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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Sechster Abschnitt. Nahrungs- und Genußmittel. Gebrauchs-Gegenstände

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
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kannte auswärtige Kunstbutterfabriken. Dergleichen Gemische enthielten oft 
nur I—5 % Kuhbutter, übrigens Margarine. 
Daß das Feilhalten von Mischbutter mit dem I. Oktober 1887 nach 
dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 12. Zuli 1887 vorsichtiger betrieben 
wurde, liegt auf der Hand; die Ueberwachung des Verkehrs mit Margarine 
und Mischbutter mußte daher durch häufigere geheiine Ankäufe verschärft 
lverden. 
Die Untersuchungsmethoden sind im Berichtszeitrauine nicht wesentlich 
geändert worden. 
Die Angabe von Durchschnittswerthen unterbleibt hier, wie bei den 
übrigen Nahrungsmitteln, nachdem jene Werthe seit k 880 bis 1885 wieder 
holt in den früheren Berichten verzeichnet worden und seither nahezu 
dieselben geblieben sein müssen. 
Die Untersuchungen von sogenanntem Sahnen käse führten zu zahl 
reichen, unter 185 Proben zu 139 Beanstandimgen, weit die verkaufte 
Waare kein Fett- sondern dürftiger, dazu häufig noch verdorbener Mager 
käse war. Diese Art Käse wird fast ausnahmslos aus möglichst, meist 
durch Centrifugen entsühnter Magermilch hergestellt und täuscht das Publikum 
durch seine Bezeichnung als „Sahnenkäse"; echte Käse dieses Namens 
werden aus Vollmilch oft noch unter Zusatz von Rahm hergestellt und 
haben einen Fettgehalt von 30 bis 40%, während jene sogenannten Sahnen 
käse nur 3 bis 6% Fett haben und durch diesen geringen Fettgehalt 
schwerer verdaulich werden. Die strafrechtliche Verfolgung wiederholter 
Abgabe solcher Waare nach vorausgegangener Verwarnung blieb erfolglos, 
weil der Richter nicht die Ueberzeugung gewinnen konnte, daß der fettarme 
Magerkäse unter der Bezeichnung Sahnenkäse als ein minderwerthiges 
Nahrungsmittel anzusehen sei. 
Schließlich sei hier noch erwähnt, daß im August 1888 plötzlich 43 
Kisten mit 1300 kg dieser sogenannten Sahnenkäse aus dem Verkehr ge 
zogen wurden, weil mehrere Personen nach dem Genuß von Käsen aus 
der in Frage kommenden Großhandlung heftig erkrankt sein sollten (Er 
brechen, Durchfall, krampfartige Zuckuugen). Die chemische Untersuchung 
ergab, daß die entnommenen Proben Alkaloide aus der Gruppe der 
Ptomatine enthielte». Dessen ungeachtet wurden die Käse nach Verlauf 
von 14 Tagen für den Verkehr wieder freigegeben, weil erfahrungsgemäß 
feststeht, daß die Ptomatine in der Reifungs-Periode auftreten, nach dem 
Reifwerden des Käses aber durch weitere chemische Umsetzungen in 
unschädliche Verbindungen übergehen. Weitere Klagen sind nicht laut 
geworden. 
Schmalz gab erst am Schluffe des Jahres 1888 wieder zu häufigen
	        
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