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Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Dritter Abschnitt. Gesundheitsverhältnisse

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

Gesundheits-Polizei. 
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Latten. Spül- und Schmutzwasser werden direkt durch Rinnen der städ 
tischen Kanalisation zugeführt. 
Der neben dem Stalle belegene Jmpfraum ist etwa quadratisch und 
empfängt sein Licht durch ein breites Fenster, welches mit Glas-Jalousien 
versehen ist. Er hat mit Oelfarbe gestrichene Wände und einen mit Stein 
platten gepflasterten Boden, der sich nach dem in der Mitte befindlichen 
Gull» abschrägt, und enthält u. A. zwei Jmpfklapptische für die Kälber. 
Das daneben befindliche entsprechend ausgestaltete zweifenstrige Zimmer ist 
zu wissenschaftlichen Arbeiten rc. bestimmt, und enthält u. A. Bakterien- 
Mikrokop, Waagen, Sterilisationsapparate, Sterilisationsschrank, Eisschrank 
und dergleichen mehr. Zur Bereitung der Lymphe diente vorzugsweise 
der einfenstrige Vorraum. 
Die bauliche Einrichtung hat der Stadt 3200,51 Mark, das 
Mobiliar 1797,07 Mark gekostet, die Anstalt war zunächst für den Bedarf 
der Stadt Berlin bestimmt, versorgt aber schon seit der Eröffnung die 
Provinz Brandenburg und hat sogar nach weiterhin Impfstoff abgegeben. 
Zum Zweck der Impfung beziehungsweise Lympheerzeugung wurden 
im Jahre 1886: (noch in der Thierarzneischule) 12, 1887: in der neuen 
Anstalt 40, 1888: 83 Kälber weiblichen Geschlechtes, eingestellt, welche von 
einem vertragsinäßig hierzu verpflichteten Schlächter gegen eine Leihgebühr 
von anfänglich 20 Mark, später seit Errichtung der Anstalt auf dem Central- 
Mehhofe gegen je 12 Mark geliefert werden; für Thiere, welche in der 
Jmpfanstalt zu Grunde gehen — im Jahre 1886 und 1887 starb je ein 
Thier an Leber- beziehungsweise Darmentzündung — wird Entschädigung 
gewährt. 
Die eingestellten Thiere wurden mit Heu und Suppe aus Eiern und 
Milch (15 Liter pro Kopf und Tag) ernährt, und nahmen dabei, obwohl 
sich öfters Verdauungsstörungen zeigten, im Allgemeinen an Gewicht zu, 
im Jahre 1886 durchschnittlich um 2,28, 1887 um 1,5 Kilo, höchstens bis 
zu 9,5 bezw. 9 Kilo zu. Letzteres fand statt bei den für besondere Ver 
suchszwecke längere Zeit, über 2 Wochen, in der Anstalt verbleibenden 
Thieren; die stärkste Gewichtsabnahme betrug 1886: 1,5, 1887: 2,5 Kilo. 
Die Körperteinperatur während der Impfung hielt sich im Allgemeinen 
auf 38,1—40,4°C., überschritt letztere Grenze 1886 bei 10, 1887 bei 
37 Kälbern; überstieg dieselbe 41° 0., was 1886 garnicht, 1887 einmal 
der Fall war, so wurde die Lymphe nicht benutzt. 
Erst wenn die Thiere, welche am Tage der Abimpsung geschlachtet 
werden, vom Thierarzte gesund befunden worden waren, gelangte der ge 
wonnene Impfstoff in den Verkehr. 
Die Impfung der Thiere fand auf den im 4. Bericht erwähnten
	        
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