Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gesundheits-Polizei.
89
Mischungen des von mehreren Kälbern gewonnenen Impfstoffes fanden im
Jahre 3 887 zweimal von je 2 Kälbern, im Jahre 1888 in neun Fällen
von je 3 bis 7 Kälbern statt, zeigten indessen keine größere Haftbarkeit als
der von nur je einem Kalbe entnonnnene Impfstoff.
Der gehörig verriebene Impfstoff wurde Anfangs sogleich in die zum
Versandt bestimmten Gläser, später — im Sommer 1888 — als die Be
stellungen in hohem Maße zunahmen, in sterilisirte Erlenmeycr'sche Kölbchen
von 300 bis 350 Gramm gefüllt, welche mit Wattepfropf und Gummi
kappe versehen und bis zur Umfüllung zum Versande im Eisschranke ver
blieben.
Die Versendung erfolgte seit 3887 nur ausnahmsweise in Kapil
laren, wie im 4. Generalberichte auf Seite 135 und 136 beschrieben, meist
in kleinen sterilisirten Fläschchen von 50, 80, 100, 120 und 150 Zenti
gramm Inhalt. Dieselben kommen in kleinen Holzröhrchen mit oberem und
unterem Wattcverschluß in Briefen zur Versendung mit der für das Deutsche
Reich durch den Ministerialerlaß vom 34. November 1887 empfohlenen Ge
brauchsanweisung, mit welcher ein kurzer Fragebogen über den Erfolg der
Impfung verbunden wird. (Anlage IV.)
Die Verpackung rc. war derartig gewühlt, daß eine Sendung bis zu
100 Portionen nur einfaches Porto kostete.
Die Anstalt erzeugte, wie aus der auf Seite 229 befindlichen Tabelle
hervorgeht, stets mehr Impfstoff, als sie abzugeben nöthig hatte; der Rest
wurde zu Versuchen, bezw. zur Impfung der Kälber benutzt. Gleichwohl
schloß sich die Anstalt mit Genehmigung des Herrn Ministers der Me-
dizinal-Angelegenheiten dem Verbände staatlicher Külberimpfinstitute Deutsch
lands zur gegenseitigen Aushülse bei plötzlich eintretendem Lymphemangel an.
Nur die int Herbste 1888 für 4 Armee-Korps gelieferten Lymph-
mengen wurden vor der Versendung auf ihre Zuverlässigkeit durch Probe
impfungen geprüft, welche bei der sonstigen Versandt-Lymphe nicht statt
finden konnten; dafür wurde jede der zur Versendung gelangten Lymph
sorten kurze Zeit nach ihrer Gewinnung von den Anstaltsärzten bei der
denselben als städtische Jmpfärzte wöchentlich in reichem Maße gebotenen
Gelegenheit verinipft.
Die Menge der abgegebenen Jmpfportionen, sowie die Masse
der erzielten Lymphe überhaupt und der bei den Impfungen erzielte Er
folg geht aus der nachstehenden Tabelle hervor.
Top of page

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.