Path:
Periodical volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Dritter Abschnitt. Gesundheitsverhältnisse

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin Issue 5.1886/1888

86 
Gesundheits-Polizei. 
tischen Behörden zur Verfügung gestellten Räumen der Geineindeschule 
Wilhelmstraße Nr. 117 sonntäglich von 11 bis 1 Uhr durch die Aerzte der 
Jmpfstoff-Gewinnungs-Anstalt (Dr. M. Schulz und Dr. Döring) statt, 
welche zugleich als städtische Zmpfärzte bestellt sind. 
Königliche Anstalt zur Gewinnung thierischen Impfstoffes. 
Die im 4. Generalberichte S. 131 ff. geschilderten Versuche zur Ge 
winnung thierischen Impfstoffes setzte der Direktor der Königlichen Zmpf- 
anstalt Stadtphysikus Dr. M. Schulz während des Zahres 1886 und im 
April und Mai 1887 noch in den Räumen der Thierarzneischule fort. 
Vom 26. Mai 1887 ab trat auf dem städtischen Centralviehhofe statt 
der bereits auf S. 145 des vierten Generalberichtes erwähnten in Aussicht 
genommenen städtischen, die Königliche Anstalt zur Gewinnung thierischen 
Zmpsstoffes unter Leitung des vorgenannten Arztes, welchem als Hülfsarzt 
Bezirks-Physikus Dr. Döring seither zur Seite steht, in Thätigkeit. 
Die thierärztliche Ueberwachung der Impfthiere liegt in den Händen 
des Direktors der städtischen Fleischschau Dr. Hertwig, ferner sind ein 
Schreiber, ein Diener und nach Bedarf mehrere Arbeiter zur Wartung der 
Impfthiere angestellt. 
Der Vorsteher bezieht ein jährliches Gehalt von 4000 Mark, der 
Assistent 1200, der Thierarzt 500, der Schreiber 300 Mark. Dazukommen 
an sonstigen jährlichen Ausgaben 1000 Mark Miethsentschädigung, welche 
der Staat an die Stadt Berlin zahlt, sowie Ausgaben für den Betrieb, 
Leihgebühr der Kälber (1887: 360 Mark, 1888: 856 Mark), Fütterung 
derselben. Anstaltsdiener, Znventarergänzung, Heizung, Beleuchtung, Des 
infektion, Verpackung und Versendung der Lymphe, Vergütung für die Ab 
impflinge (1886—1887 6 Mark) u. dergl. Zm Ganzen betrugen die Aus 
gaben 1887: 9350, 1888: 10880 Mark. 
Denselben standen an Einnahinen gegenüber 1887: 8 Mark, 1888: 
312,23 Mark für von Privatärzten aus der Anstalt entnommene Lymphe. 
Die Anstalt befindet sich im nördlichen Kopfbau der Schweine-Ver- 
kaufshalle und nimmt die östliche Hälfte derselben ein. Sie besteht aus 
drei heizbaren mit Wasserspülung versehenen Räumen, aus einem Vor 
zimmer, großem Bodenräume und einem Gelaß für Brennmaterialien. 
Der Stall hat einen besonderen Eingang, so daß die Kälber niemals die 
Schweinehalle passiren, ist gepflastert, heizbar und zur Lüftung mit verstell 
baren Fenstern, sowie Ventilationsklappen versehen. Die 16 hinreichend 
geräumigen Verschlage (box) für die Thiere bestehen aus geöltem Holz und 
enthalten Krippen und Raufen. Auf dem Boden befinden sich hohlliegende
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.