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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Sechster Abschnitt. Nahrungs- und Genußmittel. Gebrauchs-Gegenstände

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

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Gesundheits - Polizei. 
suchung kein Unterschied zwischen dem Körper der Rinder- und Schweine 
finne — häufig jedoch — vorzugsweise bei thcilweise oder ganz abgestorbenen 
Finnen ist die Cyste der Rinderfinne erheblich größer und die Wand be 
deutend mehr verdickt gefunden worden, als dies bei Schweinen hier jemals 
beobachtet worden ist. 
Bezüglich der Größe des Körpers lebender Finnen haben die hiesigen 
Beobachtungen ergeben, daß die beiden Schlachtthiergattungen Finnen von 
der Größe eines Hirsekornes bis zu der einer Erbse vorkommen. Allerdings 
ist Letzteres bei Rindern naturgemäß häufiger der Fall, weil dieselben noch 
in einem Alter von 12 Zähren und darüber geschlachtet werden, die einge 
wanderten Finnen also unter Umständen Gelegenheit zu einer viel voll 
ständigeren Entwickelung haben als in dem Körper der Schweine, welche 
durchschnittlich nur ein Alter von 9 bis 18 Monaten erreichen. Die zu 
Grunde gegangenen, abgestorbenen Rinderfinnen ließen, soweit die hier ge 
inachten Beobachtungen reichen, mikroskopisch folgende Abstufung erkennen: 
Trübung und Verdickung der Cyste, Trübung der in der Cyste befindlichen 
Flüssigkeit, allmälige Cindicknng derselben durch Ablagerung von Kalksalzen, 
Trübung und gelblich-graue Färbung des ursprünglich weißen, glänzenden 
Finnenkörpers. Zn späteren Stadien war die Cyste mit dem Inhalt, 
welcher nunmehr eine bröckliche, mörtelartige Masse von gelblicher bisweilen 
auch grüner Farbe darstellte, fest verwachsen. Die Muskulatur von zwei 
der zurückgewiesenen Rinder war voin Kopf bis zu den Schweifinuskeln 
mit theils rundlichen, theils abgeplatteten hirsekorngroßen, grünen Körpern, 
welche aus einer kalkartigen Masse zu bestehen schienen und von einer feinen 
Haut umgeben waren, wie gesäet. Da etwas derartiges noch nicht gesehen 
worden war, so wurden Herr Geheimrath Virchow und Leukart unter 
Zustellung einer Probe des Fleisches um Aufklärung dieser Erscheinung 
gebeten. Beide Herren erklärten die betreffenden Gebilde für unter 
gegangene Finnen. 
Obgleich mehrmals nur scheinbar oder wirklich abgestorbene Finnen ge 
funden waren, so konnte dennoch nicht die Freigabe des bezüglichen Fleisches 
erfolgen, weil wiederholt in anderen Fällen die Untersuchung neben den ab 
gestorbenen das Vorhandensein lebender Finnen ergeben hatte, und ein 
gleiches Verhältniß in keinem der erwähnten Fälle ausgeschlossen war. Da 
ferner die umfangreichen Muskelinasien der Rinder eine so zuverlässige 
Untersuchung wie sic bei Schweinen ausführbar ist, nicht gestatten, so ist 
es auch nicht möglich, wie bei den Letzteren das Fleisch für den Konsum 
freizugeben, wenn zunächst nur eine Finne gefunden wird. 
Zur Ermittelung der Finnen in den Kaumuskeln werden in die letzteren 
Parallelschnitte mit der Innen- resp. Außenfläche des Unterkiefers angelegt.
	        
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