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Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

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Gesundheits-Polizei. 
die im Stadttheil Gesundbrunnen und im Regierungsbezirke Potsdam be 
logenen Gerbereien rc. ist bis dahin nicht zur Durchführung gelangt, weil 
es iminer noch an genügenden Erfahrungen über die zuverlässige Wirk 
samkeit desselben und über die Kosten des Betriebes mangelte. 
Die Zuschüttung des südlichen Pankearmes (4. Bericht S. 200) regte 
das Polizei-Präsidium unter dem 24. Februar 1888 bei dem Magistrat 
wiederum an und wies dabei darauf hin, daß nach einem schon unter dem 
19. Februar 1875 erstatteten sachverständigen Gutachten der in den Nord 
hafen mündende Flußarm selbst für Hochwasser die erforderliche Vorfluth 
zu gewähren im Stande sei oder doch leicht in den Stand dazu gesetzt 
werden könne. Daß diese Angabe zutrifft, gab der Magistrat zwar zu, 
hielt aber die Beibehaltung des südlichen Pankearmes als eines Reserve 
kanales bei starkem Hochwasser, sowie zur Aufnahme der großen Mengen 
von Kondensationswasser aus industriellen Anlagen rc. für erforderlich. 
Gleichzeitig überreichte derselbe iin August 1888 ein vollständig aus 
gearbeitetes Projekt zur Kanalisirung des südlichen Pankearmes. Ein 
1,5 m hoher eiförmiger Kanal sollte sich an den schon bei der geologischen 
Landesanstalt in der Znvalidenstraße vorhandenen Bau anschließen. Damit 
ist die Zuschüttung des südlichen Pankearmes aufgegeben. 
Ueber den Grenz- oder Fenngraben ist Neues nicht mitzutheilen. 
Der Nixdorfer Wiesengraben 
ist zwar im Gebiete der Köllnischen Wiesen gerade gelegt und erweitert, 
führt aber, wie eine mit anderen Vertretern des Herrn Polizei-Präsidenten 
voin Berichterstatter vorgenommene Begehung bis Rixdorf hinaus ergab, 
noch ebenso viel Schmutzstoffe, wie in früheren Zähren dem Landwehr 
kanal zu. 
Die Verunreinigung des Wiesengrabens erfolgt hauptsächlich durch drei, 
die Rixdorfer Feldmark durchfließende, in den Graben einmündende schmale 
Seitengräben, von denen der eine die Abwässer der Schloßbrauerei zu 
Rixdorf, der zweite die Abwässer der Vereinsbrauerei daselbst, der dritte 
die Abwässer einer Gerberei in den Wiesengraben leitet. Die an der 
Mündung der Seitengräben angelegten Senkgruben beziehungsweise 
Schlammfänge haben die Zuführung der Schmutzwässer nicht verhindert 
und sind ohne praktische Bedeutung. Der mitanwesende Amtsvorsteher 
von Rixdorf erkannte die Uebelstände in vollem Umfange als vorhanden 
an und war in Uebereinstimmung mit den Vertretern des Polizei-Präsidenten 
der Ansicht, daß nur mit Einführung einer Schwemm-Kanalisation in 
Rixdorf diese Mißstände von Grund aus beseitigt werden könnten, da 
wiederholt und gründlich vorgenommene Auskrautungen und Desinfizirung
        
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