Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gesundheits - Polizei.
153
schehen, unterblieb aber in Folge eines Ministerial-Erlasses vom 30. No
vember 1885 bis zum Inkrafttreten des vorstehend erwähnten Ergänzungs
gesetzes; gegen das früher von dem Polizei-Präsidium beliebte Verfahren
der Einziehung der Kosten für entnommene Proben im Falle einer rechts
kräftig gewordenen Verurtheilung sind niemals Anstände laut geworden.
Die Ausführung der ersterwähnten drei Gesetze wird bei den bezüg
lichen Unterabtheilungen, ebenso wie der Erlaß der Polizei-Verordnung
vom 7. Juli 1887 über den Verkehr mit Milch, und des Regleinents, be
treffend die Untersuchung des von auswärts eingeführten Fleisches an ent
sprechenden Stellen besprochen werden.
Zu erwähnen bleibt hier nur noch, daß am 5. Mai 1886 die im
4. Bericht S. 227 näher bezeichneten Markthallen dem Verkehr bei gleich
zeitiger Schließung der ebendort erwähnten Wochenmärkte überwiesen
worden sind. Im Berichtszeitraum hat die Stadt Berlin nach gleichen
Grundsätzen (f. a. a. O.) vier weitere Markthallen erbaut und im Zahre
1888 eröffnet:
1. Markthalle VI zwischen Acker- und Znvalidenstraße. Die Wochen
märkte am Teutoburger, Arkona- und Gartenplatz kamen damit in
Wegfall.
2. Markthalle VIII zwischen Andreasstraße und Grüner Weg am 1. Mai
bei gleichzeitiger Schließung der Wochenmärktc auf dein Andreas
und Büschings-Platz;
3. Markthalle VII zwischen Bukowerstraße und Louisen-Ufer am 23. Mai
unter gleichzeitiger Schließung der Wochenmärkte auf dein Oranien-
und Lausitzer Platz, wie an der Franzstraße;
4. Markthalle V auf dem Magdeburger-Platz am 21. November mit
Schließung des gleichbelegenen Wochenmarktes.
Gegen letztere Anlage wurde in gesundheilspolizeilicher Beziehung von
den Anwohnern des Magdeburger Platzes Einwand erhoben, aber auf
Gruird eines Gutachtens der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinal-
Wesen von den zuständigen Herren Ministern als unbegründet zurückgewiesen.
Die in den Markthallen feilgebotenen Nahrungsinittel werden in der
selben Weise, wie früher auf den offenen Märkten, nur mit größerer Leichtig
keit und Sicherheit des Erfolges, der Beaufsichtigung durch Thierärzte und
Marktpolizeibeamte unterzogen. In jeder Markthalle befindet sich abge
sehen von den städtischen Aufsichts- und Ordnungsbeamten eine Polizei-
Wachtstube und ein Zimmer für die Veterinär-Polizei; hier findet auch
die mikroskopische Fleischschau statt.
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.