Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gesundheits-Polizei.
183
Stuttgart in weiteren Kreisen bekannte Oekonomierath Grub am Victoria
park auf dem Grundstücke Kreuzbergstraße 27/28 seine, auf umfangreichen
Betrieb angelegte Anstalt, deren Anlagen im Wesentlichen mit der Hellers-
dorser Anlage übereinstimmen. Die klirze Beschreibung der Grub'schen An
lage folgt hier.
Die Stallungen für 250 lediglich aus der Schweiz hierher überge
führte Kühe bemessen, von denen zur Zeit 72 Haupt eingestellt sind, bieten
in jedem Stande sehr reichlichen Raum, sind sehr hoch, hell und luftig,
mit künstlichen Lüftungsanlagen versehen und nach den umfangreichen Er
fahrungen des Begründers aus das Zweckmäßigste hergestellt. Bezüglich der
baulichen Einrichtungen und der Lage der Anstalt wird auf die von sachver
ständiger Hand in dem Centralblatt der Bauverwaltung (8. Jahrgang 1888)
vom 20. Oktober Nr. 42 Seite 452 gegebene Beschreibung der Anstalt mit
Durchschnitten verwiesen.
Aus und in der Anstalt wird nur von Schwyzer Kühen stannnende
Milch verabfolgt; nach dem Versiegen der Milch wird die betreffende Kuh
verkauft. Uin die durch die auch während der Milchabsonderung zeitweise
eintretende Brünstigkeit der Thiere herbeigeführte Veränderung der Milch
auszuschließen, werden den eingestellten Milchkühen die Eierstöcke durch
Kastration von der Scheide her unter antiseptischen Kautelen nach einem
von einem französischen Thierarzt angegebenen Verfahren genommen. Von
zwölf in dieser Weise in der Grub'schen Anstalt steril gemachten Kühen starb
kein Thier. Die Milchabsonderung wird nach der Kastration gleichmäßiger
und dauert 6 Monate länger, als im Durchschnitt; die später gemästeten
Kühe sollen zarteres Fleisch als Mastochsen liefern.
Das Haupt Vieh kostet in Schwyz durchschnittlich 425 Mark, bis
hierher geführt etwa 500 Mark; vor der Einstellung in den Milchstall
werden die Thiere in einem besonderen Stall mit 18 Ständen einer mehr-
wöchentlichen Beobachtung durch den Anstalts-Thierarzt unterzogen; für
kranke Thiere ist ein 12 ständiger Krankenstall vorhanden.
Die Thiere stehen und liegen auf Torfstreu; man nimmt in Folge
dessen in dem übrigens, wie angedeutet, natürlich und künstlich sehr gut
gelüfteten Stalle nur wenig Geruch wahr; der Dünger wird höchstens drei
Tage in der vor dem Stall befindlichen wand- und bodendichten, wohl
abgedeckten Grube gehalten, gewöhnlich aber schon nach kürzerer Zeit
abgefahren.
An Futter erhält jede Kuh täglich 12 Pfund eines Gemisches aus
Weizenmehl und Weizenklcie und 26 Pfund Heu, welches von der Württem
bergischen Alp stammt; sämmtliche Thiere zeigen einen vorzüglichen Er
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.