Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

168
Gesundheits - Polizei.
suchung kein Unterschied zwischen dem Körper der Rinder- und Schweine
finne — häufig jedoch — vorzugsweise bei thcilweise oder ganz abgestorbenen
Finnen ist die Cyste der Rinderfinne erheblich größer und die Wand be
deutend mehr verdickt gefunden worden, als dies bei Schweinen hier jemals
beobachtet worden ist.
Bezüglich der Größe des Körpers lebender Finnen haben die hiesigen
Beobachtungen ergeben, daß die beiden Schlachtthiergattungen Finnen von
der Größe eines Hirsekornes bis zu der einer Erbse vorkommen. Allerdings
ist Letzteres bei Rindern naturgemäß häufiger der Fall, weil dieselben noch
in einem Alter von 12 Zähren und darüber geschlachtet werden, die einge
wanderten Finnen also unter Umständen Gelegenheit zu einer viel voll
ständigeren Entwickelung haben als in dem Körper der Schweine, welche
durchschnittlich nur ein Alter von 9 bis 18 Monaten erreichen. Die zu
Grunde gegangenen, abgestorbenen Rinderfinnen ließen, soweit die hier ge
inachten Beobachtungen reichen, mikroskopisch folgende Abstufung erkennen:
Trübung und Verdickung der Cyste, Trübung der in der Cyste befindlichen
Flüssigkeit, allmälige Cindicknng derselben durch Ablagerung von Kalksalzen,
Trübung und gelblich-graue Färbung des ursprünglich weißen, glänzenden
Finnenkörpers. Zn späteren Stadien war die Cyste mit dem Inhalt,
welcher nunmehr eine bröckliche, mörtelartige Masse von gelblicher bisweilen
auch grüner Farbe darstellte, fest verwachsen. Die Muskulatur von zwei
der zurückgewiesenen Rinder war voin Kopf bis zu den Schweifinuskeln
mit theils rundlichen, theils abgeplatteten hirsekorngroßen, grünen Körpern,
welche aus einer kalkartigen Masse zu bestehen schienen und von einer feinen
Haut umgeben waren, wie gesäet. Da etwas derartiges noch nicht gesehen
worden war, so wurden Herr Geheimrath Virchow und Leukart unter
Zustellung einer Probe des Fleisches um Aufklärung dieser Erscheinung
gebeten. Beide Herren erklärten die betreffenden Gebilde für unter
gegangene Finnen.
Obgleich mehrmals nur scheinbar oder wirklich abgestorbene Finnen ge
funden waren, so konnte dennoch nicht die Freigabe des bezüglichen Fleisches
erfolgen, weil wiederholt in anderen Fällen die Untersuchung neben den ab
gestorbenen das Vorhandensein lebender Finnen ergeben hatte, und ein
gleiches Verhältniß in keinem der erwähnten Fälle ausgeschlossen war. Da
ferner die umfangreichen Muskelinasien der Rinder eine so zuverlässige
Untersuchung wie sic bei Schweinen ausführbar ist, nicht gestatten, so ist
es auch nicht möglich, wie bei den Letzteren das Fleisch für den Konsum
freizugeben, wenn zunächst nur eine Finne gefunden wird.
Zur Ermittelung der Finnen in den Kaumuskeln werden in die letzteren
Parallelschnitte mit der Innen- resp. Außenfläche des Unterkiefers angelegt.
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