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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Dritter Abschnitt. Gesundheitsverhältnisse

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
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und nur ausnahmsweise läßt sich bei den zahlreichen Beschlagnahmen der 
artiger, oft bedeutend krankhaft verändeter Organe, besonders der Lungen 
und Lebern, der Beweis der stattgehabten Untersuchung führen. Es dürften 
daher nicht selten solche Theile ohne vorangegangene Untersuchung feil 
geboten werden. Namentlich häufig aber dürfte unbesichtigtes Fleisch dadllrch 
in den Handel gebracht werden, daß Besitzer von Gastmirthschaften, Restau 
rationen und dergl. das angeblich zu eigenem Gebrauche von auswärts 
bezogene Fleisch weiter verkaufen. Erst wenn die Untersuchung auf alles 
von auswärts eingeführte Fleisch ausgedehnt wird, kann diesem üblen 
Treiben wirksam gesteuert werden. 
Zm Jahre 1887 fand abgesehen von dein Inkrafttreten des mehrfach 
gedachten Regulatives keine wichtige Aenderung in der Ausführung 
der Fleischuntersuchung statt; nur erhielt der Ministerial - Erlaß vom 
27. Juni 1885 betreffend Tuberkulose bei Schlachtthieren (4. Bericht 
S. 235) durch einen weiteren Erlaß vom 15. September 1887 (Ministerial- 
Blatt für die innere Verwaltung S. 204) eine Ergänzung; außerdem 
wurde die Abstempelung des untersuchten Fleisches etwas modifizirt, die 
Fleischschau selbst aber auch auf diejenigen Unternehmungen ausgedehnt, 
ivclche außerhalb der Markthallen Fleischversteigcrungcn in kleinen Mengen 
(bis 1 kg) veranstalten. Ebenso sind die Sonntags- und Frühmärkte, 
welche in der Regel für das weniger bemittelte Publikum bestimmte Waaren 
geringerer Art bereit stellen und früher nur hin und wieder kontrolirt 
werden konnten, nunmehr einer regelmäßigen Ueberwachung unterworfen. 
Bei diesen Untersuchungen wurden häufiger als sonst Beschlagnahmen von 
größeren Mengen Wildpret und Geflügel (Rennthierfleisch und russische 
Gänse, in Sumpfeis verpackt), sowie von verdorbenen Fischen, besonders 
grünen Heringen, nothwendig. 
Im Jahre 1888 ordnete das Kuratorium des Centralviehhofes an, 
daß Rippespere 2 Stempel auf der Innenseite erhalten sollte, weil ein 
Stempel bei der Zerlegung und weiteren Verarbeitung der Brustwand 
häufig ohne Schuld des Schlächters vernichtet wird. 
Mit Rücksicht darauf, daß, wie bereits ermähnt, als Lieblingssitz der 
Rinderfinne der innere Kaumuskel ermittelt worden war, wird seit dem 
Jahre l 888 bei jedem geschlachteten Rinde dieser Muskel durch Einschneiden 
besonders geprüft. Bis zum Erlasse besonderer anderweiter Vorschriften 
werden Fleisch und Eingeweide (außer Leber und Talg) aller sinnigen 
Rinder, selbst wenn nur eine einzige Finne gefunden worden ist, der Ab 
deckerei zur gewerblichen Ausnutzung übergeben. 
Das Feilhalten sogenannter Hamburger Lebern behufs Verarbeitung 
zur Wurst rc. wurde, da es sich zwar um bereits für die Fabrikation von
	        
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