Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gesundheits - Polizei. 141
des Grabens nach den bisherigen Erfahrungen einen nennenswerthen Er
folg nicht erzielt hätten.
Im Nordosten und Osten der Stadt haben zwei Ableitungsgräben zu
vielfachen Beschwerden seitens der Anwohner der Greifswalderstraße und
der Frankfurter Allee Veranlassung gegeben.
Die Gemeinde Weißensee ließ in die zu beiden Seiten der von dort
durch die Greifswalderstraße nach Berlin führenden Chaussee befindlichen
Seitengräben alle Abwässer ohne Unterschied fließen, sodaß jene Gräben
auf Berliner Gemarkung versumpften und für die Anwohner jener Straße
durch namentlich zur Sommerzeit sehr unangenehme Ausdünstungen zu argen
Belästigungen führten. Obwohl seit 1886 Verhandlungen über die Ab
stellungen dieser Unzuträglichkeiten, welche auch im gesundheitlichen Interesse
der Anwohner nicht unbedenklich sind, schweben, ist doch eine Regelung der
Sache bisher nicht erreicht worden.
In der gleichen Weise wurden die Anwohner der Frankfurter Allee
durch Effluvien der Gemeinden Friedrichsberg und Boxhagen, welche durch
den sogenannten Ostwaldgraben entwässern und die ihnen zustehende Vor-
fluth unrechtmäßiger Weise auch für Schmutzstoffe in Anspruch nehmen, be
lästigt bezw. gefährdet.
Der Ostwald- oder neuerdings Oswaldgraben benannte Wasserlauf
kommt von der Lichtenbcrger Gemarkung her in zwei Armen, welche sich
auf Berliner Gebiet östlich von der Proskauerstraße vereinigen, geht zum
nördlichen Chausseegraben der Frankfurter Allee, unter welcher er durch
geführt ist und verläuft von dort weiter durch die Kolonie Friedrichsberg
und einen Theil des Ortes Rummelsburg zum dortigen See; wird derselbe
nicht gehörig geräumt, so stauen die Schmutzstoffe in dem südlichen Chaussee
graben an der Frankfurter Allee und geben dadurch zu jenen Mißständen
Veranlassung, welche Gegenstand häufiger Beschwerden iin Berichtszeiträume
geworden sind.
Die Verhandlungen behufs Beseitigung der für die Anwohner er
wachsenden Nachtheile haben auch noch zu keinem dauernden Erfolg ge
führt; in beiden Fällen dürfte ein Anschluß der betreffenden Ab
leitungen an die Berliner Kanalisation, welche in Aussicht genommen ist,
die Uebelstände beseitigen; die zuletzt berührten Verhältnisse werden bei dein
Bau des 12. Radialsystems Berücksichtigung finden.
Weiter auf diese beiden Gräben einzugehen, erscheint um so weniger
angezeigt, als dieselben größtentheils dem Regierungsbezirk Potsdam an
gehören, bezw. von dortigen Bewohnern verunreinigt oder im Abfluß ge
hindert werden.
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.