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Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gssundhcits-Polizei. 
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Sowohl den weiblichen als auch den männlichen Familienhäuptern 
wird nach Erledigung der Hausarbeit gestattet, sich um ein Unterkommen 
zu bemühen, und erhalten dieselben zu diesem Zwecke so häufig Erlaubniß 
zum Ausgang, als cs für erforderlich erachtet wird. 
Die Verpflegungssätze im städtischen Obdach für obdachlose Familien 
sind folgende: 
a. für erwachsene Personen und Kinder über 6 Zähren... . 0,57 M. 
b. für Kinder über 6 Jahre 0,29 „ 
c. für Mutter mit Säugling 1,09 „ 
d. für Kranke (Selbstkosten) 1,62 „ 
e. „ „ (den Armenverbänden gegenüber) 1,00 „ 
Der Aufenthalt im Familien-Obdach soll in der Regel 8 Tage nicht 
übersteigen, während welcher Zeit die Aufgenommenen die Beschaffung einer 
Wohnung nachzuweisen verpflichtet sind. Die erste Miethsrate, sofern sie 
den Betrag von 15 Mark nicht übersteigt, wird von der Jnspection be 
willigt; die Gewährung höherer Beträge und die Anträge wegen Auslösung 
zurückbehaltener Mobilien rc. unterliegen der Genehmigung der Armen 
direktion, Abtheilung für die Verwaltung des Arbeitshauses und des 
städtischen Obdaches. 
Das städtische Obdach für nächtliche Obdachlose wurde in der Zeit vom 
1. October 1887 bis 31. März 1888 von 
125 265 Männern, 
5 075 Frauen, 
112 Kindern, 
in Summa von 130 452 Personen besucht. 
Dagegen ist vom 1. April 1887 bis 30. September 1887: 
30 398 Männern, 
3 113 Frauen, 
175 Kindern, 
in Summa 33,686 Personen 
Obdach gewährt morden, also vom 1. October 1887 bis 31. März 1888 
mehr 96 766 Personen. 
Das Gebäude des städtischen Obdaches für nächtlich Obdachlose liegt 
hinter dem Vordergebäude für obdachlose Familien und ist in Barrackenforin 
errichtet. Ein Heller, luftiger Corridor durchzieht der Länge nach das 
Gebäude. Auf diesem Corridor münden zu beiden Seiten je 10 Schlafsäle. 
Jeder Schlafsaal faßt 60 bis 70 Personen und ist mit ebensoviel hölzernen 
Lagerpritschen ausgestattet; desgleichen befindet sich an jedem Ende eines 
Saales eine Wascheinrichtung für je 3 Personen. 
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