Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gesundheits-Polizei.
177
zur wenigstens theilweisen Hebung der vorbezeichneten Uebelstände Bedacht
genommen werden. Durch die Anlage eines mit einer wasserdichten Unter
lage zu versehenden Lagerplatzes oder durch die Errichtung eines Schuppens
würde immerhin Manches zu erreichen sein; eine gründlichere Beseitigung
derselben steht aber nur dann zu erwarten, wenn dtirch Vergrößerung der
jetzt vorhandenen Gebäude die Möglichkeit zu einer schnelleren Verarbei
tung der in Rede stehenden thierischen Produkte gewährt wird.
Zn diesem Sinne wurde dem Herrn Minister des Innern unter dem
28. Zuli 1886 zur Sache Vortrag gehalten und verschiedene Gesuche um
vollständige Verlegung der Abdeckerei zugleich abgelehnt, weil jene zur Zeit
unausführbar ist. Nach längeren Vorverhandlungen ordneten die zustän
digen Herren Minister eine Besichtigung der Anlage durch ihre eigenen und
Vertreter der sonst betheiligten Behörden und demnächstige Berathung über
die Verbesserungsvorschläge an.
Am 23. Mai 1887 kamen die Koinmissarien nach eingehender Prüfung
der Verhältnisse an Ort und Stelle zu dem Ergebniß, daß eine Gesund
heitsschädigung der Umwohnenden durch die Zersetzungs- und anderwei
tigen Gase aus der Abdeckerei nicht zu besorgen sei, da die Anlage voll
ständig im freien Felde fern von menschlichen Wohnungen zur Zeit noch
belegen sei; auch eine Znfizirung des Grundwassers durch die in den
Boden eindringende Zauche von Kadavern erscheine ausgeschlossen.
Die von der Kommission zur Behebung der Uebelstände auf dem Grund
stücke und der daraus hervorgehenden Belästigungen der Umwohner vor
geschlagenen Maßregeln sind bis dahin noch in der weiteren Vorberathung,
interessiren hier auch nicht unmittelbar.
Vorläufig wird dafür Sorge getragen, daß eine Häufung von Kada
vern auf dem Hofe der Abdeckerei thunlichst vermieden und die Zauche
ordnungsmäßig aus den vorhandenen cementirten Gruben rechtzeitig abge
fahren wird.
2. Milch.
Die seit 1884 (Bericht 4 S. 260) in Vorbereitung begriffene Polizei-
Verordnung über den Verkehr mit Milch führte bis zu ihrem endlichen
Zustandekommen bezüglich des Inhaltes wie der Form zu einem lebhaften
Meinungsaustausch zwischen dem Polizei-Präsidium und dem Magistrat.
Insbesondere waren die Bcstiinmungcn über die Höhe des Fettgehaltes der
einzelnen Milchsorten, die Zahlen für das spezifische Gewicht und die im
Verkehr zuzulassenden Milchsorten, sowie diejenigen Bestimmungen, welche
den Kleinhandel mit Milch durch Abschließung des Verkausslokales gegen
die Wohnräume belasten, Gegenstand der Erörterung. Nach länger als
dreijährigen Vorarbeiten und Berathungen, bei welchen die in Breslau,
12
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.