzahl, d. h. der in Prozenten vom Fett aus
gedrückten Gewichtsmenge von Jod, welche die Säuren des Fettes, soweit
sie ungesättigt sind, zu sättigen vermag, ferner mit Hülfe der Verseifungs
zahl und der Bechi'schen Reaktion ist man heute im Stande, das Gemisch
recht gut zu charakterisiren.
Ein Artikel der hiesigen Fleischer-Zeitung vom November 1887, dem
zufolge in einer großen Anzahl von Läden hiesiger Stadt unter der Be
zeichnung „Amerikanisches Schnmlz" Kunstschmalz feilgeboten werden sollte,
erwies sich bei eingehender Ermittelung theils als unzutreffend wegen irr-
thümlicher Auffassung der Schmalz-Gewinnung im Großen, theils als über
trieben.
4. Bier.
Nachdem die Vieruntersuchungen im 1., 3. und 4. Bericht in ein
gehendster Weise wiederholt erörtert und bisher ohne wesentliche Aende
rungen in gleicher Weise ausgeführt worden sind, bleiben hier nur die Er
gebnisse der ferneren Kontrole, insbesondere auch mit Bezug aus § 263
des Reichs-Straf-Gcsetz-Buches (4. Bericht Seite 275) anzuführen, da
Prüfungen von Bierproben im Großen, wie 1877 und 1883 und 1884 im
Berichtszeitraum nicht wieder stattgefunden haben.
Die Tagespresse und einzelne beamtete Aerzte wiesen wiederholt darauf
hin, daß von den sogenannten Bierverlegern Verfälschungen des Bieres im
Großen vorgenommen und durch Zusätze verschiedener Art die verschiedensten
fremden Biere nach Farbe und Gescbmack behufs Täuschung der Konsumen
ten hergestellt würden. Derartige Erzeugnisse verabfolgten namentlich die
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