Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

184
Gesundheits-Polizei.
nährungszustand, sehen gut gehalten und sauber aus; für die gute Pflege
spricht auch der Umstand, daß die Thiere durchaus ruhig sind.
Die gcmonilene Milch zeichnet sich durch Fettreichthum aus, hat einen
angenehinen Geschmack und findet ungeachtet des hohen Preises von
60 Pfennig für die Kanne nach fünfmonatlichem Betriebe der Anstalt viele
Abnehiner, so daß im Frühjahr 1889 bereits 450 Kannen täglich ausge
fahren und 45 Kannen in der Verkaufshalle, außerdem je 54 halbe Kannen
Kefir und keimfreie Milch täglich verkauft wurden. Letztere wird in den
für den Verkauf bestimmten Flaschen durch Erhitzen auf 100" 6. in einem
Henneberg'schen Apparat hergestellt.
Die Reinigung der für den Milchvertrieb zur Verwendung gelangenden
Flaschen findet in der Weise statt, daß jede Flasche in 10°/oigcr Soda
lösung gespült und gewaschen, dann mittelst grobkörnigen Sandes im
Wasserstrahl inwendig ausgewaschen und endlich durch Wasserstrahl innen
und außen nachgespült wird; der für den Wasserstrahl erforderliche Druck
wird durch die Wasserleitung und für den Fall einer Stockung des
letzteren, aus den unter dem Dach der Stallung befindlichen Wasser
behältern gegeben.
Die Füllung der Flaschen findet in den unteren Wirthschaftsräumen
nach gehöriger Kühlung der Milch unter Wahrung der möglichsten Sauber
keit statt, so daß für Kinder wie für Kranke eine zuverlässige Nahrung ge
liefert wird.
3. Butter und Käse. Schmatz..
Das Eingangs dieses Abschnittes bereits angeführte Gesetz vom 12. Juli
1887 betreffend den Verkehr mit Ersatzmitteln für Butter, die zu dem
selben ergangenen Ausführungsbestimmungen vom 26. Juli 1887 (Reichs-
Gesetzblatt Seite 875 und Seite 383), sowie die Ergänzung der letzteren
vom 12. November 1887 (ibickom Seite 521) haben die von dem Polizei-
Präsidium seit 1884 bereits geübte Butterkontrole wesentlich erleichtert.
Die Margarine und die Verkausstellen derselben sollen deutlich erkennbar
gemacht werden, was indessen häufig noch unterbleibt; Fälschungen ächter
Kuhbutter durch Zusatz von Kunstbutter sind seit Inkrafttreten des
Gesetzes nicht geringer geworden. In dem Zeitraume von 1883/85
wurden unter 1513 Butterprobcn nur 62 (4. Bericht Seite 265), in der
Zeit 1886/88 dagegen unter 1444 angekauften Proben 114 beanstandet;
die Zahl der Fälschungen hat sich daher ungefähr verdoppelt. Jene
Mischungen von Kuh- und Kunstbutter gelangten nach wie vor unter den
bestechendsten Namen, wie: „feinste holländische Grasmischbutter", „hochfeine
Gutsmischbutter" u. s. w. in den Verkehr, insbesondere durch einzelne be
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