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Volume A. Berlin Erster Theil. Allgemeines und Statistik

Full text: Das Öffentliche Gesundheitswesen und seine Überwachung in der Stadt Berlin (Public Domain) Issue4.1883/1885 (Public Domain)

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Einleitung. 
schieden an Höhe. Während die Kuppe des Kreuzberges am Fuße des 
Monuments 34,8 m erreicht, liegen die Höhen am Duftem Keller nur 
25—26 in, die Hochfläche des Tempelhoser Feldes nur 16 m über 
Spreepegel. 
Die Gestaltung der Oberfläche ist durch die Bebauung wesentlich ver 
ändert; wer heute von der Potsdamer Brücke den Blick südlich wendet, ahnt 
nicht, daß hier noch im 6ten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts sich eine Kette 
sandiger Kuppen den Dünen gleich bis gegen den Kreuzberg und die Hasen 
haide hin erstreckte; derartige Verändemngen haben selbstredend auch an 
anderen Stellen der Hochkanten stattgefunden, während die ursprüngliche 
Oberfläche der Niederstadt, welche aus Torf bezw. Wiesengrund oder Moor 
zum sehr großen Theil bestand, durch an einzelnen Stellen (Alt-Berlin und 
Alt-Kölln) bis 6,27 m hohe Aufschüttungen anderweit verändert ist; nach 
Lossen ist die Kulturschicht meist nicht über 1,56 m stark. 
Wie schon bemerkt, ist der Baugrund der Niederstadt als ein großes 
Auswaschungsthal anzusehen, welches allmälig durch. Pflanzenwachsthum 
und Flugsandanhäufungen auf dem diluvialen Thalboden die jetzige von 
Lossen und Kunth festgestellte geologische Beschaffenheit erhalten hat 
(vergl. Birchow a. a. O. S. 298). Aus die vorerwähnte Kulturschicht 
folgen alluviale Schichten in sehr wechselnder Mächtigkeit von 3,5 bis 
13,2 m Teufe; dann erst trifft man den alten diluvialen Thalboden, 
welcher meist aus kalkhaltigem Diluvialsand besteht. Letzterer war keines 
wegs eben, sondern bildete Erhebungen, welche in einer früheren Zeit aus 
dem See- oder Moorboden als Untiefen herauftraten, und Vertiefungen, 
welche sich mehr oder weniger tief zwischen denselben einsenkten und sich 
später, zuerst in der größten Tiefe mit alluvialem Sande, dann und zum 
größten Theile durch Pflanzenwachsthum gefüllt hatten. Eigentlicher 
Wiesenkalk ist nirgends gefunden worden. Es lassen sich folgende Bil 
dungen unterscheiden: 
1. Tors im Südtheil der Friedrichstadt und an der Grenze zwischen 
Berlin und Moabit; am Lehrter Bahnhossschuppen steigt derselbe bis zu 
68 Fuß Mächtigkeit an; an der Schöneberger Brücke findet sich 10 Fuß 
Torf und 8 Fuß torfiger Sand. 
2. Jnfusorien-Erde (richtiger Diatomeen-Erde), nur in der nächsten 
Umgebung der Spree. Das Lager erstreckt sich von der Herwarthstraße 
und dem Unterbaum bis zum Thierarzneischulgarten und zur Weiden 
dammer Brücke (bis zu 26 Fuß tief und darüber), von der Marschalls 
brücke bis zum Kupsergraben, über die Nordhälste der Insel Cölln (Pack- 
hof bis 38 Fuß ----11,9 m tief), von der Bauakademie bis zur Gertraudten- 
brücke und bis gegen die Kurstraße, an der Nordseite der Spree auf der
	        
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