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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Sechster Abschnitt. Nahrungs- und Genußmittel. Gebrauchs-Gegenstände

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
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4. Lösungen von schwefliger Säure mit Boraxlösung versetzt. 
Was die Anwendung dieser Präparate anlangt, so wird für Hackfleisch 
fast allgemein 15 Gramnr auf 5 Kilo Fleisch als Zusatz vorgeschrieben. 
Es kommt somit auf 1 Kilo Fleisch circa 3 Gramm. In einen: Viertel 
Pfund Fleisch würden ungefähr 0,375 Grämn: der Massen enthalten sein. 
Es beträgt nun der Gehalt an schwefliger Säure in den Präparaten, 
soweit quantitative Bestimmungen stattfanden, höchstens 7%, meist nur 
3 bis 5°/o. Es würden somit in l / i Pfund Fleisch höchstens 0,026 Gramm 
schweflige Säure enthalten sein. Daß schweflige Säure für solche Zwecke 
ein vorzügliches Antiseptikum beziehungsweise Bakteriengift ist, ist bekannt. 
Innerhalb der Waare geht dieselbe in Schwefelsäure über. Diese letztere 
würde nie als freie Säure vorhanden sein, soi:dern von den Nährsalzen 
des Fleisches eine äquivalente Menge der schwächeren Säuren, insbesondere 
Phosphorsäure abscheiden. Die so frei werdende Phosphorsäure würde in der 
angegebenen Menge sicherlich unschädlich, eher sogar verdauungsfördernd sein. 
Eine stärkere Anwendung der schwefligen Säure beziehungsweise ihrer 
Salze verbietet sich nahezu von selbst, da schweflige Säure auch in starker 
Verdiinnung schlecht schmeckt und so der Geschmack die zulässige und auch 
als praktisch bewährte Zusatzinenge der Säure selbst regelt. Ich halte 
daher die Verwendung dieser Präparate nicht für bedenklich. 
Der Gehalt an Borsäure beziehungsweise Borax ist sicherlich nach den 
gegenwärtigen Anschauungen über die Wirksamkeit der Borsäure unschädlich. 
Die festen Präparate sind nichts als Mischungen von Borsäure oder 
Borax mit Kalimn- oder Natrium-Nitrat, sowie Kochsalz oder Chlorkaliun:. 
Es si>:d dies einfache Pökelsalzmischungen, in denen insbesondere der Bor 
säure die farbcrhaltende Kraft zugeschrieben wird. Die Verwendung dieser 
Salze ist sanitär indifferent." 
Mit Rücksicht auf dieses Gutachten sah das Polizei-Präsidium von 
einem Verbot jener Mittel ab, so lange nicht stärkere Zusätze, als die ange 
gebenen in den Fleischpräparaten festgestellt werden sollten. Durch weitere 
Prüfungen konnte in dieser Richtung nichts ermittelt werden. 
Wegen Verkaufes von verdorbenem Fleisch und verdorbener Wurst 
mußte wiederholt strafrechtlich eingeschritten werden. Im Ganzen wurden 
im Berichtszeiträume aus diesen: Grunde 4 Strafanzeigen erstattet, welche 
zu zwei Verurtheilungen von 20 bis 30 Mark eventuell 4 resp. 6 Tagen 
Haft führten. 
Auf dem Central-Viehhofe hat die Schmelzküche insofern einen größeren 
Betrieb erhalten, als der Magistrat nach längeren Erörterungen dem An 
trage der hiesigen Viehkommissionäre, daß die von: hiesigen Viehhofe in die 
Umgegend von Berlin lebend verkauften Schweine, wenn dieselben bei der
	        
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