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Zeitschriftenband A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Dritter Abschnitt. Gesundheitsverhältnisse

Volltext: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

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Gesundheits-Polizei. 
nährungszustand, sehen gut gehalten und sauber aus; für die gute Pflege 
spricht auch der Umstand, daß die Thiere durchaus ruhig sind. 
Die gcmonilene Milch zeichnet sich durch Fettreichthum aus, hat einen 
angenehinen Geschmack und findet ungeachtet des hohen Preises von 
60 Pfennig für die Kanne nach fünfmonatlichem Betriebe der Anstalt viele 
Abnehiner, so daß im Frühjahr 1889 bereits 450 Kannen täglich ausge 
fahren und 45 Kannen in der Verkaufshalle, außerdem je 54 halbe Kannen 
Kefir und keimfreie Milch täglich verkauft wurden. Letztere wird in den 
für den Verkauf bestimmten Flaschen durch Erhitzen auf 100" 6. in einem 
Henneberg'schen Apparat hergestellt. 
Die Reinigung der für den Milchvertrieb zur Verwendung gelangenden 
Flaschen findet in der Weise statt, daß jede Flasche in 10°/oigcr Soda 
lösung gespült und gewaschen, dann mittelst grobkörnigen Sandes im 
Wasserstrahl inwendig ausgewaschen und endlich durch Wasserstrahl innen 
und außen nachgespült wird; der für den Wasserstrahl erforderliche Druck 
wird durch die Wasserleitung und für den Fall einer Stockung des 
letzteren, aus den unter dem Dach der Stallung befindlichen Wasser 
behältern gegeben. 
Die Füllung der Flaschen findet in den unteren Wirthschaftsräumen 
nach gehöriger Kühlung der Milch unter Wahrung der möglichsten Sauber 
keit statt, so daß für Kinder wie für Kranke eine zuverlässige Nahrung ge 
liefert wird. 
3. Butter und Käse. Schmatz.. 
Das Eingangs dieses Abschnittes bereits angeführte Gesetz vom 12. Juli 
1887 betreffend den Verkehr mit Ersatzmitteln für Butter, die zu dem 
selben ergangenen Ausführungsbestimmungen vom 26. Juli 1887 (Reichs- 
Gesetzblatt Seite 875 und Seite 383), sowie die Ergänzung der letzteren 
vom 12. November 1887 (ibickom Seite 521) haben die von dem Polizei- 
Präsidium seit 1884 bereits geübte Butterkontrole wesentlich erleichtert. 
Die Margarine und die Verkausstellen derselben sollen deutlich erkennbar 
gemacht werden, was indessen häufig noch unterbleibt; Fälschungen ächter 
Kuhbutter durch Zusatz von Kunstbutter sind seit Inkrafttreten des 
Gesetzes nicht geringer geworden. In dem Zeitraume von 1883/85 
wurden unter 1513 Butterprobcn nur 62 (4. Bericht Seite 265), in der 
Zeit 1886/88 dagegen unter 1444 angekauften Proben 114 beanstandet; 
die Zahl der Fälschungen hat sich daher ungefähr verdoppelt. Jene 
Mischungen von Kuh- und Kunstbutter gelangten nach wie vor unter den 
bestechendsten Namen, wie: „feinste holländische Grasmischbutter", „hochfeine 
Gutsmischbutter" u. s. w. in den Verkehr, insbesondere durch einzelne be
	        
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