Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

92
Gesundheits-Polizei.
vollem Erfolg verimpft, die 7 bezw. 14 Tage ohne Lichtschutz in der Kälte
bis zu 1300. frei ausgelegt war, wobei die mittlere Tagestemperatur ein
mal nur—10,2 °C. betrug. In einem andern Falle sank die Temperatur
sogar bis zu 15"6., ohne Einfluß auf die in Röhrchen frei ausgelegte
Lymphe zu üben.
Ferner haben mehrfache Versuche die Grundlosigkeit der früher von
Gegnern Zenner's erhobencnen Behauptung „... Impf- und anderweitige
Narben seien gegen die Impfung unempfänglich...", erwiesen.
Thier-Versuche über die Fortpflanzung der Tuberkulose beim
Impfen, sowie über die Ansteckungsfähigkeit des Vanselow'schen Mi
cro coccus der Impetigo contagiosa blieben erfolglos.
Ebenso konnte durch entsprechende Versuche die Empfänglichkeit
der Schafe für die Vaccine nicht erwiesen werden.
Auch die Versuche, etwaige Bakterien als Entzündungserreger in den
um die Pocken befindlichen rothen Höfen zu finden, fielen fruchtlos aus.
Endlich ist es trotz zahlreicher Versuche noch nicht gelungen, einen Mikro
organismus der Vaccine zu isoliren und zu züchten; insbesondere hatten
Versuche auf Isolirung etwaiger anaerober Mikroben keinen Erfolg.
Ueberwachung der Prostitution.— Zanitiitspolireiliche Maßregeln
gegen Syphilis.
Mit dem 1. April 1886 wurde die Abtheilung für Sitten-Polizei
im sicherheitspolizeilichen Interesse dem Leiter der 4. (Kriminal-) Abthei
lung unterstellt. Damit gleichzeitig traten nach den eingehendsten Erwä
gungen, welche schon seit Anfang 1885 stattgefunden hatten, mehrfache Aen
derungen der im ersten Bericht Seite 199 geschilderten Maßnahmen zur
Ueberwachung und Beschränkung der Prostitution ein. Dazu gehören ins
besondere eine noch sorgfältigere Prüfung der Vorfragen als bisher, bevor
eine der Prostitution verdächtige Person unter Sittenkontrole gestellt wird;
letztere darf anstandslos nur stattfinden, wenn eine Person erwiesenermaßen
oder geständlich aus dem Betriebe der Unzucht eine Erwerbsquelle macht;
in allen andern Füllen ist zunächst die Rückführung der Gefallenen zu einem
ordentlichen Lebenswandel durch Benehmen mit den Eltern, Vormund, Un
terbringung in einer Zufluchtsstätte u. s. w. zu versuchen.
Dementsprechend soll die Entlassung aus der Kontrole möglichst er
leichtert werden, sobald ausreichender Grund zu der Annahme vorliegt, daß
eine Person der Prostitution den Rücken gekehrt hat.
Zur Sicherung des anständigen Publikums in den Straßen trat eine
noch größere Beschränkung derjenigen Straßen ein, welche von Prostituirten
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