Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

148
Gesundheits - Polizei.
Regierung zu Potsdam die Entnahme von 2 cbm Wasser für die Sekunde
aus dem Müggelsee genehmigt. Ganz unerwartete Schivierigkeiten stellten
sich der Ausführung des Werkes schon im Beginn insofern entgegen, als
die Erwerbung des Baugrundes für die Anlage von den Landbesitzern
zwischen Müggelsee und Lichtenberg nur im Wege der Enteignung mög-
lich wurde.
Die Grundzüge aus dem Gill'scheu Entwurf hier mitzutheilen, er
scheint angemessen.
Die Gesammt-Leistungsfähigkeit der städtischen Wasserwerke einschließlich
der Anlage Tegel-Charlottenburg betrug im Jahre 1887 täglich 146 400
cdm; im Jahre 1886 sind täglich 124 800 cbm verbraucht worden; durch
Zunahme der Bevölkerung bis 1891 würden nach Berechnung etwa 22150
cdm täglich in den Jahren 1887 bis 1891 mehr erforderlich werden. Es
würde also der Verbrauch der Stadt an Wasser im Jahre 1891 das
Leistungsvermögen der sämmtlichen städtischen Wasserwerke fast erreicht
haben und mit dem Jahre 1892 ein Defizit von 4603 cbm täglich zu
erwarten sein. Da eine weitere Wasser-Entnahme aus dem Havelgebiet
ausgeschlossen ist, das Spreegebiet aber ohne Nachtheil für die Schifffahrt
eine noch weitere Inanspruchnahme zuläßt, weil die Ergiebigkeit der Spree
doppelt so groß ist, als diejenige der Havel, so trat man der Wasser-Ent
nahme aus dem Flußgebiet der Oberspree näher. Eine Vergrößerung der
Wasserversorgungs-Anlage vor dem Stralauer Thor, deren Schöpfstelle, wie
bekannt, wiederholt Bedenken erregt hat, war selbstredend nicht möglich, im
Gegentheil darauf Bedacht zu nehmen, wenn möglich Ersatz für jene zu
schaffen. Unter den bestehenden Verhältnissen und init Rücksicht auf die
Zukunft mußte dabei die Schöpfstelle an der Oberspree mindestens bis zuni
Müggelsee verlegt werden, um eine Verunreinigung des Wassers durch Ab
wässer von neuen Fabrikanlagen thunlichst zu vermeiden.
Die günstigste Lage für die Schöpf-, Filter- und Förderwerke, sowohl
mit Bezug auf die Ableitung nach der Vertheilungsstation, als auch für
die Entnahme aus dem See, ist das Nordufer ungefähr 1500 m oberhalb
Friedrichshagen, weil an der dortigen Einbuchtung das tiefe Wasser diesem
Ufer am nächsten liegt und das Flachland des Ufers in einer genügenden
Höhe über Fluthhöhe des Sees liegt, um eine ökonomische Bebauung und
Entwässerung der Anlagen zu bewirken. Ferner ist diese Lage deshalb
günstig, weil von dieser Stelle bis zum östlichen Ende des Sees und hinaus
in die Ebene, mindestens 3000 m vom Ufer landeinwärts. Königliche Forst
liegt, deren Erhaltung im Wege der Vereinbarung mit den Königlichen
Behörden oder durch Ankauf zu sichern sein würde, um das Wasser für die
Hauptstadt gegen Verunreinigungen thunlichst zu bewahren. Die Leitung
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