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Volume Zweiter Abschnitt. Sanitäts-Polizei I. Reinhaltung des Erdbodens, Entwässerung

Full text: Generalbericht über das Medizinal- und Sanitätswesen der Stadt Berlin (Public Domain) Issue1.1879/1880 (Public Domain)

Sanität». Polizei. 
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In ähnlicher Weise werden auch mißbräuchlich die ordentlichen Abladnngs- 
stellen für Straßenkchricht zur Abladung von Latrine» - Inhalt Seitens 
Privater benutzt.^' 
Häufige, namentlich gegen die Abladeplätze der städtischen Unternehmer 
gerichtete Beschwerden führten zu einer durch Kommissare des Polizei-Präsidiums 
und der städtischen Behörden gemeinschaftlich vorgenommenen Besichtigung der 
Abladestcllen tut Sommer 1880. Die Zahl derselben beläuft sich ans 19, 
von denen jedoch einige nur im Winter zum Abladen von Schnee benutzt 
werden. Zumeist wird der Straßenkchricht nach denjenigen Abladcstellen dirigirt, 
von denen er sofort auf Flußkähne geschafft und so weiter befördert werden 
kann. Von andere» Abladestellen wird der Straßcnkehricht von ländlichen 
Grundbesitzern der nächsten Umgebung Berlins abgeholt, so daß es zu großen 
Anhäufungen desselben auf den Abladcstellen nicht nur nicht kommt, sondern ein 
großer Theil der letzteren iin Sommer beackert wird, wie es bei der kommiffa- 
rischcn Besichtigung bei mehr als der Hälfte der Fall war. Bei den in Be 
nutzung stehenden städtischen Abladestcllen zeigten sich nur da Mißstände, wo 
dieselben nicht genügend abgeschlossen waren und so der unbefugten Benutzung 
zur Abladung von Latriueninhalt ausgesetzt waren. -^Dcm Fortbestehen der 
städtischen Abladestellen für Straßenkehricht Hindernisse zu bereiten, lag somit 
kein Grund vor, jedoch wird gefordert, daß dieselben durch Gräben oder Zäune 
genügend abgeschlossen gehalten werden und es wird darauf geachtet, daß Ablade- 
stcllcn nicht an solchen Stellen errichtet werden, welche nach dem Bebauungsplan 
als zukünftiger Baugrund oder Straßengrund betrachtet werden müffen. Auf 
die Wichtigkeit des letzteren Umstandes hatte in völliger Uebereinstimmung mit 
den Grundsätzen der öffentlichen Gesundheitspflege der Herr Minister für 
Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten schon durch einen Erlaß vom 
16. September 1872 hingewiesen. 
Im sanitären Interesse ist es dringend wünschcnswerth, daß die gesainmte 
Abfuhr von Straßenkchricht und trockenen Abfällen der Haushaltungen (Müll) 
sowie auch für die nicht an die Kanalisation angeschlossenen Stadttheile oder 
einzelne Grundstücke die Abfuhr der Fäkalien einheitlich in systematischer Weise 
bewirkt werde und zwar durch die städtischen Behörden. Eine derartig organisirte 
Abfuhr muß als eine nothwendige Ergänzung der Kanalisation angesehen 
werden und die von der letzteren zu erwartenden Vortheile können in vollem 
Maße nur erreicht werden, wenn die Durchführung der ersteren sich damit 
verbindet^
	        
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