Publication:
1890
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-15365876
Path:

Gesundheits-Polizei.
87
Latten. Spül- und Schmutzwasser werden direkt durch Rinnen der städ
tischen Kanalisation zugeführt.
Der neben dem Stalle belegene Jmpfraum ist etwa quadratisch und
empfängt sein Licht durch ein breites Fenster, welches mit Glas-Jalousien
versehen ist. Er hat mit Oelfarbe gestrichene Wände und einen mit Stein
platten gepflasterten Boden, der sich nach dem in der Mitte befindlichen
Gull» abschrägt, und enthält u. A. zwei Jmpfklapptische für die Kälber.
Das daneben befindliche entsprechend ausgestaltete zweifenstrige Zimmer ist
zu wissenschaftlichen Arbeiten rc. bestimmt, und enthält u. A. Bakterien-
Mikrokop, Waagen, Sterilisationsapparate, Sterilisationsschrank, Eisschrank
und dergleichen mehr. Zur Bereitung der Lymphe diente vorzugsweise
der einfenstrige Vorraum.
Die bauliche Einrichtung hat der Stadt 3200,51 Mark, das
Mobiliar 1797,07 Mark gekostet, die Anstalt war zunächst für den Bedarf
der Stadt Berlin bestimmt, versorgt aber schon seit der Eröffnung die
Provinz Brandenburg und hat sogar nach weiterhin Impfstoff abgegeben.
Zum Zweck der Impfung beziehungsweise Lympheerzeugung wurden
im Jahre 1886: (noch in der Thierarzneischule) 12, 1887: in der neuen
Anstalt 40, 1888: 83 Kälber weiblichen Geschlechtes, eingestellt, welche von
einem vertragsinäßig hierzu verpflichteten Schlächter gegen eine Leihgebühr
von anfänglich 20 Mark, später seit Errichtung der Anstalt auf dem Central-
Mehhofe gegen je 12 Mark geliefert werden; für Thiere, welche in der
Jmpfanstalt zu Grunde gehen — im Jahre 1886 und 1887 starb je ein
Thier an Leber- beziehungsweise Darmentzündung — wird Entschädigung
gewährt.
Die eingestellten Thiere wurden mit Heu und Suppe aus Eiern und
Milch (15 Liter pro Kopf und Tag) ernährt, und nahmen dabei, obwohl
sich öfters Verdauungsstörungen zeigten, im Allgemeinen an Gewicht zu,
im Jahre 1886 durchschnittlich um 2,28, 1887 um 1,5 Kilo, höchstens bis
zu 9,5 bezw. 9 Kilo zu. Letzteres fand statt bei den für besondere Ver
suchszwecke längere Zeit, über 2 Wochen, in der Anstalt verbleibenden
Thieren; die stärkste Gewichtsabnahme betrug 1886: 1,5, 1887: 2,5 Kilo.
Die Körperteinperatur während der Impfung hielt sich im Allgemeinen
auf 38,1—40,4°C., überschritt letztere Grenze 1886 bei 10, 1887 bei
37 Kälbern; überstieg dieselbe 41° 0., was 1886 garnicht, 1887 einmal
der Fall war, so wurde die Lymphe nicht benutzt.
Erst wenn die Thiere, welche am Tage der Abimpsung geschlachtet
werden, vom Thierarzte gesund befunden worden waren, gelangte der ge
wonnene Impfstoff in den Verkehr.
Die Impfung der Thiere fand auf den im 4. Bericht erwähnten
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