Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

154
Gesundheits -Polizei.
Die Ueberwachung des Verkehrs mit Nahrungsmitteln
hat seit Eröffnung der Markthallen und Inkrafttreten des Orts-Statutes
betreffend die Kontrole des von auswärts eingeführten Fleisches eine wesentliche
Erweiterung und Förderung erfahren. Sonstige Aenderungen in der Aus
führung der Ueberwachung, wie dieselbe in den früheren Berichten geschildert
worden ist, sind nicht eingetreten, abgesehen davon, daß die Zahl der
entnommenen Proben für einzelne Gegenstände nach dem Ausfall der
chemischen rc. Prüfungen zeitgemäß vermehrt oder verinindert worden ist;
insbesondere sind die zum Ausschank gebrachten echten Biere und die von
sogenannten Bier-Verlegern in den Verkehr gebrachten Flaschenbiere unaus
gesetzt überwacht worden, (vergl. Ziff. 4 dieses Abschnittes.)
Der Ankauf von gewöhnlichen Spirituosen (Nordhäuser Korn und
Kutscherkümmel) sowie von Eiernudeln unterblieb auf Grund der günstigen
Ergebnisse der chemischen Untersuchungen seit dem 1. Januar 1886 wieder;
ebenso sielen vom 1. März 1888 fort: Zuckerstguren und Himbeersaft in
kleinen Flaschen.
Die chemischen und mikroskopischen Untersuchungen wurden wie bisher
durch den vereideten Chemiker Dr. Bischofs, die thierärztlichen Prüfungen
auf dem Zentral-Vieh- und Schlachthof sowie in den Untersuchungsstationen
für das von auswärts eingebrachte Fleisch von städtischen Thierärzten, in
den Markthallen, auf den noch bestehenden Märkten durch Staatsthierärzte
sowie durch die Beamten der Marktpolizei bewirkt.
Zm Februar 1886 setzte sich das Polizei-Präsidium init dem Magistrat
zu Breslau über die dort seit Zähren bestehende Einrichlung einer öffent
lichen Anstalt zur Untersuchung von Nahrungs- und Genußmitteln zu dem
Zwecke in Verbindung, um auf Grund der dort gemachten praktischen Er
fahrungen eventuell die hiesigen Gemeindebehörden zur Schaffung einer
derartigen Einrichtung von Neuem anzuregen. Während der bezüglichen
Vorarbeiten brachte der Verein zur Wahrung der Interessen der chemischen
Industrie Deutschlands unter dem 10. April einen daraus hinzielenden Antrag
an den hiesigen Magistrat und gab davon dem Herrn Minister des Innern,
dem Herrn Polizei-Präsidenten, sowie den Aeltesten der Kaufmannschaft
Kenntniß.
Der Magistrat setzte sich, um staatliche Anstalten für die Nahrungs
mittel-Untersuchung dienstbar zu machen, mit dem Herrn Kultusminister
in Verbindung, welchem diesseits der zur Sache erforderte Bericht unter
dem 3. Dezember 1886 erstattet wurde; seither ruht die Angelegenheit.
Nach Ansicht des Berichterstatters ist eine öffentliche Untersuchungsanstalt
für Nahrungs- rc. Mittel (§ 17 des Reichs-Gesetzes vom 14. Mai 1879)
für die deutsche Reichs-Hauptstadt ein unbestreitbares Bedürfniß.
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