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Full text: Generalbericht über das Medizinal- und Sanitätswesen der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1.1879/1880 (Public Domain)

Sanitäts-Polizei. 
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Z»i» Theil mögen auch, worauf die erwähnten Jahresberichte besonders 
hinweisen, die ungünstigen Erwerbsverhältniffe der letzten Jahre ans den Wasscr- 
consuin von Einfluß geivcscn sein und zu seiner Verminderung beigetragen 
haben. 
a. Die Wasserwerke am Stralauer Thore. 
Die Wasserwerke am Stralauer Thore entnehmen das Wasser ans der 
Spree unmittelbar oberhalb des Oberbaums, filtrircn dasselbe und drücken cs 
mittelst mehrerer Dampfmaschinen in das aus gußeisernen Röhren bestehende 
Leitungssystem und auch nach der Hcbestation in der Bclforlcrstraßc. Der 
Stadtbezirk, welcher von diesen Werken ans versorgt wird, ist kein in sich ab 
geschlossener, sondern die Röhrcnleitungen derselben konunnniciren mit denen 
der Tegeler Werke, so daß je nach den Drnckverhältnisscn vielfach dieselben 
Häuser bald mit Wasser aus den alten oder den neuen Werken versorgt 
iverdcn. Das Wasser der Spree an der gedachten Stelle kann abgesehen 
davon, daß es wie ein jedes Flnßwasser mit seiner Temperatur ganz und gar 
von der Luft abhängig ist, als geeignet für die Versorgung der Stadt nicht 
betrachtet werden. Allerdings ist, wie sich aus der Anlage (Nr. 13 a) ergiebt, 
der Gesainmtgehalt an festen Substanzen ein geringer, da es von denselben 
nur 20,60 Theile auf 100000 Theile enthält, auch ist es ein sehr weiches 
Wasser von »nr 5,827 Gesammthärte und 5,57 Theilen Kalk. Die Menge 
der Schwefelsäure ist gering und Salpetersäure und salpetrige Säure kommen 
nur in Spnren vor, dagegen aber ist der Gehalt an Chlor mit durchschnittlich 
2,033 Theilen ein hoher, Ammoniak ist häufig in unznläsfig großen Quanti- 
täten darin enthalten und vor allem überschreitet die Menge der organischen 
Substanzen erheblich das zulässige Maß. Zum Theil sind dieselben zwar 
weniger bedenklicher Natur und rühren von zersetzte» vegetabilischen Substanzen 
her, aber die Bebauung der Ufer der Spree oberhalb der Stadt und die An 
lage von mancherlei Fabriken an denselben wird von Jahr zu Jahr mehr eine 
Quelle auch anderweiter Verunreinigung. Das Wasser hat stets eine mehr 
oder weniger gelbliche oft sogar bräunliche Farbe nnd ist selten klar, meistens 
getrübt und einen gelblichen oder bräunlichen Bodensatz bildend. Die Farbe 
des Wassers ist zum Theil durch die suspendirten Substanzen, zum Theil aber 
auch durch gelöste bedingt. 
Die Spree ist namentlich in den Sommermonate» stark belebt von kleinen 
thierischen Organismen (Daphnia, Cyclops, Cypris Hydra, Entomostraceen, 
zahllosen Infusorien und Rotatorien) und enthält sehr viel Algen und andere 
Vcgetabilien (Conferven, Diatomeen verschiedenster Art, einzellige Algen, 
Coniugaten, Crenothrix ist nur selten und vereinzelt gefunden). Dieselben
	        
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