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Volume A. Berlin Zweiter Theil. Gesundheits-Polizei Sechster Abschnitt. Nahrungs- und Genußmittel. Gebrauchsgegenstände

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin (Public Domain) Issue4.1883/1885 (Public Domain)

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Gesundheits-Polizei. 
Herstellung von Spielwaaren nicht unter Strafe gestellt wurde. Die für 
Berlin geltende Polizei-Verordnung vom 25. November 1878 betreffend 
diesen Gegenstand wurde als schon bestehend dadurch nicht berührt und wird 
daher in der in Anlage XII abgedruckten Form seit März 1883 jährlich 
wieder veröffentlicht. Das im 3ten Generalbericht S. 301 für Verwarnungen 
betreffend Vergehen gegen das NahrungsmittelgeseH abgedruckte Formular 
erhielt eine aus Anlage XIII ersichtliche Erweiterung zur Verminderung des 
Schreibwerks. 
Vor Besprechung der thatsächlich ausgeführten Ueberwachung des Verkehrs 
mit Nahrungs- und Genußmitteln ist hier noch einer wesentlichen und ein 
schneidenden Veränderung des gesammten Berliner Marktverkehrs zu gedenken, 
welche die städtischen Behörden durch Errichtung von Markthallen in ver 
schiedenen Stadttheilen bereits herbeigeführt haben und noch durch weitere 
derartige Anlagen bewirken werden. 
Die Berliner Markthallen. 
Der erste Schritt zu einer Versorgung der Reichshauptstadt mit guten 
und gesundheitsförderlichen Nahrungsmitteln war von den Gemeindebehörden 
durch die Errichtung eines öffentlichen Schlachthauses (vergl. 3ter Gesammt- 
bericht S. 101) gemacht; die gesundheitspolizeiliche Ueberwachung unseres 
vornehmsten Nahrungsmittels, des Fleisches, insonderheit des Schlachfleisches, 
war mit der Eröffnung des Central-Vieh- und Schlachthofes wesentlich 
verschärft und damit den Verzehrenden eine größere Gewähr als bisher für 
die Einführung gesunden Viehes und das Feilhalten gesunden und voll- 
werthigen Fleisches gegeben worden; zugleich waren durch die Schließung 
sämmtlicher Einzel-Schlachtstättcn aus den Grundstücken der Stadt eine sehr 
große Anzahl von nicht immer sehr sauberen, im Gegentheil oft recht un 
reinlichen Höfen entfernt worden. Sollte diese Maßregel keine halbe bleiben, 
so nlußte die Errichtung einer angemessenen Zahl von Markthallen folgen, 
um eine gesicherte und geordnete Versorgung der Millionenstadt mit der 
nöthigen Menge aller Nahrungsmittel, sowie die Zufuhr und den Vertrieb 
von möglichst gesundheitsgemäßen Ernährungsmitteln zu gewährleisten und 
die Ueberwachung der Zufuhr sowie des Feilgebotenen zu verschärfen und 
zu erleichtern. 
Wenn schon, wie in den früheren Berichten dargelegt ist, die Berliner- 
offenen Märkte von jeher durch staatlich geprüfte, beamtete Thierärzte und 
geschulte Polizei-Beamte überwacht worden sind, so ist doch die so geübte 
Kontrole, das bedarf wohl keiner weiteren Begründung, auf offenen Märkten 
ungleich schwerer, als in großen, der Einwohnerzahl und dem Verkehrs-
	        
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